Es sonnenfinstert nicht so richtig

Am letzten Freitag bei der Sonnenfinsternis habe ich mit Zeitraffer-Aufnahmen experimentiert. Da ich erst gar nicht versuchen wollte, die Sonnenscheibe formatfüllend abzubilden – dazu fehlt mir die Ausrüstung und die Erfahrung – habe ich darauf gesetzt, den Effekt indirekt abzubilden. Meine Idee war, den Weg der Sonne über den Himmel und gleichzeitig die Abdunkelung der Umgebung abzubilden.

Um die Pointe vorwegzunehmen: Am Schluss ist zwar ein Video entstanden. Auf dem ist von der Sonnenfinsternis aber kaum etwas zu sehen. Das liegt daran, dass die Verdunkelung weniger stark ausgefallen ist, als ich erwartet habe – und auf diesen Effekt hatte ich gesetzt. Ich habe mit automatischer Belichtung und einer Belichtungskorrektur gearbeitet, da ich dachte, dass sich die Veränderung in der Umgebung ausreichend klar darstellen würde. Das war nicht der Fall – man hätte mit einer manuellen Einstellung sicher mehr gesehen. Aber das weiss man im Voraus leider nicht.

Kamerafragen
Während der Sonnenfinsternis habe ich mit zwei Kameras gearbeitet: Zum einen mit der Legria Mini von Canon. Sie hat einen Zeitraffer-Modus, der maximal eine vierfache Beschleunigung ermöglicht. Das ist zu wenig für ein Ereignis, das etwa anderthalb Stunden dauert. Ich habe darum den Intervall-Modus gewählt, der Standbilder schiesst, wobei das Zeitintervall auf 5, 10, 30, 60 oder 600 Sekunden gesetzt werden kann. Ich habe mich für 10 Sekunden entschieden. Das ergibt bei etwa anderthalb Stunden Dauer ein Zeitraffer-Video von 22 Sekunden. Dummerweise hat die Legria schon vor dem Höhepunkt schlappgemacht – allerdings war der Akku auch nicht ganz voll.

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Quicktime Pro macht aus den Fotos aus der Spiegelreflex einen Film in der effektiven Auflösung, der sich auch in 4k weiterverarbeiten liesse.

Gleichzeitig habe ich meine Nikon D7000 aufs Stativ gesetzt und mit dem Fischauge auf den Himmel gerichtet. Im Aufnahmemenü gibt es den Punkt Intervall. Man setzt den Startzeitpunkt, also entweder sofort oder die Uhrzeit, bei der die Kamera loslegen soll. Das Intervall kann man bei der Nikon D7000 durch Wählen von Stunden, Minuten und Sekunden frei setzen. Ich habe 13 Sekunden gewählt: Das gibt für anderthalb Stunden etwa 400 Bilder, was bei einer Framerate von 25 ein 15-sekündiges Spektakel ergibt: Kurz und knackig, wie es sein sollte.

Montage
Nach der Aufnahme-Aktion stellt sich die Frage, wie man die Einzelbilder zu einem Film montiert. Ich nehme dafür QuickTime Pro. Das ist der hier erhältliche QuickTime 7-Player. Ich habe eine Seriennummer für die Pro-Version aus Vor-Mac-App-Store-Zeiten. Es gibt die Software aber auch für 29 Franken im Store zu kaufen.

In QuickTime Pro wählt man Ablage > Bildsequenz öffnen und wählt das erste Foto aus. Dann braucht man nur noch die Framerate anzugeben, die typischerweise 25 Bilder pro Sekunde beträgt. QuickTime Pro macht dann eine Sequenz in voller Auflösung, die man in Finalcut Pro als 4k-Video schneiden könnte. Das wollte ich mir und meinem Mac nicht antun, und habe darum die Auflösung auf Full-HD gesetzt.

Tja, und was macht man, wenn das Resultat nicht befriedigt, und man das Ereignis nicht wiederholen kann? Klar: Man bescheisst: Ich habe darum den Abdunkelungseffekt in FinalCut verstärkt. Nicht die saubere Art – aber das hier ist auch kein Journalismus, sondern ein Experiment. Und da ist das Fazit: Die automatische Belichtung für ein Zeitraffer, Video ist keine gute Idee – da hätte man allerdings auch schon von Anfang an drauf kommen können. Ausserdem brauche ich für solche Experimente ein Stativ, das nicht schon bei einem kleinen Lüftchen zu wackeln beginnt…

Autor: Matthias

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