CGI für deine und meine Videos

Manche Apps haben keinen sofort ersichtlichen Einsatzzweck – sind aber faszinierend genug, dass man sich gleich einen ausdenken möchte. In diese Kategorie gehört Leo AR Camera. Es gibt die App für Android und fürs iPhone, und sie tut etwas so Naheliegendes wie Zwingendes: Sie fügt nämlich virtuelle Objekte ins Kamerabild ein. Man erweitert seinen Clip mit künstlichen Elementen, die ihm einen überraschenden und surrealen Drall geben.

Ich hätte diese App sehr gut brauchen können, als ich neulich mein Video zu faszinierenden Augmented-Reality-Apps gedreht habe. Leider kannte ich damals die noch nicht. Also werde ich auf die nächstbeste Gelegenheit warten müssen. Aber so geht es.

Also, zur App: Die ist simpel in der Benutzung. „CGI für deine und meine Videos“ weiterlesen

Das Smartphone hat noch fünf Jahre

Ist es ein Hype – oder echter Fortschritt? Die Frage muss man sich bei der Augmented Reality (AR) stellen. Die erweiterte Realität ist in der Theorie eine super-faszinierende Angelegenheit. Die Welt, wie wir sie sehen und durchstreifen, wird durch künstliche Elemente ergänzt. Die richtige und die simulierte Welt fangen an, sich zu durchdringen und ineinander überzugehen.

Das ist eine Horrorvorstellung für Leute, die finden, die Leute würden heute schon zu viel in ihr Smartphone glotzen. Ich verstehe schon, dass Leute finden, eine klare Trennung zwischen den Sphären sei sinnvoll: Hier das richtige Leben mit den echten Freunden. Dort der Cyberspace mit seinen sozialen Medien.

Aber natürlich lässt sich das heute schon nicht so klar mehr trennen – dafür gibt es im Alltag schon viel zu viel verborgene digitale Technik, die uns lenkt und beeinflusst. Darum ist AR nur eine besonders offensichtliche Manifestation einer Entwicklung, die viel weiter geht.

Trotzdem hatte ich den Eindruck, die Augmented Reality in der jetztigen Form sei ein wahnsinniger Hype. „Das Smartphone hat noch fünf Jahre“ weiterlesen

Für Architektur- und Blutmondfotografen

Neulich hat mich Rainer gefragt, ob ich seine App Sun Locator besprechen würde. Solche Anfragen gibt es ab und zu. Ich nehme sie sehr gerne entgegen, gebe aber keinerlei Garantie ab. Ob und wann eine Besprechung erfolgt. Und wo: Es kann somit passieren, dass die App den Auftritt hier im Blog hat und nicht in der Zeitung, beim Newsnetz oder im Patentrezept-Video. Andererseits kam es schon öfters vor, dass ich Besprechungen aus dem Blog für die grosse Bühne aufgegriffen habe. Man könnte sagen, dass das Blog zur Ochsentour gehört.

Woher kommen die Sonnenstrahlen? Und wo gehen sie hin?

Also, zu Sun Locator. Sie dient dazu, einem die Position von Sonne und Mond im Verlauf des Tages anzuzeigen. Das hilft Filmern und Fotografen, die Tageszeit für eine Aufnahmesession auszusuchen, in der das Licht aus der gewünschten Richtung kommt. Wenn man Architekturfotografie betreibt, möchte man wahrscheinlich, dass die Fassade des abzulichtenden Gebäudes nicht im Schatten liegt. Aber auch frontales Licht ist nicht unbedingt ideal. Ein bisschen Schattenwurf hilft, die räumlichen Dimensionen zu erfassen.

Aber auch die Architektur nicht Gegenstand, sondern bloss Kulisse ist, will man wahrscheinlich eine bestimmte Stimmung erzielen. Ob Landschaft oder Portrait, die Sonne ist ein Einflussfaktor, den man genau bestimmen kann – viel einfacher als ein anderer Komparse, der mitunter überhaupt nicht mitspielt. „Für Architektur- und Blutmondfotografen“ weiterlesen

Massgebliche Apps

iOS 12, hier vorgestellt, enthält auch eine neue App namens Massband. Die tut das, was man anhand des Namens vermuten darf: Sie misst, und zwar via Kamera und Augmented Reality. Im Beitrag Die Venus im Vorgarten habe ich ausgeführt, dass ich der erweiterten Realität das revolutionäre Potenzial abspreche: Es gibt einfach zu wenig sinnvolle Dinge, die man damit tun kann. Zu den Dingen, die mir Spass machen, gehören Apps, die einem Dinge über die Umwelt verraten, zum Beispiel über vorbeifahrende Schiffe. Und Apps, die einem helfen, die Umgebung zu erschliessen – wie das Massband tut.

181008-ikea-place.jpg
Man kann sein Lieblingssofa per AR-App übrigens auch gefahrlos auf die Strasse stellen.

Allerdings ist Massband nun relativ bescheiden im Funktionsumfang. Es gibt nebst dem Massband auch eine Wasserwaage, die früher in der Kompass-App steckte. Sie zeigt die Neigung an, wobei man daran denken sollte, dass die Kamera bei vielen iPhone-Modellen etwas vorsteht. Sie verfälscht die Messung im zwei Grad, wenn sie beim Messen aufliegt. Man kann übrigens durch Tippen auf den Bildschirm die Messung auf Null stellen, wenn man einen freien Winkel ermitteln will. Das ist ganz praktisch.

Trotzdem: „Massgebliche Apps“ weiterlesen

Die Venus im Vorgarten

Die erweiterte Realität, neudeutsch Augmented Reality (AR), ist eine Angelegenheit, die in der Theorie fasziniert und begeistert – und in der Praxis enttäuscht. AR ist eine Spielerei. Sie schafft es zwar, manchmal sogar ein bisschen Spass zu machen. Aber sie liefert keinen echten Gewinn.

180917-solar-02.jpg
Wie der Titel sagt…

Das liegt natürlich an der Hardware, die uns im Moment zur Verfügung steht. Die Erweiterung der Realität findet auf dem Handydisplay statt. Apple hat AR Kit im Juni 2017 für iOS 11 eingeführt. Seitdem hat das Genre Aufwind erfahren, weil es dank der Unterstützung des Betriebssystems einfach ist, Apps mit entsprechenden Fähigkeiten auszustatten. Doch die AR-Apps zeigen eigentlich nur eines: Es ist unsinnig, die Welt auf dem Smartphone-Display zu betrachten, wenn man sie gleichzeitig ohne Smartphone in Echt ansehen kann: In vollen 360 Grad, so hochauflösend wie die eigenen Augen es erlauben und ohne die kleine, störende Verzögerung, unter der das Kamerabild leidet. Da Apple das wahrscheinlich auch weiss, wirft es die Frage auf, ob bereits an den «Apple Glasses» gearbeitet wird. Und natürlich wird an den Apple Glasses gearbeitet, wie die für gewöhnlich gut informierten oder aber haltlos spekulierenden Kreise wissen. Aber selbst ohne äussere Anzeichen wäre es schlicht eine Unterlassungssünde, wenn Apple das Feld der Datenbrillen nicht beackern würde.
„Die Venus im Vorgarten“ weiterlesen

Körperzukunftswelten

Daniel Suarez gehört inzwischen zu der Crème de la Crème der Tech-Thriller-Autoren. Sein fulminantes Debüt mit Daemon (Amazon Affiliate) und Freedom™ (Amazon Affiliate) ist Pflichtstoff für Freunde der gepflegten Near-Future-Sciencefiction. Auch Influx (Amazon Affiliate; im Beitrag Die Zukunft ist eigentlich ein alter Hut besprochen), bei der der alte Traum von der Schwerelosigkeit literarisch Wirklichkeit wird und sich nicht als reine Freude entpuppt, ist zwar kein federleichter, aber dennoch ein sehr unterhaltsamer Lesespass.

180625-singapur-358674.jpg
Singapur ist 2045 die Technologie-Hauptstadt der Welt. (Bild: Fancycrave/Pexels, CC0)

Das neueste Buch heisst Change Agent (Amazon Affiliate) bzw. auf Deutsch aus unerfindlichen Gründen «Bios» (Amazon Affiliate): Die Revolution des Internets und der Informationstechnologie ist durch, Silicon Valley ist wieder das, was es schon immer war und was seinen naturgegebener Status sein sollte: Ein langweiliger, unbedeutender Fleck auf der Landkarte. Auch Google und Co. existieren wahrscheinlich noch, aber kein Hahn schreit mehr nach ihnen. 2045 ist Bio-Technologie angesagt: Als Frau und Herr von Welt (und finanziellem Wohlstand) lässt man sein eben gezeugtes Kind noch im Embryo-Stadium editieren. Bei diesem Vorgang werden Gene ausgetauscht, um dem zukünftigen Erdenbürger physische und mentale Eigenschaften zu geben, die Mutter Natur für ihn nicht vorgesehen hatte: Ein bisschen schöner, klüger, stärker, schneller, sexier schadet ja nicht. Und die anderen tun es auch, sodass man in einer Welt, die so kompetitiv ist wie die unsere, gar keine andere Wahl hat.

Versteht sich von selbst, dass das nicht legal ist. „Körperzukunftswelten“ weiterlesen

Wer sich vermisst, hat die falsche App


Mit diesen Apps misst das Smartphone richtig

Eine der klassischen Kategorie im Store – nebst dem virtuellen Furzkissen und dem Biertrink-Simulator (iBeer) – sind die Apps, die irgend ein Werkzeug ersetzen, klassischerweise das Messband, Geodreieck und den Massstab. Neuerdings operieren diese Apps auch mit dem AR-Kit, das Apple mit iOS11 eingeführt hat und das es offensichtlich relativ einfach macht, Apps mit Augmented Reality-Funktionen auszustatten.

Das ist einerseits faszinierend. Andererseits fragt man sich doch: Ist das nur eine Spielerei? Oder sind die Messresulate auch einigermassen verlässlich? Denn wenn sie es nicht sind, dann kann man es auch gleich bleibenlassen – ein schlechtes Messresultat ist nämlich schlimmer als gar keines.

Ich habe fürs jüngste Patentrezept-Video einige der vielversprechendsten Apps angeschaut. Mein Fazit ist einigermassen durchwachsen. „Wer sich vermisst, hat die falsche App“ weiterlesen

Windows kann jetzt Mixed Reality. Falls das jemanden interessiert


Video und Beitrag bei Tagesanzeiger.ch.

Das Patentrezept-Video vom letzten Sonntag stellt die neueste Windows-Version, das Windows 10 Fall Creators Update vor – das man irgendwann mal automatisch erhält oder aber gemäss dieser Anleitung hier manuell installieren kann. Eine Bemerkung dazu: Das Update hat bei mir enorm viel Zeit in Anspruch genommen. Würde mich wundern, was Microsoft da eigentlich tut. Auch die Mac-Updates dauern mir oft etwas zu lange. Aber bei Microsoft sprengt das alles – wenn man das Update im falschen Moment anstösst, wird man mit seiner Arbeit arg ins Hintertreffen geraten. Da müsste Microsoft wirklich schauen, dass das schneller geht.

Abgesehen davon ist das Update, das relativ kurz nach dem letzten Content Creators Update erschienen ist, eine gute Sache. „Windows kann jetzt Mixed Reality. Falls das jemanden interessiert“ weiterlesen

Schiffe schauen

Ich bin ein Fan von Flightradar24, besonders von der Smartphone-App (für iPhone/iPad und für Android). Sie stillt die Neugierde, die einen erfasst, wenn man an den Himmel schaut: Wohin fliegt dieses Flugzeug da oben? Woher kommt es? Wer sitzt an Bord?

… naja, die letzte Frage bleibt bislang unbeantwortet. Auch wenn Flugdaten bekanntlich im grossen Stil gesammelt und gespeichert werden, finden sie ihren Weg nicht in die entsprechenden Apps. Eigentlich schade, denn es würde die Sensibilität der Öffentlichkeit für Fragen des Datenschutzes massiv befördern, wenn man sehen könnte, dass im Flugzeug da oben Frau Müller auf Platz 23a sitzt. (Und neben ihr Herr Huber, der nicht ihr Ehemann ist.)

170808-ship-finder-1.jpg
Links: Der Schiffsverkehr am Strand von Julianadorp.
Rechts: Das Schiff, das gerade vorbeifährt.

Aber das nur nebenbei. „Schiffe schauen“ weiterlesen

Weisst du, was da für ein Sternlein steht?

150506-skyview-01.jpg
Augmented Reality: Die sichtbare Welt wird mit einer erklärenden Ebene überlagert, die Sternbilder und Planeten visualisiert.
Rechts die Suchfunktion: Möchte man wissen, wo sich ein Planet, Satellit oder die ISS befindet, sucht man via Katalog nach dem Objekt und lässt sich von der App zu ihm hinnavigieren.

Eine meiner absoluten (und hier fahrlässigerweise noch nie besprochenen) Lieblings-Apps ist Sky View von Terminal Eleven, für 2 Franken im App Store und für 1,89 für Android zu haben. Es gibt auch eine Gratisversion (Android/Apple App-Store), aber die Kaufversion ist ihr Geld allemal wert.

Dem Himmel so nah…
Es handelt sich um eine Astronomie-App, die einem den nächtlichen Himmel näher bringt. Sie bildet ihn Display des Smartphones ab, wobei man dank GPS und Kompasses am Bildschirm den Himmelsausschnitt vor sich hat, den man auch mit dem nackten Auge sieht. „Weisst du, was da für ein Sternlein steht?“ weiterlesen