Google verstaatlichen


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Googles Suchmaschine hat eine Mission: Nämlich zu einem Stichwort die passenden Resultate zu liefern. Allerdings fehlt in manchen Fällen die Notwendigkeit, ein Suchresultat anzuklicken: Google beantwortet manche Fragen direkt. Zum Beispiel über den Knowledge Graph. Oder bei Büchern, Fragen nach der Uhrzeit, Umrechnungen oder sogar beim Wunsch nach Zerstreuung – das Video zeigt 15 solcher «Ostereier» (wenn man sie so nennen will).

Bleibt die Frage: Ist es eigentlich legitim, wenn Google in manchen Fällen Websites den Traffic vorenthält, weil die Neugierde des Nutzers bereits durch die Anreicherung der Resultateliste befriedigt werden konnte? Aus Nutzersicht ist das natürlich legitim: Es gibt kein Gesetz, das einen Suchmaschinenbetreiber dazu verpflichten würde, nur Suchresultate anzuzeigen. Und für den Nutzer ist es praktisch, sich bei simplen Fragen nicht durch einen Wust von Resultaten klicken zu müssen, auf der Suche nach der besten Weltzeituhr oder tollsten Umrechnungssite.

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Richtige Antwort: Google

Aus Sicht der Betreiber von Websites sieht es etwas anders aus: Da findet man es sehr störend, wenn die Suchmaschine – die eigentlich Vermittlerin sein sollte – in Konkurrenz zum eigenen Angebot tritt. Und es ist eine übermächtige Konkurrenz. Denn wer wird eine Weltzeituhr wie weltzeituhr.ch aufrufen (und dort die Werbebanner ansehen) wollen, wenn Google einem nach der Eingabe «Time in LA» schon gesagt hat, was man wissen wollte?

Das führt wieder einmal vor Augen, wie einseitig die Machtverhältnisse im Netz ist. Google ist zwar auf die Massen der Websites im Netz angewiesen, um mit seiner Suchmaschine überhaupt etwas zu suchen zu haben. Doch auf die einzelne Website kann Google sehr gut verzichten. Websites wie weltzeituhr.ch ihrerseits sind enorm auf Google angewiesen. (Ich nehme an, die wenigsten Leute werden so eine Site über ein Lesezeichen aufrufen, sondern zu Google greifen, wenn sie wissen müssen, wie spät es in Kalifornien ist.)

Fazit: Wir werden auf längere Frist nicht darum herumkommen, uns Gedanken darüber zu machen, wie Google oder auch Facebook organisiert sein müssen, damit niemand benachteiligt wird. Ich finde ja, man müsste die Idee einer Verstaatlichung – bzw. eine Vergemeinschaftlichung durch die Staatengemeinschaft – einmal ernsthaft durchdenken. So wie der grosse Denker Jan Böhmermann das zu Recht in den Raum gestellt hat.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

2 Gedanken zu „Google verstaatlichen“

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