Der zuverlässigste Lotse durch den Verkehrsdschungel

Ich habe einen neuen Liebling, was die multimodale Reiseplanung angeht. In dieser Disziplin macht Routerank so schnell keiner etwas vor.

Ich habe neulich zwei Apps fürs Reisen vorgestellt: Citymapper und, mit einigen kritischen Untertönen und drei Empfehlungen für die SBB, Smartway.

Daraufhin habe ich den Tipp bekommen, mir doch einmal routerank.com anzuschauen. Auch das ist ein Dienst, der sich der multimodalen Reiseplanung verschrieben hat: Er berücksichtigt «die gesamte Route von Tür zu Tür inklusive der Vielzahl aus allen relevanten Verkehrsmitteln wie Flugzeug, Bahn, öffentlicher Nahverkehr, P+Rail, P+Ride, Pkw, Mietwagen, Car-Sharing, Car-Pooling, e-Bike, Fahrrad und Fusswege», wie es auf der Über-uns-Seite heisst.

Und bevor ihr fragt: Ja, es gibt Routerank auch als App (iPhone/iPad und Android).

Natürlich sehe ich mir als Erstes jene Verbindung an, die ich für den Test solchen Apps immer ausprobiere: Das ist die Fahrt von meinem jetzigen Wohnort zu dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin.

Er ist öV-mässig eine Herausforderung: „Der zuverlässigste Lotse durch den Verkehrsdschungel“ weiterlesen

Eine Schweizer Podcast-Initiative, die mich ratlos lässt

Podstellar ist eine neue Schweizer Plattform, die die Podcast-Industrie disrumpieren will. Ich gebe unverwunden zu: Ich habe lange gebraucht, bis ich die Idee dahinter auch nur ansatzweise verstanden habe.

Neulich habe ich ein Mail mit der ultimativen Aufforderung bekommen, mir doch endlich mal podstellar.com anzusehen. Schliesslich beschäftige ich mich seit Jahren mit Podcasts – und hier handelt es sich um eine Podcast-Initiative aus der Schweiz.

Also, wie könnte ich mich diesem dezenten Hinweis verschliessen, dass ich, wenn ich in diesem Feld glaubhaft bleiben will, diesen Dienst kennen sollte?

Ich lade mir also die App herunter, die es bislang erst für iOS gibt. Sie erinnert mich sofort an Anchor: Das ist der Dienst, den ich im September 2018 im Beitrag Jeder ein Podcaster vorgestellt habe. Er ist im Februar 2019 von Spotify gekauft worden und untermauert das Engagement des Streamingdienstes in diesem Bereich. Genauso, wie der jüngst bekannt gewordene Deal, bei dem sich Spotify für 100 Millionen US-Dollar die Rechte an den Produktionen von Joe Rogan gesichert hat. Falls euch der Mann bislang nicht bekannt war – ich hatte auch noch nie von ihm gehört.

Die Aufnahmefunktion

Aber zurück zu Podstellar: Wie bei Anchor kann man direkt aus der App seinen Podcast aufnehmen: Man drückt auf den Aufnahmeknopf, redet, drückt Stopp, trimmt die Aufnahme am Anfang und Ende – und dann ist das Werk auch schon bereit zur Veröffentlichung. Es braucht nur noch einen Titel, ein paar Tags und ein schönes Coverbildchen. Und eine Beschreibung, aber die ist optional.

An dieser Stelle stecke ich bereits in einem Dilemma: „Eine Schweizer Podcast-Initiative, die mich ratlos lässt“ weiterlesen

Der riesige Hunger der SBB nach Kundendaten

Eine neue Reise-App der Bundesbahnen sammelt ungeniert und nonstop Ortsdaten der Nutzer. Das geht sogar mir zu weit.

Auf die Empfehlung eines Lesers hin habe ich neulich für die Tamedia die Citymapper-App vorgestellt. Dabei habe ich auf frühere Tipps zur Routenplanung hingewiesen, die es hier im Blog unter dem Titel Der Komfort eines GAs, aber ohne die Fixkosten zu lesen gab.

Einer der Tipps damals war die Reiseplaner-App der SBB. Als ich die noch einmal angeschaut habe, musste ich feststellen, dass sie einen leisen Tod gestorben ist: Die App funktionierte nicht mehr und sie ist auch aus dem Store verschwunden. Eine Erklärung dazu habe ich nicht gefunden, noch nicht mal einen Hinweis, dass die App eingestellt wurde.

Das ist nicht die feine Art, liebe SBB. Wenn Ihr eine App zurückzieht, dann teilt das den Nutzern mit. Und sagt ihnen, weswegen Ihr das tut.

In dem Fall hättet Ihr auch darauf hinweisen können, dass es eine Nachfolge-App gibt. Von der habe ich nämlich erst als Reaktion auf meinen Artikel erfahren.

Dieser Nachfolger heisst SmartWay und ist fürs iPhone/iPad und für Android erhältlich. Den Namen finde ich nicht sehr geglückt: „Der riesige Hunger der SBB nach Kundendaten“ weiterlesen

Die etwas zu private Suchmaschine

Ich soll unbedingt eine neue Suchmaschine besprechen, sagte Laura neulich zu mir. Das mache auch – allerdings schneidet Privado.com nicht sonderlich gut dabei ab.

Neulich wurde ich in einem netten Mail dazu aufgefordert, mir doch gefälligst die Suchmaschine privado.com anzusehen. Als Grund wurde mein Blogpost Suchmaschinen? Miese Versager sind sie alle! angegeben, in dem ich qwant.com erwähnt hatte.

Das Mail stammt von einer gewissen Lara, die angibt, Privacy-Expertin bei YourPrivacyBrands zu sein. Die dazugehörende Website trägt ein .com am Ende und zeigt (zum Zeitpunkt, während ich diesen Beitrag schreibe), nur das Listing eines Webserver-Verzeichnisses, das bis auf den Ordner cgi-bin leer ist.

Das ist übrigens die perfekte Methode, wie ihr bei mir Eindruck schindet und Vertrauen gewinnt: „Die etwas zu private Suchmaschine“ weiterlesen

Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter

Wie hat sich Gimp mit den letzten Versionen entwickelt? Über die Funktionen müssen wir nicht diskutieren – das Programm kann alles, was man braucht. Darum geht es hier um Performance, Oberfläche und Bedienung.

Ich habe mir erlaubt, diesen Beitrag hier mit Lesertipp zu taggen. Und das, obwohl der Tipp nicht an mich persönlich gerichtet war und Gabi Salvisberg meines Wissens auch nicht zu den regelmässigen Leserinnen dieses Blogs gehört. Aber vielleicht lässt sich das mit dezenten Erwähnung hier ändern.

Unzweifelhaft ist, dass ihr Tipp bei mir auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Ich gehöre zu den Leuten, die sich Gimp unbedingt wieder einmal ansehen sollten. Mein letzter Stand, was diese Software angeht, stammt ungefähr aus dem Jahr 2014, wo ich ein Video mit Peter Jäger von Pre2media zu alternativen Bildbearbeitungsprogrammen mit professionellem Anspruch gemacht habe. 2012 habe ich es im Rahmen unserer damaligen «Daily Digital»-Rubrik für die iPad-App des Tagesanzeigers, selbst vorgestellt.

Die Quintessenz war für mich immer die gleiche: „Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter“ weiterlesen

Möge der Pflotsch (nicht) mit uns sein

Neulich habe ich die Frage Sind wir verkannte Software-Genies? aufgeworfen und mich auch in der Leserschaft nach interessanten Schweizer Apps erkundigt. Manuel hat mir daraufhin Bexio, PeakFinder und Pflotsh empfohlen.

Bexio scheint mir vor allem mit der dazugehörenden Buchhaltungs-App interessant zu sein. PeakFinder (5 Franken für iPhone und Android) von Fabio Soldati kenne und nutze ich. Aber zugegeben, ich habe dieser App hier im Blog noch nie die gebührende Zuwendung zukommen lassen. Das liegt daran, dass die App einen so grossen Bekanntheitsgrad hat, dass ich niemandem in meinem Publikum etwas Neues zu ihr erzählen kann. (Sollte ich mich damit täuschen, zögert nicht, es mir zu sagen.)

Pflotsh jedenfalls war mir nicht bekannt – und der Name ist grossartig.

Die App stammt stammt von Jörg Kachelmann, dem man übrigens auf Twitter unbedingt folgen sollte, respektive von dessen Unternehmen Kachelmannwetter, respektive vom Entwickler Andreas Garzotto. Und es handelt sich nicht um eine App, sondern um eine App-Familie. „Möge der Pflotsch (nicht) mit uns sein“ weiterlesen

Die volle PDF-Dröhnung

Schon wieder hat mir jemand angetragen, ich solle doch einen Dienst für die Online-Bearbeitung von PDF-Dateien vorstellen. So langsam scheint dieses Blog hier zum Liebling der Leute zu avancieren, die solcherlei Produkte anzubieten haben.

Also, als Ergänzung zu pdfshrink.com, SmallPDF, pdfcandy.com und PDF Bob erfolgt hier die Besprechung von – ich weiss, ihr haltet die Spannung kaum mehr aus! – cleverpdf.com.

Clever PDF bietet 26 Module für PDF-Dateien (und eine, die nichts mit PDFs zu tun hat – nämlich die Umwandlung von Epub in Mobi)

Dieser Dienst wirbt mit geschlagenen 27 Modulen. Ein Grossteil davon kümmert sich um die Konvertierung. Diese Module machen entweder aus Drittformaten PDFs. Oder sie wandeln PDF-Dateien in andere Formate um.

Zu denen komme ich gleich. Aber erst soll es hier um die Werkzeuge gehen, die meines Erachtens die interessantesten sind – weil es sie bei der Konkurrenz nicht oder nur teilweise gibt. Das sind folgende Module: „Die volle PDF-Dröhnung“ weiterlesen

So rein und dumm wie weisses Papier

Ein Leser hat mir neulich den Tipp gegeben, ich solle mir doch einmal iA Writer ansehen. Und damit hat er natürlich recht: Dass ich die in meiner Reihe zu den modernen Text-Edioren bislang ausgelassen habe, grenzt an eine Unterlassungssünde.

Die App gehört nämlich zu den ersten ihrer Art. Sie kam 2010 fürs iPhone und iPad auf den Markt. Inzwischen ist sie auf fast allen Plattformen zu Hause: Auf Windows, Mac und Android. Sie ist auch insofern ein Kind unserer Zeit, als dass die Windows-Version mittels Crowdfunding lanciert worden ist. 823 Leute haben auf Kickstarter 23’575 Franken für die Entwicklung gesprochen.

Und ja, iA Writer ist eine Schweizer Entwicklung. Die NZZ am Sonntag hat am 22. Mai 2011 die App und den Entwickler Oliver Reichenstein vorgestellt: „So rein und dumm wie weisses Papier“ weiterlesen

Ueli oder Keypirinha?

Im Beitrag Ueli, der Windows-Knecht habe ich ein Programm nicht nur für Windows, sondern auch für den Mac vorgestellt, mit dem man via Tastatur Programme starten, Websites aufrufen und viele Dinge mehr tun kann.

Nun hat sich gezeigt, dass diese Empfehlung bei den eingefleischten Tastaturakrobaten nur auf ein müdes Lächeln stiess. Auf Facebook schrieb einer meiner Freunde: «Hach, Quicksilver war noch viel cooler als Alfred… aber kuck mal Keypirinha an.»

Alfred ist ein Tastatur-Launcher für den Mac, den ich hier vorgestellt hatte. Quicksilver ebenso – und obwohl es in der Vergangenheitsform erwähnt wird, scheint es noch immer zu existieren. Die Entwicklung schreitet zwar nicht rasant voran und dass auf der Homepage als Beispiel iPhoto herhalten muss, wirft schon die Frage auf, ob dieses Projekt noch lebt.

Aber ein bisschen was tut sich noch: Letztes Jahr hat der Entwickler noch Unterstützung für die Touchbar eingebaut. Damit wäre das Programm ein heisser Kandidat für Leute, die noch immer gewillt sind, etwas mehr aus ihrer Touchbar herauszuholen. Wie im Beitrag Touchbar-Schabernack beschrieben, wird diese Apple-Errungenschaft vor allem für Unfug, nicht aber für produktive Zwecke genutzt.

Aber heute soll es um die zweite Empfehlung gehen: „Ueli oder Keypirinha?“ weiterlesen

Ein Clouddienst für Erwachsene

Neulich habe ich ein Mail bekommen, bei dem ich schon dachte, mein journalistischer Output werde neuerdings auch in Hollywood gelesen. Doch es war eine Verwechslung. Der Mann, der mir geschrieben hatte, heisst ganz ähnlich wie Christian Bale, kommt aber aus der Branche, um die es hier im Blog meistens geht. Er ist nämlich Softwareentwickler:

Ich schreibe Ihnen hier als Autor und Entwickler von Passfindr, da die Idee zu Passfindr vor etwa 20 Jahren in Zürich geboren wurde, als noch niemand von iCloud, Dropbox und Google Drive gesprochen hat. Die Idee, Web-Bookmarks, Adressen, E-Mail-Adressen, persönliche Notizen, ganze Artikel, Login-Informationen bis hin zu sensitiven Daten sicher und zuverlässig in der Cloud zu speichern.

Das ist eine interessante Idee. Und im Grund absolut naheliegend: Denn wenn man schon ein Programm hat, in dem man seine Passwörter sicher verwahrt, wieso sollte man dort nicht auch alle seine anderen sensiblen Informationen speichern? „Ein Clouddienst für Erwachsene“ weiterlesen