Was Sportler sich so streamen könnten

Wie findet man die passende Musik für sportliche Aktivitäten? Eine scheinbar banale Frage, die keine so richtig befriedigende Antwort hat. Man kann es mit einer App wie Rock my Run probieren, doch die ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Man könnte auch eine der Apps verwenden, die ich im Beitrag Die Schnellen ins Töpfchen und die Langsamen ins Kröpfchen vorgestellt habe. Die analysieren das Tempo der Titel in der Mediathek und erstellen Wiedergabelisten anhand des BPM-Werts. Das ist aber umständlich und nicht sehr charmant.

Zeitgemäss wäre natürlich die Spotify Running-Funktion, die Musik vom Streamingdienst anhand des Lauftempos auswählt. Nur leider hat Spotify dieses schöne Feature aus dem Verkehr gezogen, noch bevor ich es testen konnte. Spotify selbst schlägt als Alternative Runkeeper vor, doch das scheint den Zweck, Musik mit dem passenden Tempo aufzustöbern, auch nicht zu erfüllen. Hier wird Weav Run vorgestellt, doch diese App gibt es hierzulande offensichtlich noch nicht. Also alles einigermassen unbefriedigend.

Eine Lückenbüsser-Methode eröffnet immerhin eine Website mit einem schönen und etwas umständlichen Namen. sortyourmusic.playlistmachinery.com ist eine Unter-Abteilung von playlistmachinery.com, einer Website, die «smartere» Spotify-Playlists verspricht: Man kann Wiedergabelisten kombinieren, Musik nach mehreren Kriterien auswählen und die verbotenen Titel automatisch ausfiltern und generell Playlists nach komplexen Kriterien zusammenbasteln – was nach einem spannenden Experimentierfeld für tüftelfreudige Musikliebhaber klingt.

Der Musiksortierungsmechanismus zeigt für eine vorhandene Wiedergabeliste diverse automatisch ermittelte Parameter an: Veröffentlichungsdatum, BPM, Energy, Dance, Loud, Valence, Acoustic, Pop und RND

Nun sind diese Parameter nicht unbedingt selbsterklärend, mit Ausnahme des Veröffentlichungsdatums. Und auch BPM ist einigermassen klar: Das ist das Tempo eines Stücks. Aber der Rest? Da muss man sich an die Erklärungen hier halten:

  • Energy: The energy of a song – the higher the value, the more energtic. song.
  • Danceability: The higher the value, the easier it is to dance to this song.
  • Loudness (dB): The higher the value, the louder the song.
  • Valence: The higher the value, the more positive.
  • Acousticness – The higher the value the more acoustic the song is.
  • Popularity – The higher the value the more popular the song is.

Kurz zusammengefasst: Die Werte geben den Druck, die Tanzbarkeit, Lautstärke, die Stimmung, die Ausrichtung zwischen akustisch und nicht-akustisch und die Beliebtheit an. RND ist einfach eine Zufallsnummer, die es erlaubt, die Wiedergabeliste durchzuwürfeln (zu shuffeln).

Das sind spannende Parameter, die Spotify eigentlich auch den Nerds unter den Nutzern zur Verfügung stellen könnte. Ich würde gerne Wiedergabelisten machen, bei denen ich die Valence runter und die Acousticness hochdrehe – damit wäre mein Musikgeschmack schon ziemlich gut eingegrenzt.

Sortieren und Filtern der Songs, die sich für den Sport eignen.

Leider kann man alle diese Parameter nicht zum Filtern, sondern nur zum Sortieren verwenden. Filtern kann man immerhin nach BPM (mit einem oberen und unteren begrenzenden Wert). Auf diese Weise hat man die Möglichkeit, die Musikstücke mit einem bestimmten Tempo – fürs Laufen sind angeblich Stücke mit um die 140 BMP geeignet – auszusortieren und als neue Wiedergabeliste abzuspeichern.

Man braucht somit eine sehr lange Ausgangs-Playlist mit sehr vielen Songs, die einem gut gefallen. Leider stehen die gespeicherten Songs nicht zur Verfügung, ebensowenig der Verlauf, der Mix der Woche oder die Mixtapes. Verfügbar sind nur die Wiedergabelisten, die man selbst angelegt und benannt hat.

Daher muss man sich wahrscheinlich erst einmal die Mühe machen, alle in Frage kommenden Stücke in einer Wiedergabeliste zu sammeln. Diese Playlist jagt man dann durch sortyourmusic.playlistmachinery.com durch und legt sie als neue Wiedergabeliste für die sportlichen Aktivitäten an. Fazit: Es könnte einfacher sein – aber die Idee überzeugt und und Spotify sollte die beiden Macher dieser App @plamere und @sonneveld unbedingt anheuern!

Beitragsbild: Chris Gonzalez/Pexels, CC0

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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