Mit der Garmin-Uhr Spotify hören

Wie gut har­mo­niert ein Modell aus der Fenix 7-Reihe mit dem Streaming­dienst? Ich habe die Probe aufs Exem­pel gemacht.

Neulich habe ich mir den App-Store für die Garmin-Uhren angeschaut, und damals versprochen, einer der Apps besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Es handelt sich um das Uhren-Modul von Spotify. Das stellt die Verbindung zum Streamingdienst her.

Allerdings – und das ist wichtig zu betonen –, ist diese Verbindung eine indirekte. Während es Apple-Watch-Modelle mit E-Sim gibt, gibt es bei meinem Garmin-Modell keine Mobilfunkanbindung. Garmin hat die Forerunner 945 LTE im Programm, die ich jedoch nicht näher kenne. Meine Beobachtungen beziehen sich auf die hier getestete Fenix aus der Serie 7.

Bei der funktioniert die Spotify-Nutzung so, dass man sich Inhalte zu Hause via WLAN-Verbindung auf die Uhr lädt und sie unterwegs offline anhört: „Mit der Garmin-Uhr Spotify hören“ weiterlesen

Wenn Spotify rote Linien überschreitet

Die Autoplay-Funktion soll am Ende eines Albums oder einer Wieder­gabe­liste dafür sorgen, dass die Musik weiter­spielt. Doch die frag­wür­dige automa­tische Musik­auswahl beweist primär, dass Spotify seine Algori­thmen nicht im Griff hat.

Eine wirklich missratene Spotify-Funktion heisst Autoplay. Sie sorgt dafür, dass am Ende einer Wiedergabeliste oder eines Albums nicht Stille einsetzt, wie sich das eigentlich gehören würde. Stattdessen sucht sich der Algorithmus irgendetwas aus, das er abspielen könnte.

Und klar, man könnte das für praktisch halten, weil es einem die Arbeit erspart, selbst einen neuen Inhalt auszugraben. Doch wie es so geht: Es zeigt vorwiegend, dass den Algorithmen nicht zu trauen ist. Diese Autoplay-Funktion hat in meinem Fall nämlich gleich zweimal komplett daneben gelangt: „Wenn Spotify rote Linien überschreitet“ weiterlesen

Spotify macht (womöglich) die Musik kaputt

Intros, Bridges und Gitarrensoli sind aus der zeit­genös­sischen Musik ver­schwunden, und schuld daran sind die Streamin­dienste. Man kann des­wegen in Kultur­pessi­mis­mus verfal­len – aber man muss nicht.

Keine Frage, welches bei Spotify die kürzestmögliche Dauer für ein Hörbuchkapitel ist.

Wenn man Hörbücher auf Spotify konsumiert (am besten mit einer dieser Apps), dann fällt einem auf, dass die Tracks nichts mit der Kapiteleinteilung der Geschichte zu tun haben. Die allermeisten Hörbücher sind willkürlich in Segmente von drei Minuten zerlegt.

Der Grund dafür ist ein rein monetärer: Wie bei der Musik erhält der Rechteinhaber Geld für jeden Track, der abgespielt worden ist. Das bedeutet für ein Hörbuch, dass es mehr Geld gibt, wenn die Kapitel kürzer sind. Doch beliebig verkürzen dürfen die Verlage die Stücke nicht; drei Minuten sind das Minimum.

Wieso sollte sich diese Logik, die Inhalte dem Abrechnungsmodus anzupassen, nur auf die Hörbücher beschränken? Die Vermutung liegt nahe, dass auch die Musik diesem Mechanismus unterworfen ist: „Spotify macht (womöglich) die Musik kaputt“ weiterlesen

Wie sich Spotify noch viel tiefer reingeritten hat

Die Podcast-Strate­gie des Streaming-Anbieters ist ein Debakel. Doch statt Fehler zu beheben, macht der Chef, Daniel Eck, unhalt­bare Ver­spre­chen und behauptet, er habe ver­stan­den, wäh­rend seine Plan­losig­keit un­über­seh­bar ist.

Neulich habe ich mir eine Folge von Spotifys Exklusiv-Podcast «The Joe Rogan Experience» (JRE) angehört. Danach war ich drauf und dran, mein Abo zu kündigen. Denn diese Produktion legt schonungslos offen, dass sich Spotify der gesellschaftlichen Verantwortung nicht bewusst ist, die auch ein Tech-Unternehmen zu tragen hat. Sie zeigt, dass Spotify nur das eigene Wachstum im Blick hat. Wie schon früher analysiert, will der Streamingdienst zur massgeblichen Audio-Plattform avancieren – und dazu sind alle Mittel recht.

Man könnte an dieser Stelle Spotify zugutehalten, dass das ein Ausrutscher war. Vielleicht haben sie es versäumt, sich vor dem Exklusiv-Deal mit Joe Rogan eine seiner Shows anzuhören. Vielleicht ist die auch erst in der letzten Zeit in die verschwö­rungs­ideo­logi­schen Gefilde und in die Wissen­schafts­feind­lich­keit abgeglitten. Vielleicht hat Spotify diesem Aspekt auch zu wenig Bedeutung beigemessen und sich auf den Standpunkt gestellt, es handle sich um harmlose Unterhaltung.

Das ist alles denkbar. Es wäre ein Beleg für eine eklatante Führungsschwäche im Konzern. Aber es wäre noch etwas: „Wie sich Spotify noch viel tiefer reingeritten hat“ weiterlesen

Warum ich drauf und dran bin, mein Spotify-Abo zu künden

Ist Spotifys teurer Exklusiv-Podcast so schlimm, wie alle behaup­ten? Ich habe mir eine Folge von «The Joe Rogan Expe­rience» angehört. Eine so trauma­tisie­rende Erfah­rung, dass ich nicht sicher bin, ob ich noch länger Kunde bei diesem ignoranten Streaming­dienst sein mag.

Spotify hat mir in letzter Zeit mehrere Gelegenheit gegeben, mich herzhaft aufzuregen. An dieser Stelle geht es um das grosse Ärgernis: die Sache mit dem Podcast des Herrn Rogan, den sich der schwedische Streamingdienst für viel Geld einkauft, ohne sich vorher zu überlegen, welche Probleme das verursachen könnte. Ich habe mir eine Folge angehört, was um ein Haar mit der Kündigung meines Streaming-Abos geendet hätte. Ich habe es nicht getan – zumindest vorerst nicht.

Für Leute, die mit der Materie nicht vertraut sind: Joe Rogan wird als Comedian gehandelt, kennt sich gemäss Wikipedia mit Kampfsportarten aus und hat im US-Fernsehen Karriere gemacht. Im Mai 2020 hat er einen exklusiven Deal mit Spotify abgeschlossen und dafür einen hoch dotierten Vertrag erhalten. Damals war von hundert Millionen US-Dollar die Rede gewesen. Mitte Februar konnte man in der «New York Times» lesen, dass es wohl eher zweihundert Millionen gewesen sind.

Ist der Mann das Geld wert? „Warum ich drauf und dran bin, mein Spotify-Abo zu künden“ weiterlesen

Wie Spotify die Apple Watch rockt

Musik, Podcasts und Hörbücher via Smartwatch zu hören, ist in vielen Lebenslagen praktisch, besonders beim Sport. Ich gebe Tipps, wie das mit Spotify am besten funktioniert und welche erfreulichen Nebenwirkungen es hat.

Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung? Dieser Frage bin ich neulich nachgegangen und habe die Möglichkeiten ausgelotet, unterwegs, speziell beim Sport, Musik, Hörbücher oder Podcasts ab Uhr anzuhören.

Das erspart es einem, das Telefon mitnehmen zu müssen. Es gibt dafür zwar gute Möglichkeiten wie diesen Gürtel hier. Doch es wäre in der Tat noch einfach, wenn man das Telefon zu Hause lassen könnte. Das reduziert die Gefahr auf null, es zu zerstören, sollte man beim Joggen über eine Wurzel stolpern und darauf zu liegen kommen.

Die Quintessenz im Beitrag damals war: Es geht, aber es ist umständlich und noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich hatte darum weiterhin mein iPhone mit dabei.

Doch nun ist das anders. Ich habe das Telefon bei meinen letzten Joggingrunden zu Hause gelassen. Den Unterschied macht Spotify: „Wie Spotify die Apple Watch rockt“ weiterlesen

Wahre Weisskragen-Verbrechen

Die «Süddeutsche Zeitung» hat den Wirecard-Skandal als Podcast aufgearbeitet. Die zentrale Frage in «1,9 Milliarden Lügen» lautet: Haben wir es mit einem Wirtschaftskrimi oder mit einem Spionagethriller zu tun?

Wirecard: 1,9 Milliarden Lügen heisst die Podcastreihe der «Süddeutschen Zeitung» mit acht Folgen, die von Mitte April bis in den Juni veröffentlicht wurden und die die als «grösster deutscher Bilanzskandal» titulierte Affäre aufarbeitet. Als «Spotify Original» ist diese Produktion leider nur beim Streaminganbieter zu hören. Aber spannend ist es allemal.

Je nach Wechselkurs können es noch ein paar Tausend mehr oder weniger sein.

Gastgeberin der Reihe ist die Audio- und Video-Redaktorin Laura Terberl, die im Vergleich zu der überdrehten Art des «Cui Bono»-Podcasts (Hat Ken Jebsen diesen Podcast verdient?) etwas spröde wirkt, der man nach kurzer Eingewöhnungszeit gerne zuhört – und deren nüchterner Präsentationsstil ohne Zweifel besser zu der seriösen «Süddeutschen Zeitung» passt als der Habitus eines medialen Newcomers, der es der ganzen Welt zeigen will, wie das der Antrieb des Podcast-Startups war, das hinter der besagten Produktion über Ken Jebsen steht.

Doch natürlich schlagen einen auch langsamer getaktete Erzählungen in den Bann, wenn sie eine schillernde Hauptfigur wie Jan Marsalek haben, der in der Folge zwei dem etwas trockenen Vorstandsvorsitzendern Markus Braun gegenübergestellt wird, der offenbar einige Wissenslücken zu den Vorgängen in seinem Unternehmen aufwies.

Die Podcast-Reihe ist, so könnte man sagen, didaktisch aufgebaut: „Wahre Weisskragen-Verbrechen“ weiterlesen

Spotify hasst alle DJs

Früher konnte man in DJ-Apps auch Musik von Spotify verwenden. Das geht nicht mehr. Taugt Tidal als Ersatz?

In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, ob Spotify noch ein sympathisches Unternehmen ist. Wir haben darüber im Nerdfunk gesprochen, als es um die Veränderungen ging, die das Streaming in den letzten gut zehn Jahren bei unseren Musikgewohnheiten herbeigeführt hat. Die Frage «noch gut oder schon evil» ist auch aufgetaucht, als ich aufgezeigt habe, mit welchen Mitteln Spotify das Podcast-Geschäft vereinnahmen will (siehe hier und hier mit Bezahlschranke).

Als ob das nicht genug wäre, hat Spotify eine überaus nützliche Funktion gekillt: Dritt-Apps dürfen seit letztem Jahr nicht mehr auf das Spotify-Katalog zugreifen. Es ist nicht mehr möglich, mit einer DJ-App Musikstücke via Streaming ins Programm einfliessen zu lassen. Ich habe das während meiner Karriere als Morgenmoderator bei Radio Stadtfilter oft und gern getan; und zwar mit der hier vorgestellten Pacemaker-App.

Djay, Edjing Mix, Traktor DJ und Tap DJ – nicht alle taugen fürs Streaming

Es stellt sich die Frage: Gibt es denn Ausweichmöglichkeiten? Kann man statt Spotify zum Beispiel Apple Music, Tidal oder Deezer nutzen?

Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht: „Spotify hasst alle DJs“ weiterlesen

Zwei Apps für gestreamte Hörbücher

Die beiden Apps Lismio und Eary machen die Mankos von Spotify und Apple Music wett und bringen Hörbücher komfortabel zu Gehör.

Neulich habe ich eine Anleitung versprochen, wie man Spotify-Mankos ausbügelt. Ehrlicherweise muss man sagen, dass das aber vor allem eine Tirade war, weil mir beim Streamingdienst etliches nicht gefällt.

Die Kritik bezog sich vor allem auf die Hörbücher und Podcasts. Denn während die App dem Zweck des Musikhörens weitgehend gewachsen ist, legt sie bei den Inhalten mit gesprochenem Wort erstaunliche Mängel an den Tag.

Offenbar haben die Spotify-Leute mein Blog gelesen. Jednefalls gibt es nun die geforderte Zuletzt gehört-Liste.

Ich komme aus zwei Gründen auf diesen Beitrag zurück. Erstens hat Spotify kurz nach der Veröffentlichung meines Beitrags die Zuletzt gehört-Funktion nachgereicht. Sie findet sich auf der Startseite beim Uhren-Knopf rechts oben, und sie ist eine echte Verbesserung: Man sieht, nach Tagen sortiert, was man sich angehört hat.

Das ist sinnvoll, aber leider auch noch nicht perfekt. Einerseits ist diese Liste am Smartphone nun zwar brauchbar. In der Desktop-App hilft einem Zuletzt gehört bei Hörbüchern noch immer nicht weiter, weil nur Alben, nicht aber Titel aufgeführt sind.

Andererseits kann man keine Titel aus der Liste löschen oder ausblenden. Das möchte man aber ganz bestimmt tun, wenn man wieder einmal seinen guilty pleasures gefrönt hat.

Wer hätte das gedacht? Es gibt Extra-Apps fürs Streamen von Hörbüchern

Der zweite Grund, das Thema noch einmal anzuschneiden, ist ein Tipp, den ich auf Twitter erhalten habe. „Zwei Apps für gestreamte Hörbücher“ weiterlesen

Spotify-Mankos ausbügeln

Spotify will nicht nur bei der Musik, sondern auch bei Hörbüchern, Hörspielen und Podcasts dominieren. Doch für diese gesprochenen Inhalte ist die App leider annähernd unbrauchbar. Dabei wäre es keine Kunst, es besser zu machen.

Spotify hat das Streaming populär gemacht und ist für viele Nutzer zur wichtigsten oder sogar zur einzigen Quelle für Pop, Rock und andere Musik geworden. Doch das reicht Daniel Ek und seinen Mitstreitern anscheinend nicht: Sie möchten Spotify zu dominanten Plattform im Audiobereich machen – analog zur Dominanz von Youtube auf dem Markt des Internetvideos.

Zu diesem Zweck hat Spotify das Repertoire über das Musikangebot ausgeweitet. Der Streamingdienst fördert Spotify die Podcasts zu Tode und hat Hörspiele im Repertoire, viele auch speziell für Kinder (siehe hier und hier). Es gibt auch Hörbücher, und – wie Olli Schulz neulich verdienstvollerweise im «Fest und Flauschig»-Podcast verkündet hat, auch einige aus dem Erotikbereich. Daraus würde ich nach meinen abtörnenden Erfahrungen (Ein literarischer Klimax ist das nicht) nun nicht unbedingt empfehlen. Aber wenn jemand dennoch nicht die Finger davon lassen will, ist diese Playlist hier womöglich ein guter Anfang.

Und damit sind wir beim Thema: So angenehm es ist, diese Inhalte zur Auswahl zu haben, so wenig Spass macht der Konsum. Es gibt drei grosse Probleme mit den gesprochenen Inhalten: „Spotify-Mankos ausbügeln“ weiterlesen