Zur Nachahmung empfohlen


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Ein Schwall Meerwasser hätte meine Ferienfotos von den Azoren um ein Haar dahingerafft… aus diesem Grund habe ich heute eine Backup-Strategie, die manche als neurotisch bezeichnen würden. Egal – ich empfehle sie heute trotzdem zur Nachahmung. Denn verlorene Ferienfotos sind ein nachhaltiger Dämpfer. Ich bin heute noch überzeugt, dass die Fotos, die ich am 14. Juli 1989 in Paris geschossen habe (bei der Zweihundert-Jahrfeier) die besten Fotos meines Lebens waren. Das ist wahrscheinlich nicht der Fall. Aber das Gegenteil kann mir niemand beweisen, weil ich tatsächlich vergessen hatte, einen Film einzulegen. Ja, liebe Kinder, das war damals ein gängiger Witz, und mir ist es tatsächlich mal passiert.

170704-dpr91.jpg
Via Speicherkarte die Kamera mit WLAN nachrüsten.

Also, die Strategie ist im Grunde einfach: Von der Kamera aufs Handy und vom Handy in die Cloud. Erschwert wird sie durch den Umstand, dass nicht alle Kameras WLAN haben und dass nicht alle Leute die Cloud mögen. Darum hat die Strategie zwei Erweiterungen. Die erste erklärt, wie man Kameras mit einer Funkspeicherkarte WLAN-tauglich macht. Und die zweite stellt eine einfache Lösung vor, wie man die Fotos via Internet auf eine eigene Festplatte nach Hause schickt. Dabei handelt es sich um die Lima-Box. Ich habe sie hier im Blog zwar harsch kritisiert. Aber die Sicherung der Handyfotos funktioniert inzwischen astrein. Wenn man sie als single purpose device betrachtet, dann ist sie schwer okay.

Noch zu der Frage, wie ich die Fotos von den Azoren ins Fotobuch bekommen habe. Dazu war tatsächlich eine Datenrettungssoftware nötig. Ich habe PhotoRec verwendet, das alle Bilder zurückgebracht hat. Das Programm stelle ich im Beitrag Die letzte Chance für verlorene Dateien vor. Sie ist nicht gerade nutzerfreundlich, doch in der Kummerbox habe ich seinerzeit (am 10. Oktober 2011) eine Anleitung geliefert:

Fotos verzweifelt gesucht
Nach einem Wochenende in Ulm habe ich festgestellt, dass meine Kamera keines meiner Bilder mehr anzeigt. Woran kann das liegen, und können die Bilder noch irgendwo sein? Karin B., München

Was passiert ist, kann ich per Ferndiagnose nicht eruieren. Aber immerhin habe ich auf den zweiten Teil Ihrer Frage eine verhalten optimistische Antwort: Die Datenrettung ist bei Speicherkarten (im Gegensatz zu der Festplatte im PC) oft erfolgreich und bringt versehentlich gelöschte oder durch eine Fehlfunktion beseitigte Bilder zurück.

Ein hervorragendes Programm für diesen Zweck ist PhotoRec. Das wirkt auf viele Anwender erst einmal abschreckend. Es hat keine grafische Benutzeroberfläche und weist eine mehr als kryptisch Bedienung auf. Aber es leistet gute Dienste, und es ist kostenlos zu erhalten.

Es stehen verschiedene Versionen des Datenretters für Linux, Mac OS X und DOS bereit. Für die meisten Anwender ist Windows 32-bit unter TestDisk & PhotoRec die richtige Wahl.

Es gibt kein Installationsprogramm. Kopieren Sie den Inhalt des ZIP-Archivs an eine geeignete Stelle, zum Beispiel in Ihren Programmordner. Da die Auswahl des Verzeichnisses, in das die geretteten Bilder zu kopieren sind, knifflig ist, können Sie es auch in den Bilderordner legen – auch wenn das unorthodox ist.

Dann schliessen Sie die Kamera an oder setzen die Speicherkarte in den Kartenleser ein und starten photorec_win.exe. Im ersten Schritt wählen Sie im Textmenü die Karte aus. Sie müsste an der Grösse erkennbar sein. Falls sie nicht erscheint, schliessen Sie das Programm und starten es erneut. Wählen Sie mittels Pfeiltasten die Karte aus und drücken Sie Enter. Im nächsten Schritt muss der Typ der Partitionstabelle der Karte angegeben werden. Das ist in den meisten Fällen Intel/PC partition). Nun ist die Partition auszuwählen. Wo es wahrscheinlich nur eine Option gibt. Falls es mehrere Optionen gibt, probieren Sie dann nacheinander alle durch. Bei der Frage nach dem Dateisystem geben Sie Other – FAT/NTFS/HFS+/ReiserFS an.

Als Letztes müssen Sie angeben, wohin die geretteten Dateien zu kopieren sind. Bei Directory ist der ausgewählte Ordner ersichtlich. Das dürfte der Ordner sein, aus dem das Programm ausgeführt wurde. Wählen Sie den Eintrag mit den zwei Punkten am Ende aus, können Sie eine Verzeichnisebene nach oben «klettern». Falls Sie das Programm in Ihren Bilderordner gelegt haben, gelangen Sie so in den Bilderordner und können die Datenrettung starten.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Kommentar verfassen