Was Sportler sich so streamen könnten

Wie findet man die passende Musik für sportliche Aktivitäten? Eine scheinbar banale Frage, die keine so richtig befriedigende Antwort hat. Man kann es mit einer App wie Rock my Run probieren, doch die ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Man könnte auch eine der Apps verwenden, die ich im Beitrag Die Schnellen ins Töpfchen und die Langsamen ins Kröpfchen vorgestellt habe. Die analysieren das Tempo der Titel in der Mediathek und erstellen Wiedergabelisten anhand des BPM-Werts. Das ist aber umständlich und nicht sehr charmant.

Zeitgemäss wäre natürlich die Spotify Running-Funktion, die Musik vom Streamingdienst anhand des Lauftempos auswählt. Nur leider hat Spotify dieses schöne Feature aus dem Verkehr gezogen, noch bevor ich es testen konnte. Spotify selbst schlägt als Alternative Runkeeper vor, doch das scheint den Zweck, Musik mit dem passenden Tempo aufzustöbern, auch nicht zu erfüllen. Hier wird Weav Run vorgestellt, doch diese App gibt es hierzulande offensichtlich noch nicht. Also alles einigermassen unbefriedigend.

Eine Lückenbüsser-Methode eröffnet immerhin eine Website mit einem schönen und etwas umständlichen Namen. „Was Sportler sich so streamen könnten“ weiterlesen

Eine Investition in die Podcast-Zukunft

Im Beitrag Spotify, das ist undurchsichtig! habe ich seinerzeit Spotifys Aufnahmeverfahren für Podcasts kritisiert: Der Streamingdienst hat zwar Podcasts aufgenommen. Die Kriterien dafür waren aber unklar – und anscheinend von seltsamen Bedingungen wie dem Hoster abhängig.

Nun hat mich Kevin neulich auf podcasters.spotify.com hingewiesen: Dort trägt man seinen Podcast ein, worauf er sogleich in der App erscheint. Er hat das mit den Nerdfunk-Sendungen getan, die nun hier zu finden sind.

Es ist hocherfreulich, dass Spotify auf mich gehört hat (hüstel, hüstel). Und ich bin gespannt, ob uns das helfen wird. Denn wie im erwähnten Beitrag und auch hier ausgeführt, finde ich es nach wie vor wichtig, dass ein Podcast nicht auf einer grossen Plattform steckt, sondern seine Unabhängigkeit wahrt. Doch dass er auch über einen Streamingdienst wie Spotify empfangbar ist, hilft enorm: Denn da ist das Publikum und die Aufmerksamkeit.

Es ist verblüffend, was für einen Effekt das hat: Meine Verschwörungstheorie der Woche ist bei Soundcloud untergebracht – unter Missachtung meines im letzten Abschnitt postulierten Grundsatzes, dass man seine Podcasts am besten unter Kontrolle hat, wenn man sie selbst hostet. Zu meiner Verteidigung ist zu sagen, dass diese Reihe nie als wirklich ernsthafter Podcast gedacht war, sondern quasi ein Abfallprodukt meiner Arbeit für den Morgomat bei Radio Stadtfilter war.

Egal, das ist nicht der Punkt:  „Eine Investition in die Podcast-Zukunft“ weiterlesen

So wird Spotify zum Radio der Zukunft

Die Spotify-Sendung Fest und flauschig war schon des öfteren Thema, nämlich hier, hier und hier. Sie hat eine Besonderheit, die ich seit jeher seltsam finde: Jan Böhmermann und Olli Schulz spielen nämlich Musik, ohne Musik zu spielen. Das heisst: Sie reden darüber, dass sie nun eine Pause machen, für die sie Musiktitel vorschlagen. Der Podcast geht aber unmittelbar weiter – wenn man die erwähnten Titel tatsächlich würde hören wollen, müsste man die Wiedergabe stoppen und zur so genannten Fidi & Bumsi-Playlist wechseln. Dort müsste man die erwähnten Titel suchen – was selbst bei neuen «Fest und Flauschig»-Folgen mühsam sein kann, weil es mehrere Musikunterbrechungen gibt –, laufen lassen und nach der Musik wieder zum Podcast wechseln, um weiterzuhören.

Ich frage mich, ob es tatsächlich Leute gibt, die das tun. Ich habe es noch nie getan. Es ist mir viel zu umständlich, und ausserdem halte ich die Musikunterbrechungen für einen alten Zopf des Radios, den man im Podcast-Zeitalter auch gerne abschneiden kann. Auch wenn, zugegeben, Olli Schulz seine Titel oft mit so viel Feuer anpreist, dass ich Lust bekomme, sie auch zu hören.

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Mit Spotifys Hilfe zum Internet-DJ werden? Wäre kein Problem! (Bild: Isabella Mendes/Pexels.com, CC0)

Es zeigt jedenfalls eine bemerkenswerte Sache auf: Spotify besitzt als Musikstreamingdienst Lizenzen für die Songs und könnte die Musiker fürs Hören entschädigen. (Um die Diskussion, ob die Entschädigung ausreichend ist, soll es an dieser Stelle nicht gehen.) Doch aus technischen Gründen ist es nicht möglich, die Songs in einen Spotify-Podcast einzubetten. Warum eigentlich nicht? „So wird Spotify zum Radio der Zukunft“ weiterlesen

Spotify, das ist undurchsichtig!

Eigentlich mag ich Spotify. Der Musik-Streamingdienst hat mir neue Horizonte eröffnet und mir erlaubt, diese kleinen flachen Staubfänger, die man auch unter dem Begriff Audio-CDs kennt, zu entsorgen. Ich habe Spotify sogar mit einem Patentrezepte-Video gewürdigt. Und hier habe ich Spotify gelobt, weil man dort auch Hörbücher bekommt.

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Hier würde ich gerne demnächst den Nerdfunk sehen! (Bild: John Tekeridis/Pexels.com, CC0)

Doch was Spotify in Sachen Podcasts treibt, ärgert mich. Im Beitrag Die Plattformisierung der Podcasts habe ich kritisiert, dass der Streamingdienst ein Medium vereinnahmt, das IMHO ins offene Internet gehört. Exklusive, für einen Streamingdienst produzierte Podcasts, sind meines Erachtens kein Podcast, sondern Promocasts oder Merchaudiosing.

Trotzdem habe ich mich neulich gefragt, ob wir unseren Nerdfunk-Podcast nicht bei Spotify reinstellen soll. Das mag nun im ersten Moment extrem heuchlerisch klingen. Ist es aber nicht: „Spotify, das ist undurchsichtig!“ weiterlesen

Die App für Audioaficionados

Die Standard-Musik-App von iOS ist seit der Einführung von Apple Music annähernd unbrauchbar – nicht nur, weil Genius verschwunden ist. Das hat immerhin ein gutes: Es hilft den Leuten, die alternative Musikplayer in den Store stellen. Zum Beispiel Cassette, Evermusic Pro oder Ecoute.

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Die Wiedergabe mit schicker Hüllkurve und der Touch-optimierte Equalizer.

Oder eben Vox (kostenlos, für iPhone/iPad). Die App spielt nicht nur die üblichen Formate, sondern auch Flac. Das war bis vor Kurzem ein Vorteil. Seit iOS 11 nicht mehr, weil mit dieser Version das iPhone das von Haus aus kann. Doch der Player beherrscht auch andere Formate für unkomprimierte Musik, nämlich Alac von Apple, DSD und PCM. Und auch wenn ich aus Gründen keine hochaufgelöste Musik höre, so ist das für eine solche App erst einmal ein gutes Selektionskriterium. Wenn sie sich an die ernsthaften Musikhörer wendet, wird sie sich auch in den anderen Bereichen Mühe geben.

Und das tut sie auch: Sie verknüpft mehrere Quellen, nämlich die lokale Mediathek, Streaming (Soundcloud und Spotify), sowie (mit dem Premium-Abo) Webradio. „Die App für Audioaficionados“ weiterlesen

Hey Kuno!


Das Video und der Artikel bei Tagesanzeiger.ch.

Mein Musikkonsum wird inzwischen zu 95 Prozent vom Streaming bestritten. Ich habe noch eine lokale Musiksammlung und kaufe auch ab und zu Songs und ganze Alben. Das einerseits um den Künstlern meine Anerkennung zu zollen. Und andererseits um nicht ohne die wichtigen Songs meines Lebens dazustehen, falls Spotify einmal unerwartet den Schirm zumachen sollte. Denn Streaming allein macht nicht glücklich.

Und natürlich habe ich eine Musiksammlung, weil es bei Spotify nicht alles gibt. Denn was die Schweizer Musik angeht, hat sich der schwedische Streamingdienst nicht mit Ruhm bekleckert, wie SRF kritisierte. „Hey Kuno!“ weiterlesen

Wo kein menschliches Ohr jemals gewesen ist

Spotify hat 50 Millionen Abonnenten und 100 Millionen Hörer weltweit. Und um die 30 Millionen Songs, plus 2 Milliarden Playlists. Mit anderen Worten: Drei Nutzer müssen sich einen Song teilen – da ist das ganze Repertoire innert Kürze durchgehört. Sollte man meinen.

Dem ist aber nicht so. Denn natürlich wird die Musik nicht gleichmässig genutzt. Es gibt wenige Tracks die viel gestreamt werden und andere, die unbenutzt herumliegen. Gizmodo hat herausgefunden, dass vier Millionen Songs noch überhaupt niemals je gespielt worden sind. Das war allerdings 2014, und in der Zwischenzeit dürfte sich die Zahl markant verringert haben.

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Dank forgotify.com. Dieser Dienst spielt Songs, die noch keiner je gehört hat – zumindest auf Spotify. „Wo kein menschliches Ohr jemals gewesen ist“ weiterlesen

10 Alben für die einsame Insel

Es ist höchste Zeit, die Playlist der Woche wiederzubeleben! Der Anlass dazu kommt von einem beruflichen Apéro, bei dem man als Abschiedsgeschenk für eine Kollegin seine zehn Lieblings-Alben mitbringen sollte. Das ist keine leichte Aufgabe. Im Gegenteil – mit einer schwierigeren Aufgabe habe ich mich seit langem nicht konfrontiert gesehen.

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Fehlt nur noch der Ghettoblaster. (Bild: Torley/Flickr.com)

Klar: Ein paar der Platten liegen auf der Hand. Die erste Hälfte der Liste hat man nach vier Sekunden. Doch dann wird es haarig – für den hinteren Teil kommen so viele Platten in Frage, dass man sich stunden- oder tagelang den Kopf zerbrechen und das Für und Wider dieser oder jener Scheibe abwägen könnte. Darum ist so eine Liste auch bloss eine Momentaufnahme. Schon in einem halben Jahr könnte sie anders aussehen.

Trotzdem, hier meine Auswahl für die 10 Alben für die einsame Insel, die heute von den 9/11-Dokus ablenken könnte. Falls diese 9/11-Dokus noch immer en vogue sind…
„10 Alben für die einsame Insel“ weiterlesen

Sich am Spotify-Repertoire vergreifen

Kollega Zeier hat neulich eine App vorgestellt, mit der man DJ spielt. Das ist an sich nichts Neues – dieses Blog hat sich bei früheren Gelegenheiten Tap DJ und Virtual DJ angenommen. Auch die (bislang unbesprochene) Edjing-App nutze ich gelegentlich gerne. Nun gibt es mit Pacemaker auch eine iOS-App, mit der man sich als DJ am Spotify-Repertoire vergreifen kann.

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Hohes Niveau, flaches Design, breiter Musikvorrat.

Beim ersten Start der App wird man zu Spotify weitergeleitet, wo man sich anmeldet und dann, in meinem Fall, den frustrierenden Bescheid erhält: «Sorry, to use Pacemaker with Spotify, you need Spotify Premium». „Sich am Spotify-Repertoire vergreifen“ weiterlesen