Frische Playlists, flott serviert

InstanTunes erstellt automatische Wiedergabelisten. So genannte «Smartfilter» steuern, welche Titel in der Musikauswahl landen.

Wer mit Platten und Kassetten gross geworden ist, hört Musik meist auch am iOS-Gerät nach Album oder Interpret. Die Musik-App stellt auch die Möglichkeit bereit, die Titel nach Genre zu wählen – ansonsten spielt man Musik per «Shuffle»-Funktion nach dem Zufallsprinzip oder erstellt (mit meist recht grossem Aufwand) massgeschneiderte Wiedergabelisten.

Einen Zwischenweg eröffnet nun die InstanTunes-App. Sie erstellt automatisch Wiedergabelisten, so genannte Queues, wobei man das Resultat über Filter beeinflusst.

130225-instantunes01.jpg
Links: Über drei Filterstufen grenzt man den Pool der Songs ein, aus dem InstanTunes die Wiedergabeliste erstellen soll.
Rechts: So werden die einzelnen Parameter spezifiziert. Hier wird angegeben, dass die ausgewählten Songs in den letzten 52 Tagen schon einmal gespielt worden sind.

Erstellt man eine neue Queue, gibt man als erstes an, ob die ganze Musiksammlung berücksichtigt werden soll. Man kann alternativ auch eine in iTunes erstellte Wiedergabeliste oder eine Genuis-Liste als Ausgangsbasis wählen.

Eine smarte Vorauswahl
Im zweiten Schritt wählt man die Methode des Intelligent Filterings. Beim SmartMix bevorzugt die App beliebte, d.h. häufig gehörte und wenig übersprungene Stücke. Mit der Option Underplayed erhalten «vernachlässigte» Titel den Vorzug. Mit der Option None gibt es keine entsprechende Präferenz.

In einem dritten Schritt legt man manuelle Filter fest. Neun Kriterien stehen zur Verfügung, die man einzeln oder in Kombination in Kraft setzen kann. Mit Rating beschränkt man die Auswahl auf Titel mit mindestens/höchstens/genau der vorgegebenen Zahl von Sternchen. Über Number of Songs gibt man an, wie viele Titel die Queue umfassen soll. Alternativ kann man via Queue Duration auch die Länge der Wiedergabeliste festlegen. Mit der Option Last Played gibt man an, ob man Titel hören will, die man in den letzten x Tagen gehört oder nicht gehört hat. Über Artists wählt man die Künstler aus, die in der Playlist vertreten sein sollen und über Genres gibt man alle Stilrichtungen an, die vertreten sein dürfen. Bei BPM beschränkt man die Titel nach maximaler oder minimaler Taktzahl. Über Play Count und Skip Count filtert man die Playlist zu guter Letzt nach der Anzahl der Wiedergaben bzw. der Häufigkeit, wie oft ein Titel übersprungen wurde.

Die Vorauswahl optimieren
Die fertige Queue darf man manuell nachbearbeiten: Man kann Titel löschen, manuell hinzufügen, die Reihenfolge ändern, die vorhandenen Titel durchmischen, oder eine Neuauswahl anhand der gleichen Kriterien (ein Requeue) durchführen. Die Queues dürfen gespeichert, geöffnet und verändert werden, aber sie stehen nur in der InstanTunes-App zur Verfügung, nicht aber in der Musik-App.

130225-instantunes02.jpg
Links: Die automatisch erstellte Wiedergabeliste darf manuell nachgebessert werden.
Rechts: Die Metadaten können in der «Music Control»-Ansicht eingesehen werden.

InstanTunes kann aber Songs auch per Airplay wiedergeben und in der Music Controls-Ansicht steuert man die Wiedergabe einfach per Gesten: Mit einer horizontalen Wischbewegung springt man vorwärts oder rückwärts, einmal tippen pausiert oder startet die Wiedergabe, vertikales Wischen macht lauter oder leiser und doppeltes Tippen zeigt die Wiedergabesteuerung an.

Metadaten sind gefragt!
Fazit: Für Leute, die gern Musik gern via Wiedergabelisten organisieren, ist InstanTunes (1 Fr. im App-Store) ein nützliches Hilfsmittel. Man würde sich allerdings noch viel mehr Kriterien für die Filterung wünschen – beispielsweise die Möglichkeit, Musik nach Veröffentlichungsdatum oder -Jahrzehnt (Musik aus den 70ern) zu selektieren und eine Wahlmöglichkeit nach Sprache (nur deutschsprachige und französische Songs), Stimmung (aufgedreht, melancholisch, o.ä.) und Anlass zu haben (Geburtstag, Feiertage) zu haben. Für eine solche Wahlmöglichkeit müssten der App natürlich die entsprechenden Informationen zur Verfügung stehen – aber es wäre für Apple eine Kleinigkeit, diese Angaben zu den Songs zu erfassen und über iTunes Match der vorhandenen Musiksammlung hinzuzufügen.

Nachtrag: Die Selektion nach Jahr hat der Autor der App auf unsere Anfrage hin hinzugefügt.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Kommentar verfassen