Kein Tipp an dieser Stelle

An dieser Stelle war eigentlich die Wiederholung des Daily-Digital-Beitrags von vorletztem Montag geplant. Ich hatte damals eine App vorgestellt, mit der man die Codierzone von Einzahlungsscheinen scannen kann. Die App ermittelt die Kontonummer, Betrag und Referenznummer und überträgt diese Angaben per E-Mail oder auf anderem Weg, sodass man sie in der Online-Banking-Anwendung kopieren kann und den Zahlensalat nicht abzutippen braucht.

Wenig Freude
Nun hatte der Autor der App aber so wenig Freude an meinem Artikel, dass er mir seine Anwälte auf den Hals hetzen will – und darum ist nun wiederum mir die Lust an der Sache vergangen. Grund des Unmuts war meine Bezeichnung «Etikettenschwindel». Ich habe sie verwendet, weil die App als kostenlos bezeichnet wird, aber erst über einen In-App-Kauf freigeschaltet werden muss. Ohne diese Freischaltung wird nur der Rechnungsbetrag und die Kontonummer, nicht aber die 27-stellige Referenznummer übertragen. Das nützt aber eigentlich nichts, da nicht das Abtippen von Kontonummer oder Betrag den Aufwand macht, sondern eben die Referenznummer. Ich finde es okay, wenn eine Gratis-App über einen In-App-Kauf aufgewertet wird. Aber ich erwarte, dass auch die kostenlosen Grundfunktionen nützlich sind und es sich bei den gekauften Erweiterungen um echte Pro-Funktionen handelt. Ansonsten wird lediglich der Kaufpreis verschleiert.

VNC? Really?
Wie auch immer, es gibt zum Glück eine Alternative. Die App Scan and Pay kostet nichts (sie wirbt obendrein mit dem Hinweis «Es ist keine Freischaltung im integrierten Shop nötig») und funktioniert ähnlich. Das Scannen ist kein Problem und die Erfassung der Daten hat in meinem Test problemlos geklappt.

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Die benötigten Informationen wurden erfolgreich aus der Codierzeile extrahiert.

Der Nachteil hier liegt darin, dass man einen VNC-Server zur Übertragung braucht. Man startet dazu den VNC-Server auf seinem Desktop-Computer (beispielsweise VNC Free für Windows), baut dann die Verbinung auf (wobei ich bei Windows 7 die Portnummer von 5900 auf 5901 wechseln musste, damit der Zugriff möglich war), setzt dann in seiner Telebanking-Anwendung den Cursor ins passende Feld und tippt am iPhone die Angabe an, die man übertragen möchte, also vor allem die ominöse Referenznummer. Die ausführliche Anleitung gibt es auf zyense.com.

Und auf die Gefahr hin, dass mich auch der Hersteller von Scan and Pay verklagen will: Das ist wahnsinnig umständlich. Wie wäre es, wenn die Daten aller gescannten Einzahlungsscheine als HTML- oder Textdatei in die Dropbox gespeichert würden? Das wäre ein zeitgemäss und verboten einfach!

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Ein Gedanke zu „Kein Tipp an dieser Stelle“

  1. Salü,
    Ich verwende Ibiscan. Ist, soweit ich mich erinnern kann, kostenpflichtig.
    Ich bin zufrieden damit. Den Port musste ich nicht ändern und es funktioniert direkt über WIFI in das vorgesehene Feld der ZKB.
    Tschüss.

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