Foto-Schabernack und Zahlungsbeschleuniger

Ich habe neulich meine Lieblings-Apps vorgestellt – und jetzt sind die Leserinnen dran. Ich gebe fünf Tipps weiter, die mich aus dem Publikum erreicht haben.

Ende des letzten Jahres habe ich die grosse, app-mässige Abrechnung mit 2020 abgehalten und auch nach euren Favoriten gefragt. Das Video mit den Apps hat bei den Tamedia-Sites einige Kommentare ausgelöst, die ich mir näher angesehen habe. Zumindest jene Tipps, die konkret genug waren, dass ich die dazugehörenden Apps identifizieren konnte:

Just a Line  von Google (Android und iPhone). Mit dieser App verschönert man die Realität mit seinen Zeichenkünsten. Das funktioniert mithilfe von Augmented Reality: Man platziert seine Striche im Livebild der Kamera. Wenn man sich bewegt, verändert sich die Perspektive der Zeichnung und man kann seine Striche nicht nur flach, sondern im dreidimensionalen Raum fortführen.

Das hat seinen Reiz. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, ist das – wie oft bei AR – nicht zu wirklich viel nütze. Es gäbe indes eine sinnvolle Ergänzungsmöglichkeit: Spannend wäre es, wenn man seine Kreation als 3D-Objekt speichern und – zumindest bei zusammenhängenden Linien – via 3D-Drucker ausgeben könnte.

PhotoFunia (Android und iPhone/iPad). Diese App für Bildkreationen funktioniert wie Instagram, nur umgekehrt: Man geht nicht vom Foto aus, das man verschönern will, sondern wählt das Endprodukt aus.

Und da gibt es eine grosse Anzahl an Gestaltungen, Collagen und Bildmontagen. 619 Kreationen in 22 Kategorien stehen bereit: Es gibt saisonale Dinge wie Weihnachtskalender, Schneebild oder Glaskugel oder Festtagsgrusskarten, Karten zu diversen Gelegenheiten, Tafeln, Gag-Effekte wie der Gesichtertausch oder die Breaking-News im Fernsehen oder die «Latte Art», bei der man sein Foto auf die Milchschaumoberfläche eines koffeinhaltigen Getränks verpflanzt – siehe Beitragsbild.

Das funktioniert einfach: Man entscheidet sich für einen Effekt, wählt das Foto, das man benutzen will und drückt auf Los. Weitere Einflussmöglichkeiten gibt es allerdings nicht. Das ist simple automatisierte Bildbearbeitung, aber natürlich längst nicht so clever oder kreativ wie Photoshop Camera (Jetzt haut sie mich doch aus den Socken!).

Diese drei Tipps stammen alle von Eric, der als vierte App auch Postcard Creator empfohlen hat. Ich glaube, er meint damit die App, die ich im Beitrag Äh, Ausland? ziemlich verrissen habe. Er meint aber, sie sei nach dem Update noch besser. Vielleicht muss ich sie mir wieder einmal ansehen.

Autodraw (Android, iPad und Web). Man versucht sich in der App an einer Zeichnung, und während man den Stift schwingt, versucht die App herauszufinden, welches Motiv man aufs Papier bringen möchte. Das geschieht mittels künstlicher Intelligenz bzw. mit maschinellem Lernen, und funktionierte bei meinem Test ganz gut. Mein Pferd hätte zwar auch eine Kuh, ein Hund oder eine Katze sein können, aber die grobe Identifikation hat gut funktioniert.

Wie die kleinen Bildchen am oberen Rand beweisen, wurde meine Zeichnung hier als Fauna-zugehörig erkannt.

Wählt man einen der Vorschläge aus, wird die eigene Zeichnung durch die Vorlage ersetzt. Auf diese Weise fungiert der Autodraw-Stift quasi als grafische Suchfunktion. Spannender wäre natürlich, wenn die eigene Zeichnung mit der Vorlage verschmolzen würde, sodass man seine laienhafte Skizze in einer professionelleren Ausführung zurückbekäme.

QR-Zahlteil (Android und iPhone). Diese App liest den QR-Code aus, den es auf der QR-Rechnung gibt, die am 30. Juni 2020 eingeführt worden ist. Sie überträgt die Rechnung auf den Computer, wo natürlich das Gegenstück (für Windows und Mac) installiert sein muss. Von dort aus wird sie dann in die Finanz-Applikation eingelesen und in die Buchhaltung übertragen oder via Online-Banking bezahlt.

Das scheint mir die logische Weiterentwicklung des klassischen Beleglesers zu sein. Und klar, für KMUs sicherlich nützlich. Ich hatte selbst noch nicht die Gelegenheit, das auszuprobieren, da ich die meisten Rechnungen inzwischen digital erhalte.

In dem Zusammenhang der Tipp, dass man bei der ZKB-App Rechnungen im PDF-Format nur mittels Teilen-Knopf an die ZKB-App weiterzureichen braucht, wo sie analysiert wird. Wenn das klappt, kann man sich es sparen, die Daten abzutippen, sondern kann die Rechnung mit einem Knopfdruck freigeben. (Siehe hier, Abschnitt «Weitere Fragen und Antworten» > «PDF-Rechnungen»)

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Kommentar verfassen