Apple, der moderne Wegelagerer?

Apple ist in einer komfortablen Position. Der iPhone-Hersteller nimmt im App-Markt eine so wichtige Rolle ein, dass niemand an ihm vorbeikommt. Und allein das bringt ordentlich Schotter ein.

Zum Beispiel, wenn ein Anbieter in seiner App Inhalte verkauft. Apple verdient an Zahlungen, die in einer App getätigt werden, kräftig mit: Bei Abos, die in der App abgeschlossen werden, sind es 30 Prozent im ersten Jahr und danach 15 Prozent.

Geht man zu weit, wenn man das als moderne Wegelagerei bezeichnet? Einträglich ist es jedenfalls. Die «Washington Post» schreibt, Netflix habe 2018 Apple 257 Millionen US-Dollar in Cupertino abgeliefert. Das muss weh tun – zumal die Summe wegen des Umsatzwachstums auf eine halbe Milliarde angestiegen wäre, wenn der Streamingdienst nicht aufgehört hätte, in der iOS-App Abos anzubieten.

So weit, Apple öffentlich anzuprangern, will Netflix trotzdem nicht gehen. „Apple, der moderne Wegelagerer?“ weiterlesen

Catalina ist eine Zicke

Das ist so ein Fall, wo man sich von der Umwelt mehr Mitgefühl erhofft, als man dann tatsächlich erhält. Und es ist auch verständlich – denn ich selbst würde jemanden in der gleichen Situation ein empathieloses «Selber schuld!» um die Ohren hauen. Weil man es wirklich besser wissen sollte.

Und ja, ich weiss es besser. Aber immerhin hatte ich einen guten Grund, mich in solche Sparglimenten zu begeben.

Also, Folgendes hat sich zugetragen:

Ich habe die Betaversion von Mac OS Catalina installiert. Und es ist genau das passiert, was in solchen Fällen natürlich passiert: Mein produktives System hat aufgehört, produktiv zu sein. Das meiste läuft zwar noch. Doch genau jenes Programm, für das ich den Mac hauptsächlich benötige, hat den Betrieb eingestellt. Es handelt sich um Final Cut Pro, mit dem ich meine Videos schneide. Das stürzt einige Momente nach dem Start ab – und zwar auch dann, wenn man die gängigen Fehlerbehebungsmassnahmen durchexerziert.

Es ist tatsächlich so: Apple liefert eine Betaversion des Betriebssystems aus, mit der eines der wichtigsten Apple-Anwendungsprogramme nicht mehr läuft. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Aber wie gesagt: Man hat es nicht besser verdient, wenn man auf die dumme Idee kommt, eine Beta-Version auf sein Arbeitsgerät loszulassen. Zu meiner Verteidigung sei folgendes gesagt: Ich konnte nicht anders. „Catalina ist eine Zicke“ weiterlesen

So kriegt die iCloud die Kurve

Es passiert häufig, dass ich beim Bloggen hier auf Ideen für «richtige» Artikel für die Tamedia-Zeitungen und für Newsnetz-Videos komme. Das ist kein Zufall, weil ich mein Blog auch als Inkubator für Themen nutze. Durch das Bloggen lässt sich sehr gut herausfinden, wie weit ein Thema trägt und ob es genügend Aspekte hat, die von breiten Interesse sind.

Klar, man könnte das vermutlich auch ohne Bloggen herausfinden. Aber wieso sollte man nicht das Sinnvolle mit dem Nützlichen verbinden? Im Blog lassen sich auch Aspekte diskutieren, die in einem Video gezwungenermassen unter den Tisch fallen müssen und zu nerdig für den Artikel in einer Tageszeitung sind.

Und wenn ich etwas Wichtiges übersehen oder (selbst das soll schon vorgekommen sein) falsch verstanden habe, dann stehen die Chancen gut, dass mich die Leserschaft meines Blogs darauf aufmwerksam macht und korrigiert, bevor ich die breite Masse damit behellige. Ihr dürft euch also gerne als Teil der erweiterten Tamedia-Digital-Redaktion betrachten. (Ein Lohn wird auch dafür leider trotzdem nicht ausbezahlt, fürchte ich.)

Ein gutes Beispiel ist dieses Video hier: „So kriegt die iCloud die Kurve“ weiterlesen

Zwei Sturköpfe zur Zusammenarbeit zwingen

Die Sturköpfe sind die iCloud von Apple und das Windows-Betriebssystem von Microsoft.

Es kommt gelegentlich vor, dass ich von Familienmitgliedern, Kollegen und Bekannten in Computerthemen um Rat gefragt werde. Das ist mir unlängst wieder einmal passiert. Jemand aus meiner Familie – zum Schutz der Privatsphäre werden hier keine näheren Angaben zu dieser Person gemacht – hat mich um Rat gefragt.

Der Auslöser war ein Computer, der so langsam endgültig den Geist aufgibt. Es handelt sich dabei zufälligerweise um den Vorgänger meines aktuellen Windows-PCs, der inzwischen mindestens zwölf Jahre auf dem Buckel haben dürfte. Ich habe somit geholfen, ein Notebook in der passenden Preiskategorie auszusuchen und das in Betrieb zu nehmen.

Nun war das fragliche Familienmitglied neulich bei mir zu Hause, weil noch ein paar Dinge noch nicht so funktioniert haben, wie sie sollten. „Zwei Sturköpfe zur Zusammenarbeit zwingen“ weiterlesen

So geht die Fotografie den Bach hinunter

Bei (der übrigens sehr empfehlenswerten) Foto-Site Petapixel habe ich neulich einen Beitrag über ein Ding namens Exposure Calculator gefunden. Er setzt bei einem interessanten Phänomen an. Nämlich bei der Tatsache, dass immer mehr Fotografen mit «Exposure» bezahlt werden.

Die exposure hat in dem Fall nichts mit der fotografischen Belichtung zu tun (obwohl es dafür natürlich auch Webanwendungen gibt). Nein, in Deutsch würde man das wahrscheinlich «Publicity» nennen, obwohl das auch nicht wirklich ein deutsches Wort ist. Aber mit «Öffentlichkeit» kommt man der Sache auch einigermassen nahe.

Also, das funktioniert so: Ein Auftraggeber hätte gerne ein Foto, möchte dafür aber kein Geld bezahlen. Stattdessen bietet er «Öffentlichkeit» an: «Wir werden dein Foto einem grossen Publikum zugänglich machen.» Der Fotograf steigert seinen Bekanntheitsgrad, baut sich einen Ruf auf. Das hilft  dabei, Aufträge an Land zu ziehen, die dann auch wirklich bezahlt werden – in echtem Geld.

Das ist kein seltenes Phänomen. „So geht die Fotografie den Bach hinunter“ weiterlesen

Touchbar-Schabernack

Ich habe mich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit darüber beklagt, dass Apple scheinbar jedes Interesse an einer technischen Errungenschaft verloren hat, von der es noch 2016 geheissen hat, sie werde uns Laptopbenutzer in neue Sphären katapultieren. Eine Revolution bei der Steuerung tragbarer Computer sollte sie bringen. Ein völlig neues Bedienerlebnis bei der kreativen Mediengestaltung, sei es in Photoshop, sei es in Final Cut.

Und dann? Dann ist nichts passiert. Die Betriebssystem-Updates kamen und gingen – aber sie brachten keine Neuerungen für diese so hochgelobte Errungenschaft. Man fand, wenn man suchte, kleine Hilfsprogramme, die sie etwas verbesserten. Doch der Erfinder selbst, Apple, schien der Ansicht zu sein, dass ihm diese Schöpfung schon vom Fleck weg in vollendeter Perfektion gelungen war, sodass jegliche Weiterentwicklung überflüssig oder sogar unmöglich sein würde. Hat es das in der Menschheitsgeschichte schon einmal gegeben – ein von Anfang an komplett ausgereifter Wurf?

Wohl nicht. Darum könnte auch das Gegenteil zutreffen.  „Touchbar-Schabernack“ weiterlesen

Die Cloud ist ganz schön bevormundend

Ganz früher war die Foto-Ablage einfach: Man hat seinen fertigen Film entwickelt zurückbekommen und die Abzüge in einer Schuhschachtel verstaut. Oder, wenn man ein Streber war, hat man ein Album gekauft und die Abzüge dort eingeklebt. Leute, die Diafilme vollgeknipst haben, mussten die Magazine irgendwo unterbringen – möglichst so, dass sie für die gefürchteten Diaabende griffbereit waren.

Dann kamen die Digitalkameras. Das Archivieren war wiederum einfach: Man hat die Bilder auf die Festplatte kopiert und, wenn man ein Streber war, mit Schlagworten versehen (siehe Wo künstliche Intelligenz den Alltag erleichtert, Abschnitt «Vergebene Liebesmüh»). Doch es ging auch gut ohne. Man wusste in allen Fällen, wo die Bilder sind und hatte sie einigermassen vernünftig sortiert. Eine thematische oder chronologische Ordnerstruktur auf der Festplatte ist zwar ein primitives Ordnungsverfahren – aber es ist immerhin eines.

Dann kam die Cloud mit ihren grossartigen Versprechen: Die übernimmt den ganzen Aufwand für uns. Sie kümmert sich ums Speichern, verschlagwortet den Kram mittels Bilderkennung und hält ihn auf Abruf bereit. Könnte es schöner und bequemer sein?

Das klingt in der Theorie toll. In der Praxis entsteht ein fürchterliches Tohuwabohu.  „Die Cloud ist ganz schön bevormundend“ weiterlesen

Apple klaut mir mein Taschengeld

Dieses Blog hier ist nicht in erster Linie dazu da, mich reich zu machen. Aber, wie ich hier transparent gemacht habe, hat es in den letzten Jahren doch ein bisschen Geld eingebracht: Genug, um das Hosting zu bezahlen und mir ein bisschen Taschengeld für Apps einzubringen, die ich dann wiederum hier im Blog besprechen kann.

Das wichtigste ist aber, dass ich so ein Gespür dafür entwickeln kann, wie es ist, mit Inhalten im Netz Geld zu verdienen. Das hilft, die Situation der Medien zu verstehen und sich eine Meinung zu Werbung, Native Advertising und ähnlichen Dingen zu bilden.

Nebst der Google-Werbung nutze ich auch zwei Affiliate-Programme: Hier habe ich erklärt, warum ich mit dem Amazon-Partnerprogramm experimentiere. Und ich nehme auch an Apples Affiliation-Programm teil. Das gibt mir eine kleine Umsatzbeteiligung, wenn Leser dieses Blogs Apps für iPhone, iPad, Macs und Apple-TVs oder aber Bücher und Songs kaufen, Filme oder TV-Serien mieten oder kaufen oder Apple Music nutzen – aber natürlich nur dann, wenn auch unmittelbar ein Umsatz erfolgt.

Zumindest war das bis anhin so. Wie man lesen konnte, hat Apple das Beteiligungsprogramm für Apps auf den ersten Oktober hin gestoppt. Meines Wissens gab es keine offizielle Begründung, doch Alex Olma vom iphoneblog.de dürfte den Nagel auf den Kopf treffen, wenn er Folgendes schreibt: „Apple klaut mir mein Taschengeld“ weiterlesen

Die Sache mit den geklauten iPhones

Ich war bis dato der Meinung, dass man ein iPhone oder iPad ohne das passende iCloud-Passwort und den Sperrcode nicht zurücksetzen kann. Das heisst: Wenn man die Zugangsdaten nicht kennt und das fragliche Gerät nicht zurücksetzen kann, ist es unbrauchbar.

Das so zu handhaben, wäre sinnvoll: Es macht Mobilgeräte von Apple als Diebesgut uninteressant. Wenn man als Dieb oder Käufer von Hehlerware ein entwendetes Gerät mangels Passwort nicht neu aufsetzen kann, dann ist das bloss noch als Briefbeschwerer zu gebrauchen. Sobald sich dieser Umstand herumgesprochen hat, müsste der Preis eines gestohlenen iPhones oder iPads auf den Wert eines Briefbeschwerers zusammenfallen und die Nachfrage gegen Null gehen. Das würde dazu führen, dass die (schlauen) Diebe das Interesse verlieren und sich lukrativeren Beutestücken zuwenden.

180504-iphone-500291.jpg
Wenn man es nicht als Briefbeschwerer benutzen möchte, taugt es auch als Spiegel. Den blauen Hintergrund muss man allerdings aus glitzernder Folie ausschneiden und aufkleben. (Bild: Jeshoots/Pixabay.com, CC0)

Nun wurde ich neulich auf den Beitrag Code für Ihr iPhone, iPad oder Ihren iPod touch vergessen oder Ihr Gerät wurde deaktiviert aufmerksam. Er beschreibt, dass ein iPhone nach der wiederholten Eingabe des falschen Codes gesperrt wird:

Sie können nicht mehr auf die auf dem Gerät gespeicherten Daten zugreifen, und sofern Sie kein Backup erstellt hatten, bevor Sie den Code vergessen haben, können Sie sie nicht wiederherstellen. Sie müssen das Gerät löschen, wodurch auch alle Daten und Einstellungen gelöscht werden. Wählen Sie eine der folgenden Löschmethoden, um Ihren Code zu entfernen.

Die beiden Methoden sind Reset via iTunes oder über den Wartungszustand. Sie sind im Detail beschrieben.

Das hat mich verwundert. Habe ich mich getäuscht oder hat Apple das stillschweigend geändert? „Die Sache mit den geklauten iPhones“ weiterlesen

Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen


Musikliebhaber haben Besseres verdient

Es ist kein Geheimnis, dass ich von der Musik-App nicht begeistert bin. Und es geht auch anderen so. Immerhin kann man als Blogger viele Beiträge mit Erklärungen bestreiten, wie man die Mankos wettmacht. Wie es zum Beispiel der Herr von iphonehacks.com tut.

Ich halte es allerdings für sinnvoller, Alternativen zu empfehlen. Darum habe ich im letzten Patentrezepte-Video einige Alternative vorgestellt. Nämlich die hier: „Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen“ weiterlesen