Hier wirst du gefüttert!

Wer sich mit einer individuellen Auswahl an Nachrichtenquellen auf dem Laufenden halten will, kommt um einen RSS-Reader nicht herum. Zwei kommen bei mir in die engere Wahl: Feedly und Inoreader – ein Vergleich.

Unvermittelt hat sich hier eine neue Blog-Saga zum Thema RSS ergeben. Der Beitrag Das Nonplusultra für RSS-Fans hat erfreulich viel Resonanz ausgelöst. Das ist Grund genug nachzuhaken.

Erstens bei Firefox. Mein Lieblingsbrowser musste kritisiert werden, weil Mozilla die RSS-Funktionen ausgebaut hat. Zweitens heute mit einer Empfehlung, die ich auf Facebook erhalten habe. Yves sagt, ich solle mir einmal Inoreader ansehen. Was ich umgehend gemacht habe.

Und schon nach einem ersten Augenschein denke ich, dass es mir so gehen könnte wie Yves – und ich Feedly untreu werde. Dort bin ich, seit Google den Google Reader beerdigt hat. Feedly ist und bleibt eine ausgezeichnete Wahl – aber Inoreader scheint mir noch etwas runder, detailverliebter und flexibler bei der Nutzung und Konfiguration zu sein.

Sowohl Feedly als auch Inoreader haben ein Freemium-Modell

Vorausschicken muss ich, dass ich bei beiden Diensten die Gratisvariante nutze. Sowohl Feedly als auch Inoreader bieten kostenpflichtige Pläne an.  „Hier wirst du gefüttert!“ weiterlesen

Firefox fällt den RSS-Fans in den Rücken

Mozilla entfernt die Unterstützung für das Webfeed-Protokoll aus dem hauseigenen Browser. Das halte ich für einen groben Fehler, weil RSS ein entscheidendes Mittel für das freie Web abseits von grossen sozialen Netzwerken ist.

Im Beitrag Das Nonplusultra für RSS-Fans habe ich mich für RSS in die Bresche geworfen und anhand der vielfältigen Reaktionen erfreut festgestellt, dass es nicht nur mir so geht, sondern dass auch andere RSS noch sehr schätzen.

Darum muss ich an dieser Stelle Kritik an meinem Lieblingsbrowser Firefox üben: Die Mozilla-Stiftung entfernt den Support für RSS Schritt für Schritt. Die Unterstützung für Feeds und die dynamischen Lesezeichen sind seit Version 64 nicht mehr vorhanden. Der Grund ist angeblich die geringe Nutzerzahl dieser Funktionen.

Es ist einleuchtend, dass Mozilla die Kräfte auf relevante Funktionen konzentriert. Nun dürfte man meines Erachtens die Relevanz nicht allein anhand der Nutzerzahlen definieren: Wohin das führt, sieht man bei den Medien, die ihre Berichterstattung allein auf die Klickzahlen ausrichten.

Das gilt besonders für Mozilla:  „Firefox fällt den RSS-Fans in den Rücken“ weiterlesen

Wie das Internet deine Arbeit macht

Ifttt hat die Idee, Webdienste miteinander zu verknüpfen, populär gemacht. Es gibt inzwischen eine Reihe Möglichkeiten für die Automatisation im Netz, namentlich Integromat, Zapier und Microsoft Flow. Erstere habe ich mir näher angeschaut.

Es gibt viele tolle Webdienste. Doch die verrichten ihr Werk meist isoliert, ohne mit anderen tollen Services im Web zu kooperieren. Schuld an diesem Zustand ist wahrscheinlich der alte Charles Darwin. Er, bzw. Herbert Spencer, hat beschlossen, dass der Tüchtige und nicht der Kooperative überlebt. Und seitdem scheint das eine gemachte Sache zu sein. So gibt es denn viele Datensilos im Web, aber nur wenige Schnittstellen, mit denen man die Anwendungen zu harmonischer Zusammenarbeit bewegen könnte.

Nun, es gibt Versuche, diese Dienste zum Zusammenwirken zu zwingen. Respektive einen Austausch von aussen herbeizuführen. Mit der Hilfe von Dritten werden Web-Anwendungen zusammengestrickt, selbst wenn sie von Haus aus keine Verbindungsaufnahme ermöglichen. Ein Beispiel, das ich in diesem Blog öfters angeführt habe, ist If this then that. Nach dem Prinzip Wenn (am einen Ort) das passiert, mache (am anderen Ort) jenes richtet man Automatisierungen ein: Wenn Iftt, dann Zeitersparnis, habe ich die Sache seinerzeit auf den Punkt gebracht. Ich nutze beispielsweise einen persönlichen Twitter-Bot. Und logge auch Arbeitszeiten mittels Ifttt.

Eine interessante Anwendung ist Ellp, die, wie hier beschrieben, das Ifttt-Prinzip auf Windows überträgt. Wobei man das im Präteritum formulieren müsste: Im Oktober 2018 hat das Unternehmen aufgegeben. Man kann die Software noch weiter benutzen, doch sie wird nicht mehr fortgeführt.

Drei Alternativen zu «If this then that»

Im Netz feiert das Ifttt-Prinzip allerdings fröhliche Urständ.  „Wie das Internet deine Arbeit macht“ weiterlesen

Das Nonplusultra für RSS-Fans

Es ist wieder einmal Zeit, eine Lanze für RSS zu brechen. Hinter Rich Site Summary steht eine klevere Webtechnologie, mit der man die Inhalte seiner Lieblings-Websites in einer App vorfindet – oder zusammengeführt auf einer Website.

RSS macht, nebenbei erwähnt, auch Podcasts möglich: Die abonnierten Sendungen werden per RSS verteilt und landen so in der App, mit der man sie hört – ohne dass man als Hörer die einzelnen Anbieter abklappern und nach neuen Folgen sehen müsste. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Leute unsere Website nerdfunk.ch besuchen – auch wenn die Hörerzahlen unseres Podcasts stabil und (für Schweizer Verhältnisse) ganz in Ordnung sind.

Ich würde schätzen, dass über 90 Prozent der Hörer den Podcast abonniert haben. Es gibt vermutlich Leute im Publikum, die niemals je auf unserer Website waren.  „Das Nonplusultra für RSS-Fans“ weiterlesen

Charles, bring mir mal die Milch!

Charles ist ein Netzwerk-Utility, bzw. genauer ein HTTP-Proxy, der Anfragen des Browsers und Apps und die Antworten der Server mitschneidet. Das erlaubt einen Blick hinter die Kulissen.

Charles – das Icon ist aus unerfindlichen Gründen eine reich verzierte Milchkanne, wie sie unsere Grossmütter gerne nutzen würden – gehört zu den Netzwerkutilities. Das ist eine Programmkategorie, für die ich, wie hier festgestellt, eine gewisse Schwäche habe.

Warum dem so ist, bleibt mir selbst ein Rätsel. Mir fehlen sowohl Zeit als auch Fachkenntnisse, um mich im Detail damit auseinanderzusetzen, was sich auf dem Netzwerkkabel oder der WLAN-Schnittstelle im Detail tut. Und eigentlich bin ich zufrieden, wenn die richtigen Daten in ausreichendem Tempo bei mir ankommen.

Milch. (In Form von HTTP-Kommunikation.)

Doch dann passiert es wieder, und mich packt der Rappel. Dann möchte ich doch genauer wissen, was sich hinter der Benutzeroberfläche meiner Betriebssysteme und der Programme abspielt – und was dieses oder jenes Programm genau treibt. Und dabei hilft Charles. Das Programm nennt sich selbst einen HTTP-Proxy Schrägstrich HTTP Monitor.

Für Entwickler und Neugierige

Der Proxy dokumentiert die HTTP-Anfragen der Browser und Apps und die Antworten, die aus dem Internet zurückkommen. Der Monitor überwacht diesen Datenverkehr und ermöglicht es, nicht nur die Metadaten, sondern auch den Inhalt des Datenverkehrs zu analysieren.

Stellt sich die Frage nach dem Sinn und Zweck: „Charles, bring mir mal die Milch!“ weiterlesen

Voller Feed voraus!

So muss das!

Ich habe mich hier und hier darüber beklagt, dass Spotify so genannte Podcasts produziert, die aber nicht über einen offenen RSS-Feed vertreibt, wie sich das für einen Podcast gehören würde. Nun weist mich Oliver Gut auf Twitter auf diesen Feed hin.

Lässt sich hervorragend abonnieren und bringt den Podcast in die Pocket Casts-App. Und mit meinem Spotify-Premium-Abo habe ich auch kein schlechtes Gewissen wegen der … naja, fragwürdigen Herkunft dieses Feeds. Und auch wenn Böhmermann und Schulz in irgend einer der neueren «Fest und Flauschig»-Folge die Idee mit dieser alternativen Bezugsquelle ihres Podcasts in den Raum gestellt haben, würde es mich nicht wundern, wenn sie demnächst wieder versiegt.

Oliver Gut hatte aber noch einen zweiten guten Tipp, nämlich podsync.net. Dort kann man für Kanäle, Wiedergabelisten oder Benutzer von Youtube und Vimeo Feeds anlegen. Wahrscheinlich weiss Oliver gar nicht, dass er mir dafür die Antwort auf eine vor längerer Zeit in den Raum gestellte Frage geliefert hat. „Voller Feed voraus!“ weiterlesen

Mit dem News-Fastfood aufhören


Die Filterblase zum Platzen bringen

Es fällt mir schwer, das zu glauben. Aber es scheint tatsächlich Leute zu geben, deren Horizont nicht über Facebook herausreicht. Sie hängen dort den ganzen Tag, beziehen ihre News von Mr. Zuckerbergs schönem sozialem Netzwerk, und sie gewichten eine dubiose Meldung von einem tendenziösen News-Outlet genauso nur anhand ihrer persönlichen Animositäten, so wie sie es mit seriösen Quellen tun – und da verlieren die seriösen Quellen dann oft, weil sie weniger emotional, weniger auf Vorurteile spielen und sich vielleicht sogar um Differenzierung bemühen.

Aber eben: Nur weil ich es nicht glauben mag, heisst das nicht, dass es diese Leute nicht gibt. Im Gegenteil, die Kollegen bei SRF 3 halten das Phänomen für wichtig genug, um die Filterblase zum Wort des Jahres zu machen:
„Mit dem News-Fastfood aufhören“ weiterlesen

Ein Fliessbandarbeiter für iOS

Workflow ist eine der von Apple speziell gepriesenen Apps von 2015, die ich auch in meinem Video zu den Überraschungen des letzten Jahres behandelt habe. Sie verdient an dieser Stelle jedenfalls eine etwas ausführlichere Besprechung.

Links fixfertige Arbeitsabläufe in der Galerie, rechts einige der Befehle aus der Kategorie «Scripting».

Die App baut aus einzelnen Bestandteilen komplexe Arbeitsabläufe, die man per Play-Taste ausführt. Ähnlich wie Ifttt (siehe hier und hier) und doch anders: Es werden nämlich nicht nur Webdienste ausgewertet, sondern auch Arbeitsabläufe auf dem lokalen Gerät ausgeführt. Man könnte sagen: «If this then that» wurde hier mit Apples Automator verheiratet.

Was möglich ist, zeigt die Galerie: „Ein Fliessbandarbeiter für iOS“ weiterlesen

Spätr hörn

Latr.fm generiert aus Audiodateien aus dem Web einen individuellen RSS-Feed, den man in seinem Podcatcher abonniert.

Nicht alles Audio im Web wird in podcastfähiger Form angeboten. Manche Dinge müsste man sich am Computer sitzend anhören – und zwar sofort. Denn wenn man den Konsum auf später verschiebt, dann vergisst man die Sache ganz oder kann sich nicht mehr an daran erinnern, was es nochmals war, dass man unbedingt hören wollte.

Audio à la carte in der Podcast-App.

Bei diesem Problem beugt latr.fm vor. Dieser Dienst nimmt Webadressen entgegen, sucht auf der angegebenen Seite nach Audioinhalten und verpackt diese in einen RSS-Feed.

Ein Feed für die Podcast-App

Diesen Feed wirft man wiederum seinem Podcatcher zum Frass vor – und voilà, schon hat man einen individuellen Podcast-Feed seiner audiofonen Internet-Fundstücke.
„Spätr hörn“ weiterlesen

Schwach, Google, ganz schwach (reloaded)

Google beerdigt eines seiner nützlichsten Produkte überhaupt: den Reader für RSS-Feeds.

Google hat demonstriert, dass man sich in Mountain View einen Deut um die Interessen der Benutzer schert. Das Unternehmen, das nicht müde wird, sein Google Plus allen und jedem aufzudrängen, tritt nun den Google Reader in die Tonne. Per 1. Juli ist Schluss, wie Alan Green mit einigen Krokodilstränen im Google Reader Blog ankündigt. Vielleicht sind die Tränen auch echt und er handelt auf Geheiss von oben. Das spielt keine Rolle.

Google ist einfach kein verlässlicher Partner. Das hat man schon nach dem Ende von Google Wave merken können (siehe Schwach, Google, ganz schwach, first edition). Man führt sich auf, wie erste Startup-Klitsche, die nach zwei Wochen entscheidet, nun doch keine Smartwatch, sondern Hamsterräder produzieren zu wollen. Für ein globales Unternehmen mit zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft taugt das Prinzip von Trial and Error nicht. „Schwach, Google, ganz schwach (reloaded)“ weiterlesen