Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben

Das iPad hat neulich seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Ich habe dazu ein paar Stimmen gesammelt, und ergänze an dieser Stelle gerne die differenzierte Analyse der Apple-Freaks des «Bits und so»-Podcasts: Die erinnern daran, in welcher Stimmung wir waren, als Steve Jobs vor zehn Jahren dieses magische Gerät angekündigt hat.

Und sie erwähnen zu Recht, dass wir uns damals mit einem Ding namens Netbooks herumgeschlagen mussten. Diese meist extrem untermotorisierten Laptops, die für ihren Zweck dann doch reichlich viel Gewicht und Bauhöhe mitbrachten, waren nicht die reine Freude. Auch darum hat das iPad – beziehungsweise der Slate, wie man diese neue Geräteklasse vor der Ankündigung Jobs‘ noch spekulativ bezeichnet hat – einen Nerv getroffen.

Das iPad hat diese Erwartungen nur ansatzweise erfüllt: Das finde ich, und auch die Podcaster von «Bits und so» sind, obwohl sie teils eingefleischte Nutzer sind, zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt.

Aber da man nicht bis in alle Ewigkeit auf seinen vorgefertigten Meinungen bestehen sollte, habe ich mir vorgenommen, auch einmal das iPad Pro einer kritischen Würdigung zu unterziehen. „Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben“ weiterlesen

Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch

Als im April 2015 die Apple Watch auf den Markt kam, war ich einer der ersten Tester. Ich war damals aber alles andere als begeistert. Apple hat es damals nicht geschafft, mich von der Notwendigkeit dieses Gadgets zu überzeugen.

Und noch schlimmer: Weil es die Uhr nicht nur mit vernünftiger Ausstattung in einem akzeptablen Preisrahmen gab, sondern auch in Gold mit einem fünfstelligen Preisschild, habe ich das als Auswuchs jener Börsen-Logik wahrgenommen, die mir ziemlich zuwider ist.

Diese Logik funktioniert so, dass öffentlich gehandelte Unternehmen zur Befriedigung der Aktionäre und Analysten zu einem konstanten Wachstum verdammt sind. Das wiederum hat zur Folge, dass die Unternehmen ständig in neue Märkte expandieren müssen.

Mit zwei unangenehmen Konsequenzen: „Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch“ weiterlesen

Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten

Von Apple habe ich ein iPhone 11 Pro (Amazon Affiliate) als Testgerät erhalten. Mein Kollege Rafael Zeier hat das ausführlich besprochen. Und im Netz gibt es auch anderswo unzählige Reviews wie die beim «Guardian», sodass ich mich hier in der komfortablen Situation wiederfinde, keine umfassende Einschätzung schreiben zu müssen, sondern bloss meinen persönlichen Senf dazugeben zu dürfen.

Bis jetzt habe ich das iPhone 8 Plus benutzt. Auch dazu habe ich seinerzeit meinen Senf gegeben und festgehalten, dass dieses Modell zwar wirklich sehr gross, aber trotzdem ohne Einschränkungen alltagstauglich ist. Etwas relativiert habe ich diesen Befund allerdings im Beitrag Wie man sich den SUV an den Oberarm schnallt: Für den Sport ist das Modell einfach zu gross – und für meinen Geschmack fühlt es sich doch etwas gar klobig an.

Im Vergleich dazu ist auch das grössere iPhone 11 Pro eleganter und leichter zu handhaben. In das Oberarm-Täschchen, das ich im obigen SUV-Blogbeitrag besprochen habe, passt es locker. Und auch sonst liegt es etwas angenehmer in der Hand. Beim zweihändigen Tippen muss man sich mehr konzentrieren, da die Buchstaben enger gepackt sind. Aber dafür tippt es sich einhändig angenehmer, weil man die Finger weniger strecken und nicht zur schmalen Tastatur wechseln muss.

Die Tastatur-Gewöhnung ist das eine. Aber man muss sich auch mit dem Bildschirm anfreunden können. „Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten“ weiterlesen

Apple, der moderne Wegelagerer?

Apple ist in einer komfortablen Position. Der iPhone-Hersteller nimmt im App-Markt eine so wichtige Rolle ein, dass niemand an ihm vorbeikommt. Und allein das bringt ordentlich Schotter ein.

Zum Beispiel, wenn ein Anbieter in seiner App Inhalte verkauft. Apple verdient an Zahlungen, die in einer App getätigt werden, kräftig mit: Bei Abos, die in der App abgeschlossen werden, sind es 30 Prozent im ersten Jahr und danach 15 Prozent.

Geht man zu weit, wenn man das als moderne Wegelagerei bezeichnet? Einträglich ist es jedenfalls. Die «Washington Post» schreibt, Netflix habe 2018 Apple 257 Millionen US-Dollar in Cupertino abgeliefert. Das muss weh tun – zumal die Summe wegen des Umsatzwachstums auf eine halbe Milliarde angestiegen wäre, wenn der Streamingdienst nicht aufgehört hätte, in der iOS-App Abos anzubieten.

So weit, Apple öffentlich anzuprangern, will Netflix trotzdem nicht gehen. „Apple, der moderne Wegelagerer?“ weiterlesen

Catalina ist eine Zicke

Das ist so ein Fall, wo man sich von der Umwelt mehr Mitgefühl erhofft, als man dann tatsächlich erhält. Und es ist auch verständlich – denn ich selbst würde jemanden in der gleichen Situation ein empathieloses «Selber schuld!» um die Ohren hauen. Weil man es wirklich besser wissen sollte.

Und ja, ich weiss es besser. Aber immerhin hatte ich einen guten Grund, mich in solche Sparglimenten zu begeben.

Also, Folgendes hat sich zugetragen:

Ich habe die Betaversion von Mac OS Catalina installiert. Und es ist genau das passiert, was in solchen Fällen natürlich passiert: Mein produktives System hat aufgehört, produktiv zu sein. Das meiste läuft zwar noch. Doch genau jenes Programm, für das ich den Mac hauptsächlich benötige, hat den Betrieb eingestellt. Es handelt sich um Final Cut Pro, mit dem ich meine Videos schneide. Das stürzt einige Momente nach dem Start ab – und zwar auch dann, wenn man die gängigen Fehlerbehebungsmassnahmen durchexerziert.

Es ist tatsächlich so: Apple liefert eine Betaversion des Betriebssystems aus, mit der eines der wichtigsten Apple-Anwendungsprogramme nicht mehr läuft. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Aber wie gesagt: Man hat es nicht besser verdient, wenn man auf die dumme Idee kommt, eine Beta-Version auf sein Arbeitsgerät loszulassen. Zu meiner Verteidigung sei folgendes gesagt: Ich konnte nicht anders. „Catalina ist eine Zicke“ weiterlesen

So kriegt die iCloud die Kurve

Es passiert häufig, dass ich beim Bloggen hier auf Ideen für «richtige» Artikel für die Tamedia-Zeitungen und für Newsnetz-Videos komme. Das ist kein Zufall, weil ich mein Blog auch als Inkubator für Themen nutze. Durch das Bloggen lässt sich sehr gut herausfinden, wie weit ein Thema trägt und ob es genügend Aspekte hat, die von breiten Interesse sind.

Klar, man könnte das vermutlich auch ohne Bloggen herausfinden. Aber wieso sollte man nicht das Sinnvolle mit dem Nützlichen verbinden? Im Blog lassen sich auch Aspekte diskutieren, die in einem Video gezwungenermassen unter den Tisch fallen müssen und zu nerdig für den Artikel in einer Tageszeitung sind.

Und wenn ich etwas Wichtiges übersehen oder (selbst das soll schon vorgekommen sein) falsch verstanden habe, dann stehen die Chancen gut, dass mich die Leserschaft meines Blogs darauf aufmwerksam macht und korrigiert, bevor ich die breite Masse damit behellige. Ihr dürft euch also gerne als Teil der erweiterten Tamedia-Digital-Redaktion betrachten. (Ein Lohn wird auch dafür leider trotzdem nicht ausbezahlt, fürchte ich.)

Ein gutes Beispiel ist dieses Video hier: „So kriegt die iCloud die Kurve“ weiterlesen

Zwei Sturköpfe zur Zusammenarbeit zwingen

Die Sturköpfe sind die iCloud von Apple und das Windows-Betriebssystem von Microsoft.

Es kommt gelegentlich vor, dass ich von Familienmitgliedern, Kollegen und Bekannten in Computerthemen um Rat gefragt werde. Das ist mir unlängst wieder einmal passiert. Jemand aus meiner Familie – zum Schutz der Privatsphäre werden hier keine näheren Angaben zu dieser Person gemacht – hat mich um Rat gefragt.

Der Auslöser war ein Computer, der so langsam endgültig den Geist aufgibt. Es handelt sich dabei zufälligerweise um den Vorgänger meines aktuellen Windows-PCs, der inzwischen mindestens zwölf Jahre auf dem Buckel haben dürfte. Ich habe somit geholfen, ein Notebook in der passenden Preiskategorie auszusuchen und das in Betrieb zu nehmen.

Nun war das fragliche Familienmitglied neulich bei mir zu Hause, weil noch ein paar Dinge noch nicht so funktioniert haben, wie sie sollten. „Zwei Sturköpfe zur Zusammenarbeit zwingen“ weiterlesen

So geht die Fotografie den Bach hinunter

Bei (der übrigens sehr empfehlenswerten) Foto-Site Petapixel habe ich neulich einen Beitrag über ein Ding namens Exposure Calculator gefunden. Er setzt bei einem interessanten Phänomen an. Nämlich bei der Tatsache, dass immer mehr Fotografen mit «Exposure» bezahlt werden.

Die exposure hat in dem Fall nichts mit der fotografischen Belichtung zu tun (obwohl es dafür natürlich auch Webanwendungen gibt). Nein, in Deutsch würde man das wahrscheinlich «Publicity» nennen, obwohl das auch nicht wirklich ein deutsches Wort ist. Aber mit «Öffentlichkeit» kommt man der Sache auch einigermassen nahe.

Also, das funktioniert so: Ein Auftraggeber hätte gerne ein Foto, möchte dafür aber kein Geld bezahlen. Stattdessen bietet er «Öffentlichkeit» an: «Wir werden dein Foto einem grossen Publikum zugänglich machen.» Der Fotograf steigert seinen Bekanntheitsgrad, baut sich einen Ruf auf. Das hilft  dabei, Aufträge an Land zu ziehen, die dann auch wirklich bezahlt werden – in echtem Geld.

Das ist kein seltenes Phänomen. „So geht die Fotografie den Bach hinunter“ weiterlesen

Touchbar-Schabernack

Ich habe mich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit darüber beklagt, dass Apple scheinbar jedes Interesse an einer technischen Errungenschaft verloren hat, von der es noch 2016 geheissen hat, sie werde uns Laptopbenutzer in neue Sphären katapultieren. Eine Revolution bei der Steuerung tragbarer Computer sollte sie bringen. Ein völlig neues Bedienerlebnis bei der kreativen Mediengestaltung, sei es in Photoshop, sei es in Final Cut.

Und dann? Dann ist nichts passiert. Die Betriebssystem-Updates kamen und gingen – aber sie brachten keine Neuerungen für diese so hochgelobte Errungenschaft. Man fand, wenn man suchte, kleine Hilfsprogramme, die sie etwas verbesserten. Doch der Erfinder selbst, Apple, schien der Ansicht zu sein, dass ihm diese Schöpfung schon vom Fleck weg in vollendeter Perfektion gelungen war, sodass jegliche Weiterentwicklung überflüssig oder sogar unmöglich sein würde. Hat es das in der Menschheitsgeschichte schon einmal gegeben – ein von Anfang an komplett ausgereifter Wurf?

Wohl nicht. Darum könnte auch das Gegenteil zutreffen.  „Touchbar-Schabernack“ weiterlesen

Die Cloud ist ganz schön bevormundend

Ganz früher war die Foto-Ablage einfach: Man hat seinen fertigen Film entwickelt zurückbekommen und die Abzüge in einer Schuhschachtel verstaut. Oder, wenn man ein Streber war, hat man ein Album gekauft und die Abzüge dort eingeklebt. Leute, die Diafilme vollgeknipst haben, mussten die Magazine irgendwo unterbringen – möglichst so, dass sie für die gefürchteten Diaabende griffbereit waren.

Dann kamen die Digitalkameras. Das Archivieren war wiederum einfach: Man hat die Bilder auf die Festplatte kopiert und, wenn man ein Streber war, mit Schlagworten versehen (siehe Wo künstliche Intelligenz den Alltag erleichtert, Abschnitt «Vergebene Liebesmüh»). Doch es ging auch gut ohne. Man wusste in allen Fällen, wo die Bilder sind und hatte sie einigermassen vernünftig sortiert. Eine thematische oder chronologische Ordnerstruktur auf der Festplatte ist zwar ein primitives Ordnungsverfahren – aber es ist immerhin eines.

Dann kam die Cloud mit ihren grossartigen Versprechen: Die übernimmt den ganzen Aufwand für uns. Sie kümmert sich ums Speichern, verschlagwortet den Kram mittels Bilderkennung und hält ihn auf Abruf bereit. Könnte es schöner und bequemer sein?

Das klingt in der Theorie toll. In der Praxis entsteht ein fürchterliches Tohuwabohu.  „Die Cloud ist ganz schön bevormundend“ weiterlesen