Teleboy glotzt zurück

Es gehörte im seligen Analogzeitalter zu den gängigen Witzen von «Versteckte Kamera»-Sendungen, dass der Moderator im Fernsehen plötzlich auch ins Wohnzimmer blicken konnte und seine Scherze mit den Zuschauern trieb.

Darüber mag man heute nicht mehr lachen. Der technische Fortschritt bringt es mit, dass das inzwischen möglich wäre. Digitale Settop-Boxen für den Fernsehempfang via Kabel haben einen Rückkanal und offenbar teilweise sogar Kameras und Mikrofone eingebaut.
Falls das eine Kamera sein sollte, was man in mechanismstudios’ zerlegter Settop-Box sieht, dann würde sich schon die Frage stellen, wozu die gut sein soll. Für viele ist es klar: Die amerikanische Regierung will damit das Volk im Blickfeld haben. Diese finanziert nämlich die Umstellung auf die Boxen und aufs digitale Fernsehen.

Nun, die eigentliche Frage ist doch: Was wäre der Erkenntnisgewinn, wenn man die ganze Nation observieren kann, wie sie vor dem Fernseher hockt? Man würde sehen, dass zuviele Chips gemampft werden, manche Bier trinken, am iPhone (oder an sich selbst) herumspielen oder sonstwelchen alltäglichen Verrichtungen nachgehen – oder einpennen, wie mir das regelmässig vor dem Fernseher passiert. Wenn einer eine Bombe bastelt, wird er das wohl eher nicht bei laufendem Fernseher tun. Zumal es nicht verkehrt ist, an diese Arbeit fokussiert und konzentriert heranzugehen.

Trotzdem, Leute, zerlegt eure Heimelektronik und macht Videos davon. Die Hersteller der Boxen werden es euch danken. Und wenn da wirklich eine Kamera drin ist, freue ich mich auf «Amerikas lustigste echte Heimvideos».

Autor: Matthias

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3 Gedanken zu „Teleboy glotzt zurück“

  1. Dass es ein Fake sein könnte, hatte ich vermutet, die «offizielle» Entwarnung aber nicht gesehen. Merci für den Hinweis!
    Aber welche schöne Verschwörungstheorie wäre jemals durch einen Gegenbeweis gestoppt worden? Ich erwarte, nein verlange, dass trotzdem Settopboxen zerlegt und Kameras gefunden werden! 😉

  2. ging mir auch so. ich habe die meldung gesehen, nicht aber die überführung als fake. logo, dass die medien darauf nicht mehr so scharf waren.

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