Ihr habt mich bekehrt

Ich habe neulich zweimal über Editoren geschrieben: Über Sublime Text und dann über Notepad++, mit speziellem Augenmerk auf Markdown. Beide Male haben mir insgesamt mindestens fünf LeserInnen geschrieben, ich solle mir doch Visual Studio Code (VSC) ansehen (hier etwa die Empfehlung von Manuel). Dieser Editor stammt von Microsoft, ist quelloffen und nicht nur für Windows, sondern auch für Mac und Linux zu haben.

Da kann ich natürlich gar nicht anders, als diese Empfehlung aufzugreifen. Erstens ist es per se bemerkenswert, wenn sich Microsoft für Open-Source und Linux einsetzt. (Für mich wirkt es noch immer kontraintuitiv, ein solches Programm vor der Nase zu haben – auch wenn ich natürlich weiss, dass Microsofts Engangement inzwischen Jahre zurückreicht. Schon vor zehn Jahren war es Thema in Digitalk 84. Und hier habe ich die Linux-Möglichkeiten in Windows vorgestellt.)

Zweitens wäre das Programm eine interessante Wahl, weil es für alle wichtigen Plattformen zur Verfügung steht – und obendrein einen ansprechenden Eindruck erweckt. Stellt sich also die Frage: Löst Microsoft alle meine Probleme? „Ihr habt mich bekehrt“ weiterlesen

Ein alter Editor-Hase lernt einen neuen Markdown-Trick

Neulich habe ich einen hübschen Editor namens Sublime Text vorgestellt. Der beherrscht, nebst vielen anderen Dingen, auch Markdown. Da ist mir ein Gedanke gekommen, der eigentlich hätte naheliegend sein müssen. Nämlich: Kann ich mit dem Windows-Editor meiner Wahl auch Markdown-Dokumente verfassen?

Der Windows-Editor meiner Wahl ist das Textmonster, auch bekannt unter seinem offiziellen Namen Notepad++. Ich schätze den nicht wegen der Oberfläche. Aber unter anderem wegen der Open-Source-Lizenz (GPL), wegen der Split-View-Ansicht (Ansicht > Zur anderen Ansicht wechsen) und wegen den Erweiterungen wie Python Script (siehe z.B. hier oder hier).

Also: Ist Notepad++ auch eine gute Wahl, wenn man Markdown-Texte schreiben will?

Die einfache Antwort ist: „Ein alter Editor-Hase lernt einen neuen Markdown-Trick“ weiterlesen

Sublime Text: Viele Stärke und eine unverzeihliche Schwäche

Wenn man Mac OS 10.15 alias Catalina installiert, müssen die Programme mit 32-bit-Architektur über die Klippe springen. Auf meinem Macbook hat es einige altgediente Programme erwischt, die ich jetzt ersetzen muss – was immerhin einige Beiträge hier im Blog abwirft.

Eines der auf der Strecke gebliebenen Programme ist Text Wrangler. Das ist der Texteditor, den ich auf dem Mac seit Jahren benutze. Ich schätze ihn, weil er mit Apple Script kooperiert und deswegen gut für Automatisierungsaufgaben geeignet ist. Im Beitrag  Wegen Dingen wie AppleScript habe ich Apple noch nicht abgeschrieben habe ich ein solches Projekt beschrieben: Ich exportiere die Textelemente aus meinen Final-Cut-Projekten, damit sie im Korrektorat gegengelesen werden können.

Wenn man nach einer 64-bit-Variante sucht, dann wird einem vom Hersteller beschieden, es gebe das Programm nicht mehr. Man solle stattdessen auf BBEdit umsteigen. Was ich nicht getan habe. Mir gefällt die Optik nicht sonderlich gut und mir ist der Preis von 50 US-Dollar zu hoch.

Darum benötige ich eine Alternative. Am liebsten wäre mir, es gäbe Notepad++ für den Mac. Doch dieser Wunsch wurde bislang nicht erhört. Darum ist an dieser Stelle der Moment gekommen, Sublime Text anzusehen. Das ist einer der populärsten Editoren überhaupt. Und den gibt es für Windows und Mac. „Sublime Text: Viele Stärke und eine unverzeihliche Schwäche“ weiterlesen

Die Markdown-Editoren werden teamfähig

Hier im Blog ging es häufiger darum, wie Markdown die Welt rettet. Oder zumindest die Sphäre der Textverarbeitung umkrempelt. Ich habe die Vorteile des öfteren erklärt (zum Beispiel hier oder hier), sodass ich an dieser Stelle guten Gewissens darauf verzichten kann.

In letzter Zeit ist es hier um Markdown etwas ruhiger geworden. Die behandelten Apps, unter anderem Drafts 5 für iOS, Dillinger für den Browser, Typora unter Windows und MacDown am Mac, decken bereits eine breite Palette ab. Und dann habe ich ja auch noch Dokuwiki und Janis vorgestellt. Mit ersterem verwendet man Markdown für seine Online-Dokumentation, mit letzterer verwaltet man Notizen.

Doch eine Frage ist mir neulich begegnet: Gibt es einen Markdown-Editor, den man nicht für sich allein, sondern zusammen mit anderen benutzen kann? Die Antwort ist natürlich ja. Hier habe ich eine Liste mit fünf solchen Programmen gefunden. Und das sind meine Urteile zu diesen Apps:

Da ist socrates.io: „Die Markdown-Editoren werden teamfähig“ weiterlesen

An dieser App hätte Janis ihre Freude gehabt

Oder auch nicht. Der Titel ist reine Spekulation. Es geht hier um die schöne App Joplin, in der man seine Notizen verwaltet.

Neulich habe ich Dokuwiki vorgestellt: Ein Wiki auf meinem Webserver, das ich für Notizen und persönliche Dokumentationen brauche. Andi hat mir daraufhin auf Facebook nahegelegt, doch einmal Joplin anzusehen.

Nein, nicht Janis. Sondern diese App hier, die sich um Notizen kümmert, die automatisch via Cloud synchronisiert und obendrein Open-Source ist. Es gibt sie fürs iPhone, für Android, Windows, Mac und Linux.

Da ich alles tue, was Andi sagt, habe ich mir die App auch gleich besorgt. Sie macht auf dem iPhone einen schnörkellosen Eindruck. Nach dem Start klickt man aufs Plus und gibt an, ob man eine To-do-Liste, eine Notiz oder ein Notizbuch anlegen möchte.

Legt man eine Notiz an, braucht die einen Titel, und dann kann auch schon loslegen. Der Clou – und der Grund, weswegen Andi mir die App überhaupt empfohlen hat – ist nun, dass man für die Formatierung Markdown verwenden kann. „An dieser App hätte Janis ihre Freude gehabt“ weiterlesen

Texte mit Format

Auszeichnungssprachen sind eine praktische Sache. Man braucht sich nicht mit Wysiwyg-Editoren herumzuschlagen. Die sind zwar komfortabel, produzieren aber in den seltensten Fällen sauber strukturierte Dokumente. Im Gegenteil: Da wird ein Formatchaos angerichtet, dass es den Teufel graust.

Weiss jedermann hier, was eine Auszeichnungssprache ist? Englisch spricht man auch von Markup. Das ist eine Form, um Inhalte digital zu erfassen, die sowohl von Menschen als auch von Maschinen verstanden wird. Man schreibt bestimmte technische Eigenschaften direkt ins Dokument. Soll etwas fett sein, dann macht man Sternchen darum herum (**fett**).

Der Vorteil ist, dass man keine spezielle Software zum Schreiben braucht. Ein normaler Texteditor reicht schon. Sinnvoll ist natürlich ein Programm, das die Eingaben gleich live interpretiert, damit man sofort erkennt, wenn man einen Fehler gemacht hat.

Es gibt natürlich auch Nachteile. „Texte mit Format“ weiterlesen

Liberté, Egalité, installé

Heute geht es um DokuWiki. Das ist eine Wiki-Software, die ich seit einiger Zeit für private Zwecke einsetze und wegen der OneNote fast überflüssig geworden ist.

Ich bin ein Fan von Wikis: Sowohl vom Lexikon als auch von der Software. Wobei man von einer Softwarekategorie sprechen müsste. Es gibt Wikis bekanntlich in allen Formen und Farben. Das Online-Lexikon läuft mit MediaWiki. Aber es gibt die Software auch für bescheidenere Einsatzzwecke.

Eine simple Variante ist Tiddlywiki. Die habe ich im Beitrag Das simple Wiki für den Hausgebrauch vorgestellt. Sie war bei mir seit ungefähr fünf Jahren in Betrieb. Ich nutzte sie für eine Art Intranet. Das brauche ich zum Beispiel deswegen, weil ich dazu neige, meine Arbeitsabläufe sosehr zu optimieren, dass ich mich, wenn ich sie nicht tagtäglich praktiziere, mich nicht mehr daran erinnern kann, wie genau es geht.

Doch Tiddlywiki ist nicht mehr das Nonplusultra. „Liberté, Egalité, installé“ weiterlesen

Ein guter Begleiter für Text-Odysseen

In meiner kleinen Reihe zu Markdown-Editoren habe ich mit Drafts 5 (Ein mit allen Wassern gewaschener Editor) schon einen ziemlich heissen Favoriten gefunden. Aber natürlich komme ich um Ulysses nicht herum. Das ist eine App fürs iPhone und iPad und den Mac, die ich 2016 zu einem meiner App-Lieblinge erkoren habe. Und auch im direkten Vergleich von Drafts und Ulysses ziehen manche Ulysses vor – zum Beispiel er hier, der die beiden Apps im Detail verglichen hat.

Seit meinem Test hat sich ein kleines, wesentliches Detail verändert. Es gibt Ulysses nicht mehr zum Einzelkauf. Man benötigt zwingend ein Abo, das 7 Franken im Monat oder 49 Franken im Jahr kostet – siehe Beitrag Immer mehr Apps wollen abonniert werden vom August 2017.

Das wirft zwei Fragen auf. Nämlich erstens, ob man grundsätzlich gewillt ist, eine App zu abonnieren. Und zweitens, ob 7 Franken pro Monat nicht etwas hoch angesetzt ist.

Ymmv, was das angeht. Für mich war der Wechsel vom Bezahl-Modell – die 25 Franken habe ich seinerzeit gern aufgeworfen – zum Abo ein Grund, abzuspringen.  „Ein guter Begleiter für Text-Odysseen“ weiterlesen

Ein mit allen Wassern gewaschener Editor

Im Beitrag App-mässige Resteverwertung habe ich eine ausführliche Besprechung der App Drafts 5 versprochen. Und hier ist sie auch schon:

Drafts 5 ist ein Markdown-Editor fürs iPhone und iPad, der laut Website des Entwicklers auch für den Mac unterwegs ist. Oder, um genau zu sein: Es ist ein Editor, mit dem die meisten Nutzer hauptsächlich Markdown-formatierte Texte schreiben werden. Er lässt aber auch andere Syntax-Varianten zu, nämlich Multi-Markdown, Simple List, Taskpaper und Javascript.

Ein unscheinbarer Editor – auf den ersten Blick.

Er hat eine simple Oberfläche, die auch auf dem iPhone nicht überladen wirkt. Es gibt eine Dokumentenverwaltung, Tags, Versionsverlauf, Integration mit Siri, der Apple Watch und anderen Apps wie Text Expander und viele Export- und Weitergabemöglichkeiten. Die App kann kostenlos verwendet werden, doch für die Pro-Funktionen zahlt man ein Abo von 21 Franken im Jahr oder zwei Franken im Monat. Die Pro-Funktionen umfassen die Actions, Themes fürs Erscheinungsbild der App und die Icons, Widgets mit einer Möglichkeit zum Teilen von Texten und den Workspaces: Mit denen kann man seine Dokumente noch vielfältiger organisieren.

Da zeigt sich schon, dass der Begriff «Editor» zu kurz greift:  „Ein mit allen Wassern gewaschener Editor“ weiterlesen

Bloatware-Feind Nummer eins

Im letzten Jahr habe ich mit einer kleinen Serie zu Markdown-Editoren begonnen. Die Idee, wie im Beitrag Wir schicken Word in Rente ausgeführt, ist einfach: Wieso sollte man nicht einen simplen Editor anstelle eines aufgeblähten Textverarbeitungsprogramms nutzen? Die Markdown-Codes kann man selbst in einem normalen Texteditor benutzen. Man bräuchte somit noch nicht mal ein spezielles Programm.

Zumindest theoretisch. Praktisch möchte man trotzdem gerne eines nutzen, weil man auf ein bisschen Komfort trotz aller Askese nicht verzichten mag. Und die Zusatzfunktionen sind auch nützlich, einerseits fürs kreative Schreiben, andererseits fürs Gestalten: Da ist die Vorschaufunktion fürs formatierte Dokument, Exportmöglichkeiten für Formate wie PDF oder HTML oder Wort- und Zeichenzählung. Der im Beitrag Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten vorgestellte Editor Typora hat viele solcher Komfortfunktionen zu bieten.

Die Software, um die es heute geht, ist hingegen auf der spartanischen Seite angesiedelt. Es gibt nur die nötigsten Funktionen. Die kann man dafür aber ohne jegliche Installation direkt im Browser verwenden.  „Bloatware-Feind Nummer eins“ weiterlesen