Hier kam Alex (Cottonbro Studio, Pexels-Lizenz).

Dateien mittels KI automatisch benennen

Namequick sorgt mit­tels künst­li­cher In­tel­li­genz am Mac für spre­chen­de Datei­na­men. Für Win­dows existiert eine ähn­li­che, aber we­ni­ger aus­ge­klü­gel­te App.

Die künstliche Intelligenz eröffnet neue Wege – selbst für Leute, die noch im klassischen Computing verhaftet sind. Ein exemplarisches Beispiel dafür ist Namequick: Das ist eine Mac-App, die Dateien anhand ihres Inhalts benennt. Nichtssagende Dateinamen, wie sie typisch für Downloads aus dem Netz sind, werden durch eine kurze inhaltliche Beschreibung ersetzt.

Namequick sorgt dafür, dass der Frosch mit «Frosch» angeschrieben ist.

Ein gefundenes Fressen für mich! Bekanntlich habe ich eine klare Vorstellung davon, wie die lokale Ablage organisiert sein muss. Das ist nicht bloss ein Spleen, sondern hilft beim Auffinden. Und es ist eine zwingende Voraussetzung für automatisierte Aktionen.

Namequick macht einen durchdachten Eindruck:

  • Nutzerinnen und Nutzer haben die Wahl, welches LLM für die Benennung herangezogen wird. Es kann ein lokal installiertes Sprachmodell oder aber auch ein Modell aus der Cloud sein.
  • Wer für ein Abo bei ChatGPT oder einer anderen KI bezahlt, benutzt einen eigenen API-Schlüssel (Byok oder Bring your own Key).
  • Es gibt weitreichende Steuerungsmöglichkeiten via Namensvorlagen, in denen auch dynamische Platzhalter für Datum, Uhrzeit, Dateityp etc. benutzt werden können.
  • Mit der Ordnerüberwachung lassen sich Dateien im Downloadordner, auf dem Schreibtisch oder anderswo automatisch neu benennen.
  • Es gibt den Batch-Betrieb zur konsistenten Benennung einer grossen Zahl an Dateien.
  • Und die App lässt sich über globale Tastaturkürzel steuern.

Mit anderen Worten: Ein Nerd-Spielzeug, wie es im Buch steht.

Ich vertraue darauf, dass Namequick diesen Erwartungen gerecht wird, weil iPhone-Blogger Alex Olma es im «Bits und so»-Podcast empfohlen hat. Selbst gekauft habe ich die App nicht, weil ich meine Dateien unter Windows und nicht auf meinem Mac verwalte und mir die 19 US-Dollar daher zu teuer sind.

Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch eine Pro-Version für 29 US-Dollar mit einer Lizenz für drei Macs und ein Abo für neun Dollar pro Monat, bei dem 500 KI-Credits inbegriffen sind und dementsprechend kein eigener API-Schlüssel benötigt wird.

Das Gleiche in Grün für PC-Nuzerinnen?

Die Frage, die sich für mich stellt: Gibt es so etwas Tolles auch für Windows?

Die Umbenennung klappt – allerdings nicht wirklich gemäss meinen Vorgaben.

Die Antwort ist ein Jein. Ein so elegantes Hilfsprogramm wie Namequick habe ich nicht gefunden. Ein Kandidat ist Renamer.ai, doch bei dem handelt es sich um eine notdürftig in eine Windows-Oberfläche verpackte Web-Anwendung. Die Analyse der Dateien erfolgt in der Cloud, ohne die Möglichkeit, ein eigenes lokales LLM einzubinden.

Das scheint mir nicht zweckdienlich. Es erzeugt viel Netzwerkverkehr und vor allem ein unvertretbares Datenschutz-Risiko: Wenn wir auch unsere Steuererklärung und Privatfotos benennen wollen, dann führt kein Weg am lokalen LLM vorbei. Trotzdem hier eine kurze Übersicht der Features:

Wir können die Sprache festlegen, in der die Datei benannt werden soll.

  • Bei Text Format stehen Kleinbuchstaben, Versalien und grosser Anfangsbuchstabe zur Wahl.
  • Es gibt einige vorgefertigte Muster u.a. für Geschäftsdokumente, Projektdateien und Rechnungen.
  • Über Create Template lassen sich eigene Muster erstellen. Ich habe es mit diesem Editor jedoch nicht geschafft, meine Vorliebe (mit Daten-Präfix aus Jahr, Monat und Tag) durchzusetzen.

Zu teuer, zu unsicher

Der Editor für Renamer.ai, in dem die Benennungs-Muster erfasst werden.

Die Preisgestaltung scheint mir höchst unattraktiv. Als Gratis-User dürfen wir 15 Dateien pro Monat neu benennen. Für 9,95 US-Dollar gibt es 200 Dateien pro Monat – was sehr wenig ist. Für 1000 Dateien bezahlen wir viel zu teure 29,95 Dollar und für 5000 sogar 99,95 Dollar.

Aber wie wäre es, selbst ein Python-Script zu schreiben, das die Umbenennung gemäss unseren Vorgaben vornimmt? Ich habe die Frage ChatGPT gestellt, und die KI hat mir sogleich einen Vorschlag ausgespuckt. Es ist sicherlich keine Überraschung, wenn ich hier verrate, dass dieses Script nicht vom Fleck weg wunschgemäss arbeitet. Ich werde aber ausprobieren, ob ich es zum Laufen bekomme und im Erfolgsfall hier Bericht erstatten …

Kommentar verfassen