Farbe als Blickfang einsetzen

Fast alles ist grau, nur ein Objekt sticht farbig heraus – das ist der Clou bei der ColorSplash-App, mit der höchst eingängige Foto-Bearbeitungen möglich sind.

Wie erschütternd ein einzelner roter Klecks sein kann, führt Steven Spielberg in seinem Film «Schindlers Liste» vor. Der Film ist in Schwarzweiss gedreht. Nur zweimal taucht eine rote Jacke auf, um an ein namenloses Opfer zu erinnern. Farbe ist, auch weniger dramatisch eingesetzt, ein hochemotionales Gestaltungsmittel.

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Links: Die Figur, die farbig bleiben soll, wird mit dem Finger und dem passenden Pinsel herausgearbeitet – der hier aktive Maskierungsmodus zeigt sie in rot an.
Rechts: Der Feuerbaum – dank farblicher Freistellung wirkt dieses Herbstbäumchen wie ein lodernder Dornenbusch.

Das erfährt auch jeder Fotograf, sobald er sich intensiver mit der Bearbeitung seiner Bilder auseinandersetzt. Eine Schwarzweiss-Entwicklung lässt Strukturen und Kontraste in den Vordergrund treten. Durch kalte Tonung wird einem Foto eine nüchtern-distanziert Anmutung zuteil. Knallige Farben wirken animierend. Sepia-Farben vermitteln den Eindruck einer historischen Aufnahme und die Farbgebung der Bleach Bypass-Entwicklungsmethode versetzt den Zuschauer sofort in einen Kriegsfilm wie «Jarhead – Willkommen im Dreck». Steven Spielberg hat diesen Look in «Saving Private Ryan» eingesetzt.

Per Fingerspitze die Farbe zurückbringen
Die Wirkung von Farben lässt sich ausgezeichnet mit Foto-Apps durchspielen, beispielsweise mit dem früher vorgestellten Apps Instagram oder Snapseed. Eine App, die gezielt mit Farbe und Farblosigkeit spielt, ist ColorSplash. Öffnet man ein Bild, wird dieses in Graustufen umgewandelt. Nun bringt man mit dem Color-Werkzeug und seinem Zeigefinger gezielt Farbe ins Bild zurück. Dazu malt man mit der Fingerkuppe über die gewünschten Partien im Bild und gibt ihnen ihre ursprüngliche Farbgebung zurück.

Über die Pan & Zoom-Taste lässt sich der Ausschnitt vergrössern, sodass man auch bei feinen Details ausreichend genau arbeiten kann. Ist man übers Ziel hinausgeschossen, dann wechselt man zu zum Werkzeug Gray, das die Farbe dann wiederum herausnimmt. Das Maskensymbol (in der oberen Leiste erkennbar am Rechteck mit dem roten Punkt in der Mitte) zeigt auf Wunsch den Bereich, bei dem die Farbe erhalten bleibt, in rot an. Über das Pinselsymbol kann man den Durchmesser des Farbpinsels sowie die Schärfe der Kante Einstellen. In den Optionen gibt es ausserdem die Möglichkeit, graue und bunte Bereiche zu vertauschen und den Schieberegler für die Pinselgrösse ein- und auszuschalten.

Zur richtigen Zeit, fürs passende Motiv
Fazit: ColorSplash ist eine gelungene kleine Foto-App, der den Freunden der neuen Schnappschusskultur ein spannendes Bildbearbeitungswerkzeug an die Hand gibt. Überstrapazieren sollte man die Farbfreistellung indes nicht, da der Effekt zwar dramatisch wirkt, sich aber auch recht schnell abnutzt. Der gezielte Einsatz und die richtige Dosierung sind wichtig! Passenden Motiven – einer einzelnen Blume im grauen Asphalt, einem bunten Vogel im (Grossstadt-)Dschungel oder einer Erdbeere in der Fruchtschale – verhilft man mit ihr aber zu einem wahrlich grossen Auftritt.

Color Splash von Pocket Pixels Inc., für einen Franken im App Store (iPhone, iPod touch und iPad, ab iOS 3.1)

Autor: Matthias

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