Schneller tippen mit Logi

Ob es eine gute Methode gäbe, das Schreiben auf der virtuellen Tastatur zu lernen und trainieren, hat mich eine Kummerbox-Leserin neulich gefragt:

Have wondered why Apple etc don’t or whether they do offer a keyboard sample to teach touch typing as one learns it on the typewriter. (I date myself with that one.) Have tried to work one out myself. I’m great on the latter. But the touch is altogether different and board not quite the same really.

Ja, gelegentlich treffen auch Mails in Englisch ein, weil Tsüri halt einfach eine fürchterlich internationale Stadt ist. Wie auch immer: Ich tippe auf der virtuellen Tastatur auch nicht sonderlich schnell. Vielleicht wird das besser werden, wenn die LCD-Displays einem an den Fingerkuppen etwas zu spüren geben und man fühlt, wo die Tasten sind. Vielleicht auch nicht, weil das Muskelgedächtnis von Vielschreibern wie mir nun einmal auf echte Tasten getrimmt ist.

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Fast wie ein richtiges Laptop.

Also bin ich wieder einmal dabei, Tastaturen fürs Tablet zu testen. Von Digitec habe ich das Ultrathin Keyboard Cover fürs iPad erhalten. Es ist ab iPad 2 benutzbar und für um die 100 Franken erhältlich. Es dient, wie der Name sagt, auch als Cover, d.h. es lässt sich magnetisch ans iPad andocken und hat eine Aluminium-Rückseite, die exakt zu der des iPad passt. Das hat Logitech, sonst nicht unbedingt der Meister des stilvollen Gerätedesigns, gut hingekriegt. Die Vorderseite ist allerdings nicht ganz nach meinem Geschmack. Die glänzende Plastikoberfläche zieht Fingerabdrücke geradezu magisch an und da sie die Deckenleuchte reflektiert, sieht man jede Unebenheit – was im Vergleich zur edlen Rückseite dann erschütternd billig wirkt.

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Mir gefiele eine matte Oberfläche besser.

Am Schreibgefühl gibt es wenig zu mäkeln
Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Entscheidend ist das Schreibgefühl, und daran gibt es wenig zu mäkeln. Obwohl die Tasten wegen der geringen Dicke nur wenig Hub haben, schreibt es sich angenehm – wenn man davon absieht, dass meine kleinen Finger beim Betätigen der äussersten Tasten (z.B. die Umschalttaste) mitunter am etwas erhöhten Rand hängenbleiben. Aber das ist Gewohnheitssache, nehme ich an.

Das Pairing per Bluetooth ist komplett unkompliziert, da keine PIN ausgetauscht werden muss. Bei der Wedge-Tastatur von Microsoft war dieser Schritt nötig, was die Inbetriebnahme meines Erachtens unnötig verkompliziert. Angenehm auch, dass die Verbindung zur Tastatur aufgebaut wird, sobald man sie einschaltet – mit einer geladenen Batterie soll man übrigens bei zwei Stunden Nutzung pro Tag zu sechs Monate schreiben können, sagt Logitech.

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Das hochformatige Tippen ist etwas wackelig, aber nicht unmöglich.

Die Tastatur hat eine Rinne, in der man das iPad beim Schreiben quer platziert wird. Auch hochformatig kann man es einhaken, dann wirkt die Konstruktion allerdings etwas wackelig. Es gibt. Als Sonderzeichen findet sich auf der Tastatur rechts oben, wo normalerweise der Esc-Knopf steckt, einen Home-Button. Nebst den Pfeiltasten, die ich auf der virtuellen Tastatur schon sehr vermisse, gibt es über die fn-Taste auch diverse Extrafunktionen: Eine Taste zum Ein- und Ausblenden der virtuellen Tastatur, Tasten zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen, Lautstärkeregler, Stummschalter und Play/Stopp-Knopf für die Multimediawiederabe. Rechts oben über die Backspace-Taste lässt sich das iPad auch sperren.

Gesucht wird nicht
Die Suchtaste scheint mit iOS7 nicht mehr zu funktionieren. Über Fn + 3 kann man, wenn die virtuelle Tastatur eingeblendet ist, zwischen den Tastaturlayouts wechseln. Auch ganz praktisch.

Fazit: Ein nettes Gadget, mit dem man schreibenderweise seinen Output markant erhöht. Besonders, wenn man zu den Leuten gehört, deren Muskelgedächtnis auf herkömmliche Tastautren getrimmt ist. Und: Auch mit dem iPhone funktioniert die Tastatur bestens. Zum Schreiben jedenfalls, als Cover nicht so richtig…

Autor: Matthias

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