Ein grüner «Stabilo Boss Original»-Textmarker liegt auf schwarzem Hintergrund.
Ihn gibt es auch in virtueller Form für den Gebrauch im Internet (Lennon Caranzo, Unsplash-Lizenz).

Der Leuchtstift für Websites

Ein simples, aber effektives Hilfs­mit­tel für Recher­chen im Web. Mit der Er­wei­te­rung Ténati lassen sich in Fire­fox auf Web­sites Text­stel­len dauer­haft mar­kie­ren. Ver­gleich­bare Tools gibt es auch für Chrome und Edge.

Banal – aber nützlich. Das gilt für eine Firefox-Erweiterung, die ich seit einiger Zeit im Einsatz und schätzen gelernt habe.

Der Name, Ténati, erlaubt nach meinem Wissensstand keine Rückschlüsse auf den Dienst, den sie erbringt. Dieser ist indes simpel: Wir heben auf einer Website Textpassagen farblich hervor, wie mit einem virtuellen Textmarker. Es gibt sechs Farben zur Auswahl (Apricot, Coral, Pistachio, Mint, Periwinkle, Lavander)

Benutzeroberfläche mit hervorgehobenem Wort «tannare». Ein Dropdown-Menü zeigt Farboptionen für das Hervorheben: Apricot, Coral, Pistachio, Mint, Periwinkle und Lavender.
Textstellen werden über ein Pop-up mit Farbe versehen.

Die Markierungen sind beständig. Sie werden reaktiviert, wenn eine geschlossene Seite erneut geöffnet wird.

Die Speicherung erfolgt unter storage.local. Das ist der Bereich, der Firefox für die Erweiterungen zur Verfügung stellt. Er wird nicht synchronisiert und steht nur an dem Gerät zur Verfügung, auf dem die Hervorhebung vorgenommen wurde. Wie Mozilla erklärt, überleben die hier abgelegten Daten einen Reset des Browser-Caches. Sie werden beim Entfernen der dazugehörenden Erweiterung beseitigt und unterliegen einer allgemeinen Speicherbegrenzung.

Ich interpretiere das so, dass wir uns nicht darauf verlassen dürfen, dass die Markierungen für immer bleiben. Sie sind nicht als «ewige Bibliothek» gedacht, sondern vielmehr als temporäres Arbeitsinstrument: Wir arbeiten innerhalb einer überblickbaren Zeitspanne mit bestimmten Informationen. Die Markierungen sorgen auf unübersichtlichen Websites für Orientierung und Übersicht.

Sie sind des Weiteren hilfreich bei Präsentationen und Schulungen: Indem wir bestimmte Passagen markieren, lenken wir die Aufmerksamkeit des Publikums entsprechend. Und wir stellen sicher, dass wir in der Hitze des Gefechts selbst den Abschnitt finden, auf den wir Bezug nehmen wollen.

Die exportierten Informationen sammeln und speichern

Die Erweiterung ermöglicht einen Export einer Seite mit den hervorgehobenen Stellen. Wir klicken in der Symbolleiste auf das Ténati-Symbol. Es ist standardmässig über den Menüpunkt Erweiterungen zugänglich, kann bei Bedarf auch auf der obersten Ebene abgelegt werden. Der Export erfolgt in zwei Formaten. Wenn wir Markdown auswählen, enthält die gespeicherte Datei folgende Informationen:

  • Den Titel der Website («Highlights for [Titel]»)
  • Die Original-Adresse sowie Datum und Uhrzeit des Exports
  • Alle markierten Stellen mit Nummerierung und hexadezimalem Farbcode

Daraus ergibt sich eine effiziente Methode, um Informationen zu sammeln und dauerhaft aufzubewahren: eine brauchbare Methode für Recherchezwecke.

Screenshot einer Textdatei mit einer Liste von Highlights für den Chrome Web Store. Detailansicht zeigt URL, Exportdatum und zwei hervorgehobene Bereiche mit Farben (#FFAAA5, #B2DFDB).
Die von Ténati exportierten Informationen im Markdown-Editor Typora.

Das zweite Format von Ténati ist PDF. Bei dem wird der gesamte Inhalt der Website gespeichert, wobei die Markierungen natürlich im gesicherten Dokument vorhanden sind.

Fazit: Praktisch!

Chrome- und Edge-User gehen nicht leer aus

Bleibt die Frage, ob es ähnliche Erweiterungen auch für andere Browser gibt. Die Antwort ist ja: Super Simple Highlighter erfüllt den Zweck, anscheinend jedoch ohne die Exportfunktion. Das gilt auch für Highlighter, und eine für Firefox, Chrome und Edge ist Web Highlights. Die beherrscht auch KI-Schnickschnack wie Zusammenfassungen, die bei Chrome gemäss Hersteller-Angabe mittels lokalem LLM erstellt werden, und sie synchronisiert die Markierungen bei Bedarf auch via Cloud. Dafür ist ein Abo für 3.50 Franken pro Monat nötig. Eine etwas andere Ausrichtung haben Text Snippet Vault und Page Notes; sie sind dazu da, um Textschnipsel zu verwalten.

Abschliessend ein Wort in eigener Sache: Ich machte es mir vor Jahren zur Gewohnheit, bei meinen Recherchen die konsultierten Internetressourcen offline zu dokumentieren. Das erlaubt es mir, für alle aus dem Web bezogenen Informationen die Quelle zu eruieren und zu dokumentieren – selbst wenn das Original aus dem Web verschwunden sein sollte (siehe dazu auch: Selbst speichern, was man wirklich braucht). Es kommt nicht oft vor, dass ich auf dieses Archiv zurückgreifen muss. Aber es ist gut zu wissen, dass mir dieser Nachforschungspfad offensteht.

Für diesen Zweck verwende ich eine Methode, die ich Ténati zum Trotz beibehalten werde. Sie basiert auf der Erweiterung Printfriendy: Sie speichert den Kerninhalt einer Website ohne Ballast wie Navigation, Werbung oder sonstige Anreicherungen als PDF. Die Markierungen nehme ich in der PDF-Datei vor, was inzwischen direkt in den Browsern selbst möglich ist (auch im PDF-Editor von Firefox).

2 Kommentare zu «Der Leuchtstift für Websites»

  1. Tool-Tipp: Readwise. Macht das, was du beschreibst (Highlighting), ist aber in allen Browsern zu Hause und an diversen anderen Orten, wo man Textmarkierungen anbringen will: Kindle, PDFs, etc. Führt alle Highlights an einem Ort zusammen und gibt sie auf Wunsch auch an andere Systeme wie Notion weiter. https://readwise.io

  2. Mir wurde https://linkwarden.app/ empfohlen und ich habe an diesen Post gedacht.

    Das könnte sich eignen zum Sammeln von Informationen für Recherchen. Man hat einen Leuchtstift und die Links werden als HTML, Screenshot und PDF gespeichert. Und man kann es selbst hosten. 🙂

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