MP3-Hexerei, kostenfrei!

Das Programm mp3DirectCut stellt einfache Bearbeitungsmöglichkeiten für Musikdateien bereit. Weil die MP3-Dateien nicht neu codiert werden müssen, erfolgt diese Bearbeitung ohne Qualitätsverlust.

Das MP3-Format hat viele Vorteile, aber auch einen gewichtigen Nachteil: Zur Bearbeitung ist es nicht geeignet. Wenn man eine MP3-Datei mit einem gängigen Audio-Editor öffnet und neu speichert, dann wird die Datei erst decodiert und dann erneut encodiert. Das führt unweigerlich zu einem Qualitätsverlust. Dieser ist im Idealfall klein – doch er kann auch hörbare Spuren hinterlassen. Das liegt an der verlustbehafteten Kompression des MP3-Musikcodec, bei der sich negative Effekte bei mehrfacher Speicherung aufsummieren.

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Auch stundenlange Aufnahmen lassen sich zügig und unkompliziert bearbeiten.

Das Freeware-Programm mp3DirectCut verhindert die Verschlechterung der Tonqualität. Die MP3-Dateien werden nicht neu codiert, denn die Bearbeitung erfolgt direkt auf den komprimierten Daten. Darum sind nicht beliebige Arbeitsschritte möglich, sondern nur grundlegende Operationen – aber das reicht in den allermeisten Fällen auch schon.

MP3s trimmen, zerlegen oder kombinieren
mp3DirectCut kann Musikdateien trimmen, sprich, unerwünschte Teile am Anfang und/oder Ende entfernen. Es ist möglich, MP3-Dateien aneinander zu hängen oder eine Datei in mehrere MP3s zu zerlegen Man kann einfache Pegelblenden erzeugen, das heisst, einen Track ein- oder auszublenden. Auch das Normalisieren beherrscht die Software. Bei diesem Vorgang wird die Lautstärke angehoben und an die maximale Pegelspitze angepasst.

Nach dem Laden einer MP3-Datei zeigt die Software eine (sehr vereinfachte) Audiokurve der geladenen Datei, die bei der Navigation hilft. Über die Wiedergabetasten hört man sich die Datei an; die Wiedergabe kann aber auch durch Drücken der Leertaste gestartet und gestoppt werden. Es ist möglich, mit der Maus die Teile zu markieren und diese zu löschen oder auszuschneiden. Bei längeren MP3-Dateien ist es in aller Regel einfacher, mit Markierungspunkten zu arbeiten. Um eine Datei zu trimmen, würde man sie anspielen und beim Einstiegspunkt eine Anfangsmarkierung setzen (Taste b), zum Ausstiegspunkt spielen, mit Taste n den Endpunkt setzen und den Befehl Datei > Beschneiden betätigen. Dann speichert man über Datei > Audio komplett speichern die Datei. Um eine Datei zu zerlegen, setzt man mit der Maus eine Markierung und erzeugt einen Bearbeitungspunkt (cue), indem man die Schnitt-Schaltfläche oder die Delete-Taste betätigt. Der Befehl Datei > Geteilt speichern sichert separat die einzelnen Segmente. Die Schnittpunkte können übrigens über das Menü Spezial auch gespeichert und geladen werden.

Auf zügiges Arbeiten optimiert
Um zwei Dateien zusammenzufügen, öffnet man mp3DirectCut am einfachsten zweimal. Dann kann man in der ersten Instanz die erste Datei öffnen. Die zweite Datei lädt man in der zweiten Instanz, betätigt Ctrl + a, um das ganze Audio zu markieren und Ctrl + c, um es in die Zwischenablage zu kopieren. Dann wechselt man zu der ersten Instanz von mp3DirectCut, fährt ans Ende der Aufnahme, betätigt zur Sicherheit Ctrl + r, um eine allfällige Markierung aufzuheben, und fügt das Audio dann über Ctrl + v ein. Auf diese Weise lassen sich recht zügig auch viele MP3s aneinander hängen.

Da keine Neucodierung der MP3-Dateien notwendig ist, arbeitet mp3DirectCut äusserst schnell. Die Software eignet sich auch für sehr grosse Dateien – sie hat sich beispielsweise bestens bewährt, um Radio-Mitschnitte von mehreren Stunden zu trimmen.

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Autor: Matthias

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