Wissen, was läuft

Google Alerts ist ein unschein­barer Dienst des Such­maschinen-Konzerns, der mir nichts­destotrotz seit Jahren gute Dienste leistet. Mit der Mention-App habe ich ausser­dem eine Alternative in petto.

Eine unbestritten praktische Sache sind die Google Alerts, zu finden unter google.com/alerts. Die Aufgabe dieser Funktion ist es, die Nutzer zeitnah über neue Informationen im Web zu informieren.

Das funktioniert einfach: Man trägt ein Stichwort oder eine Anfrage ein, wie man sie via Suchmaschine verwenden würde. Dazu trifft man einige Einstellungen:

  • Die Einstellungen, die man zu seinem Google Alert trifft.

    Bei Häufigkeit gibt man an, wie oft man informiert werden möchte. Die Optionen dazu sind Bei jeder Neuigkeit (unverzüglich), Höchstens einmal täglich oder Höchstens einmal wöchentlich.

  • Man kann die Quelle spezifizieren, wobei News, Blogs, Web, Video, Bücher, Diskussionen und Finanzen zur Auswahl stehen. Mit Automatisch werden alle Bereiche berücksichtigt.
  • Die Resultate lassen sich nach Sprache und Region eingrenzen.
  • Und man limitiert die Anzahl, indem man sich Alle Ergebnisse oder nur Die relevanten Ergebnisse liefern lässt.

Die Lieferung erfolgt übrigens per E-Mail an eine der hinterlegten Adressen oder aber via RSS-Feed. Und auf der Hauptseite legt man über das Zahnradsymbol fest, zu welcher Tageszeit man die Benachrichtigungen erhalten will und ob es separate Mails zu den einzelnen Alerts gibt oder ob alle in einer Nachricht zusammengefasst werden (Digest).

Sofort wissen, wenn im Netz über einen diskutiert wird

Ich habe seit Jahr und Tag einen Alert zu meinem Namen laufen, plus einen zum Stichwort Clickomania. Zugegeben, das nützt vor allem meinem Ego, weil die meisten der so vermeldeten neuen Treffer im Web für mich überhaupt nicht neu sind: Es sind die Artikel, die ich selbst geschrieben und veröffentlicht habe und über die ich schon vorher Bescheid wusste.

Trotzdem kommt es ab und zu vor, dass ich auf diesem Weg erfahre, wenn irgendwo einer meiner Artikel aufgegriffen und diskutiert wird. Das ist in der Tat hilfreich – und auch der eigentliche Zweck eines Google-Alerts. Er besteht natürlich darin, sich zeitnah über Dinge zu informieren, die andere über bestimmte Themen schreiben. Ein typischer Fall wäre eine Person, die gelegentlich zum Gegenstand öffentlicher Berichterstattung wird und darüber schnell Bescheid wissen möchte – um sich darüber zu freuen oder aber sogleich die Anwälte in Gang zu setzen.

Zur Konkurrenzbetrachtung – und damit man Leute rechtzeitig verklagen kann (😉)

Solche Alerts dürften auch interessant für Unternehmen sein, die Konkurrenzbetrachtungen machen möchten, obschon in diesem Fall die Google-Dienstleistung ein klassisches Medien-Monitoring mutmasslich nicht ersetzt. Dienstleister in diesem Bereich wie Argus decken auch Quellen ab, die für Google nicht einsichtig sind. Allerdings ist das, ganz im Gegensatz zu einem Google Alert, nicht kostenlos, sondern eine ziemlich kostspielige Angelegenheit. Wie viel ein regelmässiger Medienspiegel im Schnitt koste, habe ich leider nicht herausgefunden, weil bei Argus alle Preise «auf Anfrage» sind.

Ich verwende Alerts auch für Themen, die auf kleiner Flamme brodeln, bei denen ich aber eine Chance sehe, dass sie für ein breiteres Publikum interessant werden könnten. Dann setze ich mir das entsprechende Stichwort, damit ich es mitbekomme, wenn sich etwas tut.

Den RSS-Reader ersetzen die Alerts nicht

Eine gute Sache also – mit klaren Grenzen. Die Vorstellung, man könne sich als Journalist mit Stichworten wie «Apple» oder «Microsoft» auf dem Laufenden halten, muss man sogleich begraben. Zu so allgemeinen Begriffen gibt es zu viele Treffer. Um sich bei denen zur Newslage zu informieren, verwendet man nach wie vor besser einen RSS-Reader, zum Beispiel Feedly oder Inoreader (siehe Hier wirst du gefüttert!).

Eine Alternative zu Google Alerts ist die App Mention. Es gibt sie fürs iPhone und für Android. Die Basisvariante ist kostenlos, doch für Gratisnutzer gibt es Einschränkungen: Man kann nur maximal 10 Alerts einrichten und man hat nur 10’000 Erwähnungen zu gut. Für mich ist das völlig ausreichend, doch im Geschäftsumfeld dürfte man damit relativ schnell an Grenzen stossen. Das Solo-Abo kostet 29 Franken pro Monat, der Starter-Plan für Unternehmen 96 Franken pro Monat.

Über die Twitterei auf dem Laufenden bleiben

Die Inbox der Mention-App, die eine für mich nicht so richtig einleuchtende Ausbeute anzeigt.

Mention hat den Vorteil, dass auch die sozialen Medien überwacht werden – Google ist auf dem Auge leider fast komplett blind.

Ich habe Mention seit ungefähr zehn Tagen im Einsatz und bin einigermassen enttäuscht. Meine Tagi-Artikel hat die App nicht entdeckt. Dafür hat sie mir Tweets unterbreitet, bei denen mir nicht klargeworden ist, was die mit meinen hinterlegten Stichworten zu tun haben sollen. Es sind meistens Links zu Tagi-Artikeln, die aber weder von mir stammen noch Artikel von mir verlinken.

Ausserdem ist es mühsam, die Einträge in der Inbox zu überprüfen: Bei Tweets, die einen Link auf einen Artikel enthalten, ist dieser Link nicht aufgelöst, sodass man ihn erst anklicken muss, um zu sehen, was dahintersteckt. Eine Vorschau wäre das mindeste.

Fazit: Mention erfüllt meine Erwartungen nicht. Ich habe die App hier aber trotzdem erwähnt, weil sie für eure Zwecke womöglich besser taugt.

Beitragsbild: Sieh mal, da ist etwas über uns in der Zeitung (Andrea Piacquadio, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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