Das Ende der mobilen Datenaskese

Ich bin Kunde bei Salt (vormals Orange Schweiz), seit dieser 1999 in den Äther ging. Da mich sowohl die Swisscom als auch Sunrise gelegentlich ärgerten, ist für mich Salt nach wie vor eine gute Wahl. Eigentlich.

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Mehr Salt für Internetsoldaten wie mich! (Bild: JD Hancock/Flickr.com)

Ich nutze nach wie vor das inzwischen nicht mehr erhältliche Abo Optima 30, das anno 2008 mit der Lancierung des iPhone in der Schweiz angeboten wurde. Das zeichnet sich durch einen Preis von 45 Franken pro Monat, drei Gratis-Lieblingsnummern, 30 Minuten in die Schweiz und 50 Gratis-SMS aus.

Nun hat sich seit 2008 mein Nutzungsverhalten sehr verändert. SMS und Telefonie spielen fast keine Rolle mehr. Meine Gratisminuten und die SMS verfallen regelmässig. Gestiegen ist mein Datenverbrauch. Bei Optima 30 ist ein Gigabyte pro Monat dabei. 2008 reichte das locker. Doch heute komme ich nur mit (an Askese grenzende) Zurückhaltung über die Runden. Ein Blick auf die neuen Preispläne zeigt, dass ich mit dem Angebot «Basic» 5 Franken sparen könnte: Unlimitierte Minuten und SMS in der Schweiz, 1 G Daten. Was wegfällt, sind 30 Minuten internationale Anrufe. Aber die habe ich auch nie gebraucht, weil ich seit den Mobilfunk-Anfängen verinnerlicht habe, dass man aus Kostengründen nicht mit dem Handy ins Ausland telefoniert. Wäre nett gewesen, wenn Salt von sich aus auf diese Sparmöglichkeit hingewiesen hätte. Sonst wird man auch wegen jedem Quark angerufen.

Mobile Daten ohne Limit
Das eigentlich interessante Angebot ist nun «Plus Swiss» – übrigens Gratulation, dass es Salt gelungen ist, maximale Doofheit bei der Benennung dieser Preispläne zu erzielen. Das kostet 69 Franken im Monat mit 10 Franken Rabatt, wenn man kein neues Telefon nimmt. Es bietet unlimitierte Daten. Stellt sich also die Frage: Lohnt sich ein Preisaufschlag von 14 Franken gegenüber dem bisherigen Abo für unlimitierte Daten? Die Antwort für einen Internetintensivnutzer wie mich ist natürlich ein Ja. Kein vorbehaltloses Ja. Ich hadere jedes Mal mit mir, wenn ich meine monatlichen Fixkosten in die Höhe treibe. Darum wäre mir lieber gewesen, die monatlichen Kosten gleich zu halten, wenn dafür das Angebot den Gegebenheiten angepasst worden wäre. Beispielsweise 5 GB Daten statt eines.

Ich bin darum zähneknirschend auf das neue Abo umgestiegen. Die Aussicht, auch unterwegs Podcasts herunterladen, Spotify hören, Netflix schauen und periscopen zu können, gab den Ausschlag.

Ach ja, etwas noch: Am Ende dieses Postings komme ich nicht umhin, den atemberaubend grossen publizistischen Hebel dieses Blogs für eigene Zwecke zu nutzen.

Und da prangere ich an, dass zwar der Wechsel, nicht aber Kundentreue von den Mobilfunkanbietern belohnt wird. Kein Extrarabatt für den Umstieg auf den teureren Vertrag oder sonst ein Zeichen der Dankbarkeit. Da fühlt man sich tatsächlich immer ein bisschen wie der Depp, wenn man bei einem Anbieter bleibt. Was ja nicht Sinn der Sache sein sollte…

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

2 Gedanken zu „Das Ende der mobilen Datenaskese“

  1. Ich stand Anfang Jahr vor der gleichen Frage, einfach bei Swisscom. Hatte auch so ein altes Abo mit 1 GB Daten. Telefon und SMS kosteten extra. Seit Oktober brauchte ich das Handy auch geschäftlich. Im Januar wechselte ich auf Infinity mit Flat auf allem (ausser Ausland natürlich). Mittlerweile habe ich ein Büro in Zwischennutzung bezogen. Dort ist es nicht möglich, eigens einen Internetanschluss legen zu lassen. Also arbeite ich über den Mobile Account. Seither liegt der Datenverbrauch bei rund 50 GB pro Monat . Geschwindigkeit ist so gut, dass ich mir am überlegen bin, ob ich den Cablecom Anschluss zu Hause nicht Downgraden will.

    So gesehen spare ich also durch den Abo Wechsel doch wieder was.

  2. Wenn man übrigens nur Surfen möchte (z.B. für Tablet), dann ist deren Unlimited Surf Angebot interessant. 35 CHF für Unlimitierte Daten in der Schweiz. Telefonieren kann man auch – was das kostet, weiss ich nicht. Wenn das jemand weiss, würde es mich echt interessieren.

    PS: Würde ja gerne auch einen Link setzen, aber: “ERROR: Comment is invalid”

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