Die Play SRF-App ist nicht die reine Freude

Das lineare Fernsehen ist weiterhin wichtig – hat eine Studie ergeben, die im Auftrag des Betreibers von linearen Fernsehprogrammen durchgeführt worden ist. Naja.

Für Leute wie mich – und wenn ihr nichts dagegen habt, zähle ich mich an dieser Stelle zu den progressiven Fernsehnutzern – sind die On-Demand-Inhalte inzwischen entscheidend. Mein Medienkonsum speist sich aus Netflix, den Mediatheken und Replay. Auch wenn ich vor Kurzem den Strassenfegern ein bisschen nachgetrauert habe.

Was den Komfort angeht, könnten die allesamt noch etwas zulegen. Netflix nervt durch Trailer, die neuerdings automatisch angehen. Und es ist wirklich mühsam, dass die continue watching-Liste (Mit dem Profil von … weiterschauen) ständig in der Position verrutscht. Wieso kann die nicht einfach zuoberst stehen bleiben?

Die Mediatheken sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Und darum soll es in diesem Beitrag heute gehen. Erstens stellt sich die Frage: Hat man diese Mediatheken am smarten Fernseher zur Verfügung?  „Die Play SRF-App ist nicht die reine Freude“ weiterlesen

Die App für gewachsene Schnäbel

Die Dialäkt-Äpp (kostenlos fürs iPhone und im Web unter dialaektaepp.ch) führt vor Augen Ohren, dass wir aller Globalisierung zum Trotz verwurzelte Wesen sind. Zumindest, was die Sprache von Leuten wie mir angeht, die nie ausgewandert oder weggezogen sind. Die App stellt einem 16 Fragen zur Aussprache von Dialektbegriffen wie Abend, Apfelkerngehäuse, Augen, Bett und Donnerstag – beziehungsweise zu einzelnen Laute aus diesen Worten. Daraus ergibt sich der wahrscheinlichste Wohnort, der in meinem Fall mit Winterthur hundertprozentig genau ermittelt wurde.

Ist das nun eine erstaunliche Leistung? Oder ist es im Grund banal, und einfach nur systematisiert, was ein geübter Zuhörer und Dialektkenner nach zwei, drei Sätzen sowieso herausgehört hätte? Ich finde, es ist beides. Einerseits natürlich tatsächlich banal:  „Die App für gewachsene Schnäbel“ weiterlesen

So so lala Radio

Okay, der heutige Beitrag hat ein bisschen mit dem Sommerloch zu tun. Denn eigentlich höre ich wenig Radio und wenn, dann meist auf die altmodische Art und Weise, nämlich mittels DAB+-Empfänger. Wenn ich Radio übers Internet höre, dann entweder über die Tune-In-App (Stilvoll Webradio hören) oder über die Play SRF-App (iPhone/iPad und Android).

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Ganz so schlimm wie befürchtet ist der radiofone Einheitsbrei nicht.

Es braucht also nicht noch eine App. Doch wenn ich noch eine App nutzen würde, dann wäre das die Radio Schweiz-App, die es fürs iPhone und iPad und für Android gibt. Die App sortiert die Sender nach Kürzlich gehört und nach Favoriten. „So so lala Radio“ weiterlesen

Historische und notorische Podcasts

Es gibt Themen, die eignen sich ausgezeichnet für Podcasts. Da ist sind Technik, Internet und Fankultur. Und darum gibt es mehr Tech-Podcasts, als man zählen (oder hören) könnte. Und sehr gut eignet sich auch die Geschichte:

Die Menschheitsgeschichte ist spannend und ereignisreich, voller faszinierender Figuren, Intrigen und wechselvollen Ereignissen. Sie bietet einen unerschöpflichen Fundus an Material, Blickwinkeln und Interpretationsmöglichkeiten. Und die Geschichte eröffnet ein Tummelfeld für den analytischen Geist: Für «was wäre wenn»-Fragen, für Querverbindungen zur Gegenwart und zu anderen geschichtlichen Ereignissen. Und man kann immer fragen, wie einleuchtend und erkenntnisreich alternative Deutungen sind. Denn wir wissen, dass normalerweise der Sieger die Geschichte schreibt.

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Mord! Verschwörung! Axthiebe! (Bild: Der Untergang des Jürg Jenatsch, E. Sturtevant, CC0)

Darum also hier eine Übersicht von Geschichts-Podcasts, die ich abonniert habe – und wenn es die Zeit erlaubt auch lückenlos höre.
„Historische und notorische Podcasts“ weiterlesen

Schweizweite Zeitreisen

Youtube ist für mich ein Medium, auf das ich zwar nicht verzichten würde, doch von dem ich auch nicht allzuviel erwarte. Es gibt dort Millionen von Clips – nicht nur Schrott, sondern auch viele lustige und gute Sachen. Dennoch versprüht Youtube den Charme von Amateurhaftigkeit und Chaos. Wackelige Handyvideos, Verschwörungstheorie-Clips, mitgeschnittene und mutmasslich nicht sauber lizenzierte Fernsehausstrahlungen, lustige Fundstücke und Unsinniges, wie Hitler, der zehn Minuten lang Nein sagt und dafür 3,5 Millionen Views bekommt – das ist Youtube.

Die Stärke von Youtube ist, dass man dort meistens irgend etwas zu einem Thema findet, zu dem man ein Video sucht. Man kann Videos selbst kostenlos hochladen und sehr einfach auf seiner eigenen Website einbinden – das ist um Welten simpler, als wenn man sie selbst hosten müsste. Und da sich sehr viele Leute auf Youtube tummeln, haben Videos eine unter Umständen sehr lange Halbwertszeit. „Schweizweite Zeitreisen“ weiterlesen

Fernsehen in Zeiten der Glasfaser

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Der legitime Nachfolger des VHS-Rekorders.

Wie hier ausgeführt, habe ich der UPC (Cablecom) den Rücken gekehrt. Dieser Schritt bringt einige Veränderungen mit sich, über die hier im Blog noch zu reden sein wird: Über den neuen Router, den Turris Omnia. Über die Erfahrungen mit der Umstellung auf Sip, inklusive Rufnummernportierung (guest-voip.ch mit dem Gigaset S850 A GO). Und jetzt vor allem über Teleboy.

Denn auch wenn sich unser Fernsehkonsum stark gewandelt hat und wir meistens bei Netflix abhängen, so ist das lineare Fernsehen nicht komplett abgeschrieben. Ab und zu möchten wir die Tagesschau oder den Tatort sehen. Plus ein paar andere Sendungen, auf die manche Leute in unserem Haushalt nicht verzichten wollen, deren namentliche Erwähnung an dieser Stelle für die Betroffenen allerdings über Gebühr peinlich wäre. Ich habe mir einige Zeit überlegt, was mir nun besser gefällt – Wilmaa oder Zattoo? Und bin dann bei Teleboy gelandet. Genau, beim lachenden Dritten.

Zwei Gründe haben zu diesem Entscheid geführt und mich dazu bewogen, für die Premium-Funktionen Teleboy Comfort für 115 Franken im Jahr zu abonnieren: „Fernsehen in Zeiten der Glasfaser“ weiterlesen

Formatradio ist das letzte

In diesem Blog wurde des Öfteren über das formatierte Radio von heute gelästert. (Nämlich hier, hier und hier). Der Zwang, jegliche Ecken und Kanten aus dem Programm zu entfernen, macht aus dem Radio, das von Haus aus das tollste Medium von allen sein könnte – etwas Langweiliges, Ödes, Nutzloses.

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Wer ihn nicht mag, lässt das Radio besser ausgeschaltet.

Nun bin ich neulich über die Site und-taeglich-gruesst-das-murmeltier.de gestolpert. Michael Vogel hat die Musikprogrammation von HR3 analysiert und statistisch ausgewertet. Die Daten zeugen davon, wie eintönig das Musikprogramm daherkommt, wenn es von der Marktforschung bestimmt wird. Einige Erkenntnisse:

Die 100 meistgespielten Interpreten steuerten 2014 bei HR3 mit 1189 Songs 48,75 Prozent aller Radioairplays bei. 2015 ist der am häufigsten gespielte Song «Blame it on me» von George Ezra. „Formatradio ist das letzte“ weiterlesen

Das ewige Teasen reizt nicht mehr…

Das Sommerloch ist wie gemacht für ein bisschen Medienschelte. Oder sagen wir: Medienreflexion mit einem Hauch von Selbstkritik. Es geht um die Teaser. So nennt man Programmhinweise, die man, etwas weniger euphemistisch, auch Eigenwerbung heissen könnten.

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Taten statt Worte, Pro Sieben. Oder, wie der Engländer sagt: The proof of the pudding is in the eating.

Nun fangen wir den Beitrag an mit der Selbstkritik: Es ist nicht so, dass mir Eigenwerbung fremd wäre. Im Gegenteil: Dieses Blog hier betreibt Werbung für meine neue Videorubrik Digitale Patentrezepte beim Tagi: Da, eben ist es wieder passiert! Ich weise auf Twitter jeweils auf meine Radiosendungen hin und vertwittere meine Blogbeiträge. Im Internet herrscht ein erbitterter Kampf um Aufmerksamkeit und in dem Kampf ist es nicht so, dass sich Qualität automatisch durchsetzen würde. Beachtung findet tatsächlich, wer am lautesten schreit.

Das setzt nun aber leider eine Spirale in Gang, in der jeder versucht, den anderen zu übertönen – was ich im Beitrag So ein Kack! kritisiert habe. (War das etwa schon wieder ein Teaser?)

Aggressives Clickbaiting führt zu nichts. In der Vermarktung eigener Inhalte ist Mässigung angesagt. „Das ewige Teasen reizt nicht mehr…“ weiterlesen

SRF muss innovativer werden

Die Abstimmung vom 14. Juni zum Systemwechsel bei den Radio- und Fernsehgebühren hat auch eine Debatte um die SRG und den Service Public ausgelöst. Ich werde für die Revision des Radio- und TV-Gesetzes (RTVG) stimmen, weil ich das Haushaltsystem befürworte und die SRG für eine gute Sache halte.

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Jungtalente, bitte hier platz nehmen. (Bild: SRF)

Andererseits ist es tatsächlich sinnvoll, die SRG auf den Prüfstand zu stellen und anlässlich der Abstimmung zu fragen: Macht sie eigentlich einen guten Job? Ich habe in diesem Blog vor allem das Radio kritisiert. „SRF muss innovativer werden“ weiterlesen

Die grosse Horizon-Wunschliste

Es ist den Lesern dieses Blogs nicht entgangen, dass ich aufgrund äusserer Umstände auf die Horizon-Box umgestiegen bin1. Nun habe ich die Box seit zwei Wochen in Betrieb – und könnte hier eigentlich eine ausführliche Besprechung schreiben.

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Viele Optionen machen die Bedienung umständlich.

Ich könnte auch ein Kurzfazit von mir geben, was ich hiermit tue: Stattdessen soll es die grosse Horizon-Wunschliste geben. In den Ansätzen finde ich das Gerät gut. Mir gefällt die moderne Optik des Menüs, die das Blau in Blau gehaltene Erscheinungsbild der klassischen Box sehr altbacken erscheinen lassen. Das schnellere Zappen, die vielfältigeren Funktionen, die Anbindung per WLAN (im Client-Modus), die Companion-App für iOS und Andrdoid, Dinge wie Replay und MyPrime und die Fernbedienung, die auch als Universal-Fernbedienung funktioniert, machen die Box tatsächlich zu so etwas wie einen Entertainment-Hub. Für einen echten Hub würde ich gerne Apps wie die von Netflix auf der Box installieren. Es gibt zwar die Erweiterbarkeit per Apps (im Menü via Mediathek > Apps), doch dass im Angebot der Dienst des famosen Herrn Hastings erscheint, ist doch eher wenig wahrscheinlich.
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