Microsofts hilfreicher Windows-Geist

Power Automate Desktop von Microsoft automatisiert wiederkehrende Abläufe. Auf den ersten Blick wirkt die Anwendung kompliziert. Doch bei einem Test erledigt sie die Aufgabe unbürokratisch.

Eine Software, die schon ewig der Besprechung harrt, ist Power Automate. Das ist Microsofts Umgebung für Automatisierungsaufgaben. Es gibt sie seit 2016 und sie wird oft mit Automator von Apple verglichen. Nicht ganz zu Recht, wie ich finde. Natürlich beackern beide das gleiche Aufgabengebiet, indem sie uns Nutzern wiederkehrende Aufgaben abnehmen wollen. Aber die Höhe der Einstiegshürden ist unterschiedlich: Mit Automator kommt man ruckzuck zurecht.

Automate hingegen erschliesst sich einem nicht sogleich, weswegen ich die Behandlung hier im Blog auch vor mir hergeschoben habe: Die Gefahr, dass ich Unsinn schreibe, weil ich die Funktionsweise nicht komplett durchdrungen habe, ist relativ gross. Aber da ich einen Informationsauftrag habe, gibt es heute kein Zurück. Hier kommt die grosse Vorstellung von Power Automate Desktop; einer Software, die man hier kostenlos herunterlädt.

Die Begrüssung fällt nüchtern aus.

Startet man sie, erscheint ein Fenster, das mit Meine Flows überschrieben und komplett leer ist. Hilfreich an dieser Stelle wären einige Beispiele, die einem den Einstieg erleichtern würden.

Aber es muss auch ohne gehen. „Microsofts hilfreicher Windows-Geist“ weiterlesen

Die nachfolgenden Sendungen verzögern sich wegen einer technischen Panne

Mit der Open-Source-Software OBS Studio produziert man fernsehreife Streaming-Shows und Videokonferenzen. Wenn man sie denn zum Laufen bekommt.

Neulich habe ich die lustige ManyCam-App vorgestellt. Sie ist gewissermassen ein virtueller Bildmischer, mit dem man diverse Bild- und Audioquellen zu einem Videofeed zusammenführt, den man live streamt, aufzeichnet oder in eine Videoconferencing-Anwendung einspeist. Eine solche App ermöglicht es, nicht bloss ein statisches Signal, zum Beispiel von einer Webcam, auszugeben, sondern einen produktionstechnisch aufgewerteten Mix, in dem man zum Beispiel zwischen mehreren Kameras umschaltet.

Nun hat man mir auf Twitter zu verstehen gegeben, dass ich besser OBS Studio getestet hätte. Das ist eine Software, die ungefähr das gleiche tut, aber Open-Source und damit gratis ist.

Wie es der Zufall will, bin ich dieser Software – das Kürzel OBS steht für Open Broadcaster Software – vor kurzem begegnet. Ich habe nämlich eine Software zum Aufzeichnen des Bildschirminhalts bei Windows gesucht. Ich verwende zwar normalerweise Hypercam (Beim Fensterln mitfilmen), doch da bei dieser Software die Lizenz an die Hardware gebunden ist, wird es überaus mühsam, wenn man sie auf einem Testgerät einsetzen möchte.

In meinem Fall hat das nicht funktioniert: „Die nachfolgenden Sendungen verzögern sich wegen einer technischen Panne“ weiterlesen

Die sechs besten Wetter-Apps – und sechs Zugaben

Wie man zu einem Allerweltsthema aussergewöhnliche Apps beisteuert, zeigt meine Auswahl von den tollsten sechs Wetter-Apps. Plus, weil es so schön ist, sechs Empfehlungen der Leser und vier Dreingaben.

Im Beitrag Die Premiere muss leider verschoben werden habe ich es angedeutet, dass sich bei meiner 2015 gestarteten Videoserie Digitale Patentrezepte eine Veränderung ansteht. Inzwischen ist die Katze aus dem Sack und ich kann auch mein Gejammer zum Umstieg bei der Schnittsoftware relativieren. Ich fabriziere einen Rohschnitt liefere das Rohmaterial und die Postproduktion wird vom Tamedia-Videoteam erledigt. Das reduziert die Gefahr, an Premiere zu verzweifeln.

Die Neuerung hat den Vorteil, dass wir momentan mehr in die Produktion investieren als bisher: Die Videos sehen deutlich schicker aus. Es gibt aber auch einen Nachteil: Da die Videos nun nicht mehr mein alleiniges Werk sind, werde sie hier im Blog nicht mehr einbinden, sondern nur noch darauf verlinken. Sorry! Und ja, ich weiss, dass die Videos hinter einer Paywall stecken.

Also, trotz dieser Einschränkung erfolgt hier die stolze Uraufführung der ersten Folge der Patentrezepte 2.0, die sich um Regen, Hagel, Sturm und Sonnenschein dreht und den Titel Wetter-Apps mit dem gewissen Etwas trägt. Und ja, die erwähnten Apps kann ich hier natürlich trotzdem aufzählen: „Die sechs besten Wetter-Apps – und sechs Zugaben“ weiterlesen

Zwei Apps für gestreamte Hörbücher

Die beiden Apps Lismio und Eary machen die Mankos von Spotify und Apple Music wett und bringen Hörbücher komfortabel zu Gehör.

Neulich habe ich eine Anleitung versprochen, wie man Spotify-Mankos ausbügelt. Ehrlicherweise muss man sagen, dass das aber vor allem eine Tirade war, weil mir beim Streamingdienst etliches nicht gefällt.

Die Kritik bezog sich vor allem auf die Hörbücher und Podcasts. Denn während die App dem Zweck des Musikhörens weitgehend gewachsen ist, legt sie bei den Inhalten mit gesprochenem Wort erstaunliche Mängel an den Tag.

Offenbar haben die Spotify-Leute mein Blog gelesen. Jednefalls gibt es nun die geforderte Zuletzt gehört-Liste.

Ich komme aus zwei Gründen auf diesen Beitrag zurück. Erstens hat Spotify kurz nach der Veröffentlichung meines Beitrags die Zuletzt gehört-Funktion nachgereicht. Sie findet sich auf der Startseite beim Uhren-Knopf rechts oben, und sie ist eine echte Verbesserung: Man sieht, nach Tagen sortiert, was man sich angehört hat.

Das ist sinnvoll, aber leider auch noch nicht perfekt. Einerseits ist diese Liste am Smartphone nun zwar brauchbar. In der Desktop-App hilft einem Zuletzt gehört bei Hörbüchern noch immer nicht weiter, weil nur Alben, nicht aber Titel aufgeführt sind.

Andererseits kann man keine Titel aus der Liste löschen oder ausblenden. Das möchte man aber ganz bestimmt tun, wenn man wieder einmal seinen guilty pleasures gefrönt hat.

Wer hätte das gedacht? Es gibt Extra-Apps fürs Streamen von Hörbüchern

Der zweite Grund, das Thema noch einmal anzuschneiden, ist ein Tipp, den ich auf Twitter erhalten habe. „Zwei Apps für gestreamte Hörbücher“ weiterlesen

Twitter sagt, ich sei eine linke Socke

Was ist eigentlich von The Blindspotter zu halten? Dieser Twitter-Analyst masst sich an, meine – und auch eure – politische Ausrichtung zu erkunden. Erkenntnis: Manchmal passt das, manchmal nicht.

Neulich bin ich dank meines lieben Twitter-Freundes @undifferanziert bei The Blindspotter gelandet. Letzterer verspricht, einem aufzuzeigen, ob man bei seinem Nachrichtenkonsum einen blinden Fleck aufweist. Sprich, ob man sich ausgewogen informiert oder bestimmte Quellen bevorzugt. Und ja, es geht um die politische Ausrichtung.

Wie zu erwarten war.

Bei mir kam der Blindspotter zu einem wenig überraschenden Ergebnis. Er hat einen starken Linksdrall konstatiert und den sogar mit einem Prozentwert ausgewiesen: „Twitter sagt, ich sei eine linke Socke“ weiterlesen

Die iPhone-Tricks der Leserinnen und Leser – plus eine Zugabe

Mein Aufruf hat reiche Ernte getragen: Das Publikum hat nützliche Tipps und Tricks fürs iPhone und iPad eingereicht, die ich pflichtschuldig zusammengetragen habe.

Crowdsourcing ist so eine Sache: Man kriegt nicht immer das, was man sich erhofft. Schliesslich ist die Crowd kein Angestellter, dem man konkrete Aufträge – und im Fall der Nicht- oder Schlechterfüllung – eine Rüge erteilen darf.

Nein, man benötigt Fatalismus und eine Gabe zur Improvisation, wenn man mit den Resultaten der Crowd etwas Konkretes anstellen möchte. Aber aufschlussreich ist es allemal – denn man erfährt, dass Vorlieben diametral auseinandergehen können und Prioritäten oft komplementär bewertet werden.

Die Meinungen gehen auseinander – sogar bei der Frage nach den besten iPhone-Tricks

Klar: Das ist keine neue Erkenntnis. Aber mich erstaunt es trotzdem immer wieder, dass es eben nicht nur bei den politischen Diskussionen auf Twitter zu Meinungsverschiedenheiten kommt, sondern auch bei der Frage nach den besten Tipps und Tricks zum iPhone.

Womit wir beim Thema wären: „Die iPhone-Tricks der Leserinnen und Leser – plus eine Zugabe“ weiterlesen

Das auf Sicherheit und Anonymität getrimmte Web-Office

Cryptpad ist eine Webanwendung für die klassischen Büro-Applikationen Text, Tabelle, Präsentation, mit Kanban, Umfrage und einem Whiteboard als Dreingabe. Sie ist niederschwellig und sogar ohne Anmeldung zu verwenden.

Cryptpad ist eine interessante Webanwendung, die mir von einem Leser empfohlen worden ist, wobei ich mich leider nicht mehr an den Kontext erinnern und den Tipp ausreichend verdanken kann – was man mir bitte nachsehen möge.

Diese Webanwendung stammt von einem Pariser Unternehmen namens Xwiki und zeichnet sich durch drei Besonderheiten aus: Sie ist quelloffen, setzt auf Verschlüsselung und ist ohne Anmeldung und komplett anonym nutzbar. Es gibt acht Module, nämlich Text, Tabelle, Präsentation, Umfrage, Code, Kanban, Whiteboard und das Cryptdrive.

Mit anderen Worten: Das ist eine gut ausgestattete Office-Umgebung, die einige Module mehr anzubieten hat, als zum Beispiel die G-Suite von Google.

Die anonyme Nutzung ohne Anmeldung steht für alle Module zur Verfügung, also auch für die Dateiablage (Drive) fürs Online-Deponieren von beliebigen Dateien. Damit ist Cryptpad nicht nur eine Online-Büroanwendung, sondern auch eine Alternative zu Firefox Send (Wie man als Whistleblower anonym bleibt).

Ohne die Notwendigkeit einer Anmeldung ist Cryptpad maximal unkompliziert einsetzbar: „Das auf Sicherheit und Anonymität getrimmte Web-Office“ weiterlesen

Airtable ist keine Luftnummer

Modern, durchdacht und einfach zu benutzen: Airtable.com lässt Excel und Access ganz schön alt aussehen. Trotzdem ist es nicht in jedem Fall angebracht, Microsoft Office in die Wüste zu schicken.

In letzter Zeit bin ich immer mal Airtable.com begegnet: Das ist eine Webanwendung, die es auch schon bald seit zehn Jahren gibt und der manchmal als Kronerbe der altehrwürdigen Tabellenkalkulation gehandelt wird.

Denn Airtable hat alles, was Leute erwarten, die eine klassische, lokal installierte Software ersetzen möchten: Airtable läuft in der Cloud. Die Software ist kollaborativ und teamfähig. Und sie legt grosse Ambitionen an den Tag. Das heisst, sie will ihre Aufgabe ihre Konkurrenz nicht nur ersetzen, sondern mit wehenden Fahnen schlagen und in Grund und Boden stampfen.

Bei Airtable sieht man das daran, dass nicht einfach das Konzept der Tabellenkalkulation ins Web verlagert und mit Team-Funktionen angereichert wurde. Wenn das der Fall wäre, könnte man es sich einfach machen: „Airtable ist keine Luftnummer“ weiterlesen

Foto-Schabernack und Zahlungsbeschleuniger

Ich habe neulich meine Lieblings-Apps vorgestellt – und jetzt sind die Leserinnen dran. Ich gebe fünf Tipps weiter, die mich aus dem Publikum erreicht haben.

Ende des letzten Jahres habe ich die grosse, app-mässige Abrechnung mit 2020 abgehalten und auch nach euren Favoriten gefragt. Das Video mit den Apps hat bei den Tamedia-Sites einige Kommentare ausgelöst, die ich mir näher angesehen habe. Zumindest jene Tipps, die konkret genug waren, dass ich die dazugehörenden Apps identifizieren konnte:

Just a Line  von Google (Android und iPhone). Mit dieser App verschönert man die Realität mit seinen Zeichenkünsten. Das funktioniert mithilfe von Augmented Reality: Man platziert seine Striche im Livebild der Kamera. Wenn man sich bewegt, verändert sich die Perspektive der Zeichnung und man kann seine Striche nicht nur flach, sondern im dreidimensionalen Raum fortführen.

Das hat seinen Reiz. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, ist das – wie oft bei AR – nicht zu wirklich viel nütze. Es gäbe indes eine sinnvolle Ergänzungsmöglichkeit: „Foto-Schabernack und Zahlungsbeschleuniger“ weiterlesen

Der Berliner Frontalangriff auf Google

Bei der Websuche ist es fast unmöglich, gegen Google anzustinken. Doch jetzt habe ich Xayn entdeckt: Eine Such-App fürs Smartphone, die eine echte Alternative darstellt.

Ich habe in letzter Zeit immer mal wieder alternative Suchmaschinen vorgestellt: Hier Tiger.ch, hier privado.com, hier Bing und hier die grössten Google-Konkurrenten, namentlich Duck Duck Go, Qwant und Swisscows.

Man sollte meinen, der Nachschub neuen Internetrecherchewerkzeugen würde irgendwann einmal versiegen, zumal Google dieses Geschäft sosehr beherrscht, dass ich selbst Apple nur bescheidene Erfolgschancen zugebilligt habe, diese Dominanz zu brechen. Siehe: Wie wahrscheinlich ist eine Suchmaschine von Apple?

Ungeachtet dieser Tatsache habe ich schon wieder zwei Hinweise auf Ausweichmöglichkeiten erhalten:

Trooia: Anonyme Google-Suchresultate – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das ist erstens Trooia. Diese Suchmaschine lässt sich schnell abhandeln. Sie greift auf Google zu, aber in anonymisierter Form.

Die Darstellung der Suchresultate ist nicht gerade elaboriert, sodass ich dieses Werkzeug nur für genau den Zweck empfehlen würde, dass man besonders sensible Dinge googeln möchte, die auf keinen Fall ins Nutzerprofil einfliessen sollen.

Zweitens Xayn. Er ist zweifellos der interessantere Kandidat von beiden. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er keine Websuchmaschine ist, sondern eine Recherche-App, die es fürs iPhone und für Android gibt. Und ja: Eine Die konsequente Fokussierung auf die mobile Nutzung wäre tatsächlich ein spannendes Alleinstellungsmerkmal. „Der Berliner Frontalangriff auf Google“ weiterlesen