iPod und die Folgen

Diese Woche erhalte ich von Apple ein unscheinbares Päckchen. Mit brandgefährlichem Inhalt. Ein iPod Touch, den ich, wo ich doch nun mal Computerjourni bin, doch mal unverbindlich testen sollte.

Ich freue mich sehr auf Deine Meinung zum iPod touch…. Bin fast sicher er gefällt Dir 😉

… schreibt Andrea, Apples Pressefrau, scheinfromm. Natürlich, er wird. Frau Brack weiss um den Appeal des Players und um die Verführbarkeit von uns Gadgetjunkies. Und während andere Musikplayerhersteller ihre Geräte an die Schreiberlinge verschenken, listet Apple die «Pflichten des Leihnehmers» im beigelegten Zettel akribisch auf. Zu denen gehört auch das:

Der Leihnehmer gibt die Leihobjekte in funktionsbereitem Zustand komplett mit Zubehör und Verpackung, so wie er sie erhalten hat, zurück.

Immerhin werde ich nicht vertraglich verpflichtet, meine fettigen Fingerabdrücke vom spiegelglatten Touchscreen wegzuwischen.

Verführbar und schwach, wie ich bin, erliege ich Apples Opium fürs technikverliebte Volk. Obwohl die Absicht war, meinen Nano frühestens in einem Jahr abzulösen. Man kann doch Musik auch mit irgendeinem alten Player hören. Aber eben – man kann es mit keinem Gerät so schick tun. (Ausser vielleicht mit dem uns Schweizern bislang verwehrten iPhone.) Und ehrlich, die Frau nebendran blickt wirklich neidisch aufs Display, sobald ich mittels Cover-Flow durch die Alben blättere. Zum Glück habe ich schon vor Monaten alle meine vor Jahren gerippten MP3-Songs mit dem Albumcover ausgestattet. Eine Heidenarbeit.

Ja, Harry iPotter (das ist, was ich angegeben habe, als iTunes nach einem Namen fragte) ist eine Sünde wert. Auch wenn angesichts dieser an Demütigung grenzenden Demonstration der eigenen Schwäche meine Selbstachtung drei Etagen tiefer rutscht.

Nach der Erfahrung ist Apple meine Nummer eins, was Verschwörungsbeschwörungen angeht. Vorerst aber dieses Gelübde: Das iPhone werde ich nicht kaufen, auch wenn mich His Steveness auf Knien anfleht.

PS: Um meiner Pflicht als Rezensent Genüge zu tun, der Minuspunkt bzw. die grosse Unterlassungssünde: Was wirklich fehlt, ist die Möglichkeit, per WLAN Podcasts zu abonnieren und vor allem auch zu aktualisieren!

Autor: Matthias

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11 Gedanken zu „iPod und die Folgen“

  1. Inzwischen habe ich eine Woche Erfahrung mit dem iPod Touch. Das Fazit bleibt: Ein schickes Teil und top zum Angeben. Einige kleine Mängel sind aber auch zum Vorschein gekommen:
    * Hat man kalte Finger, reagiert das berührungssempfindliche Display oft gar nicht.
    * Lautstärke-Änderungen sind beim alten iPod nano einfacher. Ebenso das vorwärts- oder zurückspringen.
    * Wieso kann ich die Titel noch immer nicht nach dem Veröffentlichungsjahr oder nach der Wertung filtern bzw. sortieren?
    * Praktisch wäre eine Lesezeichen-Funktion. So könnte ich markieren, wo ich beim Hörbuch-Hören war, wenn ich für einen eingeschobenen Podcast oder für einige Musikstücke pausiere.

  2. Kommentar zu meinem eigenen Kommentar: Ich habe in den Listen nun den Eintrag «Zuletzt gespielt» entdeckt. Das ist nicht so gut wie eine Lesezeichen-Funktion, hilft aber doch beim Auffinden von noch nicht fertig gehörten Alben oder Hörbüchern.

  3. PS:
    Matthias, wenn Du einen Doppelclick auf den HOME-Button machst,
    öffnet sich ein kleines Music-PopUp über jeder gerade laufenden Anwendung, um Laut/Leise/Titelwechsel einzustellen.

  4. Hallo clickfinger
    Vielen Dank für die tollen Tipps. Das PS hat mir unmittelbar geholfen und die Sache von http://jailbreakme.com/ schaue ich mir gern an. Allerdings wohl dann nicht auf dem Testgerät von Apple, sondern auf meinem eigenen iPod Touch. Ansonsten ich vermutlich verhaftet und von Apple öffentlich gebrandmarkt würde…

  5. Hallo Matthias,
    habe mir nun einen Ipod Touch bestellt und würde gerne wissen, ob du bereits erfahrungen mit der Website jailbreakme.com sammeln konntest?
    Hoffe nicht, dass die Seite den Ipod himmelt oder ähnliches…

  6. Hallo Falk
    Nein, bislang nicht. Bin grad mit Kochen und Ähnlichem beschäftigt. 😉 Ein gewisses Risiko würde ich beim «Breaken» schon sehen – die Leute von Jailbreakme.com schreiben zwar, es sei völlig harmlos «Worst case you will have to restore in iTunes»). Ist es vermutlich auch, zumindest im Vergleich zum Entfernen des Sim-Lock beim iPhone. Trotzdem weiss man nicht, was automatische Software-Updates mit gehackten Geräten anstellen. Viel Rücksicht darf man da von Apple nicht erwarten. Ich würde das daher nur unerschrockenen Gemütern empfehlen. Ansonsten ist es sicher nicht verkehrt, einmal abzuwarten und zu sehen, ob es auf längere Frist damit keinen Ärger gibt…

  7. Hallo Matthias,
    schreibe gwrade von meinem “gejailbreakten” iPod und kann bisher nichts schlechtes Ueber jailbreakme.com berichten. Hab mir bereite einige Apps geladen und es laeuft noch alles rund.. Das argument mit dem update kann ich verstehen, jedoch werd ich einfach warten bis die jeweilige firmware gecrackt wurde.

  8. Mein iPod touch ist auch jailbroken – einfach gut! Nun ist er endlich das Geld, welches ich bezahlt habe, auch wert. Würde es jedem empfehlen, viel falsch machen kann man nicht. Bei Fehlern kann man ihn einfach wiederherstellen.

    Macht es, es ist einfach geil!

  9. Hallo miteinander, habe mit grossem INteresse eue Texte gelesen, habe seit gestern de Touch und möchte nun anfragen, ob mir jemand die genauen Schritte zum breaken veröffentlichen kann.

    Vielen Dank im Voraus

  10. Die Infos findest du problemlos per Google. Meines Erachtens ist das «jailbreaken» heute nicht mehr nötig. Im App Store findest du eine grosse Auswahl an Anwendungen, die du ohne Breaken installieren kannst. Warum da das Risiko eingehen?

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