Höhenflüge und ihr abruptes Ende

Klar, jeder kennt «Doodle Jump». Das ist ein ebenso populäres Spiel wie «Plants versus Zombies» oder «Cut the rope» – wenngleich nicht ganz so bekannt wie «Angry Birds». Ich kannte es schon länger dem Namen nach, und habe es für meinen Artikel Die Neige-Spiele endlich einmal ausprobiert. Und schreibe hier eine kurze Besprechung, für alle die, denen es ebenso geht wie mir – die den Namen kennen und sich fragen, ob sie damit Zeit vergeuden sollten.

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Links, im Original-Look: Mit der Rakete geht es rasant obsi.
Rechts, mit Dschungel-Theme: Den Insekten ausweichen oder sie wegballern.

Jedenfalls kann man mit «Doodle Jump» (kostenlos für iOS, 1 Franken ohne Werbung und mit Zusatzfunktionen für iOS, kostenlos für Android auf Google Play) hervorragend Zeit vergeuden. Der Titel verrät schon einiges: In einer Strichzeichnungs-Welt will man als kleiner Elefant hoch hinaus. Dazu hüpft man von Plateau zu Plateau und vermeidet es tunlichst, den sicheren Halt zu verfehlen. Denn wenn man einmal ins Leere fällt, ist das Level auch schon vorbei – und die Plattformen, die aus dem Bild verschwunden sind, weil man sie unter sich gelassen hat, die fangen einen auch nicht mehr auf.

Manche Plattformen weisen eine Feder oder ein Trampolin auf, das einen weiter nach oben spickt als ein normaler Sprung. Besonders rasant kommt man mit den Sprungstiefeln, dem Raketenrucksack und der Rakete vorwärts. Es gibt aber auch Hindernisse: Das schwarze Loch, dem man nicht zu nahe kommen sollte. Die morschen Plateaus und die Ungeheuer, die einen beim Kontakt sofort aus dem Level befördern. Die Monster kann man übrigens durch Tippen aufs Display abschiessen.

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Links: Beim Wüstenlevel können Münzen eingesammelt werden.
Rechts: Aktuell zur WM 2014: Das vertikale Fussballfeld.

Abgesehen davon spielt man nur über die Lagesensoren. Indem man das Gerät nach rechts oder links neigt, steuert man den Elefanten so, damit er auf den Plateaus landet. Je höher man nach oben kommt, desto schwieriger wird es. Die Plattformen werden weniger und manche beginnen, sich vertikal oder horizontal zu bewegen. Manche können auch nur einmal benutzt werden und es kommt sogar der Moment, wo man die Plattformen per Finger selbst anordnen muss, um seinen Weg nach oben fortsetzen zu können.

Das Spiel macht Spass, weil man es sofort begreift und man sich der Illusion hingeben kann, nicht einem reinen Zeitvertreib zu frönen, sondern etwas für die Geschicklichkeit und Feinmotorik zu tun. Und das Spiel ist sehr schön gemacht: Man sieht an den Rändern die Stellen, an denen man selbst bei früheren Partien gescheitert ist – und mit der Option Score Markers global auch die seiner Mitspieler draussen im Netz – ohne dass man deswegen gleich einen Multiplayer-Wettkampf anzetteln müsste. Auf der Menüseite kann man am unteren Rand verschiedene Themes durchwischen. Sie funktionieren alle in etwa ähnlich, bieten aber optische Abwechslung: Nebst dem Look auf dem Häuschenpapier gibt es eine Höhlenwelt, ein Osterabenteuer, die Halloween-Umgebung, Weltraum, Unterwasser, Weihnachten, Winter und Dschungel. Zur Fussball-WM 2014 findet sich ausserdem ein Theme, bei dem man quasi vertikal ein Fussballfeld durchquert und es mit Mannschaften wie Brasilien, Israel, Japan oder auch den Schweizern zu tun bekommt. Die werden auf altbekannte Manier ausgeschaltet. Ausserdem gibt es einen Multiplayer-Modus, bei dem man via Game-Center gegen einen anderen Spieler antritt.

Fazit: «Doodle Jump» ist nicht zu Unrecht ein populäres Spiel: Schön gemacht, einfach und vergnüglich – und wie im richtigen Leben werden Höhenflüge oft sehr abrupt gestoppt.

Autor: Matthias

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