Windows zeigen, wo Gott hockt

Hidden Windows 10 Features bietet versteckte Einstel­lungs­möglich­keiten für Microsofts Betriebs­system, u.a. Optionen für den Explorer und fürs System.

An Windows herumzubasteln, war früher eine Art Breitensport. Heute ist es höchstens noch ein Hobby von ein paar Exzentrikern. Denn erstens ist das Betriebssystem heute so ausgereift, dass es kaum noch grosse Nachbesserungen braucht. Zweitens arbeiten die meisten Leute immer intensiver mit dem Browser und der Cloud, sodass das Betriebssystem gewissermassen nur noch die Hintergrundkulisse abgibt.

Ich halte diese Entwicklung für erfreulich. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, ab und zu ein Programm wie Hidden Windows 10 Features vorzustellen. Das ist eines jener Hilfsprogramme, mit denen man Konfigurationen vornimmt, die nur über die Registry möglich sind. Solche Anpassungen sind oft nicht zwingend nötig – aber man bekommt als User ein gutes Gefühl, wenn man als Nutzer seinen Willen durchsetzt.

Also Hidden Windows 10 Features: Das Programm gibt es auf theropods.co.uk, die Downloadseite ist hier. Das Programm ist kostenlos für private Nutzung, ansonsten kostet es 5 Euro.

Es hält die fünf Kategorien This PC, Taskbar, Context menu, System, Security, Privacy und Keyboard bereit:

This PC

Gemeint ist der Abschnitt Dieser PC im Navigationsbereich des Windows Explorers. Man kann Punkte hinzufügen und entfernen. Beispielsweise lässt sich das Icon für den Papierkorb (Add Recycle Bin), für den Drucker (Add Network Connections), die Administrativen Vorlagen (Add Administrative Tools), für den Ausführen-Befehl (Add Run) und für Systemsteuerungs-Module (Add Control Panel Items) hinzufügen.

Man kann auch Dinge weglassen, zum Beispiel den wirklich nutzlosen Ordner 3D-Objekte (Hide 3D Objects folder) oder Laufwerksbuchstaben etwa von einem Kartenleser, den man selten bis nie benötigt.

Den Papierkorb direkt über den Explorer öffnen? Es braucht nur einen Klick dafür.

Taskbar

In dieser Rubrik verändert man die Taskleiste – wenngleich die Option eher bescheiden sind. Man kann die Vorschau unterbinden, die erscheint, wenn man die Maus auf ein geöffnetes Programm bewegt (Turn of thumbnail live preview), den Infobereich ausblenden (Disable the system tray) und noch einige Dinge wie die Verzögerung der Vorschaubilder einstellen.

Die nützlichste Option ist ohne Zweifel Show seconds on taskbar clock: Mit ihr zeigt die Uhr rechts unten die Zeit sekundengenau an.

Die Uhrzeit mit Sekunden in der Taskleiste? Bitte schön!

Context menu

An dieser Stelle passt man sich das Kontextmenü im Explorer an: Es gibt Befehle, um Dateien in einen Ordner zu kopieren oder zu verschieben (Copy To folder/Move to folder), wobei man mit diesem Befehlen nach dem Ziel gefragt wird.

Auch praktisch: Der Befehl Take ownership, mit dem man den Besitz an einer Datei übernehmen kann. Es geht hier, natürlich, um die Berechtigungen.

System

Diese Rubrik ist wieder etwas umfangreicher. Es gibt eine bunte Sammlung an Konfigurationsmöglichkeiten, wobei es im Auge des Betrachters liegt, was sinnvoll ist und was nicht.

Ich schätze die Option Stop adding «-shortcut» to shortcut file names. Sie gewöhnt es Windows ab, bei Verknüpfungen den Dateinamen um einen entsprechenden Hinweis zu ergänzen.

Ausserdem kann man Cortana abschalten, was ebenfalls nützlich ist, zumal die digitale Assistentin nach wie vor verkündet, sie sei hierzulande nicht verfügbar.

Die Einstellungen zum System, u.a. mit der Möglichkeit, den ominösen Gott-Modus zu aktivieren.

Weitere Möglichkeiten in diesem Bereich:

  • Aero Shake abschalten (Disable Aero shake)
  • Den «Gottmodus» hinzufügen (Add God Mode folder to the desktop)
  • Ausführliche Bootmeldungen (Use verbose boot messages)
  • Den vorherigen Lautstärkeregler wiederherstellen (Restore previous volume control)
  • Die schnellen Aktionen ausblenden (Hide Action Center)
  • Onedrive zum Verschwinden bringen (Remove Onedrive from file explorer)
  • Den Sperrbildschirm deaktivieren (disable lock screen)
  • Die Windows-Version auf dem Desktop anzeigen (Paint Windows version onto the desktop)
  • Die automatische Ausblendung der Scrollbalken verhindern (Disable automatically hiding scroll bar)
  • Die abschliessende Meldung nach einem Update unterdrücken (Disable «Let’s finish setting up your device» setup screen)

Schliesslich kann man auch den registrierten Benutzer ändern.

Security

Wieder eine eher spärlich ausgestattete Rubrik: Man kann Autorun deaktivieren, die Anmeldung mittels Control, Alt und Delete einschalten, den Windows-Script Host in die Schranken weisen und Schreibschutz für USB-Laufwerke aktivieren.

Privacy

Hier gibt es noch weniger Optionen, nämlich lediglich die Funktionen Disable Telemetry, mit der Microsoft keine Daten über die Nutzung sammeln darf und Disable Bing search in Start menu, mit der über das Suchfeld in der Taskleiste keine Bing-Suchen ausgeführt werden.

Die beiden Optionen sind nicht verkehrt, aber andere Programme bieten mehr – insbesondere das im Beitrag Die paranoide Art, Windows zu konfigurieren vorgestellte Programm O&O ShutUp10.

Keyboard

An dieser Stelle findet sich eine einzige Option: Disable Caps Lock key.

Naja. Für die Feststelltaste gibt es bessere Lösungen, namentlich das im Beitrag Ctrl Fn oder Fn Ctrl? in anderem Zusammenhang vorgestellte Programm SharpKeys.

Fazit: Nicht in allen Rubriken überzeugt das Angebot an Funktionen. Aber die Möglichkeit, sich den Windows Explorer und ein paar Systemeinstellungen zurechtzukonfigurieren, rechtfertigen das Herunterladen dieses Programms allemal.

Beitragsbild: Hier hockt Gott bzw. Göttin – direkt vor dem Computer (Andrea Piacquadio, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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