Die fette, hässliche Mailfledermaus

Neulich habe ich ein Video gemacht, in dem es um Programme ging, die mehr als zwanzig Jahre alt sind und die man heute noch problemlos benutzen kann. The Bat! hätte ausgezeichnet in diese Sammlung gepasst: Laut Wikipedia gibt es dieses Mailprogramm schon seit 1997.

Bei dem Video habe ich es ausgelassen. Dafür bekommt das Mailprogramm nun eine separate Besprechung. Und zwar in der Reihe mit Mailbird, Em Client und Mailspring. Denn ein Leser hier im Blog hat es mir in einem Kommentar empfohlen. Woraufhin mir eingefallen ist, dass ich es schon einmal vorgestellt hatte. Nämlich am 27. August 2001 als «Tipp der Woche» mit dem Titel «Die Fledermaus bringt Netzpost».

Damals hatte The Bat! Funktionen, die man anderweitig vergebens gesucht hat. Ich habe sie in meinem Artikel aufgezählt:

Zum Beispiel die Funktion, mit der man grosse Mails direkt vom Server löschen konnte, ohne dass man sie erst herunterladen musste. Denn man erinnere sich: Anfang der Nullerjahre wurde Spam zum enormen Problem. Und es gab Viren wie Loveletter-/Iloveyou, die enorme Mailmengen generiert haben. Tausende von Mails via Modemverbindung herunterzuladen, war eine Plage. Das war es eine riesige Erleichterung, den digitalen Müll direkt auf dem Server zu löschen. Denn was es (standardmässig) auch noch nicht gab, war Webmail. „Die fette, hässliche Mailfledermaus“ weiterlesen

An dieser App hätte Janis ihre Freude gehabt

Oder auch nicht. Der Titel ist reine Spekulation. Es geht hier um die schöne App Joplin, in der man seine Notizen verwaltet.

Neulich habe ich Dokuwiki vorgestellt: Ein Wiki auf meinem Webserver, das ich für Notizen und persönliche Dokumentationen brauche. Andi hat mir daraufhin auf Facebook nahegelegt, doch einmal Joplin anzusehen.

Nein, nicht Janis. Sondern diese App hier, die sich um Notizen kümmert, die automatisch via Cloud synchronisiert und obendrein Open-Source ist. Es gibt sie fürs iPhone, für Android, Windows, Mac und Linux.

Da ich alles tue, was Andi sagt, habe ich mir die App auch gleich besorgt. Sie macht auf dem iPhone einen schnörkellosen Eindruck. Nach dem Start klickt man aufs Plus und gibt an, ob man eine To-do-Liste, eine Notiz oder ein Notizbuch anlegen möchte.

Legt man eine Notiz an, braucht die einen Titel, und dann kann auch schon loslegen. Der Clou – und der Grund, weswegen Andi mir die App überhaupt empfohlen hat – ist nun, dass man für die Formatierung Markdown verwenden kann. „An dieser App hätte Janis ihre Freude gehabt“ weiterlesen

Wenn Bob über eure PDFs herfällt

Heute wieder einmal ein Lesertipp – wobei ich mich zu meiner Schande nicht mehr erinnern kann, welcher Leser mir den gegeben hat. Er sei aber trotzdem verdankt.

Es geht um pdfbob.com: Das ist ein Online-Editor für PDF-Dateien und ein echter Geheimtipp. Wer sich von euch mit PDFs herumschlägt, der weiss: Die Bearbeitung ist ein mühsames Geschäft. Das hat damit zu tun, dass Erfinderin Adobe noch immer auf dem Format hockt wie die Henne auf dem Ei. Details dazu gibt es übrigens im Beitrag Unterschriften auf digitale Dokumente krakeln, wo ich auch einige Tipps auf Lager habe, wie man PDF-Formulare ausfüllt und unterschreibt.

Man will PDF-Dateien aber nicht nur unterschreiben, sondern auch in anderer Hinsicht verändern können. Und das ist leider nach wie vor schwierig. „Wenn Bob über eure PDFs herfällt“ weiterlesen

Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten

HotkeyP ist wieder einmal eine schöne Leserempfehlung. Ich habe sie als Reaktion auf meinen Beitrag Wie nutzlos ist die Windows-Taste? erhalten. Bei dem ging es, dem Titel zum Trotz, um die Menütaste. Und die Empfehlung ist natürlich nahe liegend. Wenn die Menütaste von Haus aus nichts Vernünftiges tut, dann sollte man sie mit einem Hilfsprogramm dazu bringen, etwas Vernünftiges zu tun.

HotkeyP gibt es kostenlos, und das Programm gefällt mir schon mal gut: Es kommt ohne Installationsprogramm, nur in einer Zip-Datei verpackt. Das bedeutet, dass man selbst dafür zuständig ist, es in einen Programmordner zu versorgen und mit einer Verknüpfung im Startmenü auszustatten. Dafür weiss man schon mal, dass es nicht irgendwelche nutzlosen Dateien irgendwohin ballert und das ganze System mit nutzlosem Kram vollseucht. Das ist mir den Mehraufwand wert. „Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten“ weiterlesen

Der Screenshot-Alleskönner

Ich habe im Beitrag Pseudo-Fortschritt bei Windows neulich über die Screenshot-Möglichkeiten von Windows 10 geschrieben. Wie der Titel schon verrät, bin ich nicht begeistert von den Neuerungen. Auf Twitter hat mir Remo daraufhin das Windows-Programm ShareX empfohlen. Das sei dank vielen Automatisierungsmöglichkeiten ausgezeichnet auf die Bedürfnisse von Leuten zugeschnitten, die ständig Screenshots machen.

Versteht sich von selbst, dass ich dieses Programm sofort testen muss. Und in der Tat: Schon der erste Blick erstens eine schnörkellose Oberfläche. Und zweitens alle Funktionen, die man sich als professioneller Screenshotter wünschen könnte.

Im Aufnahmemenü stehen alle nur denkbaren Modi zur Auswahl. Von Vollbild über Fenster und Monitor bis hin zu exotischen Modi wie Autoaufnahme, Texterkennung und Scrollaufnahme – zu denen ich gleich noch kommen werde. Bei Fenster sind alle offenen Programmfenster aufgelistet, sodass man das gewünschte nur auszuwählen braucht. „Der Screenshot-Alleskönner“ weiterlesen

Der Weinkeller als Netzdiagramm

Das hier ist der zweite Beitrag in der Rubrik Lesertipp. (Und ja, ich habe mir überlegt, ihn LeserInnentipp zu nennen.) In letzter Zeit gibt es vermehrt Hinweise von Leuten, die mir eigene Projekte vorstellen. Im ersten Teil war das die schöne App Sun Locator. Und auch wenn ich nicht versprechen kann, alle Vorschläge zu berücksichtigen, so werde ich sie doch wohlwollend prüfen. Bessere Chancen haben Leute, die nicht einfach ein Massenmail an jeden dahergelaufenen Hobbyblogger raushauen, sondern zum näheren oder entfernteren Leserkreis meines Blogs oder meiner journalistischen Arbeit gehören.

Heute geht es um visual.wine: René schreibt mir, was ihn zu diesem Projekt bewogen hat:

Um einen Paradigmenwechsel in der eher traditionellen Weinbranche einzuleiten, habe ich mit meinem Webdesigner die Plattform entwickelt, die Weine in ihrer Harmonie objektiver darstellt.

Man soll Weine, die einem schmecken, rascher und mit einer höheren Trefferquote finden. Damit muss man weniger lang suchen und stösst schneller den Wein der Wahl.

Nun bin ich, was Wein angeht, leider das Gegenteil von dem, was man einen Kenner nennt. „Der Weinkeller als Netzdiagramm“ weiterlesen

Für Architektur- und Blutmondfotografen

Neulich hat mich Rainer gefragt, ob ich seine App Sun Locator besprechen würde. Solche Anfragen gibt es ab und zu. Ich nehme sie sehr gerne entgegen, gebe aber keinerlei Garantie ab. Ob und wann eine Besprechung erfolgt. Und wo: Es kann somit passieren, dass die App den Auftritt hier im Blog hat und nicht in der Zeitung, beim Newsnetz oder im Patentrezept-Video. Andererseits kam es schon öfters vor, dass ich Besprechungen aus dem Blog für die grosse Bühne aufgegriffen habe. Man könnte sagen, dass das Blog zur Ochsentour gehört.

Woher kommen die Sonnenstrahlen? Und wo gehen sie hin?

Also, zu Sun Locator. Sie dient dazu, einem die Position von Sonne und Mond im Verlauf des Tages anzuzeigen. Das hilft Filmern und Fotografen, die Tageszeit für eine Aufnahmesession auszusuchen, in der das Licht aus der gewünschten Richtung kommt. Wenn man Architekturfotografie betreibt, möchte man wahrscheinlich, dass die Fassade des abzulichtenden Gebäudes nicht im Schatten liegt. Aber auch frontales Licht ist nicht unbedingt ideal. Ein bisschen Schattenwurf hilft, die räumlichen Dimensionen zu erfassen.

Aber auch die Architektur nicht Gegenstand, sondern bloss Kulisse ist, will man wahrscheinlich eine bestimmte Stimmung erzielen. Ob Landschaft oder Portrait, die Sonne ist ein Einflussfaktor, den man genau bestimmen kann – viel einfacher als ein anderer Komparse, der mitunter überhaupt nicht mitspielt. „Für Architektur- und Blutmondfotografen“ weiterlesen

Bünzlig, aber brauchbar

Ich muss noch einmal auf die hier besprochenen Outdoor-Apps zurückkommen. Ein Leser hatte kritisiert, man hätte auch Apps wie SchweizMobil besprechen müssen.

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Landeskarten 1:1 aufs iPhone übertragen? Kann man machen, ist aber nicht gerade das technische Nonplusultra.

Nun, es ist natürlich so, dass meine Auswahl selten allen passt. Schliesslich gibt es fast in jedem Bereich mehr Apps, als in einen Artikel passen. Und ich finde es zwar sinnvoll, Alternativen zu liefern – aber ellenlange Aufzählungen aller möglichen Kandidaten sind nicht zweckdienlich. Sie überfordern eher, als dass sie echte Auswahlmöglichkeiten liefern. Als Tester setze ich Schwerpunkte. Komplexreduktion ist schliesslich die hehre Aufgabe des Journalismus.

Das heisst aber nicht, dass ich nicht hier im Blog Ergänzungen anbringen könnte. Zum Beispiel im Fall von SchweizMobil. Die App existiert für Android und fürs iPhone. Sie bietet Zugriff auf die Landeskarten von Swisstopo im Massstab 1:25′000 – was denn auch der Grund war, weswegen ich die App nicht vorgestellt habe. Versteht mich nicht falsch – ich mag die Schweizer Landeskarten. Die gehören zu diesem Land wie die SBB, das Bundeshaus und die Bunker im Gotthard. „Bünzlig, aber brauchbar“ weiterlesen