Ein F-you den Telefonspammern!

Achtung: Der nachfolgende Beitrag könnte Gossensprache enthalten und ist daher für Kinder unter 1½ Jahren nicht geeignet!

Wenn ich tagsüber zu Hause bin und das Telefon klingelt, gehe ich erst gar nicht mehr ran. Es ist garantiert irgend ein Callcenter dran. Gewinnspiele, dubiose Telekom-Klitschen, Krankenkassen-Vergleichsdienste, Umfragen: Die Liste der Themen, mit denen man unbescholtenen Teilnehmern auf den Wecker gehen kann, ist endlos, und sie reicht bis hin zu den betrügerischen Maschen wie den Lockanrufen, die dazu führen, dass man jedem nur raten kann, bei unbekannten Nummern auf Rückrufe zu verzichten.

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Adäquate Ankündigung, dank passendem Telefonbucheintrag.

Der Gipfel der Frechheit war das Link-Institut aus Luzern, das mich mehrfach aufs Handy angerufen hat. Meine Mobilfunknummer ist in keinem Verzeichnis gelistet, sodass sich die Frage stellt, auf welchem unseriösen Weg dieses Link-Institut aus Luzern überhaupt an meine Nummer gelangte. Abgesehen davon ist meine Mobilfunknummer aus Grund in keinem Verzeichnis gelistet. Sie ist nämlich nur für wichtige und/oder dringende Zwecke da.

Zur Misere tragen die Wählcomputer bei. Ein Bekannter ist der Meinung, sich mit der Materie auszukennen. Er sagte mir, dass das inzwischen so läuft, dass der Computer die Nummer wählt und abwartet, ob einer rangeht. Und erst wenn sich ein Mensch und kein Anrufbeantworter meldet, den Anruf an einen Callcenter-Mitarbeiter weitergibt – was absolut zu der Beschreibung bei Wikipedia passt.

Dialer ist ein Schimpfwort
Dialer: Das ist ein Schimpfwort seit den Anfängen des Internets. Als man sich per Analogmodem über die Telefonleitung mit dem Internet verband, tauchten augenblicklich auch die betrügerischen Programme auf, die fürs Internet eine teure Sondernummer anriefen. Das hatte erkleckliche Kostenfolgen für die Opfer und war für die Täter eine erträgliche Betrugsmasche, bei der man sich fragen musste, warum sich die Telekom-Unternehmen als willige Helfershelfer hergaben.

Diese Frage muss man sich auch heute wieder stellen. Es wäre kein Problem, den Telefonteilnehmern eine Möglichkeit zur Verfügung zu stellen, unerwünschte Anrufe schon in der Zentrale zu blockieren – sodass sie erst gar nicht zum Anschluss durchgestellt werden. Sinnvoll wäre in diesem Fall auch eine Rückmeldung an das Callcenter: «Der Teilnehmer hat Sie blockiert und wünscht, dass Sie sich gefällst ins K*** ******!» Ich fände es sogar in Ordnung, wenn die besonders deftigen Beleidigungen gegen einen kleinen Aufpreis zu haben wären.

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Verzeichnisse nerviger Nummern gibt es schon.

Es wäre sogar möglich, die von sehr vielen Leuten geblockten Nummern generell zu sperren. Da wäre es sicherlich nötig, die Schwelle relativ hoch anzusetzen (sowohl was die Zahl der täglichen Anrufe als auch den Blockierungsanteil angeht). Trotzdem hätte dieser Mechanismus für die Callcenter eine warnende Wirkung: Achtung, wenn ihr es euch mit zu vielen Leuten verscherzt, dann hat es sich austelefoniert!

Aber klar: Mit dieser Massnahme lässt sich kein Geld verdienen. Im Gegenteil: Sie wird die Einnahmen verringern, wenn grosse Callcenters den Telefonstecker gezogen würde. Darum wird sie garantiert kein Telekomunternehmen umsetzen, obwohl es ein gutes Argument im Kampf um die Kunden wäre.

Dekoratives Sternchen
Ich halte fest: Das Sternchen im Telefonbuch hat nur noch dekorativen Zweck. Wir lösen das Problem so, dass wir unbekannte Nummern kurz über tellows.ch prüfen und sie im Nummernspeicher des Telefons dann mit der schönen Bezeichnung «Wixxxer» ablegen. Selbstverständlich kann man auch eine weniger offensive Benennung wählen. Ich finde es allerdings nett, wenn sich ein entsprechender Anrufer gleich adäquat ankündigt.

Penetrante Werbung überall, viel zu viele Leute, die einen auf der Strasse anquatschen – namentlich in der Marktgasse. Die Hemmschwelle, Leute mit ungewollten und unwichtigen Botschaften zu belästigen, ist sehr tief, viel zu tief gesunken.

Autor: Matthias

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Ein Gedanke zu „Ein F-you den Telefonspammern!“

  1. Verstehe Deinen Ärger nur zu gut. Anonyme Anrufe kannst Du übrigens blockiere, zumindest bei der Swisscom. Da fällt schon mal das hochqualitative Olivenöl aus Italien weg.

    Ansonsten kann ich Dir nur zu einem Handy aus diesem Jahrzehnt raten. 😉 Da lassen sich Rufnummern auf dem Gerät blockieren. Mit einer passenden App (zB. “Advanced Call Blocker”) auch alle internationalen Nummern etc.

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