Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik

Ich habe Android unrecht getan, als ich Googles Betriebssystem für den Heckmeck mit lokalen Musikdateien kritisiert habe. Apple und das iPhone sind noch schlimmer.

Ich bin kein Freund von Apple Music. Meine ursprüngliche Aversion rührt daher, dass mit der Einführung des Streamingdienstes die Musik-App am iPhone massiv gelitten hat. Die App ist in erster Linie fürs Streaming da, die lokalen Musikdateien werden stiefmütterlich behandelt. Die Genius-Funktion ist verschwunden, die Verweise auf Apple Music allgegenwärtig. Und trotzdem kann Apples Angebot Spotify eben nicht das Wasser reichen.

Das grösste Problem mit Apples Musik-App ist mir aber erst neulich bewusst geworden. Ich habe mich im Beitrag Android hat kein Musikgehör darüber beklagt, wie umständlich es ist, Musikdateien auf ein Telefon mit Googles Betriebssystem zu verfrachten und demgegenüber das iPhone in ziemlich hohen Tönen gelobt.

Diese Töne sind mir vergangen, als ich neulich ein paar Songs aus meiner .lokalen Musiksammlung aufs iPhone bringen wollte. Denn das ist auch im Apple-Universum kompliziert und viel umständlicher, als es sein müsste.

Das liegt an Apples Hang, alles mit allem zu verzahnen und an allen Ecken und Enden ein paar Extra-Dollars zu verdienen: „Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik“ weiterlesen

Mitten drin statt nur dabei

Nicht nur Apple startet mit 3D-Audio eine Raumklang-Initiative, auch Sony ist mit 360 Reality Audio beim neuen, immersiven Musikerlebnis mit dabei. Und da auch mein etwas älterer Sony-Kopfhörer dazu kompatibel ist, hatte ich Gelegenheit, das mit eigenen Ohren zu hören.

Mein grosser Kopfhörer, den ich zu Hause vor allem als Arbeitsinstrument bei Audio- und Videoproduktionen verwende, ist nicht mehr brandneu, sondern hat bald vier Jahre auf dem Buckel. Trotzdem erfüllt der Sony WH-1000XM2, den ich im Beitrag Mundtote Arbeitskollegen seinerzeit ausführlich vorgestellt hat, seinen Zweck nach wie vor hervorragend.

Aber gute Kopfhörer sind für die Ewigkeit – die meisten habe ich so lange benutzt, bis die Polster speckig wurden oder weggebröselt sind.

Das könnte auch bei diesem Sony-Modell passieren, zumal das eine Eigenschaft hat, die es für eine langanhaltende Nutzung prädestiniert. Es lässt sich nämlich auch passiv verwenden. Das heisst, dass der Kopfhörer auch funktioniert, wenn er nicht eingeschaltet ist – dann kann man ihn logischerweise nicht drahtlos benutzen und es gibt auch keine Geräuschunterdrückung. Aber am Kabel funktioniert er wie jeder herkömmliche Kopfhörer. Das ist inzwischen eine meiner Lieblingsfunktionen, weil sie den Gebrauch herrlich unkompliziert macht.

Trotzdem habe ich neulich wieder einmal die Begleit-App des Kopfhörers geöffnet und wurde vom Setup fürs 360 Reality Audio-Setup begrüsst. „Mitten drin statt nur dabei“ weiterlesen

Spotify hasst alle DJs

Früher konnte man in DJ-Apps auch Musik von Spotify verwenden. Das geht nicht mehr. Taugt Tidal als Ersatz?

In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, ob Spotify noch ein sympathisches Unternehmen ist. Wir haben darüber im Nerdfunk gesprochen, als es um die Veränderungen ging, die das Streaming in den letzten gut zehn Jahren bei unseren Musikgewohnheiten herbeigeführt hat. Die Frage «noch gut oder schon evil» ist auch aufgetaucht, als ich aufgezeigt habe, mit welchen Mitteln Spotify das Podcast-Geschäft vereinnahmen will (siehe hier und hier mit Bezahlschranke).

Als ob das nicht genug wäre, hat Spotify eine überaus nützliche Funktion gekillt: Dritt-Apps dürfen seit letztem Jahr nicht mehr auf das Spotify-Katalog zugreifen. Es ist nicht mehr möglich, mit einer DJ-App Musikstücke via Streaming ins Programm einfliessen zu lassen. Ich habe das während meiner Karriere als Morgenmoderator bei Radio Stadtfilter oft und gern getan; und zwar mit der hier vorgestellten Pacemaker-App.

Djay, Edjing Mix, Traktor DJ und Tap DJ – nicht alle taugen fürs Streaming

Es stellt sich die Frage: Gibt es denn Ausweichmöglichkeiten? Kann man statt Spotify zum Beispiel Apple Music, Tidal oder Deezer nutzen?

Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht: „Spotify hasst alle DJs“ weiterlesen

Android hat kein Musikgehör

Googles schönes Smartphone-Betriebssystem ist eine komplette Nullnummer, wenn es um anspruchsvollen Musikgenuss geht.

Neulich habe ich zum würdigen Gedenken an Lou Ottens einige Musik-Apps vorgestellt. Ottens gilt als Vater der Kompaktkassette und die Apps haben dementsprechend den Sinn und Zweck, diese Erfindung in post-analoger Form wiederaufleben zu lassen: Das Handy wird zum Walkman, in den man seine digitalen Audiodateien einlegt. Eine der Apps, nämlich Cassette Gold, habe ich vor einiger Zeit hier im Blog im Beitrag Der Walkman lebt vorgestellt.

Bei den Tests für meinen Artikel habe ich mir auch einige Apps für Android angeschaut und bin ich in die Verlegenheit gekommen, zu Demonstrationszwecken einige Musikdateien auf das Nokia 7.2 (Nokia ist zurück) befördern zu müssen.

Naiv wie ich bin, dachte ich, das ginge so einfach wie beim iPhone: „Android hat kein Musikgehör“ weiterlesen

Für die etwas Fleissigeren und Begabteren unter uns

Falls ich doch noch zum Ukulenen-Virtuosen heranreifen sollte, wird die Yousician-App daran schuld gewesen sein.

Aus Gründen, die hier nicht näher erläutert werden sollen, gibt es in unserem Haushalt neuerdings eine Ukulele. Ja, so ein Ding, mit dem man in Handarbeit Töne herstellt, die im Idealfall nicht allzu grässlich klingen. Es soll sogar Leute geben, die sogar Wohlklingendes zustande bringen. Für mich völlig unvorstellbar. Aber in musikalischen Belangen bin ich leider kein Massstab.

Ich bin sosehr kein Massstab, dass ich generell eher davon abrate, die mit Musik getaggten Beiträge hier im Blog überhaupt zu lesen. Sie sind wahrscheinlich von einer derartigen Naivität und einem Unwissen geprägt, dass man die Zeit, die man fürs Lesen bräuchte, auf alle Fälle für etwas Sinnvolleres einsetzen könnte. Ich halte mir aber zugute, dass ich mir meiner diesbezüglichen Unfähigkeit ansatzweise bewusst bin und daher wenigstens nicht dem Dunning-Kruger-Effekt zum Opfer gefallen bin.

Wie auch immer: wider besseres Wissen schreibe ich heute über eine App, die in den Bereich gehört, von dem ich keine Ahnung habe: „Für die etwas Fleissigeren und Begabteren unter uns“ weiterlesen

Die Hitparade wartet!

Obwohl ich kein Fan der modernen Methoden zur Gesangsmanipulation bin, habe ich Voloco getestet. Sie korrigiert falsche Töne und lässt uns alle singen wie die sprichwörtliche Nachtigall. Bleibt nur noch die Frage: Funktioniert das auch?

Es gibt in der Musik mehrere Methoden, um die menschliche Stimme zu verfremden. Zwei sollen hier erwähnt werden¹. Doch ich muss vorausschicken, dass ich beide, in unterschiedlichem Mass, unerfreulich finde.

Erstens der Vocoder: Für den hege ich eine moderate Abneigung.

Der Vocoder ist, wie ich von Wikipedia gelernt habe, eine militärische Erfindung. Die Absicht damals war, bei der verschlüsselten Übertragung von menschlicher Stimme Bandbreite zu reduzieren.

Heute ist der Vocoder ein Stilmittel für die Musik. Ein Signal besteht aus einem Carrier und einem Modulator. Der Carrier ist eine Schallquelle, die durch den Modulator gefiltert bzw. verändert wird. Dieser Modulator liefert Dynamik und Tonfärbung.

Als Carrier dient meistens die Stimme eines Sängers oder einer Sängerin, und der Modulator ist zum Beispiel ein Synthesizer. Auf diese Weise klingt die Stimme wie ein künstliches Instrument.

Zweitens Autotune. „Die Hitparade wartet!“ weiterlesen

Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt

Da Google Music demnächst aus dem Verkehr gezogen wird, habe ich in den sauren Apfel gebissen und meine Musik zu Youtube Music transferiert. Doch eine befriedigende Lösung ist das nicht.

Obwohl ich praktizierender Google-Skeptiker bin, gibt es ein paar Dienste, die ich gerne nutze. Zu denen gehört Google Music. Diesen Dienst fürs Musikstreaming habe ich seit 2013 im Einsatz.

Wie im Beitrag Wie die Musik am komfortabelsten strömt beschrieben, bin ich dazugestossen, nachdem ich mich seinerzeit von  iTunes Match verabschiedet hatte. Ich hatte Apples Sync-Dienst zwar sehr geschätzt: Er war bzw. ist¹ dazu da, die lokale Musiksendung über diverse Geräte zu synchronisieren. Das funktioniert ähnlich mit der iCloud-Mediathek. Aber iTunes Match hat den Vorteil, dass auch selbst gerippte Musik, die nicht aus dem Music Store stammt, berücksichtigt wird.

So praktisch das ist: Es kostete damals 35 Franken im Jahr (und heute vermuntlich immer noch), und das war mir zu teuer. Darum habe ich Google Music verwendet. Über ein Programm namens Music Manager hat man dort die lokal gespeicherten Musikstücke hochladen und via Browser oder App hören können.

Nun ist Google dabei, diesen Dienst einzustampfen. „Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt“ weiterlesen

Ein knallharter Vergleich von Spotify und Apple Music

Ich bewerte die beiden Streamingdiensten in den vier Bereichen Zugänglichkeit, Personalisierung, soziale Funktionen und Smart-Home-Tauglichkeit.

Seit einiger Zeit nutze ich Apple Music parallel zu Spotify. Ein paar Dinge sind mir aufgefallen – und davon gibt es heute ein kleiner, persönlich gefärbter Vergleich.

Und um die Pointe gleich vorwegzunehmen: Beim mir schneidet Spotify besser ab: Für mich ist und bleibt spürbar, dass bei Apple der Streamingdienst nur ein Angebot von vielen ist – während Daniel Ek und seine Mitstreiterinnen sich mit ganzem Herzblut nur um dieses eine Geschäft kümmern.

Zugänglichkeit und Handhabung

Im Vergleich zu Spotify gelange ich bei Apple Music weniger schnell zu Musik, die ich hören möchte. Ein Grund ist sicher die Gewöhnung: Ich nutze Spotify, seit der Dienst in die Schweiz gekommen ist, also seit dem November 2011. Apple Music habe ich erst seit ein paar Wochen auf dem Schirm. Vorher hatte ich den Dienst explizit ausgeblendet, weil ich in die Musik-App am Mac, iPad und iPhone nur für meine lokale Musik verwenden wollte (siehe auch Warum mich Apple Music kalt lässt). „Ein knallharter Vergleich von Spotify und Apple Music“ weiterlesen

Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne

Jetzt ist die Zeit, den Drummer in uns zu wecken (möglichst mit einem lauten Wirbel): Die Zenbeats-App gibt es im Moment mit vielen kostenlosen Dreingaben.

Immer mal wieder stelle ich hier in meinem Blog Apps aus Bereichen vor, von denen ich keine Ahnung habe. Und juhuu!, heute ist es wieder so weit.

Es geht um Zenbeats von Roland. Das ist ein Drum-Computer in App-Form. Es gibt ihn fürs iPhone und iPad, für Android, den Mac und Windows.

Zu diesem Drum-Computer in App-Form macht Roland derzeit ein interessantes Angebot. Die App selbst ist (wie immer) kostenlos. Darüber hinaus bekommt man im Moment auch jede Menge jener Ressourcen gratis, mit denen man seine musikalischen Kreationen füttert. Denn im Moment hätten wir alle ja genügend Zeit, uns kreativ auszutoben, heisst es im Mail.

Natürlich sind diese «Wir helfen dir durch die Corona-Zeit»-Angebote nie selbstlos, sondern immer auch Marketing in eigener Sache. Aber das ist okay, finde ich. Niemand erwartet, dass wegen des Virus gleich der Kapitalismus abgeschafft wird.

Also, laut Roland umfasst das derzeit kostenlose Angebot die folgenden Dinge: „Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne“ weiterlesen

Spotify macht den Kasperli

Meinem Jahresrückblick beim Schwedischen Streaminganbieter sind die Vorlieben meiner Tochter deutlich anzusehen: Nebst ein bisschen Musik gibt es ganz viele Kinderhörspiele. Das zeigt, dass Spotify nicht vernünftig mit gesprochenen Inhalten umgeht.

Den Jahresrückblick 2019 von Spotify, sonst meistens interessant und aufschlussreich, war dieses Jahr eine einzige Enttäuschung. Die Musikstreamer aus dem hohen Norden haben nicht gemerkt, dass meine Tochter meinen Account in Beschlag genommen hat. Der Top-Künstler war Paul Bühlmann, gefolgt von Ines Torelli und Jörg Schneider. Das allein war schon absurd: Die haben nämlich zu dritt die Kasperli-Hörspiele zu verantworten, die meine Tochter angefangen hat zu hören, nachdem wir ihr im Sommer diesen Lautsprecher hier geschenkt hatten.

Jetzt gelte ich in Schweden offiziell als Chasperli-Junkie.

Die Hörspiele sind in einzelne, kurze Titel zerlegt. Es sind für ein gut zwanzigminütiges Stück etwa ein Dutzend Tracks. Wenn man nur ein paar Hörspiele laufen lässt, landen die Schauspieler unweigerlich sehr weit vorne in der Auswertung. Das führt zu einer Verzerrung, weil man Kapitel aus Hörspielen in keinster Weise mit Musiktiteln vergleichen kann, die man beim Streaming wie Singles, also als Einzeltitel anhört.

… und, nebenbei bemerkt, zeigt sich eine interessante Monetarisierungsstrategie auf: „Spotify macht den Kasperli“ weiterlesen