Einmal alle Daten zum Mitnehmen, danke!

Google stellt eine einfache Möglichkeit zum Export der in der Cloud gespeicherten Daten bereit.

Die Vorbehalte gegen über der Cloud im Allgemeinen und Google im Speziellen sind nach wie vor gross. Einer der wichtigsten Argumente der Gegner lautet: Als Cloud-Nutzer ist man nicht mehr seiner Daten.

Die «Data Liberation Front» kämpft seit zwei Jahren gegen diesen Einwand: Daten sollen jederzeit heruntergeladen und gelöscht werden können. Wer will, kann gehen – und seine Daten mitnehmen. Diese Organisation hat bei Google das Dashboard ins Leben gerufen, das zum eigenen Account zeigt, wo welche Daten gespeichert sind. Das Dashboard für die meisten Dienste einen Link zu den Einstellungen zur Verfügung. So gelangt man schnell zu den Optionen zur Privatsphäre und kann Dienste, die man nicht mehr benötigt, auch relativ leicht aufkündigen. Das Minus: Bislang sind nicht alle Google-Dienste im Dashboard vertreten. Unter anderem fehlen Google Bookmarks und Google+.

Zwei Klicks für eine Archivdatei
Die «Data Liberation Front» stellt auch Google Takeout zur Verfügung. Unter
google.com/takeout kann man, wortwörtlich mit zwei Klicks, einen Grossteil seiner Google-Daten herunterladen. Mit dem ersten Klick startet man die Aggregation der Daten.

120628-googletakeout01.jpg
Mit einem Klick startet man den Datenexport: Die Informationen werden in ein Archiv verpackt, das man, sobald es vollständig ist, als ZIP-Datei herunterlädt.

Sind alle bereit, lädt man sie mit einem zweiten Klick als ZIP-Datei herunter. In unserem Test war die Datei rund 142 MB gross. Sie umfasst acht Ordner, die alle Buzz-Meldungen, Gruppen-Visiten-Karten von allen Google-Plus-Kreisen, die Kontakte aus GMail, Dokumente aus Google Text und Tabellen im Word-, Excel- und Powerpoint-Format, alle Bilder aus den Picasa-Webalben, die Links der mit G+ markierten Internetbeiträge, alle Beiträge auf Google+ als HTML-Datei und die Beschreibung im Google-Profil als Json-Datei enthalten.

120628-googletakeout02.jpg
Die ZIP-Datei enthält pro Dienst einen Unterordner, in dem die Dateien in (meist brauchbaren) Formaten vorzufinden sind.

Wer nicht alle Daten aufs Mal herunterladen möchte, klickt auf Dienst auswählen und lädt nur das Archiv eines Dienstes.

Zur Nachahmung empfohlen
Fazit: Google Takeout dürfte nicht alle Vorbehalte zur Cloud zum Verschwinden bringen. Dennoch ist Googles Ansatz vorbildlich und zur unbedingten Nachahmung empfohlen. Twitter, beispielsweise sollte eine ähnlich simple Archivierungsfunktion bereitstellen. Und Facebook könnte die vorhandene Download-Funktion etwas prominenter in Szene rücken. Wer dort seine Daten herunterladen will, klickt in der Menüleiste rechts auf das nach unten zeigende Dreieck-Symbol, wählt Kontoeinstellungen aus dem Kontextmenü und klickt dann auf Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter (zu finden am Ende der Liste bei Allgemeine Kontoeinstellungen).

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Kommentar verfassen