Was Nerdcredit einbringt

Ab und zu gebe ich in diesem Blog Tipps, was man tun könnte, wenn man zu viel Zeit hat – gut, sinnvollerweise wäre dieser Beitrag besser vor Ostern erschienen. Es soll nämlich schon vorgekommen sein, dass die Eiersuche einen nicht so richtig ausgelastet hat und sich die Langeweile auch mit Schokoladefressenverspeisen nicht totzukriegen ist. Aber ihr könnt euch diesen Beitrag ja schon einmal für Pfingsten vormerken.

150407-macplus.jpg
Ein Internetcomputer? Nein? Doch! (Bild: Rama/Wikipedia.org)

  • Marcel hat mich netterweise auf den Beitrag Prokrastination leicht gemacht hingewiesen. Dort wird einem beispielsweise empfohlen, in einem Webstore namens Shut up and take my money sein sauer verdientes Geld für nutzlosen Krempel wie das per Smartphone steuerbare Papierflugzeug rauszuwerfen.
  • Jeff Keacher hat vor einiger Zeit etwas getan, das mir Bewunderung abringt und mich gleichzeitig den Kopf schütteln lässt. Er hat seinen 27-jährigen Macintosh Plus (8 MHz Takt, 4 MB RAM, 50 MB Festplatte) ins Internet gebracht. Das ist insofern bemerkenswert, als dass es das WWW gar noch nicht gab, als dieser Mac gebaut worden war. Dabei stellen sich diverse Probleme. Man muss einen der Browser der ersten Stunde auftreiben, den es auch für den 68000er bzw. für MacOS 7 gab. Da bot sich MacWeb an. Das grössere Problem ist dann allerdings, dem Mac TCP/IP beizubringen und ihn physisch mit dem Netz zu verbinden. WLAN gab es damals noch lange nicht. Ethernet gab es zwar, war beim Mac Plus aber nicht verbaut. Die Lösung war, einen Rasperry Pi zwischenzuschalten, der die Vermittlung zwischen Ethernet und, über mehrere Adapter, zur seriellen Schnittstelle übernahm. Eine weitere Herausforderung war, die benötigte Software auf den alten Computer zu bekommen. Und schliesslich musste ein Proxy-Server aufgesetzt werden, der all das moderne Zeug ausfiltert, mit dem der alte Browser nichts anfangen kann. Warum man so etwas tun sollte? Weil man es kann – und wegen dem Nerdcredit!
  • Oliver Ehm erklärt, wie man es hinbekommt, Windows in einer RAM-Disk zu installieren. Das ist zwar nicht komplett nutzlos – man erhält nämlich eine sichere Umgebung, die bei jedem Start frisch aus einem Image wiederhergestellt wird und daher nicht von Viren verseucht werden kann. Ausserdem spart man Zeit, weil Windows von der RAM-Disk mit maximaler Geschwindigkeit ausgeführt wird. Trotzdem: Der Zeitaufwand fürs Einrichten dürfte die durch das Turbo-Betriebssystem erreichte Zeitersparnis um ein vielfaches übertreffen.

Keine Zeitverschwendung, sondern inspirierend – oder sogar erleuchtend – ist es, sich die Kunst von Christoph Niemann anzusehen. Auf ihn bin ich über diesen Artikel gestossen. Und ich finde sie einfach nur grossartig!

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Kommentar verfassen