Wer sich vermisst, hat die falsche App


Mit diesen Apps misst das Smartphone richtig

Eine der klassischen Kategorie im Store – nebst dem virtuellen Furzkissen und dem Biertrink-Simulator (iBeer) – sind die Apps, die irgend ein Werkzeug ersetzen, klassischerweise das Messband, Geodreieck und den Massstab. Neuerdings operieren diese Apps auch mit dem AR-Kit, das Apple mit iOS11 eingeführt hat und das es offensichtlich relativ einfach macht, Apps mit Augmented Reality-Funktionen auszustatten.

Das ist einerseits faszinierend. Andererseits fragt man sich doch: Ist das nur eine Spielerei? Oder sind die Messresulate auch einigermassen verlässlich? Denn wenn sie es nicht sind, dann kann man es auch gleich bleibenlassen – ein schlechtes Messresultat ist nämlich schlimmer als gar keines.

Ich habe fürs jüngste Patentrezept-Video einige der vielversprechendsten Apps angeschaut. Mein Fazit ist einigermassen durchwachsen. Wenn man es richtig macht, sind die vorgestellten Apps ausreichend genau. Doch wenn man sie falsch benutzt, dann ist der Teppich zu kurz, das Sofa zu breit und der Verschnitt in der Hobbyschreinerei unakzeptabel. Da kann man sich schon fragen, ob diese Apps wirklich einen Fortschritt darstellen. Denn ein Massband werden die wenigsten Leute falsch benutzen und auch mit dem Laser-Entfernungsmessgerät kann man nicht allzu viel falsch machen. Doch der fliegende Zollstock beispielsweise, so faszinierend er auch ist, liefert nur nach ausreichend Übung brauchbare Resultate, und auch nur dann, wenn man mehrmals misst und die Resultate mittelt. Und da ist man mit dem Massband schneller – und vor allem darf man dem auch vertrauen.

Andererseits sind manche Apps so genau, dass man sie durchaus benutzen kann, wenn eine Abweichung von ein bis zwei Prozent tolerabel ist. Und das ist ja oft genug der Fall. Wenn man eine neue Wohnung vermisst, um zu sehen, ob die alten Möbel darin Platz haben, dann kommt es dabei in den allermeisten Fällen nicht auf Millimeter draufan. Der Vorteil der Apps ist, dass sie Resultate sehr schnell liefern. Und das Smartphone hat man immer dabei, seine Werkzeugkiste aber eben nicht.

Und das sind die Apps, die im Video vorgestellt und getestet werden:

  • Kompass. Beim iPhone eingebaut und auch als Wasserwaage zu benutzen.
  • Qosina Caliper (kostenlos fürs iPhone und für Android) ist eine digitale Schieblehre und erstaunlich genau.
  • Fliegender Zollstock (2 Franken fürs iPhone) bestimmt die Länge von Dingen, die länger sind als das Telefon. Trägt man die Strecke manuell ab, passt es einigermassen. Man kann auch einfach hochheben und wieder absetzen – aber dann sollte man mehrere Resultate mitteln, wenn man sicher sein will. Der analog funktionierende Winkelmesser ist etwas genauer.
  • AR Measure Kit (Kostenlos fürs iPhone mit In-App-Käufen) erlaubt es, via Kamera und Augmented Reality ein virtuelles Massband zu spannen. Nicht hundertprozentig genau, aber für viele Zwecke ausreichend.
  • Magic Plan (Kostenlos fürs iPhone und Android) macht es sehr einfach, Grundrisse von Räumen aufzuzeichnen.
  • Sonar Ruler (1 Franken fürs iPhone) ermittelt Distanzen mittels Echos. Wenn man es richtig macht, ist die App erstaunlich genau. Aber man muss eigentlich nachmessen, um sicher zu sein.
  • DB Meter (2 Franken für iPhone), Alternative Uvex Dezibel (gratis fürs iPhone) finden heraus, wie laut es ist.
  • Touchscale.co (kostenlos), hier besprochen.

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Das iPhone wiegt fast aufs Gramm genau.

Autor: Matthias

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