Die Zeit im Flug vergehen lassen

TimeLapse ist eine iPhone-App, die höchst unkompliziert Zeitraffer-Filme dreht.

Der Film ist ein Medium, bei dem seit jeher getrickst wird. Ein einfacher und dennoch eindrücklicher Trick ist, den Film mit einer anderen Geschwindigkeit aufzunehmen, als man ihn hinterher abspielt. Das führt dazu, dass die Zeit im Film schneller oder aber langsamer läuft als in Realität. TimeLapse ist eine App, die die Zeit im Film beschleunigt, also eine Zeitraffer-Aufnahme macht.

Ein Beispielfilm, der zeigt, was der Autor des Beitrags während des Schreibens so treibt.

Nach dem Start stellt die Aufnahme drei Parameter zur Verfügung, nämlich Recording Time, also die Aufnahmezeit in Realität, Time Speedup, sprich die Beschleunigung, und Video length, d.h. die Laufzeit des fertigen Videos. Zwei dieser drei Parameter muss man vorgeben, worauf die App den dritten automatisch berechnet. Welchen Wert die App berechnen soll, stellt man über den grossen vertikalen Schieberegler ein.

Im Tempo der Musik
TimeLapse ermöglicht es auch, den Zeitrafferfilm mit einem Musikstück zu unterlegen, und kann die Länge des Zeitrafferfilms am Stück anpassen. Dazu tippt man auf Select an Audio Track und wählt seinen Titel aus. Um nun die Beschleunigung automatisch anzupassen, setzt man den vertikalen Schieber auf Time Speedup und gibt dann an, wie lange aufgezeichnet werden soll. Die maximale Zeit sind 29 Tage, 23 Stunden und 59 Sekunden, die maximale Beschleunigung ist der Faktor 9999 – mit diesen Einstellungen würde ein ganzer Monat auf vier Minuten und 19 Sekunden komprimiert. Etwas extrem, auch deswegen, weil man das iPhone einen ganzen Monat lang unangerührt aufnehmen lassen müsste. Es empfiehlt sich, vor stundenlangen Aufnahmen eine kurze Sequenz mit dem entsprechenden Beschleunigungsfaktor aufzunehmen, um zu überprüfen, ob das Resultat überhaupt brauchbar ist. Bei sehr starker Zeitkompression (d.h. wenn die Einzelbilder mit grossem zeitlichem Abstand aufgenommen werden), besteht die Gefahr, dass der Film sprunghaft wirkt und nicht mehr angenehm anzusehen ist.

In einem zweiten Schritt gibt man bei Title und Author die Angaben ein, die die App automatisch im Vorspann und Anspann platzieren soll. Dann kann man über Frame and start die Aufnahme auch schon starten. Wichtig ist natürlich, dass das iPhone während der Aufnahme nicht bewegt wird. Schon kleine Positionsverschiebungen trüben den Genuss beim Zeitraffer, daher ist es sinnvoll, das Telefon stabil anzulehnen oder sogar festzuklemmen. Auch sinnvoll ist, es während der Aufnahme mit Strom zu versorgen. Der Aufnahmeprozess braucht relativ viel Energie, sodass die Gefahr sonst gross ist, dass der Akku leergeht, bevor der Film fertig ist.

Den Aufnahmestart programmieren
Wer die Aufnahme noch etwas genauer steuern möchte, hat folgende Möglichkeiten:

  • Über die Schaltfläche Exposure in der linken Ecke kann die Belichtung, falls gewollt, fixiert werden. Standardmässig wird sie automatisch gesetzt.
  • Über die Schaltfläche Classic in der rechten oberen Ecke sind die Profi-Einstellungsmöglichkeiten zu finden. Bei ihnen kann auch das Zeitintervall in Stunden, Minuten und Sekunden festgelegt werden. Bei Start 10 Seconds after Tap legt man fest, wann die Aufnahme beginnt. Normalerweise sind das zehn Sekunden nach dem Antippen des Startknopfs. Die Dauer kann bis auf 59 Sekunden erhöht werden, und es auch möglich, Datum und Uhrzeit für den Start festzulegen – falls beispielsweise der Sonnenaufgang vor dem Fenster festgehalten werden soll, ohne dass man sich selbst erheben möchte.
  • Bei No Preprocessing können einige Nachbearbeitungsoptionen aktiviert werden. Unter Create Video legt man die Grösse und Qualität des fertigen Videos fest. An dieser Stelle schalten Sie auch den automatischen Vor- und Abspann ab. Deaktivieren Sie dafür bei Captions die Option Enable. Unter Discard Photos können Sie, falls Sie möchten, die aufgenommenen Fotos einzeln in der Fotorolle speichern.

Die App gibt es für 2 Franken im App Store.

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Die Einstellungen: Links die Zeitkompression, rechts die erweiterten Einstellungen.

Autor: Matthias

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