Der Homepod Mini als Fernseh-Lautsprecher

Apples kleiner WLAN-Laut­spre­cher verbessert den Sound via Apple-TV markant. Trotz­dem ist er auf Dauer wohl kein Ersatz für eine Sound­bar.

Der vor vier Jahren hier vorgestellte Sony-Fernseher verrichtet nach wie vor brav seinen audiovisuellen Unterhaltungsdienst. Bezüglich seiner visuellen Eigenschaften ist nichts auszusetzen. Aber was das Audio angeht, ist er nicht das Gelbe vom Ei.

Das ist ein generelles Problem der dünnen Fernseher: Sie bieten kaum Raum für Lautsprecher. Die Technik hat in den letzten Jahren zwar gewaltige Fortschritte gemacht – für mich war dieser Lautsprecher vor zehn Jahren eine Offenbarung –, aber es bleibt dabei, dass Lautsprecher ein bestimmtes Volumen brauchen. Sie müssen ausreichend Luft bewegen können, damit sie gut klingen.

Bei meinem Sony-Fernseher mangelt es an Bass und vor allem an Dynamik. Das erschwert auch das Verständnis, gerade bei Produktionen mit viel Hintergrund- und Nebengeräuschen. Das hat unerfreuliche Konsequenzen: „Der Homepod Mini als Fernseh-Lautsprecher“ weiterlesen

Da gibt es noch Luft nach oben

Die Play-SRF-App für den AppleTV bringt den Fernseh­schirm zum Flimmern, doch für Be­geiste­rungs­stürme sorgt sie nicht: Bei der Präsen­tation und der Ver­wal­tung der Lieblings­sen­dungen hat sie Defi­zite.

Neulich ist mir aufgefallen, dass das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) ein beträchtliches Manko ausgeräumt hat. Es gibt die Play SRF-App jetzt auch für den Apple TV.

Zugegeben, brandneu ist die nicht mehr, sondern bald anderthalb Jahre alt. SRF hat die Ankunft der neuen App seinerzeit zwar pflichtbewusst vermeldet, aber leider hatte ich davon bis jetzt keine Kenntnis genommen.

Aber besser spät als nie. Denn die Mediatheken-Apps sind ein wichtiges Puzzleteilchen in unserem Abnabelungsprozess vom linearen Fernsehen:  „Da gibt es noch Luft nach oben“ weiterlesen

Videos aus den Mediatheken herunterladen und archivieren

Mit Mediathek­ViewWeb.de findet man Bei­träge und Sen­dungen der öffent­lich-recht­lichen An­bieter aus Deutsch­land, der Schweiz und Öster­reich und lädt sie für den Off­line-Gebrauch herun­ter. Auch Unter­titel gibt es hier oft.

So praktisch das Streaming ist: Es beinhaltet eine subtile Machtverlagerung. Anders als ein normaler digitaler Inhalt, den man als Nutzer herunterladen und selbst speichern kann, verbleibt die Verfügungsgewalt bei den gestreamten Dateien beim Anbieter. Er kann sie jederzeit aus dem Verkehr ziehen oder auch nachträglich verändern.

Bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten gehört das sogenannte Depulizieren zum ganz normalen Alltag: Gemäss Rundfunkstaatsvertrag müssen Inhalte in Deutschlandnach einer bestimmten Zeit entfernt bzw. dem Zugriff der Nutzer entzogen werden. Bei vielen Sendungen ist das nach einem Jahr der Fall, bei aktuellen Programmen sogar nur sieben Tage.

Als Internetfan und Wissensmensch kann ich das nur als horrender Blödsinn bezeichnen: „Videos aus den Mediatheken herunterladen und archivieren“ weiterlesen

Eine Schweigeminute für die TV-Sitcom

Ein Requiem auf eine der vielen seltsamen Unterhaltungsformen, die das Fernsehen im Lauf der Zeit erfunden hat: Die TV-Seifenoper, in der es billige Witze zu Lachern ab Band gab – und die ich jetzt irgendwie trotzdem vermisse.

Bitte seht es mir nach, wenn ich nicht schon wieder über Facebook schreiben mag – nachdem ich nicht umhingekommen bin, die Entscheidung, die Gesichtserkennung zu kippen, mit einem Kommentar zu würdigen (Warum Facebook so dumm war, in diese Falle zu tappen, Abo).

Stattdessen würde ich lieber auf eine Frage eingehen, die mich neulich beschäftigt hat. Sie dreht sich ums Fernsehen und darum, welche Auswirkungen die Streamingdienste auch auf die Inhalte haben.

Mein Eindruck ist – und korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liegen sollte –, dass die klassische Sitcom tot ist. Ein letztes Aufbäumen haben wir mit Modern Family und The Big Bang Theory erlebt, wobei erstere gar keine Sitcom im eigentlichen Sinn war: „Eine Schweigeminute für die TV-Sitcom“ weiterlesen

Komaglotzen auf gut Schweizerisch

Eine ausführliche Kritik von Playsuisse: Der neue Schweizer Streamingdienst der SRG hatte keinen Glanzstart und noch Potenzial für Verbesserungen. Doch alles in allem ist er der richtige Dienst zu einem guten Zeitpunkt.

Die Startseite von Playsuisse erinnert irgendwie an Netflix.

Mein Anlauf neulich, den neuen Streamingdienst Playsuisse zu besprechen, hat eine unerwartete Wendung genommen. Er beschäftigte sich mit der Strategie 2024 des Schweizer Fernsehens und Radio. Und er gipfelte in der Erkenntnis, dass SRF in einer Identitätskrise steckt.

Nun wage ich einen zweiten Anlauf zu der Frage: Was taugt der neue Streamingdienst?

Zuerst ein paar Fakten: Man kann ihn unter playsuisse.ch via Browser am Computer verwenden – das ist schon einmal praktisch fürs Homeoffice (räusper, räusper). Wichtiger sind indes die Apps: Es gibt sie für Android, fürs iPhone und inzwischen auch mit einer angepassten iPad-Version.

Empfangsmöglichkeiten

Am wichtigsten sind indes die Apps für die Smart-TVs: Die App für den Apple TV ist hier zu finden, und um das schon einmal vorwegzunehmen: Die erfüllt ihren Hauptzweck. Wir haben mit ihr mehrere Folgen der neuen Serie «Frieden» angeschaut, ohne dass ein Unterbruch oder ein Hänger zu beklagen gewesen wäre. Damit ist das erste Urteil klar: Feuertaufe bestanden.

Die Bedienung empfand ich als wackelig. „Komaglotzen auf gut Schweizerisch“ weiterlesen

Die grosse Identitätskrise beim SRF

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle Play­suisse, die neue Streaming­platt­form der SRG, besprechen. Doch ich bin vom rechten Pfad ab­ge­kom­men und habe mich statt­des­sen darüber aus­gelas­sen, dass SRF bei seiner Digital­strate­gie nicht weiss, was digital bedeutet.

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF orientiert sich unter der 2018 gewählten Chefin Nathalie Wappler um: Das Projekt heisst «SRF 2024» und sei ein «Aufbruch in die digitale Zukunft», liest man in Medienportal.

Das klingt auf den ersten Blick ausgezeichnet: SRF stärke den Investigativjournalismus und die Informationen über die digitalen Kanäle. Wappler verspricht mehr Livestreams im Sport, Podcasts, Storytelling.

Auf den zweiten Blick beginnt man sich vielleicht über die vielen Schlagworte zu wundern: Da wird das «digital first»-Prizip hochgehalten und von «smarteren» Produktionsmethoden geschrieben. Und auf den dritten Blick – wenn man bis zum Ende liest –, erfährt man, dass der «Ausbau im Digitalen Verzichte im Linearen» erforderlich mache.

An dieser Stelle muss ich mich erst einmal über ein Detail aufregen: Es handelt sich um den unsinnigen Gebrauch des Wortes Begriffs digital. Dieser Begriff ergibt im Kontext von «SRF 2024» absolut gar keinen Sinn. Denn es ist doch so: „Die grosse Identitätskrise beim SRF“ weiterlesen

Wer im Streamingkrieg obsiegen wird

Nebst Netflix bekommen wir es mit AppleTV+, mit Disney+, Amazon Prime, Sky Show und den Angeboten von Swisscom und UPC zu tun: Was man wirklich braucht – und wie man den Durchblick behält.

Bislang war die Sache mit dem Streaming einfach. Man hatte ein Netflix-Abo – fertig. Letzten Herbst ist die Angelegenheit ein bisschen komplizierter geworden. Da kam Apple TV+ dazu. Doch dort ist man bislang mit For all mankind ausreichend bedient, sodass dieses neue Angebot die Entscheidungsfindung nur marginal erschwert.

Doch in gut einem Monat, ab dem 24. März, gesellt sich Disney+ dazu. Ich habe die Ausgangslage im  Beitrag Netflix bangt um die Zukunft für die Tamedia-Zeitungen analysiert (Abo+).

Disney+ ist ein ernstzunehmender Mitspieler im Streamingzirkus: Der Konzern ist milliardenschwer. Er sitzt auf gigantischen Archivbeständen. (Ich habe versucht, ein paar Zahlen dazu zu finden – leider auf die Schnelle ohne Erfolg. Falls jemand eine Statistik dazu kennt, bin ich froh um einen Hinweis per Kommentar.) Und er ist gewillt, Netflix das Leben schwer zu machen. „Wer im Streamingkrieg obsiegen wird“ weiterlesen

Der kleinste gemeinsame Multimedia-Nenner

DLNA ist ein in die Jahre gekommener Standard, um Musik, Fotos und Videos auf den Fernseher zu bringen. Und so viele Mängel er auch hat – er funktioniert meistens.

DLNA gehört zu den Dingen, auf die man nicht unbedingt ein Loblied singen würde. Der Standard, 2003 von Sony und Intel erfunden, hat heute ordentlich Staub angesetzt. Er funktioniert umständlich und auch nicht extrem zuverlässig.

Wer nicht weiss, wovon die Rede ist: Die Digital Living Network Alliance hat es sich seinerzeit zum Ziel gesetzt, digitale Inhalte von einem Gerät aufs andere zu bringen.

Ein ergänzendes Stichwort dazu ist UPnP, Universal Plug and Play: Geräte können miteinander kommunizieren und Dateien austauschen. Das ist kein Streaming nach heutigen Massstäben, sondern vielmehr ein Dateitransfer. Und wenn wir schon bei der Kritik sind: Die Unterstützung moderner Dateiformate ist ziemlich lückenhaft.

Doch auch wenn DLNA einem kein Techno-Hochgefühl verschafft, habe ich mich trotdzem entschieden, den Standard in einem Patentrezept-Video vorzustellen. Denn was nützt einem die schönste technische Errungenschaft, wenn sie von den Geräten, die man zu Hause herumstehen hat, nicht unterstützt wird? Viele der Alternativen zu DLNA sind weniger verbreitet und stehen längst nicht in allen Konstellationen zur Verfügung.

Das liegt (wie häufig) daran, dass manche Hersteller ein proprietäres Süppchen kochen. „Der kleinste gemeinsame Multimedia-Nenner“ weiterlesen

Etwas Gemotze und 15 Tipps für den AppleTV

Ich bin eigentlich ein Fan von Apples Fernsehbox. Doch mit der Siri Remote, der touchgesteuerten Fernbedienung, kann ich mich ums Verr*cken nicht anfreunden.

Eigentlich wollte ich hier ein paar Tipps für den AppleTV zum Besten geben. Die kommen dann auch, und zwar am Ende des Beitrags.

Aber am Anfang muss ich erst einmal eine Runde Dampf ablassen. Denn ich habe den deutlichen Eindruck – und ich bin gespannt, ob ihr diese Einschätzung teilt –, dass die Fernbedienung über die Jahre schlechter geworden ist.

Dabei hat die Siri Remote ihren Reiz: Sie ist übersichtlich und besitzt nur ein paar wenige Knöpfe. Und als grosses Distinktionsmerkmal gibt es ein berührungsempfindliches Bedienfeld.

Doch so anders diese Fernbedienung im Vergleich zu den üblichen Tasten-Monstern auch ist, so gross sind auch ihre Mängel. Man fragt sich, ob der dem Rentnerstand entgegenfiebernde Design-Guru Jony Ive dieses Projekt damals an einen Praktikanten delegiert hat. Denn er selbst hätte den grössten Mangel dieser Fernbedienung doch sicherlich festgestellt: „Etwas Gemotze und 15 Tipps für den AppleTV“ weiterlesen

Das Tracking bei smarten Fernsehern stoppen

Smart-TVs sind Daten­sam­mel­ma­schi­nen und verbreiten mit­unter auch Wer­bung. Lässt sich das ver­hin­dern, indem man sie mit einem DNS-Dienst betreibt, der Tracking- und Werbe-Domains sperrt?

Ich habe mich neulich mit den Sicherheits-Problemen des Internet of Things (IoT) im Allgemeinen und den Lücken und fragwürdigen Hersteller-Machenschaften bei den smarten Fernsehern im Speziellen beschäftigt: Smart-TVs sind anfällig für Viren und Spionage heisst der (nur via Abo-Plus) zugängliche Beitrag.

Dabei habe ich mich an einen Tipp erinnert, der vor einiger Zeit hier im Blog erschienen ist. Im Beitrag Netzsperren für Werbung stelle ich die Möglichkeit vor, über einen speziellen DNS-Server jene Domänen zu blockieren, die für Werbe- und Tracking-Zwecke benutzt werden. Das ist geradezu ideal für IoT-Geräte, bei denen man keinen Werbeblocker installieren kann oder will.

Das Tracking via Netzwerkeinstellungen unterbinden

Darum also die Frage: Kann man beim typischen smarten Fernseher die DNS-Adresse ändern, zum Beispiel auf 194.150.168.169? „Das Tracking bei smarten Fernsehern stoppen“ weiterlesen