Drei nicht ganz überflüssige AR-Apps

Drei Apps, die meine Begeisterung für Augmented Reality nicht in den Himmel wachsen lassen – aber doch um zwei, drei Zentimeter anzuheben vermögen.

Die Missionen – mit und ohne AR.

Ja, es wird langsam alt: Ich schreibe, dass ich AR blöd finde. Dann erkläre ich, dass diese Ansicht wegen einiger Ausnahme nicht absolut gilt. Und schliesslich zähle ich einige Apps auf. So geschehen hier. Oder zuletzt hier.

Es stellt sich die Frage, wie lustige Apps noch auftauchen müssen, bis ich meine Meinung revidiere. Um das hier auch mal zu klären: Noch mindestens fünf Dutzend. Oder eine einzige, die so der Knaller ist, dass ich gar nicht anders kann als zu sagen, dass ich per sofort AR heiss und innig liebe.

Die Ausnahmen, die ich heute aufzähle, gehören jedenfalls nicht in die Knaller-Kategorie. Sie sind aber schon ganz nett.

Apollo’s Moon Shot (iPhone/Android). Die App des Smithsonian-Instituts facht, auch ein paar Monate nach dem fünfzigsten Jahrestag, die Begeisterung für die Mondmissionen noch einmal an. In der App gibt es eine Sammlung an digitalen Inhalten rund um den Mondflug und die erste Landung auf dem Erdtrabanten. Nebst den AR-Inhalten gibt es auch Videos, Textinhalte mit Fotos und ein Quiz.

Wenn das bloss keine Brandflecken gibt

Die meisten AR-Inhalte sind Experimente: Bei Take a moon shot muss man versuchen, die Rakete so zu beschleunigen, dass sie die Umlaufbahn um die Erde im richtigen Moment verlässt und im richtigen Vektor auf den Mond zufliegt. Bei Let’s go to the Moon darf man die Saturn-V-Rakete von seinem Schreibtisch aus starten lassen. Und in Landing do or die sollte man den Weg der Mondfähre zum Landeplatz plotten und den Hindernissen ausweichen – so, wie Neil Armstrong das in Echt tun musste, wie wir in diesem tollen Podcast erfahren haben.

Andere AR-Inhalte sind nicht interaktive «Erlebnisse» (experiences): Bei Saturn V in stages erfährt man, die wie Stufen der Saturn-Rakete gezündet wurden. Bei Suiting Up sieht man sich Neil Armstrongs Raumanzug genauer an. Und in Home sweet home erkundet man das Kommandomodul.

 

Kann jemand dieses nutzlose Banner entfernen?

Weird Type (2 Franken). Bei dieser App malt man mit Text im Raum. Das klingt schräg und ist es auch: Am einleuchtendsten ist der Modus Ribbon. Man entrollt ein virtuelles Transparent, das dann im Raum stehen bleibt: Man kann um es herumlaufen und es von allen Seiten betrachten.

Im Modus Break wird die Schrift zerlegt und die Bruchstücke im Raum verteilt, sodass man je nach Perspektive eine Ahnung vom Sinn erhält – oder auch nicht. Bei Stamp werden die Buchstaben hintereinander aufgereiht, sodass man beispielsweise durch die Os durchschauen kann.

Das ist irgendwie nutzlos – und damit gleichzeitig extrem künstlerisch. Und seltsamerweise macht es mir jede Menge Spass.

Flakes. Die App tut etwas Ähnliches wie Leo AR Camera (CGI für deine und meine Videos) und Filmr (AR ist doof. Mit ein paar Ausnahmen). Sie blendet per Augmented Reality virtuelle Elemente ins Kamerabild ein.

Doch noch Schnee? Wenn sich bloss keiner erkältet!

Nur sind das keine tanzenden Zwerge oder kopulierende Einhörner, sondern Dinge, die gelegentlich auf uns herniederprasseln: Konfetti, Schneeflocken, Blätter, Rosenblätter und Schnipselchen. Auch Dinge, die in Realität niemals von oben kommen würden, lassen sich ins Bild einbringen: Ein Regen von Geldscheinen und rote Herzchen. Auch funkelnde Sternchen und eine Art Lensflares stehen zur Auswahl.

Man kann wählen, ob die Elemente für eine Nahaufnahme oder Halbtotale optimiert sein sollen und ob es wenige, mittelviele oder sehr viele davon geben soll. Ein paar der Bescherungen sind gratis, andere muss man für 1 Franken pro Stück freischalten.

Beitragsbild: Warum denn bloss? (Sebastian Voortman, Pexels-Lizenz)

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Ein Gedanke zu „Drei nicht ganz überflüssige AR-Apps“

  1. Moon Shot muss ich mir ansehen, scheint ideal für eine kurze Spielerei zwischendurch.

    Die einzige AR-App, die ich bisher länger verwendet habe, ist „swiss squares“ (https://www.sia.ch/de/themen/baukultur/swiss-squares/) vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA). Darin kann man Bilder von Plätzen und Gebäuden in Städten einblenden. Man steht an der Tramhaltestelle und sieht, wie früher Kutschen die Strasse hoch kamen. Oder wie das markante Gebäude gegenüber vor der Renovation ausgesehen hat.

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