So so lala Radio

Okay, der heutige Beitrag hat ein bisschen mit dem Sommerloch zu tun. Denn eigentlich höre ich wenig Radio und wenn, dann meist auf die altmodische Art und Weise, nämlich mittels DAB+-Empfänger. Wenn ich Radio übers Internet höre, dann entweder über die Tune-In-App (Stilvoll Webradio hören) oder über die Play SRF-App (iPhone/iPad und Android).

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Ganz so schlimm wie befürchtet ist der radiofone Einheitsbrei nicht.

Es braucht also nicht noch eine App. Doch wenn ich noch eine App nutzen würde, dann wäre das die Radio Schweiz-App, die es fürs iPhone und iPad und für Android gibt. Die App sortiert die Sender nach Kürzlich gehört und nach Favoriten. Es gibt die Top-Radiosender, wo erstaunlicherweise Radio Swiss Jazz ganz am Anfang erscheint. Wie auch immer die Sortierung zustande kommt, ist das kein gutes Zeichen für den Berufsstand des Radiomoderators. Aber wie Dominik Born, ehemaliger Leiter der Experimentierwerkstätte SRG Lab im Gespräch mit der Medienwoche sagt:

Aber man hat doch jahrelang, ob bei Privaten oder SRF, die Moderatoren zu Boden geschliffen, damit sie nicht stören und man das Programm plätschern lassen kann. Die wirklichen Crazy Guys, die durchgedreht sind auf dem Sender, die haben wir schon lange nicht mehr, vielleicht noch Nick Hartmann oder ein Reeto von Gunten. Aber auch bei ihnen habe ich nicht das Gefühl, oh fuck, jetzt packen sie gleich die Motorsäge aus.

Genau: Oh fuck. Die lustigste Anordnung ist In meiner Nähe. Wenn man Radio nach dem regionalen Auswahlverfahren hören möchte (was ich nicht tue), dann ist das eine gute Methode. Und in Winterthur kommt Radio Stadtfilter immerhin auf Platz zwei nach dem unhörbaren Radio Top (und vor dem marginal weniger unhörbaren Top Two). Man findet hier auch einige lustige Sender wie Radio del Mar oderVintage Radio, in die man vielleicht einmal reinhören möchte. Oder auch nicht.

Es gibt auch einen Podcasts-Bereich, der allerdings nicht durch Originalität besticht. Es gibt hier die üblichen Verdächtigen, aber nichts Originelles, und auch keine Gliederung nach Themen. Ich habe es nicht überprüft, aber das sieht nach der Auswahl eines Podcastverzeichnisses wie iTunes aus1: Komplett einfalls- und nutzlos gegenüber einer richtigen Podcast-App.

Es gibt in der App einen Wecker und eine Schlummer-Funktion, der die Wiedergabe nach der vorgegebenen Zeit beendet, wobei nur 15, 30 und 60 Minuten zur Auswahl stehen. Über einen In-App-Kauf von 3 Franken kann man die Werbung entfernen.

Fazit: Nicht verkehrt, aber auch nicht sonderlich originell oder liebevoll gemacht – also genau wie das typische Mainstream-Radioprogramm.

Footnotes

  1. Der Umstand, dass die Suchfunktion den Nerdfunk nicht findet, deutet allerdings darauf hin, dass das Verzeichnis nicht von iTunes stammt. ^top

Autor: Matthias

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