Schneller Schutz der Privatsphäre bei Foto-Veröffentlichungen

Die Gesichter von Menschen sollten unkenntlich gemacht werden, wenn man Bilder einem grösseren Publikum zugänglich macht – schliesslich gilt es der Privatsphäre zu wahren. Und verrate einige Tricks, u.a. die Apps Censor, Privee, Pixelator und Gesicht verwischen.

Es kommt gelegentlich vor, dass ich Bilder veröffentliche, in denen ich vorab einige Dinge unkenntlich machen möchte. Das sind Gesichter von Leuten, die nicht zu erkennen sein sollen. In meinem Fall noch häufiger handelt es sich um Namen oder Avatare auf Screenshots, die ich nicht der Öffentlichkeit preisgeben will.

Ich verwende typischerweise Photoshop oder Pixelmator (Bildbearbeitung abseits von Adobe) und dort den Verpixelungsfilter (Photoshop: Filter > Vergröberungsfilter > Mosaikeffekt; Pixelmator: Darstellung > Effekte einblenden und dann in der Rubrik Stilisieren den Filter Pixeln verwenden).

Wenn man mit Handy oder Tablet operiert und ein Bild über die sozialen Medien weitergeben will, dann möchte man eine einfachere Methode verwenden, um Bildbereiche unkenntlich zu machen. Am iPhone steht in der Photo-App via Bearbeiten oben der Zeichenstift zur Verfügung.

Es erscheinen die Markierungsfunktionen, mit denen man mithilfe eines Stifts die fraglichen Bereiche übermalt. Man kann über das Plus-Symbol rechts unten auch die weiteren Befehle aufrufen, in denen Rechteck- und eine Kreis-Form angeboten wird. Diese eignen sich ebenfalls dazu, einen Bereiche abzudecken. Man muss seiner Form aber eine Füllung geben, weil sie standardmässig nur eine Kontur umfasst. Die Füllung wählt man mit dem Symbol, das Kreis und Rechteck zeigt.

Mit der Fotos-App benötigt man kein separates Programm, aber für häufige Kaschierungsaktionen lohnt sich eine solche trotzdem. Ich verwende gelegentich die im Beitrag Schaust du hier! besprochene Skitch-App.

Es gibt aber auch Experten:

Censor

Censor: Auch Möwen haben ein Recht auf Privatsphäre.

Die App Censor ist kostenlos fürs iPhone erhätlich. Sie zeigt Werbung, die man für zwei Franken entfernen kann. Die Handhabung ist simpel: Man macht per Finger Bereiche mittels Balken, Unschärfe oder Verpixelung unkenntlich. Man kann entweder Rechtecke zeichnen oder ins Bild malen.

Darüber hinaus gibt es drei Vorteile:

  • Man kann beliebig viele Bereiche unkenntlich machen.
  • Mittels Spreizgeste zoomt man ins Bild, wenn man genau arbeiten will.
  • Der Radiergummi löscht die Zensurmassnahmen auch wieder entfernen.
  • In den Einstellungen gibt man Pinselgrösse, Grad der Unschärfe und Grösse der Klötzchen bei der Verpixelung vor.

Privee

Privee: Auch Demonstranten haben ein Recht auf Privatsphäre.

Die Privee-App gibt es ebenfalls gratis fürs iPhone und iPad. Sie ist eine deutlich elegantere Erscheinung als Censor und hat darüber hinaus eine automatische Gesichtserkennung. Über den Erkennen-Knopf werden die Gesichter im Foto automatisch abgedeckt.

Als Form stehen Rechteck und Kreis/Oval zur Verfügung; mittels Stift zu zeichnende Freiformen gibt es nicht. Bereiche lassen sich verpixeln, unscharf machen oder schwärzen.

Die Vorteile dieser App, nebst der erwähnten automatischen Gesichtserkennung sind die folgenden:

  • Man kann die Form eines Abdeckbereichs nachträglich von Rechteck auf Kreis bzw. Oval umschalten oder umgekehrt.
  • Die Formen lassen sich auch verschieben und löschen – und, wenn man geschickt ist, sogar in der Grösse ändern.
  • Über das Menü, das beim Antippen erscheint, kann auch die Methode zur Unkenntlichmachung nachträglich geändert werden.

Pixelator

Pixelator: Könnte ja sein, dass dieses Bild nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

Android-Nutzern empfehle ich die App Pixelator, die es für Handys mit Google-Betriebssystem, aber auch fürs iPhone und iPad gibt.

Die App ist simpel: Man zieht mit dem Finger ein Rechteck über den Bereich, der verpixelt wird. Man kann Kreise oder Rechtecke ziehen und den Grad der Verpixelung einstellen – und das wars dann auch schon.

Fazit: Diese Apps sind überaus einfach zu benutzen. Und man demonstriert mit ihnen, dass einem die Privatsphäre anderer Leute nicht egal ist. Trotzdem empfehle ich darauf zu achten, dass eine unverpixelte Variante der Aufnahme gespeichert wird, wie das normalerweise der Fall sein sollte.

Gesicht verwischen

Die Gesichter-verwischen-App ist annähernd nutzlos – und wurde von Apple dennoch prominent im Store vorgestellt.

Die App, deren übersetzter Name Verwischt Automatisch Gesicht lautet, und wohl auch sonst mittels Google Translate in so etwas Ähnliches wie Deutsch übertragen worden ist, verspricht ebenfalls, Gesichter automatisch zu kaschieren.

Das funktioniert ansatzweise, wobei bei meinen Tests auf Gruppenbildern nur Teil der Gesichter erkannt wurde – ich schätze die Erfolgsquote auf deutlich unter fünfzig Prozent. Es gibt auch Bilder, auf denen kein Gesicht erkannt wird, obwohl offensichtlich eine Gruppe von Leuten abgebildet ist. Und ja, man kann darüber streiten, ob auch klein abgebildete Personen verpixelt werden sollen bzw. müssen. Allerdings würde ich genau das von so einer App erwarten: Denn wenn man sie schon nutzt, dann doch gerade wegen der Vollständigkeit halber.

Diese App kostet in der Vollversion drei Franken pro Monat oder 30 Franken pro Jahr, was sie auf gar keinen Fall wert ist: Ein typisches Beispiel, bei dem das Abomodell des Apple App-Stores ad absurdum geführt wird!

Beitragsbild: Man kann Leute natürlich auch gleich so fotografieren, dass sie nicht zu erkennen sind (Finn Mund, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Kommentar verfassen