Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix

Kinder und das Smartphone – das sind zwei Worte, die man nicht in einem Atemzug nennen darf, wenn man Angst vor einer Kontroverse hat. Es wird erbittert darüber gesprochen, ob Smartphones unsere Kinder nun dicker und dümmer machen. Oder ob wir Eltern mit einer vernünftigen Vorbildfunktion ihnen einen gesunden Umgang beibringen können. Und es gibt für jede Position irgend einen Experten, der sie vehement vertritt.

Ich kann jede Haltung verstehen – mit Ausnahme der dogmatischen. Denn man muss seine hehren Erziehungsgrundsätze auch irgendwie mit dem Alltag in Einklang bringen. Und ja, ich bin kein gutes Vorbild, was meine Handy-Nutzung angeht. Da kann ich kaum glaubwürdig von meinem Kind konsequente Abstinenz verlangen. Aber natürlich will ich auch nicht, dass es den ganzen Tag nichts anderes macht, als Peppa Pig zu glotzen. Darum bleibt, wie so oft, ein vernünftiger Mittelweg.

Und der lässt sich dank der Einstellungsmöglichkeiten der modernen Betriebssysteme auch technisch recht gut durchsetzen. „Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix“ weiterlesen

Spotify, gib mal meine Daten her

Die Datenschutz-Grundverordnung gibt uns Nutzern¹ ein interessantes Recht: Nämlich das Recht auf Datenportabilität. Wir sollten die Möglichkeit bekommen, unsere Daten aus Webdiensten abzuziehen und selbst weiterzunutzen oder bei einem anderen Dienstleister zu deponieren.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Denn wieso würden wir Nutzer überhaupt auf die Idee kommen, einem Dienst unsere Daten anzuvertrauen, wenn wir nicht sicher sein können, dass wir sie zurückbekommen, wenn wir das wünschen?

Aber offensichtlich machen sich nur wenige Leute diese Gedanken. Wir sind von proprietären Dateiformaten und anderen Lock-In-Mechanismen schon derartig darauf konditioniert, dass Datenportabilität nicht existiert, dass wir eine beträchtliche Akzeptanz und Leidensfähigkeit entwickelt haben.

Das soll aber nicht heissen, dass das so bleiben muss. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Exportfunktionen bei diversen Diensten zu testen und sie zu besprechen: „Spotify, gib mal meine Daten her“ weiterlesen

Scheidung unmöglich bei Spotify und Facebook

Bei Spotify konnte man sich ursprünglich nur über Facebook anmelden. Das liegt daran, dass der Streamingdienst in der Anfangszeit eng mit dem sozialen Netzwerk verbandelt war. Die NZZ hat das am 26. Mai 2011 als Situation beschrieben, von der beide Unternehmen etwas versprachen:

Mit der Kooperation könnte Facebook die Verweildauer seiner Nutzer erhöhen. Bisher hat man dazu unter anderem einen Filmverleih integriert und bietet Spiele wie jene von Zynga.

Spotify seinerseits hatte die Gelegenheit, sein Icon prominent in Facebook zu platzieren. Trotzdem frage ich mich bis heute, ob Daniel Ek und seine Mitstreiter nie auf die Idee gekommen sind, dass das womöglich nicht so eine gute Idee sein könnte. Mir hat das jedenfalls ziemlichen Ärger eingetragen. „Scheidung unmöglich bei Spotify und Facebook“ weiterlesen

Potz Pulverdampf und Pistolenrauch

Eine Nebenwirkung von Kindern besteht darin, dass man selbst immer mal wieder in seine Kindheitstage zurückversetzt wird. Das passiert dann, wenn man dem Nachwuchs die Geschichten vorliest, die man selbst vor einer Handvoll Jahrzehnten vorgelesen bekommen hat.

Ich geniesse das. Es ist eine gesunde Form von Sentimentalität. Und man hat die Gelegenheit, die Erzählungen der Kindheit mit den Augen eines Erwachsenen neu zu entdecken. Und es ist schön zu sehen, dass manche Geschichten das aushalten und ihren Reiz behalten. Und nicht nur das: Sie geben einem die Gelegenheit, ein paar Finessen zu entdecken, die einem als Kind entgangen sind.

Mir geht das mit den Büchern von Otfried Preussler so. Die kleine Hexe, der kleine Wassermann, das kleine Gespenst, Hotzenplotz und später auch der starke Wanja und Krabat fand ich als Bub toll. Und sie gefallen – soweit sie schon alt genug dafür ist – auch meiner Tochter.

Ich erzähle sie aus den gleichen alten Büchern. Meine Mutter hat sie nämlich sorgfältig aufgehoben und uns fürs abendliche Geschichtenerzählen überlassen. „Potz Pulverdampf und Pistolenrauch“ weiterlesen

Spotify macht den Kasperli

Den Jahresrückblick 2019 von Spotify, sonst meistens interessant und aufschlussreich, war dieses Jahr eine einzige Enttäuschung. Die Musikstreamer aus dem hohen Norden haben nicht gemerkt, dass meine Tochter meinen Account in Beschlag genommen hat. Der Top-Künstler war Paul Bühlmann, gefolgt von Ines Torelli und Jörg Schneider. Das allein war schon absurd: Die haben nämlich zu dritt die Kasperli-Hörspiele zu verantworten, die meine Tochter angefangen hat zu hören, nachdem wir ihr im Sommer diesen Lautsprecher hier geschenkt hatten.

Jetzt gelte ich in Schweden offiziell als Chasperli-Junkie.

Die Hörspiele sind in einzelne, kurze Titel zerlegt. Es sind für ein gut zwanzigminütiges Stück etwa ein Dutzend Tracks. Wenn man nur ein paar Hörspiele laufen lässt, landen die Schauspieler unweigerlich sehr weit vorne in der Auswertung. Das führt zu einer Verzerrung, weil man Kapitel aus Hörspielen in keinster Weise mit Musiktiteln vergleichen kann, die man beim Streaming wie Singles, also als Einzeltitel anhört.

… und, nebenbei bemerkt, zeigt sich eine interessante Monetarisierungsstrategie auf: „Spotify macht den Kasperli“ weiterlesen

Warum bei mir jetzt überall solche Kleber kleben

Eine der versteckten Neuerungen bei iOS 13 ist die Öffnung von NFC. Das sind gute Neuigkeiten für Leute wie mich, die solche protektionistischen Schutzmassnahmen ärgerlich finden. Bislang war NFC nämlich fast exklusiv für Apples eigene Zwecke da. Zahlungen per Apple Pay werden darüber abgewickelt. Und man kann seine Airpods damit einfach koppeln. Ich bin gespannt, ob diese Öffnung auch für Twint und für die Hersteller anderer koppelbarer Geräte praktische Auswirkungen haben wird.

Der NFC-Kleber wird per App beschrieben.

Ein Tummelwiese für eigene Spielereien eröffnet sich aber jetzt schon. Für mein kleines Reverse-Engineering-Projekt habe ich mir NFC-Aufkleber bestellt. Die heissen Ntag213. Einer davon ist oben abgebildet. – in Originalgrösse hat er einen Durchmesser von 2,5 Zentimeter. Es gibt sie bei bastelgarage.ch für 80 Rappen das Stück. (Ich nehme an, man könnte sie beim Express von Ali bestellen und müsste dann höchstens 8 Rappen pro Stück bezahlen – aber ich wollte nicht drei Monate warten, bis das Schiff von China hierher gegondelt ist.)

Das sind, wie man es sich vorstellt, kleine runde Kleber, die man überall hin aufpappen kann. „Warum bei mir jetzt überall solche Kleber kleben“ weiterlesen

Apple, der moderne Wegelagerer?

Apple ist in einer komfortablen Position. Der iPhone-Hersteller nimmt im App-Markt eine so wichtige Rolle ein, dass niemand an ihm vorbeikommt. Und allein das bringt ordentlich Schotter ein.

Zum Beispiel, wenn ein Anbieter in seiner App Inhalte verkauft. Apple verdient an Zahlungen, die in einer App getätigt werden, kräftig mit: Bei Abos, die in der App abgeschlossen werden, sind es 30 Prozent im ersten Jahr und danach 15 Prozent.

Geht man zu weit, wenn man das als moderne Wegelagerei bezeichnet? Einträglich ist es jedenfalls. Die «Washington Post» schreibt, Netflix habe 2018 Apple 257 Millionen US-Dollar in Cupertino abgeliefert. Das muss weh tun – zumal die Summe wegen des Umsatzwachstums auf eine halbe Milliarde angestiegen wäre, wenn der Streamingdienst nicht aufgehört hätte, in der iOS-App Abos anzubieten.

So weit, Apple öffentlich anzuprangern, will Netflix trotzdem nicht gehen. „Apple, der moderne Wegelagerer?“ weiterlesen

Wenn die DJ-App einen aus dem Takt bringt

Pacemaker ist eine App, die ich seit fünf Jahren nicht ständig, aber doch recht häufig verwendet habe. Sie gehört zu der Kategorie der DJ-Apps und hat gegenüber den normalen DJ-Apps einen entscheidenden Vorteil: Sie lässt sich nicht nur mit lokalen Musikdateien bestücken, sondern auch mit Songs von Spotify. Das musste seinerzeit im Beitrag Sich am Spotify-Repertoire vergreifen ausgiebig gelobt werden.

Pacemaker will neuerdings abonniert werden.

Doch als ich die App neulich wieder einmal einsetzen wollte, wurde ich nicht von den beiden Plattentellern in rot und blau begrüsst, sondern von der Mitteilung, man habe auf ein Abo-Modell umgeschaltet. Wer Pacemaker nutzen will, muss künftig 5.50 Franken pro Monat bezahlen.

Interessantes Detail am Rand: Am iPad findet sich aber noch die alte Version ohne Abo. Offenbar bekommt man die neue nur bei einer Neuinstallation. Wenn man die alte Version hat, darf man die behalten – zumindest bis zu dem Moment, wo man nicht um eine Neuinstallation herumkommt.

Ich würde für die App auch gerne 20 oder 30 Franken bezahlen – und ich habe seinerzeit diverse der kostenpflichtigen Plugins erworben. Nicht, weil ich sie benötigt hätte, sondern um dem Hersteller Danke zu sagen. Doch 5.50 Fr. pro Monat läppert sich eben. (Auf 66 Franken im Jahr.)

Ich wollte mich an dieser Stelle schon ziemlich aufregen – wie man das so macht, wenn eine Lieblings-App das Bezahlmodell auf eine Weise ändert, die einem überhaupt nicht in den Kram passt. „Wenn die DJ-App einen aus dem Takt bringt“ weiterlesen

Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer

Kinder werden grösser und unabhängiger. Das zeigt sich daran, dass sie selbst bestimmen wollen, was im Kinderzimmer zu hören ist. Früher war das der Moment, wo man ihnen einen Kassettenrekorder oder einen CD-Player schenkt.

Und heute? Der klassische Kassettenrekorden ist allein deswegen nicht ausgestorben, weil Kinder wie vor hundert Jahren damit ihre Chasperlikassetten hören müssen. Manche Eltern setzen auch auf CD-Player. Doch das kann es nicht sein, oder? Will man heute Kassetten mit Spotify-Playlisten bespielen, damit das Kind seine Lieblingsmusik im Kinderzimmer hören kann? Oder zum gleichen Zweck CDs brennen? Nein, natürlich nicht. Ausserdem sind CD- und Kassetten-Player gigantische Batterievernichter.

Darum haben wir uns umgesehen und sind beim Jooki (Amazon Affiliate) gelandet. „Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer“ weiterlesen

Wenn Spotify dir deine T-Shirts klaut

Ja, diese Leier wird langsam alt: Mein Gejammer hier im Blog darüber, wie nervig das Streaming ist, weil Inhalte ständig verschwinden. Ich habe dieses Klaglied neulich im Beitrag Mord in Island, Ärger bei Netflix angestimmt. Da ging es darum, dass der Streaminganbieter unseres Vertrauens uns nicht erlaubte, eine im Ferienland angefangene Serie zu Hause anzuschauen.

Nun gibt es das gleiche Lamento mit leicht anderen Vorzeichen. Es geht um Spotify und den unerfreulichen Umstand, dass Wiedergabelisten plötzlich dezimiert oder komplett leer sind.

Mir ist das im Zusammenhang mit einem Gadget aufgefallen, das im Beitrag Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer besprochen wird. Das ist dazu da, das Kinderzimmer mit Hörspielen und Musik zu beschallen. Ich habe Spotify-Wiedergabelisten mit den Lieblingstiteln meiner Tochter angelegt und über ein seltsames Phänomen gewundert: „Wenn Spotify dir deine T-Shirts klaut“ weiterlesen