Grosis Sonntagsbraten jetzt mit Quinoa

Coverversionen: Sind sie in Zeiten von Uploadfiltern überhaupt noch möglich? Eine berechtigte Frage, die man sich vielleicht früher hätte stellen müssen.

Jedenfalls spalten sie seit jeher die Musikwelt. Ich kenne Leute, die nur das Original stehen lassen wollen. Weil es dem Urheber zukommt zu bestimmen, wie ein Song interpretiert werden muss. Weil Coverversionen oft eine Anmassung sind. Und weil das Wie eben so wichtig ist wie das Was – und man etwas Gutes nicht besser macht, indem man es nochmals durch die Mangel dreht.

Diesen Standpunkt untermauern die Coverversionsverschmäher mit Listen wie The Worst Cover Songs of All Time von «Rolling Stone». Und klar, dass Britney Spears, die «I Love Rock & Roll» trällert geeignet ist, einen in den Selbstmord zu treiben. Madonnas Version von «American Pie» ist Kacke. Und wenn Miley Cyrus sich an «Smells Like Teen Spirit» vergreift, dann muss man dankbar sein, dass Kurt Cobain schon tot ist.

Und ich habe Verständnis dafür, dass es Künstler gibt, die die Covers ihrer Songs nicht mögen. Das ginge mir wahrscheinlich auch so: Ich würde finden, dass ich alles richtig gemacht habe und es niemanden braucht, der mir die Deutungshoheit meines eigenen Materials streitig macht. Prince mochte offenbar viele Covers nicht. Dionne Warwick, Don Henley und Etta James waren auch nicht begeistert, wenn man dieser Liste glauben darf.

Trotzdem: „Grosis Sonntagsbraten jetzt mit Quinoa“ weiterlesen

Elektronikmusik nach dem Selbstbauprinzip

Die namensgebenden Knoten (nodes) sind links deutlich zu erkennen. Rechts konfiguriert man den Sound.

Auf der Liste mit den Dingen, die ich in diesem schönen Blog besprechen will, steht seit längerem eine App namens Nodebeat (erhältlich für das iPhone und iPad, Android und für den Mac). Das Problem ist nun, dass ich wirklich nicht kompetent bin, sie vernünftig abzuhandeln. Denn es handelt sich um eine App zur Musikkomposition. Musik ist ein Bereich, wo ich mich gerne als Nutzer betätige, wo ich aber völlig talentfrei bin, was den Kreationsprozess angeht. Ich kann daher schreiben, dass die App Spass macht und dass – egal was man tut – etwas Hörbares herauskommt. Aber wie das passiert und wie man die App im Vergleich zu anderen, ähnlichen Apps bewerten müsste, kann ich leider weder herausarbeiten nicht fachlich begründen.

Andererseits hat mangelndes Verständnis einer Materie noch nie einen Blogger vom Schreiben abgehalten. Mich am allerwenigsten: Ich habe mich vor einiger Zeit über die Musikmemos-App ausgelassen (Die Nummer 1 für die Hitparade ist fast schon komponiert). Ich habe über diverse Musikkreations-Apps geschrieben, nämlich im Beitrag Musik-Lego über Reactable, in Ein Tummelfeld für Musiktüftler über SunVox und in Schleichweg auf die Pop-Bühne über Songify. Und da war auch der Beitrag mit dem besten Titel aller Zeiten (Dft dft dft nnnnng) zu Auxy.

Also, Nodebeat operiert mit Generatoren. „Elektronikmusik nach dem Selbstbauprinzip“ weiterlesen

Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen


Musikliebhaber haben Besseres verdient

Es ist kein Geheimnis, dass ich von der Musik-App nicht begeistert bin. Und es geht auch anderen so. Immerhin kann man als Blogger viele Beiträge mit Erklärungen bestreiten, wie man die Mankos wettmacht. Wie es zum Beispiel der Herr von iphonehacks.com tut.

Ich halte es allerdings für sinnvoller, Alternativen zu empfehlen. Darum habe ich im letzten Patentrezepte-Video einige Alternative vorgestellt. Nämlich die hier: „Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen“ weiterlesen

Hey Kuno!


Das Video und der Artikel bei Tagesanzeiger.ch.

Mein Musikkonsum wird inzwischen zu 95 Prozent vom Streaming bestritten. Ich habe noch eine lokale Musiksammlung und kaufe auch ab und zu Songs und ganze Alben. Das einerseits um den Künstlern meine Anerkennung zu zollen. Und andererseits um nicht ohne die wichtigen Songs meines Lebens dazustehen, falls Spotify einmal unerwartet den Schirm zumachen sollte. Denn Streaming allein macht nicht glücklich.

Und natürlich habe ich eine Musiksammlung, weil es bei Spotify nicht alles gibt. Denn was die Schweizer Musik angeht, hat sich der schwedische Streamingdienst nicht mit Ruhm bekleckert, wie SRF kritisierte. „Hey Kuno!“ weiterlesen

Eine fast unverselle Musik-App

Evermusic Pro ist eine spannende App für Leute, die sich noch die Mühe machen, eine Musiksammlung zu pflegen, und die diese Musik auch unterwegs hören möchten, aber keinen Bock auf iTunes, Synchronisierung und ähnliche Mätzchen haben. Die App spielt Musik von diversen Clouddiensten. Eine gute Lösung ist diese App auch dann, wenn nicht die ganze Musik aufs iPhone oder iPad passt. Dann kann man nämlich die weniger häufig gehörten Songs über einen Clouddienst bereithalten und bei Bedarf per WLAN oder Mobilfunknetz streamen.

Links der Player, rechts die (per Onedrive, iPod-App und Google Drive) bestückte universelle Musiksammlung.

Evermusic Pro unterstützt eine imposante Auswahl von Clouddiensten: Natürlich Dropbox und OneDrive, aber auch Google Drive und Box, sowie diverse Dienste, von denen ich noch nie gehört habe, nämlich Mega und Yandex.Disk. Die App bindet via «iPod» auch die bereits auf dem iOS-Gerät vorhandenen Musikstücke ein.

Nicht nur das. Sie unterstützt im heimischen Netzwerk auch SMB-Laufwerke. Zu Hause hört man seine Musik somit auch direkt von der Netzwerkfestplatte. Dank WebDAV kann man sogar Musik auf einem eigenen Server einbinden. Ich mag solche Apps, die einem die Möglichkeit geben, Herr über seine Daten zu bleiben und dennoch genauso komfortabel oder zumindest fast so komfortabel sind wie die vielgelobte Cloud.

Nun kann man einwenden, dass die Musiksammlung nicht unbedingt zum sensiblen Teil der persönlichen Datensammlung gehört – und man in dem Bereich nun nicht ganz so viel Vorsicht walten lassen muss, wie wenn es sich um die Fotosammlung oder um die digitalen Bankauszüge handelt. „Eine fast unverselle Musik-App“ weiterlesen

Der Walkman lebt

Die Kassette lebt auch. Und wenn es nur in unserer sentimentalen Erinnerung ist. (Bild: Markus Spiske, freeforcommercialuse.net/Pexels.com, CC0)

Ja, der Walkman lebt. Manche brauchen ihn heute noch, in Echt! Ich gehöre nicht zu den Leuten. Aber man kann ja so tun als ob.

Nämlich mit der App Cassette Gold (iPhone/iPad). Oder mit der App DeliTape (Android, iPhone/iPad). Die machen beide ungefähr das selbe: Sie spielen Musik ab und zeigen dazu eine Kassette, deren Spulen sich während der Wiedergabe akkurat drehen.

Und natürlich kann man unterschiedliche Kassettentypen «einlegen», die dann so aussehen, wie die TDK-, Agfa-, Sony- Hitachi-, Denon- oder BASF-Kassetten, die wir damals benutzt haben.
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10 Alben für die einsame Insel

Es ist höchste Zeit, die Playlist der Woche wiederzubeleben! Der Anlass dazu kommt von einem beruflichen Apéro, bei dem man als Abschiedsgeschenk für eine Kollegin seine zehn Lieblings-Alben mitbringen sollte. Das ist keine leichte Aufgabe. Im Gegenteil – mit einer schwierigeren Aufgabe habe ich mich seit langem nicht konfrontiert gesehen.

Fehlt nur noch der Ghettoblaster. (Bild: Torley/Flickr.com)

Klar: Ein paar der Platten liegen auf der Hand. Die erste Hälfte der Liste hat man nach vier Sekunden. Doch dann wird es haarig – für den hinteren Teil kommen so viele Platten in Frage, dass man sich stunden- oder tagelang den Kopf zerbrechen und das Für und Wider dieser oder jener Scheibe abwägen könnte. Darum ist so eine Liste auch bloss eine Momentaufnahme. Schon in einem halben Jahr könnte sie anders aussehen.

Trotzdem, hier meine Auswahl für die 10 Alben für die einsame Insel, die heute von den 9/11-Dokus ablenken könnte. Falls diese 9/11-Dokus noch immer en vogue sind…
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Warum mich Apple Music kalt lässt

Apple Music – weder neu noch innovativ noch notwendig.

Apple hat den Megatrend um die Streaming-Musik lange Zeit verschlafen. Er hat den Mainstream vor mehr als vier Jahren erreicht, als ich zum ersten Mal ausführlich für den Tagi darüber schrieb – damals noch aufgehängt an dem inzwischen verstorbenen Simfy.

Links: Da wäre ich auch von allein drauf gekommen. Rechts: Für lokale Musik ist die Musik-App annähernd unbrauchbar geworden.

Ich nutze Spotify seit dem Start in der Schweiz Mitte Oktober 2012. Die Schweden könnten in Sachen Musikempfehlungen zwar noch durchaus zulegen. Aber abgesehen davon haben Sie meine Musiknutzung nachhaltig verändert. Trotz der hier geübten Kritik.
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Gute Ratschläge an Apple betreffs iTunes

Apple hat iPhoto und Aperture in den Wind geschossen und dafür die Fotos-App in die Welt gesetzt. Meines Erachtens eine Verschlimmbesserung. Und obendrein die falsche Priorität. Wenn man sich die Apple-Apps für OS X anschaut, dann ist nicht iPhoto das Problem. Sondern iTunes.

Hat eine Generalüberholung nötig.

Dieses Programm ist ein Moloch: Überladen mit Funktionen und eine Usability-Katastrophe. Da hilft nur eine Runderneuerung, für die ich Apple gerne kostenlose Ratschläge gebe:
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