Die Übersetzungs-App, auf die die Welt nicht gewartet hat

Wie gut schlägt sich die neue Übersetzungs-App von Apple im Vergleich zu Google? Ja, genauso, wie erwartet.

Das wird schon stimmen, nehme ich an.

Mit iOS 14 gibt es beim iPhone auch eine Übersetzungs-App. Das ist einerseits erfreulich. Andererseits kann man sich fragen: Braucht es die noch?

Ich werde wohl nicht der einzige sein, der seit Jahr und Tag Google Translate (iPhone/iPad und Android) benutzt. Und auch wenn sich Google immer mal wieder peinliche Missgriffe erlaubt, erfüllt die App ihren Zweck.

Aber da ist sie nun. Und es ist verblüffend, wie gross die Ähnlichkeit mit der Übersetzungs-App von Google ist. Da drängt sich die Frage geradezu auf, welche App denn nun besser ist.

Eine oberflächliche Analyse bestätigt die Erwartungen: Google ist schon viel länger im Geschäft, und das merkt man natürlich auch. Zum Beispiel bei der Zahl der unterstützten Sprachen. „Die Übersetzungs-App, auf die die Welt nicht gewartet hat“ weiterlesen

Ein knallharter Vergleich von Spotify und Apple Music

Ich bewerte die beiden Streamingdiensten in den vier Bereichen Zugänglichkeit, Personalisierung, soziale Funktionen und Smart-Home-Tauglichkeit.

Seit einiger Zeit nutze ich Apple Music parallel zu Spotify. Ein paar Dinge sind mir aufgefallen – und davon gibt es heute ein kleiner, persönlich gefärbter Vergleich.

Und um die Pointe gleich vorwegzunehmen: Beim mir schneidet Spotify besser ab: Für mich ist und bleibt spürbar, dass bei Apple der Streamingdienst nur ein Angebot von vielen ist – während Daniel Ek und seine Mitstreiterinnen sich mit ganzem Herzblut nur um dieses eine Geschäft kümmern.

Zugänglichkeit und Handhabung

Im Vergleich zu Spotify gelange ich bei Apple Music weniger schnell zu Musik, die ich hören möchte. Ein Grund ist sicher die Gewöhnung: Ich nutze Spotify, seit der Dienst in die Schweiz gekommen ist, also seit dem November 2011. Apple Music habe ich erst seit ein paar Wochen auf dem Schirm. Vorher hatte ich den Dienst explizit ausgeblendet, weil ich in die Musik-App am Mac, iPad und iPhone nur für meine lokale Musik verwenden wollte (siehe auch Warum mich Apple Music kalt lässt). „Ein knallharter Vergleich von Spotify und Apple Music“ weiterlesen

Wie gut sind eigentlich die App-Tipps von Apple?

Eine kritische Würdigung der App-Besprechungen in der App-Store-App von iPhone und iPad – mit einem deftigen Seitenhieb auf Corporate Media.

In der App Store App von Apple gibt es den Reiter Heute, wo Spiele und Apps vorgestellt werden. Man findet dort die App des Tages und das Spiel des Tages. Und immer wieder finden sich auch Schwerpunkte wie Lern-Apps für Kinder oder ähnliche Dinge.

Candy Crush Saga? Wirklich?

Diese so genannten Storys werden von Redaktoren verfasst, die nicht namentlich genannt werden. Die Redaktoren, die Storys in Deutsch verfassen, sitzen dem Vernehmen nach in München  – so habe ich es zumindest einmal gehört. Einen Beleg für die Aussage habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.

Ich lese diese Storys gelegentlich. Und ich finde sie leider nicht sonderlich gut.

Doch bevor ich das weiter ausführe, werde ich selbstverständlich gerne proaktiv den Einwand adressieren, der an dieser Stelle kommen muss.

Dieser Einwand lautet: «Natürlich, du kannst gar nicht anders, als diese Storys schlecht zu finden. Schliesslich fühlt ihr Journalisten euch bedroht, wenn Unternehmen sich direkt ans Publikum wenden – ihr bleibt dann aussen vor.»

Und der Einwand ist nicht von der Hand zu weisen. „Wie gut sind eigentlich die App-Tipps von Apple?“ weiterlesen

Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt

Versionsnummer, Builds, Code- und Marketingnamen: Wenn man versucht, die Bezeichnungen für das neue Windows-Update zu verstehen, dann tut sich ein Abgrund auf.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, die grossen Funktions-Updates jeweils in einem Patentrezept-Video zu besprechen. Zum Beispiel 1709, 1809, 1903 und im letzten Herbst 1909. Ein solches Video gibt es nun auch für das jüngste Update mit der Version 2004, das Ende Mai veröffentlicht wurde.

Bevor ich darauf kurz eingehe, muss ich mir ein bisschen Luft verschaffen: Es geht um das beliebte Thema, dass Microsoft es schafft, Dinge zu verkomplizieren – und zwar massiv. Egal, ob es nun ursprünglich einfach, mittelschwierig oder schon undurchsichtig war – nachdem sich Microsoft darum gekümmert hat, ist das Thema für Laien kaum mehr zu durchdringen. Nicht nur das: Menschen, die sich vorgenommen haben, mit ihrer Lebenszeit etwas Vernünftiges anzufangen, kommen nicht umhin, sich frustriert abzuwenden.

Also, da gibt es die Frage, wie diese Updates nennt. Bei Apple und dem Mac ist die Sache einigermassen trivial: „Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt“ weiterlesen

Wann stellt Apple den Homescreen auf den Kopf?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Apple in einer der nächsten iOS-Versionen den Homescreen neu erfindet? Ich wage eine Prognose – und ich gebe Tipps, wie man aus dem aktuellen Homescreen das Maximum herausholt.

Das lange Warten auf den besseren Homescreen – schon vor einiger Zeit thematisiert – dauert noch etwas an. Das Gitter an Icons, wie man es beim iPhone und iPad sieht, hat einen Mangel: Er wird immer unpraktischer, je mehr Apps man hat. Er erstreckt sich dann entweder in die Breite (mit vielen Homescreen-Seiten) oder in die Tiefe (mit Ordnern).

Ich höre immer wieder von Leuten, dass sie den Homescreen kaum mehr nutzen und ihre Apps mittels Suche aufstöbern. Das ist natürlich nicht verkehrt – aber dann ist der Homescreen eine riesige Platzverschwendung an zentraler Stelle. In dem Fall wäre es sinnvoll, dort etwas anderes, Sinnvolles anzuzeigen. Und wenn es nur das Wetter ist.

Also, die Frage bleibt: Wie könnte ein besserer Homescreen aussehen? Wie immer gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder erfindet Apple etwas radikal Neues. Oder es geht weiter wie bisher – mit mehr oder weniger grossen Modifikationen am bisherigen Screen.

Die Gefahr, sich mit einer Prognose zu blamieren, scheint mir gering – und die Sache klar: „Wann stellt Apple den Homescreen auf den Kopf?“ weiterlesen

Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann

Der Abodienst für Spiele hält wunderschöne Titel bereit. Er ist aber auch etwas gar elitär – und bemüht, den mittels In-App-Käufen Kohle scheffelnden Titeln nicht zusehr in die Quere zu kommen.

Ich bin seit einiger Zeit dabei, Apple Arcade zu testen. Das ist Apples Abodienst für Spiele, der sicherlich auch als Antwort auf die Free-to-Play-Auswüchse zu verstehen ist. Denn das typische Gratis-Game aus dem App Store hat nur noch vordergründig den Zweck, den Spieler zu unterhalten. Der eigentliche Zweck ist, ihm mit allen Mitteln Kohle aus der Tasche zu locken.

Diese Motivation ist nicht zu übersehen bei den Endless-Runner-Titeln, die ich vor kurzem hier vorgestellt habe. Es ist unbestreitbar bei all den «Blast»-Varianten (Toon Blast, Angry Birds Blast). Und leider gilt es auch für «Homescapes» (Android/iPhone und iPad): Das könnte ein charmantes Casual Game sein, wenn es nicht offensichtlich wäre, dass die zwischendurch frustrierend schweren Level nur den Zweck haben, den Spieler dazu zu bringen, alle seine Powerups zu verballern, damit er hinterher für viel Geld neue kauft.

Auch «Homescapes» ist übrigens ein Vertreter des Match-3-Spielprinzips, das man auch von «Candy Crush Saga», «Toon Blast» und Konsorten und vielen anderen Vertretern kennt.

Apple Arcade kostet 6 Franken im Monat. Dafür gibt es Zugang zu inzwischen mehr als hundert Spielen, die man ganz ohne Werbung und In-App-Käufe geniessen darf. Ich habe folgende Titel ausprobiert: „Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann“ weiterlesen

Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben

Das iPad hat neulich seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Ich habe dazu ein paar Stimmen gesammelt, und ergänze an dieser Stelle gerne die differenzierte Analyse der Apple-Freaks des «Bits und so»-Podcasts: Die erinnern daran, in welcher Stimmung wir waren, als Steve Jobs vor zehn Jahren dieses magische Gerät angekündigt hat.

Und sie erwähnen zu Recht, dass wir uns damals mit einem Ding namens Netbooks herumgeschlagen mussten. Diese meist extrem untermotorisierten Laptops, die für ihren Zweck dann doch reichlich viel Gewicht und Bauhöhe mitbrachten, waren nicht die reine Freude. Auch darum hat das iPad – beziehungsweise der Slate, wie man diese neue Geräteklasse vor der Ankündigung Jobs‘ noch spekulativ bezeichnet hat – einen Nerv getroffen.

Das iPad hat diese Erwartungen nur ansatzweise erfüllt: Das finde ich, und auch die Podcaster von «Bits und so» sind, obwohl sie teils eingefleischte Nutzer sind, zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt.

Aber da man nicht bis in alle Ewigkeit auf seinen vorgefertigten Meinungen bestehen sollte, habe ich mir vorgenommen, auch einmal das iPad Pro einer kritischen Würdigung zu unterziehen. „Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben“ weiterlesen

Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch

Als im April 2015 die Apple Watch auf den Markt kam, war ich einer der ersten Tester. Ich war damals aber alles andere als begeistert. Apple hat es damals nicht geschafft, mich von der Notwendigkeit dieses Gadgets zu überzeugen.

Und noch schlimmer: Weil es die Uhr nicht nur mit vernünftiger Ausstattung in einem akzeptablen Preisrahmen gab, sondern auch in Gold mit einem fünfstelligen Preisschild, habe ich das als Auswuchs jener Börsen-Logik wahrgenommen, die mir ziemlich zuwider ist.

Diese Logik funktioniert so, dass öffentlich gehandelte Unternehmen zur Befriedigung der Aktionäre und Analysten zu einem konstanten Wachstum verdammt sind. Das wiederum hat zur Folge, dass die Unternehmen ständig in neue Märkte expandieren müssen.

Mit zwei unangenehmen Konsequenzen: „Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch“ weiterlesen

Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten

Von Apple habe ich ein iPhone 11 Pro (Amazon Affiliate) als Testgerät erhalten. Mein Kollege Rafael Zeier hat das ausführlich besprochen. Und im Netz gibt es auch anderswo unzählige Reviews wie die beim «Guardian», sodass ich mich hier in der komfortablen Situation wiederfinde, keine umfassende Einschätzung schreiben zu müssen, sondern bloss meinen persönlichen Senf dazugeben zu dürfen.

Bis jetzt habe ich das iPhone 8 Plus benutzt. Auch dazu habe ich seinerzeit meinen Senf gegeben und festgehalten, dass dieses Modell zwar wirklich sehr gross, aber trotzdem ohne Einschränkungen alltagstauglich ist. Etwas relativiert habe ich diesen Befund allerdings im Beitrag Wie man sich den SUV an den Oberarm schnallt: Für den Sport ist das Modell einfach zu gross – und für meinen Geschmack fühlt es sich doch etwas gar klobig an.

Im Vergleich dazu ist auch das grössere iPhone 11 Pro eleganter und leichter zu handhaben. In das Oberarm-Täschchen, das ich im obigen SUV-Blogbeitrag besprochen habe, passt es locker. Und auch sonst liegt es etwas angenehmer in der Hand. Beim zweihändigen Tippen muss man sich mehr konzentrieren, da die Buchstaben enger gepackt sind. Aber dafür tippt es sich einhändig angenehmer, weil man die Finger weniger strecken und nicht zur schmalen Tastatur wechseln muss.

Die Tastatur-Gewöhnung ist das eine. Aber man muss sich auch mit dem Bildschirm anfreunden können. „Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten“ weiterlesen

Apple, der moderne Wegelagerer?

Apple ist in einer komfortablen Position. Der iPhone-Hersteller nimmt im App-Markt eine so wichtige Rolle ein, dass niemand an ihm vorbeikommt. Und allein das bringt ordentlich Schotter ein.

Zum Beispiel, wenn ein Anbieter in seiner App Inhalte verkauft. Apple verdient an Zahlungen, die in einer App getätigt werden, kräftig mit: Bei Abos, die in der App abgeschlossen werden, sind es 30 Prozent im ersten Jahr und danach 15 Prozent.

Geht man zu weit, wenn man das als moderne Wegelagerei bezeichnet? Einträglich ist es jedenfalls. Die «Washington Post» schreibt, Netflix habe 2018 Apple 257 Millionen US-Dollar in Cupertino abgeliefert. Das muss weh tun – zumal die Summe wegen des Umsatzwachstums auf eine halbe Milliarde angestiegen wäre, wenn der Streamingdienst nicht aufgehört hätte, in der iOS-App Abos anzubieten.

So weit, Apple öffentlich anzuprangern, will Netflix trotzdem nicht gehen. „Apple, der moderne Wegelagerer?“ weiterlesen