Die zwei Gebote der Bildbearbeitung


Für tolle Fotos braucht es nur ein paar Klicks.

Im aktuellen Patentrezept-Video zeige ich meine Lieblings-Bildbearbeitungstricks. Oberste Maxime ist für mich, mit wenig zeitlichem Aufwand möglichst viel herauszuholen. Die Resultate sind nicht ganz so gut, wie wenn ich eine halbe Stunde investieren würde – denn dafür fehlt mir die Zeit. Aber die RAW-Entwickler (ich nutze aus Gründen immer noch Lightroom 4) machen es auch wirklich einfach, mit ein paar Kniffen echte Verbesserungen zu erzielen. Wie im Video gezeigt, gerade bei schwierigen Fällen: Bei Bildern mit krassem Gegenlicht oder überstrahlendem Schnee oder Bildrauschen. oder bei Aufnahmen, die von Haus aus etwas langweilig sind.

Übrigens: Ich habe im Tagi-Beitrag zwei der gezeigten Bilder in unbearbeiteter Form angehängt. Die Idee ist, dass Leute, die der Ansicht sind, dass sie aus den Bildern etwas Besseres oder zumindest etwas anderes herausholen könnten, das auch unter Beweis stellen können. Bis jetzt (als ich den Beitrag hier schreibe) hat noch niemand die Herausforderung angenommen. Aber das kann ja noch kommen – womöglich teilen ja nicht alle meine Ansicht, dass Tempo (neben dem Resultat) das zweitwichtigste Gebot bei der Bildbearbeitung ist.

Eine Kommentatorin schrieb übrigens das folgende unter den Artikel:

Für tolle Fotos muss man fotografieren können, mit «Klicks» kommt man da sicher nicht weiter!

Klar, es ist schön, wenn ein Foto untatelig aus der Kamera kommt. Und das ist auch immer mal wieder der Fall. Doch was ist mit den Fotos, bei denen es der Augenblick nicht erlaubt hat, Perfektion herzustellen? Man hat nicht immer die Zeit, die Belichtung perfekt einzustellen, den schönsten aller denkbaren Bildausschnitte zu wählen und Personen, die sich gerade ungefragt in der Szene breitmachen, wegzuschicken. Soll man die Fotos, die nicht so gut sind, wie sie sein könnten, einfach löschen?

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Bildbearbeitung 1.0. (Bild: Pxhere, CC0)

Ich finde nicht – wenn man ein bisschen nachhelfen kann, dann soll und darf man das tun. Ich erinnere übrigens auch sehr gerne an den Beitrag Marked Up Photographs Show How Iconic Prints Were Edited in the Darkroom von Petapixel. Er zeigt, wie einige der grossen Aufnahmen der Fotogeschichte erst in der Dunkelkammer zu den ikonischen Aufnahmen geworden sind, als die sie sich in unser kollektives Gedächtnis eingegraben haben. Da wurden Hintergründe abgewedelt, um sie heller zu machen. Da hat man Ausschnitte genommen und störende Hintergründe entfernt. Pablo Inirio, der Meister der Dunkelkammer, bekommt (auch hier) ein bisschen Rampenlicht ab – denn es sind tatsächlich nicht nur die Fotografen, die fotografische Meisterwerke schaffen, sondern auch die Nachbearbeiter. Ganz gleichgültig, ob die nun digital oder analog arbeiten.

Autor: Matthias

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