Bekenntnisse eines teetrinkenden Nerds

Nein, mir sind die Tech-Themen nicht ausgegangen. Aber der Mensch braucht Abwechslung – sowohl thematisch als auch bei den Dingen, die er sich zwecks Erfrischung und Stärkung täglich zuführt.

Ich bin, wie Leute in meinem Umfeld immer wieder amüsiert bis schockiert zur Kenntnis nehmen, Teetrinker. Ich wirke augenscheinlich wie ein typischer Koffein-Abhängiger, weswegen meine getränketechnischen Vorliebe bei meinem Gegenüber zur augenblicklichen Kontradiktion zwischen Realität und Erwartungshaltung bis hin zu einer Erschütterung des Weltbildes führt: Einer, der sich als Nerd bezeichnet und Tee trinkt! Das kann ja gar nicht sein!

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Teatip Number one.

Ich verstehe diese Reaktion. Ich gehörte in der Tat bis zum Sommer 2011 zu den Kaffeemissbrauchern. Ich habe es zwar nie, wie andere notorische Peers, auf eine zweistellige Zahl von Tassen pro Tag geschafft. Aber es war genug, dass sich mein Körper, genauer: mein Magen gegen mich verschworen hat. Ich fügte mich somit in mein Schicksal. Es war ja schliesslich nicht so, dass ich die Schokolade hätte aufgeben müssen. Seitdem starte ich mit einem Tee in den Tag.

Dabei habe ich eine Vorliebe für Kräutertees entwickelt. Die marokkanische Minze gehört zu meinen Favoriten, ebenso die Bio-Bergkräutertees von Pro Montagna, die es im Coop gibt. Es geht mir damit ganz gut, auch wenn Sudgetränke natürlich nicht die Schubwirkung von Frischgebrühtem haben und sie einem Energy-Drink-Junkie nur ein müdes Lächeln abringen.

Zwecks Abwechslung bin ich immer auf der Suche nach interessanten teemässigen Geschmackserlebnissen, die mich über den fehlenden morgentlichen Koffeinkick hinweghelfen. Neulich haben wir eine Velotour in die Kartause Ittingen unternommen, wo ich mich im Laden des Gutsbetriebs mit einem Tütchen mit Ittinger Minze (starkes Menthol!) und, die aufgedruckte Warnung ignorierend, auch mit einem Tütchen Hopfenblüten eingedeckt habe. (Denn was ich nicht aufgeben musste, ist das Biertrinken. Im Gegenteil; Bier hat eine beruhigende Wirkung auf den Magen, sodass ich es mir aus rein therapeutischen Gründen gerne verabreiche.)

Die Warnung auf dem Hopfenblütentee besagt, dass er sehr bitter sei. Und in der Tat: Den Montagmorgen mit so einer Hopfendröhnung zu starten, macht einen nicht unbedingt zum Menschenfreund. Da kann auch viel Honig nichts mehr ausrichten.

Aus Ermangelung an Alternativen bin ich auf die Idee verfallen, in den Aufguss mit der Minze noch zwei Hopfenblüten zu tun. Und wisst ihr was? Dieses Minzgehopfte bzw. Hopfengeminzte harmoniert. Ich würde es zwar nicht unbedingt zum Frühstückskonsum empfehlen. Aber als Abendtee ist das eine echte Entdeckung!

PS: Statt mit Honig kann man den Hopfentee auch mit Dulce de Leche süssen, das es z.B. im Coop gibt. Das Bittere und das Caramelige sind zwar nicht das ultimative Traumpaar, aber doch eine interessante Kombination…

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Autor: Matthias

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