Code im Film

Computerthemen lassen sich in Film und Fernsehen nur schlecht verwerten. Es ist per se langweilig, an Computer sitzende Leute zu zeigen. Die machen nicht viel mehr, als auf der Tastatur zu tippen. Manchmal strecken sie die Hand zur Maus aus, kratzen sich an Kopf oder Hintern – aber das war es dann auch schon. Die eigentlichen Geschehnisse passieren auf dem Computermonitor bzw. irgendwo in einem Prozessor oder Netzwerk. Also ausserhalb der Reichweite der Kamera. Klar, man kann den Monitor abfilmen. Aber das begeistert niemanden. (Und das sage ich, obwohl ich selbst einen Screencast produziere.)

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Matrix Reloaded: Trinity hackt mit vier Zeilen Code und einer 64-bit-Division ein ganzes Kraftwerk. (Bild moviecode.tumblr.com)

Es gilt also, eine Geschichte rund um den Computerfreak oder Hacker zu stricken, die in der realen Welt spielt. Es existiert auch die Möglichkeit, die Geschehnisse im Computer zu visualisieren und zu dramatisieren, so wie Tron und Tron: Legacy das tun. Diesen Kunstgriff zu verwenden, heisst in vielen Fällen allerdings, die Matrix zu überstrapazieren.

Wie die Hacker und Computerfreaks im Film dargestellt werden, ist ein Kapitel für sich (Achteinhalb Stunden auf die Ohren). Und besonders fragwürdig ist, was die an den Computern treiben. Da werden extra fürs Fernsehen und Kino Betriebssysteme und Porgrammiersprachen erfunden, die mit der Realität nur wenig gemein haben. Und der Hacker ist oft ein eigentlicher Magier, der mit wenigen Klicks etwas bewerkstelligt, was im richtigen Leben hundert Mannjahre an Entwicklung benötigen würde. Aber da Hollywood auch bei nichtcomputerthemen genauso nonchalant mit Naturgesetzen und Restriktionen aller Art umgeht, darf einen das nicht erstaunen.

Das Tumblr-Log Source Code in TV and Films jedenfalls sammelt Screenshots aus Filmen und Fernsehshows, auf denen Computer-Code zu sehen ist und führt eine kritische Analyse durch. Geniale Idee – und ein echter Spass für Programmierer und Code-Junkies!

Autor: Matthias

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