Schnelle Aufräumaktionen beim Mac

Tipps für die Beseitigung von Altlasten mittels der praktischen Speicherverwaltungs-App des Mac. Und nebenbei gibt es auch noch einige gut versteckte Systemprogramme zu entdecken.

Wie die Zeit vergeht! Im Beitrag Die inneren Werte eines Mac erkunden habe ich vor gut sieben Jahren das Dialogfeld Über diesen Mac vorgestellt. Das ist über das Apfelmenü zugänglich, und es ist damals stark verbessert worden – mutmasslich mit Mountain Lion oder vielleicht auch der Vorgängerversion.

Inzwischen ist ein weiteres, nützliches Diagnoseinstrument dazugekommen. Das ist zwar mit Systeminformationen angeschrieben, heisst aber eigentlich Speicherverwaltung. Und es ist im Dialog Über diesen Mac im Reiter Festplatten über die Schaltfläche Verwalten zugänglich.

Was könnte man hiermit wohl alles anstellen?

Man findet es auch als Applikation im Verzeichnis /System/Library/CoreServices/Applications/, in dem es noch ein paar andere interessante Anwendungen gibt, mit denen man als Nerd unbedingt einmal herumspielen möchte. Um den Ordner zu öffnen, kann man wie hier beschrieben den Library-Ordner hervorzaubern. Oder man sucht mittels Spotlight nach Über diesen Mac und doppelklickt bei gedrückter Command-Taste auf die Fundstelle im Dateisystem.

In diesem gut versteckten Ordner mit Systemprogrammen gibt es einige Trouvaillen. Man stösst auf den altehrwürdigen DVD-Player, der auf modernen Macbooks ohne optischem Laufwerk keinen sonderlich grossen Nutzen hat. Es gibt auch die App Verzeichnisdienste, das Archivierungsprogramm, die Bildschirmfreigabe, die Diagnose für drahtlose Umgebungen, das Dienstprogramm für Erweiterungssteckplätze, das «auf meinem Mac nicht ausgeführt werden kann», den Feedback-Assistenten, das Netzwerkdienstprogramm und Ordneraktionen konfigurieren – über die ich unbedingt einmal bloggen müsste.

Ausserdem stecken im Ordner zwei Mysterien. Das erste heisst iOS-App-Installationsprogramm. Es tut auf meinem Intel-Mac gar nichts. Das zweite ist der Ticket-Viewer, den man wohl für die Interaktion mit einem Key Distribution Center benötigt: Etwas, das nur einige von uns regelmässig tun.

Zurück zum Programm Speicherverwaltung: Es hilft beim Bereinigen der Festplatte, und zwar auf wirklich effektive Weise: Auf der Startseite bei Empfehlungen gibt es vier Methoden, mit denen man gegen Knappheit beim Festplattenspeicher angeht:

In iCloud speichern hilft dabei, automatisch bestimmte Dateitypen in Apples Datenwolke auszulagern. Das ist natürlich nur dann eine sinnvolle Methode, wenn man dort auch genügend Reserven hat, sprich: Für Datenvolumen bezahlt.

Speicher optimieren räumt bei Apple TV auf.

Papierkorb automatisch leeren ist ein Automatismus, der gelöschte Dateien nach dreissig Tagen definitiv beseitigt.

Chaos reduzieren ist allein wegen des suggestiven Namens eine interessante Funktion. Man findet mit ihr Dateien, bei denen es sich lohnt zu überprüfen, ob man sie nicht vielleicht wegschmeissen sollte.

Und zwar über fünf Kategorien:

Grosse Dateien: Hier stecken Filme, Audiodateien oder auch Final-Cut-Libraries. Ich habe über diese Funktion den Ordner /Users/matthias/Movies/Final Cut Backups.localized/ entdeckt, in dem noch einige Gigabytes an alten Libraries entdeckt, die hier gesichert worden sind und problemlos gelöscht werden können.

Die Speicherverwaltungs-App bringt unnötige Final-Cut-Backups zum Vorschein.

Downloads. Der Download-Ordner, der heruntergeladene Dateien enthält, die man womöglich nicht mehr benötigt.

Nicht unterstützte Apps. Alte 32-bit-Anwendungen, die bei Big Sur nicht mehr ausgeführt werden. Die belasten wirklich nur die Festplatte – wenn man sie benötigt, sollte man sich eine aktuelle, lauffähige Variante besorgen und sie ansonsten beseitigen.

Container. Was genau hier auftauchen könnte, ist mir nicht klar. Bei meinem Mac ist diese Rubrik leer.

Ansonsten kann man mit der Speicherverwaltungs-App auch seinen Fotobestand überprüfen, das iCloud-Drive ausmisten, Mails bereinigen, nach nicht mehr benötigten Videos und Garageband-Projekten suchen und bei iMessage aufräumen.

Dieses alte iPhone-Backup braucht es nicht mehr.

Falls man jemals lokale Backups von iOS-Geräten angelegt hat, dann lohnt sich auch ein Blick in den Ordner iOS-Dateien. Dort steckt bei mir noch ein iPhone-Backup von 2019, das satte 67 GB belegt. Das ist so angejahrt, dass ich es nicht unbedingt noch länger aufbewahren muss.

Beitrag: Kinderleicht (Yan, Pexels-Lizenz)!

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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