Krze Lnks

Bei einem meiner Videos ging es letzthin um nützliche Sicherheitsinstrumente im Web. Auch Kurz-URLs waren ein Thema: Man kann mit ihnen bekanntlich gefährliche Links kaschieren. Das geht so weit, dass Forbes neulich fünf Gründe aufgezählt hat, weswegen man ganz auf Kurzlinks verzichten müsse. Nebst dem Verschleierungseffekt werden die Kurzlinks oft auch fürs Tracking eingesetzt. Bit.ly zum Beispiel sagt Nutzern genau, wie die Kurzlinks genutzt werden. Das ist das eigentliche Geschäftsmodell: Gratisnutzer bekommen nur eingeschränkte Daten. Wer vollständig von der Datensammelei profitieren möchte, der muss zahlen. Wieviel, schreibt bit.ly nicht; das muss man offensichtlich je nach Branche und Unternehmensgrösse aushandeln.

Das riecht in der Tat nach einem etwas dubiosen Geschäftsmodell. Die Links sind der Kitt, der das Internet zusammenhält. Diesen Kitt zu strecken, respektive zu melken … okay, ihr merkt, dass mir die Metapher gerade um die Ohren fliegt. Was ich eigentlich sagen will:  „Krze Lnks“ weiterlesen

Von wegen «Man ist so alt wie man sich fühlt»

Es gibt stehende Redewendungen, die einfach nur dumm sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Man ist so alt, wie man sich fühlt. Nein, man ist nicht so alt, wie man sich fühlt. Man ist so alt, wie man ist. Wenn ich als Hundertjähriger aus Demenzgründen einen Flashback in meine Teeniejahre habe, heisst das nicht, dass ich mit den 16-Jährigen zum Fez gehen sollte. Es heisst, dass ich in meinem Zimmerchen im Altersheim zu bleiben und damit abzufinden habe, dass die Jugend verflossen ist.

Natürlich soll die Redewendung eine Aufmunterung sein und besagen, dass man sich nicht vorzeitig abschreiben sollte – und vor allem, dass man nicht gezwungen ist, die gesellschaftlichen Erwartungen an einen bestimmten Lebensabschnitt zu erfüllen. Klar, auch diese Haltung hat ihre Berechtigung. Andererseits beweisen die Heerscharen von Berufsjugendlichen, die auf die Fünfzig zugehen und noch immer so tun, als ob sie höchstens halb so alt wären, dass es keine wahnsinnige Leistung ist, sich dieser sozialen Anspruchhaltung zu verweigern. Wer keine altersgerechte Verantwortung für sein Leben übernimmt, kommt damit durch – es sei denn, er verstösst in krasser Weise gegen die Konventionen. „Von wegen «Man ist so alt wie man sich fühlt»“ weiterlesen

Die Welt durch die Augen des Google-Bots

Der User-Agent Switcher ist eine nützliche Erweiterung für Firefox, mit der man den User Agent umschalten kann. Je nach Einstellung gibt sich Firefox dann nicht mehr als Firefox unter Windows, sondern als Safari unter Mac OS, als Edge-Browser unter Windows oder als Android-Telefon oder sonst ein Gerät bzw. eine Software aus.

Das ist nützlich, wenn man Websites testen muss, die sich auf den einzelnen Geräten unterschiedlich verhalten sollen. Ich brauche diese Erweiterung aber aus einem trivialeren Grund: Ich betreue bei Publisher.ch bekanntlich den Downloadbereich. Da dort sowohl die Windows- als auch die Mac-Versionen der Programme angeboten werden, muss ich beides herunterladen. Viele Websites nehmen dem Nutzer die Arbeit ab, die passende Variante wählen zu müssen – mit dem unerfreulichen Nebeneffekt, dass ich die Mac-Version nicht herunterladen kann, wenn ich einen Windows-Computer benutze. Damit ich dazu keinen Mac bemühen muss, schalte ich einfach den User Agent um. Das klappt in den meisten Fällen hervorragend.

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Eine Schreckreaktion? So sieht Google aus, wenn man mit User Agent «Googlebot» surft.

Lustig ist nun, dass man die Einstellung bei User Agent nun auch auf exotische Dinge wie Google Bot einstellen kann. Und das, von Neugierde getrieben, auch sogleich tut. „Die Welt durch die Augen des Google-Bots“ weiterlesen

Elektronikmusik nach dem Selbstbauprinzip

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Die namensgebenden Knoten (nodes) sind links deutlich zu erkennen. Rechts konfiguriert man den Sound.

Auf der Liste mit den Dingen, die ich in diesem schönen Blog besprechen will, steht seit längerem eine App namens Nodebeat (erhältlich für das iPhone und iPad, Android und für den Mac). Das Problem ist nun, dass ich wirklich nicht kompetent bin, sie vernünftig abzuhandeln. Denn es handelt sich um eine App zur Musikkomposition. Musik ist ein Bereich, wo ich mich gerne als Nutzer betätige, wo ich aber völlig talentfrei bin, was den Kreationsprozess angeht. Ich kann daher schreiben, dass die App Spass macht und dass – egal was man tut – etwas Hörbares herauskommt. Aber wie das passiert und wie man die App im Vergleich zu anderen, ähnlichen Apps bewerten müsste, kann ich leider weder herausarbeiten nicht fachlich begründen.

Andererseits hat mangelndes Verständnis einer Materie noch nie einen Blogger vom Schreiben abgehalten. Mich am allerwenigsten: Ich habe mich vor einiger Zeit über die Musikmemos-App ausgelassen (Die Nummer 1 für die Hitparade ist fast schon komponiert). Ich habe über diverse Musikkreations-Apps geschrieben, nämlich im Beitrag Musik-Lego über Reactable, in Ein Tummelfeld für Musiktüftler über SunVox und in Schleichweg auf die Pop-Bühne über Songify. Und da war auch der Beitrag mit dem besten Titel aller Zeiten (Dft dft dft nnnnng) zu Auxy.

Also, Nodebeat operiert mit Generatoren. „Elektronikmusik nach dem Selbstbauprinzip“ weiterlesen

Neue Welten à discrétion

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Framptonland oder Certillia?

Ich kann Karten zwar nicht lesen (jedenfalls nicht sonderlich gut), aber ich finde sie cool. Und nicht nur Karten, sondern auch alles, was damit zusammenhängt. Das liegt wahrscheinlich an jugendlicher Prägung. In der Primarschule haben wir irgendwann mal ein Reliefmodell aus Karton gebastelt. Das dient, wenn es nicht verschimmelt ist, noch irgend in einer Kiste im Keller meiner Eltern als Staubfänger. Ich glaube, Karten haben gerade auf einen Stubenhocker wie mich deswegen eine faszinierende Wirkung, weil man sieht, wohin man gehen könnte, wenn man den Lust hätte, das Haus zu verlassen.

Ich gehe noch weiter und behaupte: Pläne sind immer viel spannender als deren Umsetzung. In der Planphase hat man noch alle Möglichkeiten offen. Sobald man einen Plan umsetzt, muss man sich für einen Weg entscheiden und viele schöne Optionen verwerfen. Darum ist das beste Buch auch dasjenige, das man noch nicht geöffnet hat: Es kann die tollste Geschichte aller Zeiten enthalten. Sobald man den Buchdeckel aufklappt, schwindet diese Wahrscheinlichkeit. Bei manchen Büchern sogar schon beim ersten Satz.

Karten sind jedenfalls ein guter Weg, sich in der Realität zu verankern und die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Karten sind ein Instrument der Aufklärung, weil sie sich an Fakten orientieren. Es sei denn, man zeichnet Drachen in Karten ein und vergisst Nordamerika auf dem Globus.

Aber Karten sind natürlich auch ein wunderbares Instrument für Fantasten, die nichts als Eskapismus im Sinn haben. „Neue Welten à discrétion“ weiterlesen

Eine Anekdote aus dem Giftschrank

Neulich habe ich in meinem Giftschrank das «PC-Kummerbuch 5» gefunden. Das hat zum ersten und einzigen Gerichtsfall Anlass gegeben, an dem ich beteiligt war. Eine alte Geschichte, die inzwischen den Status einer Anekdote hat. Und deswegen auch gut hier im Blog erzählt werden kann.

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Da, wo dieses Fläschchen hingehört, liegt jetzt das Buch, um das es heute hier geht. (Bild: qimono/pixabay.com, CC0)

Als ich im Jahr 2000 beim Tagi angefangen habe, war der «Computerbund», wie er damals hiess, ausgelagert. Eine Firma namens Mediaware hat ihn betreut, und sie hat mich angestellt. Falls ich mich richtig erinnere, ging diese Konstellation auf Roger de Weck zurück. Er wollte auf diese Weise etwas für die hiesige KMU-Szene tun.

Im März 2003 fand das Outsourcing ein Ende. Der Tagi wollte den so genannten sechsten Bund, zu dem auch der montägliche Computerbund gehörte, neu konzipieren. Geplant war ein Gesellschaftsbund, für den Platz geschaffen werden musste. Und damit man auch die Option hatte, für die Gesellschaftsthemen die digitalen aufzugeben, wurde die Zusammenarbeit beendet.
„Eine Anekdote aus dem Giftschrank“ weiterlesen

Das Retro-Spielkonsölchen

Immer im neuen Jahr komme ich an dieser Stelle dazu, exotische Gadgets zu besprechen. Dies deswegen, weil meine liebe Familie mir solche zum Geschenk machen. Heute: Die Mini TV Games Konsole von Thumbs up mit 200 eingebauten Games, die es bei Amazon für wenig Geld gibt (da es ein Geschenk war, habe ich den genauen Preis geflissentlich ignoriert). Das ist ein kleines, ungefähr zündholzschachtelgrosses Kästchen mit einem Miniatur-Joystick und zwei Controllerknöpfen, plus einem Start- und einem Reset-Button. Batteriebetrieben und direkt an den Fernseher anschliessbar.

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Winziger Joystick mit 200 eingebauten Spielen.

Das Co-Geschenk war zu der Konsole war das 8-Bit Art Book (bei Amazon etwas teurer), das als Kaffeetischbuch die Helden der Acht-bit-Ära zelebriert: „Das Retro-Spielkonsölchen“ weiterlesen

Für Entdecker und Herdentiere

Bei der Recherche zu meinem Video zur kostenlosen Ferienlektüre bin ich auch der Website scribl.com begegnet. Das ist, etwas nüchtern ausgedrückt, eine Handelsplattform für digitale Inhalte: E-Books, Hörbücher, Podcasts. Als Leser bezieht man Lesestoff und als Autor publiziert man seine Werke. Das Versprechen an Autoren lautet: «You write. We do the rest. While we can’t guarantee your work will become a bestseller, Scribl is the place that can make it happen automatically.»

Also: «Du schreibst, wir publizieren. Ohne Garantie auf einen Bestseller, aber mit der Aussicht, dass es passieren könnte.» Das ist nun per se noch nicht wahnsinnig spektakulär. Es gibt andere Self-Publishing-Plattformen im Netz. Die wichtigste ist sicher Kindle Direct Publishing, wo man seine Bücher direkt auf Amazon veröffentlicht. (Wie ich es mit dem getan habe.)

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Das ist die Ausbeute, wenn man gern ein bisschen Sex, aber nicht allzu viel Realismus hätte.

Aber es macht nichts, eine Alternative zu haben. Besonders, wenn hinter dem Platzhirsch ein Koloss wie Amazon steckt. Und Scribl hat mehrere Eigenschaften, die die Plattform interessant machen.

Es gibt erstens das Crowd Pricing, das den Bücherpreis bestimmt. „Für Entdecker und Herdentiere“ weiterlesen

Wo kein menschliches Ohr jemals gewesen ist

Spotify hat 50 Millionen Abonnenten und 100 Millionen Hörer weltweit. Und um die 30 Millionen Songs, plus 2 Milliarden Playlists. Mit anderen Worten: Drei Nutzer müssen sich einen Song teilen – da ist das ganze Repertoire innert Kürze durchgehört. Sollte man meinen.

Dem ist aber nicht so. Denn natürlich wird die Musik nicht gleichmässig genutzt. Es gibt wenige Tracks die viel gestreamt werden und andere, die unbenutzt herumliegen. Gizmodo hat herausgefunden, dass vier Millionen Songs noch überhaupt niemals je gespielt worden sind. Das war allerdings 2014, und in der Zwischenzeit dürfte sich die Zahl markant verringert haben.

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Dank forgotify.com. Dieser Dienst spielt Songs, die noch keiner je gehört hat – zumindest auf Spotify. „Wo kein menschliches Ohr jemals gewesen ist“ weiterlesen

Die Liebe ist ein Videospiel

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Sieht so ein glückliches Paar aus?

Zwei weitere Nerdflicks, meine Lieben! Einer, dem man gute Absichten unterstellen darf, der aber trotzdem als gescheitert betrachtet werden muss. Und ein zweiter, der mein Nerd-Herz erwärmte und meinen Geist amüsierte…

Flop: Gefangen in Youtube
Die Idee ist amüsant: Wie wäre es, in Youtube gefangen zu sein und mit den Videos zu interagieren – und zwar auch mit denen, die man selbst aufgenommen und hochgeladen hat? Das ist der Plot bei Smosh: The Movie (Amazon-Affiliate-Link).

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Genauso haben wir uns den Youtube-Hauptsitz immer vorgestellt.
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