Grosis Sonntagsbraten jetzt mit Quinoa

Coverversionen: Sind sie in Zeiten von Uploadfiltern überhaupt noch möglich? Eine berechtigte Frage, die man sich vielleicht früher hätte stellen müssen.

Jedenfalls spalten sie seit jeher die Musikwelt. Ich kenne Leute, die nur das Original stehen lassen wollen. Weil es dem Urheber zukommt zu bestimmen, wie ein Song interpretiert werden muss. Weil Coverversionen oft eine Anmassung sind. Und weil das Wie eben so wichtig ist wie das Was – und man etwas Gutes nicht besser macht, indem man es nochmals durch die Mangel dreht.

Diesen Standpunkt untermauern die Coverversionsverschmäher mit Listen wie The Worst Cover Songs of All Time von «Rolling Stone». Und klar, dass Britney Spears, die «I Love Rock & Roll» trällert geeignet ist, einen in den Selbstmord zu treiben. Madonnas Version von «American Pie» ist Kacke. Und wenn Miley Cyrus sich an «Smells Like Teen Spirit» vergreift, dann muss man dankbar sein, dass Kurt Cobain schon tot ist.

Und ich habe Verständnis dafür, dass es Künstler gibt, die die Covers ihrer Songs nicht mögen. Das ginge mir wahrscheinlich auch so: Ich würde finden, dass ich alles richtig gemacht habe und es niemanden braucht, der mir die Deutungshoheit meines eigenen Materials streitig macht. Prince mochte offenbar viele Covers nicht. Dionne Warwick, Don Henley und Etta James waren auch nicht begeistert, wenn man dieser Liste glauben darf.

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Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen


Musikliebhaber haben Besseres verdient

Es ist kein Geheimnis, dass ich von der Musik-App nicht begeistert bin. Und es geht auch anderen so. Immerhin kann man als Blogger viele Beiträge mit Erklärungen bestreiten, wie man die Mankos wettmacht. Wie es zum Beispiel der Herr von iphonehacks.com tut.

Ich halte es allerdings für sinnvoller, Alternativen zu empfehlen. Darum habe ich im letzten Patentrezepte-Video einige Alternative vorgestellt. Nämlich die hier: „Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen“ weiterlesen

Hey Kuno!


Das Video und der Artikel bei Tagesanzeiger.ch.

Mein Musikkonsum wird inzwischen zu 95 Prozent vom Streaming bestritten. Ich habe noch eine lokale Musiksammlung und kaufe auch ab und zu Songs und ganze Alben. Das einerseits um den Künstlern meine Anerkennung zu zollen. Und andererseits um nicht ohne die wichtigen Songs meines Lebens dazustehen, falls Spotify einmal unerwartet den Schirm zumachen sollte. Denn Streaming allein macht nicht glücklich.

Und natürlich habe ich eine Musiksammlung, weil es bei Spotify nicht alles gibt. Denn was die Schweizer Musik angeht, hat sich der schwedische Streamingdienst nicht mit Ruhm bekleckert, wie SRF kritisierte. „Hey Kuno!“ weiterlesen

Der Walkman lebt

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Die Kassette lebt auch. Und wenn es nur in unserer sentimentalen Erinnerung ist. (Bild: Markus Spiske, freeforcommercialuse.net/Pexels.com, CC0)

Ja, der Walkman lebt. Manche brauchen ihn heute noch, in Echt! Ich gehöre nicht zu den Leuten. Aber man kann ja so tun als ob.

Nämlich mit der App Cassette Gold (iPhone/iPad). Oder mit der App DeliTape (Android, iPhone/iPad). Die machen beide ungefähr das selbe: Sie spielen Musik ab und zeigen dazu eine Kassette, deren Spulen sich während der Wiedergabe akkurat drehen.

Und natürlich kann man unterschiedliche Kassettentypen «einlegen», die dann so aussehen, wie die TDK-, Agfa-, Sony- Hitachi-, Denon- oder BASF-Kassetten, die wir damals benutzt haben.
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10 Alben für die einsame Insel

Es ist höchste Zeit, die Playlist der Woche wiederzubeleben! Der Anlass dazu kommt von einem beruflichen Apéro, bei dem man als Abschiedsgeschenk für eine Kollegin seine zehn Lieblings-Alben mitbringen sollte. Das ist keine leichte Aufgabe. Im Gegenteil – mit einer schwierigeren Aufgabe habe ich mich seit langem nicht konfrontiert gesehen.

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Fehlt nur noch der Ghettoblaster. (Bild: Torley/Flickr.com)

Klar: Ein paar der Platten liegen auf der Hand. Die erste Hälfte der Liste hat man nach vier Sekunden. Doch dann wird es haarig – für den hinteren Teil kommen so viele Platten in Frage, dass man sich stunden- oder tagelang den Kopf zerbrechen und das Für und Wider dieser oder jener Scheibe abwägen könnte. Darum ist so eine Liste auch bloss eine Momentaufnahme. Schon in einem halben Jahr könnte sie anders aussehen.

Trotzdem, hier meine Auswahl für die 10 Alben für die einsame Insel, die heute von den 9/11-Dokus ablenken könnte. Falls diese 9/11-Dokus noch immer en vogue sind…
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Warum mich Apple Music kalt lässt

Apple Music – weder neu noch innovativ noch notwendig.

Apple hat den Megatrend um die Streaming-Musik lange Zeit verschlafen. Er hat den Mainstream vor mehr als vier Jahren erreicht, als ich zum ersten Mal ausführlich für den Tagi darüber schrieb – damals noch aufgehängt an dem inzwischen verstorbenen Simfy.

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Links: Da wäre ich auch von allein drauf gekommen.
Rechts: Für lokale Musik ist die Musik-App annähernd unbrauchbar geworden.

Ich nutze Spotify seit dem Start in der Schweiz Mitte Oktober 2012. Die Schweden könnten in Sachen Musikempfehlungen zwar noch durchaus zulegen. Aber abgesehen davon haben Sie meine Musiknutzung nachhaltig verändert. Trotz der hier geübten Kritik.
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Gute Ratschläge an Apple betreffs iTunes

Apple hat iPhoto und Aperture in den Wind geschossen und dafür die Fotos-App in die Welt gesetzt. Meines Erachtens eine Verschlimmbesserung. Und obendrein die falsche Priorität. Wenn man sich die Apple-Apps für OS X anschaut, dann ist nicht iPhoto das Problem. Sondern iTunes.

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Hat eine Generalüberholung nötig.

Dieses Programm ist ein Moloch: Überladen mit Funktionen und eine Usability-Katastrophe. Da hilft nur eine Runderneuerung, für die ich Apple gerne kostenlose Ratschläge gebe:
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Der Musikkübel

Ein Gadget namens Libratone Zipp hat in unseren Haushalt Einzug gehalten. Das ist nicht mehr brandneu, sondern seit mehr als zwei Jahren erhältlich – also fast schon ein Oldie.

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Passt gut neben das DAB-Radio und die geheimnisvolle Truhe.

Andererseits war das Gerät ein Auftragskauf mit genauen Vorgaben, denen es bestens entspricht: Es muss drahtlos per Airplay bespielbar sein. Es muss handlich genug sein, um durch die Wohnung getragen zu werden. Es sollte das Auge erfreuen (oder zumindest nicht beleidigen), und last but not least auch noch gut klingen. Diese erfüllte das Produkt aus Dänemark gut – zumindest auf dem Papier. „Der Musikkübel“ weiterlesen

Zum Abschied legt einem Apple ein paar Steine in den Weg

Ich habe meine Drohung wahrgemacht und iTunes Match den Rücken gekehrt.

Nun war ich aber naiv, was das Ende dieses Abos anging. Ich dachte, man könne es einfach auslaufen lassen, und alles würde danach automatisch zur vorherigen, iCloud-losen Funktionsweise zurückkehren. Das heisst: Wenn man neue Musik aufs Gerät kriegen will, führt man halt einen Sync aus. Aber nein. Natürlich legt Apple Leuten wie mir, die zur Kündigung eines so tollen Dienstes wie iTunes Match erdreisten, zum Abschied noch ein paar Steine in den Weg. Das ist schliesslich typisch für solche goldenen Käfige: Der Weg hinein ist einfach. Der Weg hinaus erfolgt auf eigene Gefahr.

Der vielköpfige iCloud-iTunes-Moloch. (Der, anders als das Bild impliziert, nichts mit einer Erdbeere zu tun hat.)

Die Musik-App verhielt sich so, als sei iTunes Match weiterhin aktiv. Die Songs aus der iCloud wurden mit dem Wölkchen-Symbol angezeigt und bei einer aktiven WLAN-Verbindung sogar abgespielt. Das Herunterladen zum Zweck des Offline-Konsums war jedoch nicht möglich. Man solle dafür doch bitte einfach sein iTunes-Match-Abo verlängern. Haha, sehr subtil, Apple.

Wo deaktiviert man iTunes Match?
Ich begann also, in den Einstellungen nachzuforschen. Nahe liegende Anlaufstelle ist die Musik-Rubrik. „Zum Abschied legt einem Apple ein paar Steine in den Weg“ weiterlesen