Unkompliziert Dateien verschwinden lassen und wieder zum Vorschein bringen

Eine einfache Methode, wie man beim Mac versteckte Dateien und Ordner anzeigt und selbst versteckte Datenablagen einrichtet.

Einmal mehr nehme ich mir vor, wieder kürzer zu bloggen. Und natürlich werde ich auch dieses Jahr scheitern – aber vielleicht klappt es ja beim wenigstens bei den ersten paar Versuchen.

Also, hier geht es um einen praktischen kleinen Tipp für den Mac, der in der geschilderten Weise meines Wissens erst seit einigen Versionen des Betriebssystems funktioniert – aber überaus praktisch ist.

Der Trick bezieht sich auf die unsichtbaren Dateien beim Mac. Die meisten Betriebssysteme verstecken gewisse Dinge vor dem Benutzer. Sie tun das, damit der Benutzer nicht abgelenkt wird durch Dateien und Ordner, die er nicht direkt bearbeiten muss.

Der Selbsterhaltungstrieb?

Und ein gewisser Selbsterhaltungstrieb kann man den Betriebssystemen auch unterstellen: Das Verbergen wichtiger Systembestandteile hindert unerfahrene Nutzer daran, irreparablen Schaden anzurichten. Ich erinnere mich noch an meine Zeit als Kummerbox-Betreuer, wo es gelegentlich Anfragen gab wie: «Ich habe diesen riesigen Windows-Ordner gefunden, der mir wertvollen Platz auf der Festplatte wegnimmt. Ich habe ihn darum gelöscht – doch nun funktioniert mein Windows nicht mehr. Kann man da was tun?»

Nun kommt es immer mal wieder vor, dass man einen Blick auf die versteckten Dateien werfen müsste – sei es, um manuell ein Problem zu beheben, sei es, um wichtige Konfigurationsdateien zu sichern. Da ist aus besagtem Grund etwas schwierig.

Versteckte Dateien im Finder anzeigen

Doch es gibt ein simples Tastaturkürzel, das im Finder die versteckten Dateien anzeigt. Es lautet:

Command + Umschalttaste + . (Punkt)

Das kann man sich deswegen gut merken, weil bei den auf Unix basierenden Betriebssystemen der Punkt am Anfang eines Dateinamens selbige unsichtbar macht. Gutes Beispiel ist die Datei .htcaccess, die ich hier beschrieben habe.

Da ist noch mehr: Das Nutzerverzeichnis mit den normalerweise ausgeblendeten Ordnern.

Ausprobieren kann man das Tastaturkürzel im Benutzer-Ordner. Wenn man die versteckten Dateien und Ordner einblendet, kommen diverse normalerweise unsichtbare Ordner zum Vorschein, beispielsweise der ominöse Library-Ordner (siehe Den Library-Ordner hervorzaubern).

Versteckte Ordner und Dateien anlegen

Möchte man selbst versteckte Ordner und Dateien anlegen, geht das mit mehreren Methoden, die hier ausführlich beschrieben sind. Die einfachste Methode erfolgt meines Erachtens über das Terminal. Man tippt folgendes:

chflags hidden [Datei oder Verzeichnis, inklusive Pfad]

Per Terminal lässt sich ein Ordner oder eine Datei verstecken.

Da die meisten Mac-Nutzer sich kaum je mit ganzen Pfadangaben herumschlagen, bekommt man den am einfachsten per Drag&Drop ins Terminalfenster hinein:

Einfach den fraglichen Ordner per Maus auf dieses Fenster ziehen, woraufhin er dort in Form seines Pfades erscheint. Nach Drücken der Enter-Taste verschwindet die fragliche Datei dann auch schon.

Nicht sonderlich sicher, aber praktisch

Und ja, das ist keine sonderlich sichere Methode, um seine Dateien vor fremden Augen zu schützen: Wenn man das tun möchte, sollte man sie auch noch verschlüsseln. Aber für spontane Geheimniskrämereien, die nicht allzu hackerresistent sein müssen, ist das allemal ein guter Ansatz.

Beitragsbild: Okay, diese «Datei» ist nicht wirklich gut versteckt (Pixabay, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Kommentar verfassen