Hoppla! Ein Lightroom-Bug sorgt für Datenverlust

Der Rückblick der Woche 34, heute in zwei Teilen. Teil eins: Ein Bug in Lightroom hat Datenverlust verursacht.

Ich bin ein grosser Fan von Lightroom – aber im Moment ganz froh, dass ich die Software in letzter Zeit nicht benutzt habe.

Denn ein lapidarer Satz in einem Supportdokument informierte die Nutzer der mobilen Version von Lightroom (iOS und iPadOS), dass die Version 5.4.0 einen schweren Bug hatte. Nach dem Update auf diese Version würden Anwender womöglich «Fotos und/oder Presets vermissen».

Das scheint euphemistisch formuliert, denn gemäss diesem Eintrag in einem Forum auf photoshop.com hat zumindest ein Anwender feststellen müssen, dass alle seine Fotos und alle seine Entwicklungs-Voreinstellungen weg sind.

Offenbar wurden die Fotos nur vom Gerät, nicht aber aus der Creative Cloud gelöscht: «Betroffen sind Kunden, die Lightroom Mobile ohne ein Abonnement der Adobe-Cloud nutzen», heisst es im Dokument.

An dieser Stelle habe ich mir kurz überlegt, ob das allenfalls ein abgefeimtes Werbeargument für Adobes Cloud ist. Im Stil von «Kauf dir doch ein CC-Abo, und wir sorgen dafür, dass deinen Daten nichts passiert?»

Aber nein, natürlich nicht. Ich habe in letzter Zeit vielleicht doch zu viel TKKG gehört, wo es ständig um Schutzgelderpressung geht. Ausserdem greift hier perfekt Hanlon’s Razor, der besagt, dass nichts durch Böswilligkeit erklärt werden sollte, was nicht mit Dummheit genauso gut erklärbar ist.

Schliesslich hat auch die Creative Cloud nichts ausrichten können, wenn die Nutzer nicht rechtzeitig synchronisiert haben: «Auch Kunden sind betroffen, deren Fotos und Voreinstellungen noch nicht mit der Adobe-Cloud synchronisiert worden waren», heisst es im Dokument weiter.

Es gibt inzwischen ein Update (5.4.1), das gelöschte Fotos aber auch nicht zurückbringt. Und dafür hat sich Adobe immerhin eine echte Bitte um Verzeihung abgerungen:

Wir wissen, dass einige Kunden Fotos und Presets verloren haben, die nicht wiederherstellbar sind. Wir wissen, wie frustrierend das für die Betroffenen ist, und wir entschuldigen uns aufrichtig dafür.

Eine finanzielle Entschädigung würde dieser Entschuldigung noch etwas Nachdruck verleihen – aber da gibt es sicherlich eine Klausel in den Nutzungsbestimmungen, die das ausschliesst.

Adobe weist ausserdem darauf hin, dass die Fotos allenfalls in Backups des Betriebssystems vorhanden sind. Das wirft uns auf die alte Erkenntnis zurück, dass Mehrfach-Backups eine gute Sache sind: Ich sichere meine Fotos dreifach: In der iCloud, bei Onedrive und mit dem Raspberry Pi und Nextcloud auf einer eigenen Festplatte.

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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