Nicht zu Ende gedacht, Microsoft

Heute gibt es, wenn ich mich nicht irre, eine Premiere hier im Blog. Ich bespreche nämlich zum allerersten Mal eine App aus dem Microsoft Store (den Tipp hier ausgeklammert). Die Windows-Programme, die hier zum Zug kommen, stammen normalerweise aus dem freien Web und werden nach Art unserer Grosseltern installiert: Man lädt sie herunter, startet den Installer, gibt das Installatonsverzeichnis an, sagt, dass man kein Ikönchen auf dem Desktop haben möchte und wartet, bis die Sache durch ist.

Doch dieses Programm hier ist tatsächlich eine UWP-App. Also ein Universal Windows Platform-Programm. Die sind so konzipiert, dass sie (mit wenig Anpassungsaufwand) auch auf Windows 10 Mobile laufen würden, wenn es denn überhaupt Mobilgeräte für dieses Betriebssystem gäbe. Und man kann sie auf die Xbox bringen, was in dem Fall aber auch nicht sonderlich sinnvoll wäre. Warum, dazu komme ich gleich.

Wie gesagt, der Windows-Store spielt für mich nach wie vor keine Rolle. Dabei hat er ohne Zweifel Vorteile: Die Installation ist einfacher, indem man wie beim iPhone und Android nur einmal zu klicken braucht. Die UWP-Apps haben weniger Möglichkeiten und können das System nicht verhunzen. Trotzdem nutze ich ihn nicht, was mich selbst erstaunt. Das liegt natürlich daran, dass die Programme, die mich interessieren, meistens nicht im Store zu finden sind. Es liegt auch daran, dass ich gar nicht daran denke, im Store nachzusehen. Der Hauptgrund ist aber, dass mir die UWP-Apps optisch nicht besonders gut gefallen. Das reduzierte Design mit den grossen Schriften passt schlecht auf den grossen Desktop, finde ich. Was die Optik angeht, müsste Microsoft noch einmal über die Bücher.

Aber jetzt zum Programm:  „Nicht zu Ende gedacht, Microsoft“ weiterlesen

Emojis sind für Noobs

In meiner Eigenschaft als Tipps-Redaktor von Publisher.ch habe ich das Vergnügen, während der Arbeitszeit Blogs aus den Bereichen Gestaltung, Fotografie, Design und Kreativität lesen zu dürfen. Eine spezielle Vorliebe habe ich für Typografie-Blogs entwickelt. Wie schon früher erwähnt: Ich verstehe zwar nichts von Typografie, aber ich mag sie trotzdem.

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Der Mann schreibt nicht nur über sie, er macht sie auch.

Ein Blog, das ich mag ist typefacts.com: Da wird über Leute hergezogen, die die falschen Anführungszeichen machen. Zwischenfrage: „Emojis sind für Noobs“ weiterlesen

Etwas für Geniesser


Emojis sind für Grünschnäbel.

Bei manchen Themen ist es völlig klar, dass die ausreichend Breitenwirkung entfalten. Bei anderen bin ich mir unsicher. Das Thema im Video hier gehört in die zweite Kategorie: Ich bin ein Fan von Unicode und OpenType und den ganzen Möglichkeiten rund um die digitalen Schriften. Doch wie weit wird diese Begeisterung von der breiten Masse geteilt? Die Emojis als Teil des Unicode-Standards hatten einen durchschlagenden Erfolg – selbst die Senioren, die gerne eine sichere Distanz zu technische Neuerungen wahren, sind darauf angesprungen. Ohne hier Namen zu nennen, gehören die fleissigsten Emoji-Nutzer in meiner Verwandtschaft in die Gruppe der Ü60.

Die anderen Aspekte des Themas scheinen nicht ganz so populär zu sein. „Etwas für Geniesser“ weiterlesen

Das Verdienst der Emoji

Was hat eine Schriftdatei auf dem Computer oder Smartphone und der Keilriemen der Vespa gemeinsam? Sie sind beide für den Betrieb des jeweiligen technischen Geräts unverzichtbar. Aber die meisten Leute interessieren sich einen feuchten Hundefurz kein bisschen dafür.

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Macht euch schon mal auf noch viel mehr typografische Farbfeuerwerke gefasst. (Screen: Colorfonts.wtf)

Ich schon. Ich habe zwar kein Flair für, aber ein Interesse an Typografie. Und darum hat sich bei mir neulich ein kleines Glücksgefühl eingestellt, als ich der Website Colorfonts.wtf begegnet bin. (Ganz zu schweigen von der Erkenntnis, dass es eine Top-Level-Domain .wtf gibt. Es sind schon grossartige Zeiten, in denen wir leben!)

Die Website klärt darüber auf, dass es nun auch farbige Schriften gibt. „Das Verdienst der Emoji“ weiterlesen

Einen Font zusammenklotzen

Digitale Schriften sind ein Faszinosum für mich. Dass man sie am iPad entwerfen kann, finde ich toll. Es geht aber sogar im Browser, wie die Web-Anwendung Fontstruct.com beweist.

Man muss bei dieser App seine Schrift nicht frei zeichnen – was unsereins schliesslich auch heillos überfordern würde. Nein, man erhält hochwertiges Baumaterial an die Hand, die Blöcke oder Bricks, aus denen man seine Buchstaben aufbaut. Die sich dann übrigens Fontstructions nennen – ein schönes Kofferwort aus Konstruktion und Font.

Das funktioniert so: Nachdem man sich ein kostenloses Benutzerkonto eingerichtet hat, zeichnet man im Editor mit dem Bleistift einen Entwurf des Buchstabens, den man sich vornehmen möchte. Die Selektion der Buchstaben seiner Schrift erfolgt über die Leiste am unteren Rand. Seinen Buchstaben sollte man natürlich zwischen die beiden blauen Linien einpassen. Man kann auch mit dem Linienwerkzeug oder dem rechteckingen Füllwerkzeug und dem Radiergummi arbeiten.

Der Entwurf des Buchstabens erscheint nun sehr grob gerastert, in einem Klötzchenraster von ungefähr 9 auf 7 Pixeln. Der Clou ist nun aber, dass man diese groben Klötze nun verfeinert. „Einen Font zusammenklotzen“ weiterlesen

Heilige und unheilige Schriften fürs iPad

Am Montag ging es hier um eine tolle Schriften-App fürs iPad. iFontMaker führt nebenbei vor, dass es bei iOS möglich ist, eigene Schriften zu installieren. Das wirft natürlich sofort eine Frage auf. Nämlich: Wie kann man beliebige andere Schriften, also nicht selbst gezeichnete, bei iOS installieren?

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Schriften können vor der Installation in der Vorschau betrachtet werden.

Das geht mit der App AnyFont von Florian Schimanke, die für 2 Franken erhältlich ist. Sie bringt Truetype– und Opentype-Schriften ins System (Endung .ttf, .ttc und .otf), sogar wenn sie gezippt sind. Dazu leitet man die entsprechende Datei aus Mail, Dropbox, Onenote oder iCloud Drive, etc. über den Öffnen in-Dialog an die AnyFont-App weiter.
„Heilige und unheilige Schriften fürs iPad“ weiterlesen

Ich bin jetzt auch mein eigener Font

Wieder einmal eine App, die in mir eine nahezu kindliche Spielfreude geweckt hat: Sie heisst iFontMaker, stammt von Eiji Nishidai, kostet 8 Franken und ist dazu da, einem beim Zeichnen einer digitalen Schrift zu helfen.

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Links: Von Hand über die Vorlage gemalt.
Rechts: Die Strich- bzw. Buchstabendicke lässt sich nachträglich für alle Buchstaben verändern.

Digitale Schriften faszinieren mich schon seit ich es Ende der 1980-er zum ersten Mal mit dem Mac zu tun bekommen hatte: Die Gestaltungsmöglichkeiten des Desktop-Publishing, damals mit Aldus Pagemaker, waren einfach grossartig. Die Schriften, die man frei skalieren und in perfekter Laserdruckqualität ausgeben konnten, trugen einen wesentlichen Teil zur Begeisterung bei. Ein Schlüsselmoment: Mit Computern hat man das technische Rüstzeug für Publikationen, die sich vor den professionellen Magazinen und Zeitungen nicht zu verstecken brauchen. Dass dieses Gefühl, hier etwas ganz Grosses zum ersten Mal zu erleben, nicht getäuscht hat, brauche ich hier nicht zu erklären.

Man kann nun nicht nur selbst Schriften benutzen. Mit dem passenden Programm kann man sie auch selbst zeichnen. „Ich bin jetzt auch mein eigener Font“ weiterlesen

Die Schnittmenge von Sciencefiction und Typografie

Ich wage zu behaupten: Es gibt ein todsicheres Rezept für schräge, kultige Blogs. Und das funktioniert ganz einfach: Man nimmt zwei Themen, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, bei denen es aber doch eine Schnittmenge gibt. Und dann behandelt man diese Schnittmenge.

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Die Eurostyle-Schrift, zu sehen in «Iron Man 3».

So funktioniert das Blog Typeset In The Future. Es bildet die Schnittmenge der typografieinteressierten Sciencefictionfans. Oder der zukunftsgewandten Typografen – die Gewichtung ist dann auch gleich einerlei. Dave Addey behandelt die Frage, wie die Typografie in Filmen und Fernsehserien mithilft, ein Gefühl von Zukunft zu erzeugen. Und das ist, so absurd die meine Einleitung wirken mag, dann wiederum eine absolut einleuchtende Idee: Typografie ist immer Ausdruck des Zeitgeistes. In den 1970ern gab es die runden, geschwungenen «Hippie-Schriften» wie die «Fuzz Guitar» oder die «Quasar». „Die Schnittmenge von Sciencefiction und Typografie“ weiterlesen

Interrobang noch eins!

In der Kategorie Es gibt nichts, was es nicht gibt will ich heute Font Game HD vorstellen. Das ist eine App von Justin Stahl, die ich für immerhin 4 Franken für iOS gekauft habe und mit der ich mich nun zum typografischen Siebesiech mausere. Mit ihr spielt man ein Quiz, in dem man Fonts erraten muss. Es gibt das Wort «Fargo» in der fraglichen Schrift gesetzt, und vier Namen zur Auswahl. Nach einer Runde mit 30 erhält man die Auswertung und die Möglichkeit, sich in einer globalen Rangliste zu verewigen.

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The classic Font Game, links: In diesem Fall eine klare Sache!
The Flip Font Game, rechts: Wer die «Arial» nicht kennt, ist verloren!

Wenn einem diese Spielweise nicht behagt, kann man auch den umgekehrten Spielmodus wählen: Bei dem sieht man vier Schriftsamples, aus denen man die gefragte Schrift herauspicken muss. „Interrobang noch eins!“ weiterlesen

Ambigramme, Buchkultur, Gott

Der neue Publisher ist da. Nach letzten Ausgabe mit ihrem plüschig-weichen Cover, der man inhaltlich eigentlich mit einer erotischen Kurzgeschichte hätte Rechnung tragen müssen, ist das Cover der aktuellen Ausgabe mit ihren QR-Codes sehr nüchtern ausgefallen. Aber daran haben sich die Leser gewöhnt, vermute ich. Der Publisher ist ja seit einigen Jahren eine nach aussen gestülpte Wundertüte – beim Umschlag weiss man nie, was einen erwartet. Aber inwendig gibt es die gewohnte Qualität.

Zu der habe ich in diesem Heft mit meinen zwei Tipp-Seiten beigetragen. Auf der Seite mit den Tricks aus dem Web stelle ich u.a. einige Ambigramm-Generatoren vor. Ambigramme sind Schriftzüge, die man in Normallage oder auch kopfüber lesen kann. Die im Beitrag erwähnte Ambigramm-App kann aber nicht nur das: Die kann sogar Grafiktext erstellen, bei dem man kopfüber etwas anderes liest als in der Normallage. Beispiel:

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Hier sieht man meinen Vornamen. Wenn man sich auf den Kopf stellt, steht plötzlich mein Nachname da.

Ausserdem beschäftigen sich die Tipps mit der Camera+-App. Es gibt eine Sammlung mit Links zu Blog-Beiträgen, die mit der «Comic Sans» und anderen viel-gehassten Schriften wie der «Arial», der «Brush Script» und der «Souvenir» abrechnen. „Ambigramme, Buchkultur, Gott“ weiterlesen