Tracker von der Schiene werfen


Das Video und der Artikel bei Tagesanzeiger.ch.

Das Tracking ist so eine Sache, bei der man als Journalist und Webpublizist zu einer differenzierten Haltung gezwungen wird. Man kann es nicht in Bausch und Bogen verdammen, wenn man selbst für Medien arbeitet, die Daten über die Besucher erheben. Und wenn man (wie ich hier) eine Website mit Werbung betreibt, muss man sich seiner Doppelrolle bewusst sein. Ich habe ein Bein auf jeder Seite: Eines steht im Lager der Nutzer, die möglichst wenig getrackt werden wollen. Und das andere macht gemeinsame Sache mit Google. (Falls ein Bein gemeinsame Sache mit einem Internetkonzern machen kann.)

Das ist ein klassisches Dilemma. Aber es ist auch die ideale Voraussetzung für eine differenzierte Haltung. Deswegen verkünde ich im aktuellen Video nicht die Patentlösung für alle, sondern einen gestaffelten Ansatz: Vier Methoden für unterschiedliche Bedürfnisse:
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One trick fox

Ich bin neulich einer Variante von Firefox begegnet, die Firefox Focus oder in Deutsch Firefox Klar heisst. (Warum bei iOS manche Programmnamen eingedeutscht werden, leuchtet mir nicht so richtig ein.) Es gibt diese Variante für iPhone und iPad und Android, und laut Heise.de handelt es sich um einen «minimalistischen Spezialisten mit Schwerpunkt auf Datenschutz».

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Surfen mit Hut. (Bild: 1643606/pixabay.com, CC0)

Das erinnert an den Ghostery Privacy Browser (für Android und für iPhone/iPad). Und natürlich an den Brave Browser. Schon in meiner Kritik zu diesem Produkt habe ich die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoller wäre, die herkömmlichen Browser mit Funktionen zum Schutz der Privatsphäre auszurüsten. Die gibt es in Firefox bekanntlich auch – weswegen sich tatsächlich die Frage stellt, was diese Extra-Variante eigentlich soll. Die Begründung in der Beschreibung zum Browser lautet wie folgt:
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Die paranoide Art, Windows zu konfigurieren

Im Beitrag Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln habe ich eine Besprechung von O&O ShutUp10 in Aussicht gestellt. Und hier kommt sie auch schon:

Das Programm will einem bei der optimalen Konfiguration von Windows 10 helfen. Das Ziel ist, die Privatsphäre so zu schützen, wie man sie als Nutzer geschützt wissen müsste. Das erklärt den Namen: Das Betriebssystem soll gefälligst keine persönlichen Dinge ausplaudern. Windows 10 hat in dieser Sache einen schlechten Ruf. Das hat natürlich mit Panikmache wie von RT zu tun, aber auch mit echten Verfehlungen von Microsoft. Die enge Anbindung an die Cloud, die Integration von Siri, die Werbung im Startmenü und in Standard-Apps von Windows 10 – da kommt bei Cloudskeptikern keine Freude auf.

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Beim Klick auf eine Option erhält man eine kurze Beschreibung.

IMHO hätte es eine ganz einfache Lösung gegeben, wie Microsoft den Kritikern den Wind hätte aus den Segeln nehmen können. „Die paranoide Art, Windows zu konfigurieren“ weiterlesen

Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln


Der Artikel und das Video bei Tagesanzeiger.ch.

Neulich habe ich festgestellt, dass nach der Installation des Bitbox-Browsers (siehe Das Gegenteil vom Internet Explorer) Virtualbox nicht mehr funktionierte. Das ist zu erwarten, weil der Browser eine angepasste Version der Software installiert. Doch Virtuell ist essenziell, und darum wollte ich schnell die Systemwiederherstellung bemühen, um den vorherigen Zustand zu reaktivieren. Doch daraus wurde nichts: Die Systemwiederherstellung war nicht aktiv – und kein passender Systemwiederherstellungspunkt verfügbar.

Das war erstaunlich, denn ich war sicher, die Systemwiederherstellung nicht abgeschaltet zu haben. „Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln“ weiterlesen

Der König der Tiere unter den Browsern

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Dass mir kein Werbebanner in der Mähne hängen bleibt!

Gibt es neben Firefox und Chrome – plus den zu den Betriebssystemen gehörenden Browsern Safari und Edge – noch Bedarf für weitere Surfprogramme? Die Frage werden manche mit Ja beantworten, zum Beispiel die Macher von Opera (Der Browser der letzten Hoffnung) und Vivaldi (Die Aussenseiter punkten). Ich habe ein Herz für die Aussenseiter – nutze aber in meiner täglichen Arbeit dann doch den Mainstream, nämlich vor allem Firefox. Das hat natürlich auch mit Sachzwängen zu tun. Das CMS meines Arbeitgebers ist leicht exzentrisch, sodass man gut daran tut, es nicht auch noch mit ungewohnten Browsern zu trietzen. Und natürlich muss ich als Journalist die Mainstream-Programme gut kennen – diejnigen, an denen meine Leserinnen und Leser interessiert sind.

Die Marktzahlen zeigen jedenfalls ein klares Bild: Chrome, Firefox und Safari dominieren mit 59, 12,8 und 10,4 Prozent. Edge liegt noch hinter dem Internet Explorer zurück, was Microsoft zu denken geben müsste. Und Mozilla müsste zu denken geben, dass Firefox vom 31 Prozent im Januar 2010 auf gut einen Drittel abgestürzt ist. Aber das wird mit Firefox 57 jetzt vielleicht alles anders.

Die alternativen Browser spielen fast keine Rolle; Opera und Vivaldi werden noch nicht einmal ausgewiesen. Wenn man heute einen Browser in die Welt setzt, sollte man einen guten Grund und überzeugende Verkaufsargumente haben. Und eines fällt einem sofort ein: „Der König der Tiere unter den Browsern“ weiterlesen

Die Globuli unter den Windows-Programmen

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Potenzierter Software-Aberglaube. (Bild: WerbeFabrik/pixabay.com, CC0)

Neulich hat mir mal wieder einer das Hohelied von CCleaner gesungen. Das ist eine beliebte Software, die Windows schneller, schöner und besser machen soll. Viele versprechen sich eigentliche Wundertaten, was die Performance und Stabilität angeht.

Nun habe ich eine dezidierte Meinung, was solche Programme angeht. Sie sind IMHO die Globuli der Softwarewelt: Für die einen haben sie Zauberkräfte, die sich aber nicht so richtig nachweisen lassen, weil niemand weiss, wie es herausgekommen wäre, hätte man die Globuli nicht genommen. Und für die anderen – mich eingeschlossen – sind sie Schlangenöl.

Trotzdem wollte ich nun nicht so sein, und mir mal wieder selbst ein Bild machen. Zumal der Chip-Experte Michael Humpa des Lobes voll ist:
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Der coole, dreckige Trick


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Mit dem Patentrezept-Video vom letzten Sonntag habe ich mich etwas schwer getan. Einerseits ist es eine echt nützliche Sache: Seit ich das Verfahren für mich entdeckt habe, nutze ich es regelmässig und mit wirklichem Gewinn. Andererseits hat es gewisse Anzeichen eines «Hacks», und man muss die Leute dazu bringen, am Bios ihres Computers herumzufummeln. Doch IMHO sollte man die Leute nicht unterschätzen – sondern ihnen die Wahl lassen. Gezwungen, es mir gleichzutun, wird keiner.

Es geht um die Möglichkeit, den Computer von fern einzuschalten und dann via Teamviewer zu nutzen. Auf die Idee bin ich gekommen, weil Teamviewer für mich seit einiger Zeit sehr an Nützlichkeit gewonnen hat. „Der coole, dreckige Trick“ weiterlesen

Ein VPN ist unverzichtbar

Das Virtual Private Network (VPN) ist für mich in den letzten Monaten zum unverzichtbaren Hilfsmittel geworden. Früher habe ich es sporadisch verwendet – ursprünglich hauptsächlich für die Umgehung von Geosperren. Doch in den letzten Monaten habe ich weitere unverzichtbare Verwendungszwecke erkannt. Erstens kann man Internetprobleme umgehen.

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Hier herrscht des Abends erstaunlich viel Netzwerkverkehr.

Und auch wenn ich hoffe, dass ich aus Gründen zu Hause keine Internetprobleme mehr haben werde, hatte ich neulich bei meiner Arbeit für den Publisher Gelegenheit, das VPN nutzbringend einzusetzen. Da hatte nämlich die Firewall aus unerfindlichen Gründen sämtliche Dateien blockiert, die ich im Publisher-Downloadbereich platzieren wollte. Warum? Ich weiss es nicht. Vielleicht haben die Firewall und das CMS eine unheilige Allianz geschlossen, um mir das Leben schwer zu machen. Jedenfalls ist das genau die Sorte Problem, die man einerseits nicht brauchen kann und deren Lösung andererseits mutmasslich Stunden in Anspruch nimmt. Ich habe mich daher dafür entschieden, das Problem nicht zu lösen, sondern zu umgehen. VPN-Client herunterladen, einschalten und mit einem Schweizer Knoten verbinden, fertig.

Während unserer Ferien in Holland ist mir noch etwas anderes aufgegangen. „Ein VPN ist unverzichtbar“ weiterlesen

Wenn schon global, dann richtig global


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Mit der Globalisierung ist es so eine Sache. Die meisten sind dann dafür, wenn es ihnen nützt. In allen anderen Fällen findet man sie nicht so toll. Da baut man lieber Mauern quer durch einen ganzen Kontinent oder zieht sie virtuell im Netz um Länder und deren Benutzer hoch. Beides ist Unfug. Klar, die realen Mauern sind schlimmer als die im Netz. Dennoch geht es in meinem Video um letztere: Um die Geosperren, die einen daran hindern, manche Clips auf Youtube, Filme und Serien auf Netflix und Dokus auf Arte zu sehen.

Das ist doch ein Schmarren: Die Unterhaltungsindustrie profitiert extrem von der Globalisierung: Hypes pflanzen sich rund um den Globus fort und sparen (in positiven Fällen) atemberaubende Summen an Marketinggeldern. Da müsste es einleuchten, dass wir hier abseits von Hollywood nicht nur die Hypes, sondern auch die behypten Erzeugnisse sehen wollen. „Wenn schon global, dann richtig global“ weiterlesen

Lebensmittel aus dem Netz haben zwei grosse Nachteile

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Wer hat Zeit, zum Gemüsemarkt zu gehen? (Bild: Arlington Courthouse Farmers Market, Cliff/Flickr.com, CC BY 2.0)

Seit einiger Zeit nutzen wir für die Bestückung unseres Haushaltes mit den gängigen Verbrauchsgütern LeShop. 1997 ist der Online-Supermarkt gegründet worden. Damit gehörte er schon 2008, bei unserer Digitalk-Sendung mit Mitbegründer Christian Wanner, zum Schweizer E-Commerce-Urgestein. Wenn ich gleich am Anfang meckern darf: Das sieht und merkt man der App und der Website auch an.

Wir nutzen LeShop, weil wir aus Gründen weniger zum Einkaufen kommen. Und weniger Lust zum Schleppen haben, weil der Rücken eh viel mitmacht. Die Erkenntnisse nach knapp einem halben Jahr:

Es funktionierte bis jetzt reibungslos und ist eine wirkliche Erleichterung im Alltag. Wir nutzen inzwischen auch das Lieferabo. Damit spart man sich Lieferkosten, ähnlich wie bei Amazon Prime. Darum: Eine echte Empfehlung an frischgebackene Eltern, das macht auch die Versorgung mit den Gütern wie Windeln, nach denen das Kindlein ständig verlangt, deutlich einfacher. Die grösste Panne war ein Romanescu, der innen schon reichlich verfärbt war. Er wurde umstandslos rückvergütet, hat beim Kochen aber natürlich trotzdem gefehlt.

Am Sortiment gibt es wenig auszusetzen. Abgesehen vom tragischen Umstand, dass es meine Lieblings-Schokocreme nicht gibt. Naja, vielleicht gibt es sie sogar, und ich habe sie bloss nicht gefunden, weil die Produktsuche echt schwierig ist, wenn man sich nicht an den genauen Produktnamen erinnert. Oder wenn ein Produkt nur eine generische Bezeichnung hat, wie das bei der Migros ab und zu vorkommt.

Und damit sind wir bei meinen Empfehlungen zuhanden Leshop für das noch bessere Einkaufserlebnis: „Lebensmittel aus dem Netz haben zwei grosse Nachteile“ weiterlesen