Apple auf Instagrams Spuren

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Apple hat letzten Monat nicht nur neue iPads angekündigt, sondern auch die Video-App Clips. Nun kann man sich fragen, was die Motivation ist. Apple hat bereits eine schöne Video-App im Portfolio: iMovie heisst sie, und ich nutze sie gern. Wenn man die neue App ausprobiert, dann stellt man allerdings sofort fest, dass Clips (kostenlos) eine andere Klientel anspricht als iMovie. iMovie orientiert sich an den klassischen Videoschnittprogrammen, mit denen man mehrere Aufnahmen zu einem kleinen Filmchen zusammenbaut.

Clips dagegen ist eher eine Kamera-App, mit der man ein paar bewegte Schnappschüsse macht, die mit Effekten versieht und dann bei Facebook, Instagram, Snapchat oder WhatsApp postet. Apple will, so mein Eindruck, bei dem neusten Hype dabei sein. Das sind die «Meine Story»-Funktionen, die es zuerst bei Snapchat gab, und die man nun überall sieht: Bei Facebook und dem Facebook Messenger und sogar bei Excel.

Also ein leicht durchschaubarer Versuch, bei der Jugend zu punkten. Ich habe zwar keine Zahlen dazu, aber ich könnte mir vorstellen, dass allein wegen des Preises bei der jüngeren Generation Apple-Telefone weniger begehrt sind als die billigen Android-Teile. Das wäre auf Dauer ein grosser Nachteil für Apple. Denn Leute bleiben ihrem ersten Betriebssystem treu – wie Apple genau weiss, wo die Macs an Schulen noch immer grosse Verbreitung haben.

Die Clips App hat eine wirklich tolle Funktion zur Untertitelung. Die hätte ich gerne in Final Cut: Dann wäre es ein leichtes, Varianten meiner Videos für Facebook zu produzieren – denn die Videos werden meistens ohne Ton gehört. Die Effekte sind halbherzig ausgefallen. Vermutlich inspiriert von der Prisma-App, aber ohne dieses Vorbild zu erreichen oder gar zu übertreffen. In Sachen Effekte liegt die Latte inzwischen sehr hoch. Snapchat hat damit angefangen, in Echtzeit hingerechnete Tiergesichter, Hüte, aus dem Mund schiessende Feuerfontänen und vieles mehr aufs Gesicht zu rechnen. Inzwischen findet man solcherlei auch bei Facebook und bei der Stand-Alone-App MSQRD (Sauglattismus in App-Form). Um da noch zu verblüffen, reichen ein Comic- und ein Scherenschnitt-Filter nicht aus.

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Die Video-App Splice von Gopro: Durchdacht und mit nützlichen Funktionen wie dem Facebook-Import.

Fazit: Es geht noch besser. Und deswegen stelle ich im Video nebst als iMovie auch noch Splice, Premiere Clips und Pinnacle Studio vor – drei Apps, die alle etwas mehr hergeben, als Clips, zumindest, wenn man nicht bloss selbstverliebte Clips mit der Selfie-Kamera drehen möchte.

Übrigens: Auf Twitter wurde kritisiert, im Video würden nur Apps für iOS vorgestellt. Das stimmt in dem Fall leider tatsächlich. Ich gebe mir jeweils Mühe, möglichst beide grossen Betriebssysteme zu berücksichtigen. Doch was Video-Apps angeht, hat Android nicht viel Originelles zu bieten. Oder, auch das ist möglich, ich habe die guten Apps noch nicht gefunden. Darum bitte Tipps in die Kommentare – ich mache gerne ein Video mit Empfehlungen für Android, sobald ich genügend Material beieinander habe.

Autor: Matthias

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