Ein Mac-Maus-Manko beheben

Die Maus-Möglich­kei­ten von Apple-Compu­tern sind reich­lich unter­ent­wickelt. Es ist nicht einmal möglich, via Maus­rad Web­sites zu zoomen. Doch hier kom­men geschla­gene vier Metho­den, diese miss­li­che Si­tua­tion zu retten.

Es sind die kleinen Dinge, die den entscheidenden Unterschied machen. Jedes Mal, wenn ich mich zum ernsthaften Arbeiten an mein Macbook setze und dafür die externe Tastatur und Maus verbinde, nervt mich eine Sache. Nämlich das Verhalten des Scrollrads.

Unter Windows lässt sich dieses Scrollrad im Browser wunderbar dazu benutzen, die Website zu zoomen: Wir halten die Ctrl-Taste gedrückt, drehen am Rädchen und verkleinern oder vergrössern die Ansicht. Das erleichtert das Lesen, und es ist grossartig fürs Erstellen von Screenshots.

Beim Mac funktioniert das nicht: Gleichgültig, welche Taste wir drücken, scrollt das Scrollrad bloss, ohne auch nur ans Zoomen zu denken. Auch das horizontale Drehrad behebt diesen Missstand nicht. Erwähnte ich schon, dass mich das nervt?

Die gute Nachricht ist. Das Problem lässt sich auf mehrfache Weise beheben. Ich habe hier gleich vier Varianten anzubieten:

1) Für Safari und alle anderen Apps: Mac Mouse Fix

In Safari kann von Haus aus nicht per Maus gezoomt werden. Doch ein Drittprogramm macht dieses Manko wett. Es heisst Mac Mouse Fix, ist kostenlos und hat noch viele weitere nützliche Features zu bieten: Es unterstützt das horizontale Drehrad, erlaubt es, bei gedrückter Umschalttaste mittels Scrollrad vor- und zurückzuspringen. Wir können auch den virtuellen Desktop wechseln, Mission Control aufrufen, den Schreibtisch anzeigen oder via Wörterbuch einen Begriff nachschlagen.

Damit Mac Mouse Fix funktioniert, muss das Programm unter Anmeldeobjekte eingetragen sein. Und in den Systemeinstellungen bei Datenschutz & Sicherheit in der Rubrik Bedienungshilfen müssen wir für Mac Mouse Fix Helper den Schalter umlegen.

2) Firefox

Bei Firefox hat es früher funktioniert. Warum dann heut nicht mehr? Wenn wir diesem Sachverhalt auf den Grund gehen, dann erfahren wir, dass Mozilla die fragliche Änderung erst kürzlich vorgenommen hat. Zur Version 109.0, die am 17. Januar 2023 veröffentlicht wurde, heisst es: «Unter Mac OS scrollt Strg oder Cmd zusammen mit dem Trackpad oder Mausrad jetzt die Seite, anstatt zu zoomen. Dies vermeidet versehentliches Zoomen und entspricht dem Verhalten anderer Webbrowser unter Mac OS.»

Es verhindert aber auch das absichtliche Zoomen. Und überhaupt: Es sind die Unterschiede, die mich dazu bringen, Firefox zu verwenden, nicht die Gemeinsamkeiten mit Safari oder Chrome.

Immerhin: Reddit sei Dank sind wir in der Lage, den vorherigen Zustand wiederherzustellen: Wir geben in die Adressleiste about:config ein, um den Konfigurations-Editor zu öffnen. Wir bestätigen die Warnung. Dann suchen wir nach den beiden Parametern mousewheel.with_control.action und mousewheel.with_meta.action und ändern die auf den Wert 3. Nach einem Neustart funktioniert es wieder wie gehabt.

3) Google Chrome

Bei Googles Browser hilft die Erweiterung Quick Zoom. Sie ist etwas tückisch in der Installation. Erst hat sie nicht funktioniert, aber mit etwas Geduld und (mutmasslich) einem Neustart bringt sie Chrome das Zoomen bei.

4) Die Bedienungshilfen

Beim Mac gibt es in den Systemeinstellungen in der Rubrik Zoomen die Option Scroll-Geste mit Sondertasten zum Zoomen verwenden (im Supportdokument schreibt Apple noch von «Zum Zoomen scrollen»; das dürfte für frühere Betriebssystem-Versionen gelten).

Ist diese Option eingeschaltet, machen wir eine Ausschnittvergrösserung des Bildschirms als Ganzem, d.h. gleichgültig welche App im Vordergrund ist, können wir einen Bereich näher heranholen. Das ist besonders praktisch für Präsentationen.

Das ist auch via Trackpad möglich. Zu diesem Zweck schalten wir die Option Trackpad-Gesten zum Zoomen verwenden ein. Dann tippen wir zweimal mit drei Fingern aufs Trackpad, um die Zoom-Funktion ein- und auszuschalten. Achtung: Wir müssen schnell hintereinander tippen, sonst funktioniert es nicht.

Beitragsbild: Nicht gerade ein Traumpaar (Helena Lopes, Pexels-Lizenz).

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