In jeder Stadt per öV ans Ziel

Die SBB– und die ZVV-Fahrplan-App helfen einem bei der Suche nach den passenden Verbindung im öffentlichen Nahverkehr und bei inländischen Fernverbindungen. Und wenn einem die beiden Apps nicht weiterhelfen, versucht man sein Glück mit Wemlin.

Doch wenn man im Ausland unterwegs ist, dann fällt einem meistens erst nach der Landung ein, dass man sich die passende App hätte besorgen sollen, um eine Bus- oder Zugsverbindung für die Fahrt zum Hotel herauszusuchen. Man kann sein Glück dann mit Google Maps oder Apple Maps probieren: Diese beiden Hilfsmittel für die Navigation und Orientierung haben für viele Weltregionen ebenfalls öV-Fahrplandaten hinterlegt. Aber eigentlich würde man lieber eine universelle Fahrplan-App benutzen.

Eine solche ist nach eigenen Angaben Moovit: «Die Nummer eins der ÖPNV-Apps weltweit!», wobei man sich sofort fragt, was «ÖPNV» denn heissen könnte. Wikipedia verrät es: Öffentlicher Personennahverkehr, also S-Bahn, U-Bahn, Trams, Busse, Boote im näheren Umfeld, ohne Fernverkehr, Mietvelos, Taxis und Ritschkas. Oder womit man sich sonst noch von A nach B bewegen könnte.

Moovit existiert fürs iPhone und für Android. Die App sammelt gleich beim ersten Start Pluspunkte, indem sie zwar sagt, dass sie am besten funktioniert, wenn sie dauerhaft auf den Standort zugreift, aber den Dienst auch nicht verweigert, wenn man die GPS-Option nur auf Beim Verwenden der App setzt.

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Auf die Route wäre man von allein kaum gekommen – schon gar nicht in einer fremden Region.

Ich teste die App mit einer (hypothetischen) Fahrt zu meinen Eltern, die öV-mässig so schlecht erschlossen wohnen, dass ich normalerweise das Velo nehme. Die App nimmt für die Routenplanung Adressen entgegen. Man kann den Zielort aber auch auf der Karte wählen und angeben, dass man von seinem aktuellen Standort dorthingelangen möchte. Dann muss man (gefühlt) relativ lange auf die Ergebnisse warten. Die sind dann nach Reisezeit und -dauer sortiert und enthalten auch Fuss- und Velowege. Die App schlägt dann nicht nur die Fahrt mit der S-Bahn vor, sondern stösst auch auf eher abenteuerliche und zeitraubende Kombinationen von Bus und S-Bahn – die dann angezeigt sind, wenn man nicht den langen Fussmarsch vom Bahnhof ins Dorf unter die Sohlen nehmen will.

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Die Haltestellen in der Umgebung und der Ausstiegsalarm.

Wählt man eine Route aus, erhält man eine Beschreibung zu den einzelnen Etappen und wird, wo nötig, gelotst. Man kann die Reise in der App verfolgen, was in unbekanntem Gelände eine beruhigende Wirkung haben kann, weil man sich überzeugen kann, dass man in den richtigen Bus eingestiegen ist, der auch in die gewünschte Richtung fährt. Man kann auch einen Ausstiegsalarm einrichten, dass man seine Haltestelle nicht verpasst, wenn es einem passieren sollte, dass eine neue Umgebung einen in ihren Bann schlägt. Die App zeigt auch die Haltestellen in der Nähe an und man kann Favoriten einrichten. Ebenfalls praktisch, wenn man so den Bus Stop vor dem Hotel gleich direkt anpeilen kann.

Hinter Moovit steckt auch eine Community: Man kann zu Linien oder Stationen Nutzerberichte abgeben. Und die App unterstützt auch Siri-Kurzbefehle, sodass man seine Navigation auch per Sprache starten kann.

Fazit: Die App macht einen guten Eindruck. Ob sie im Alltag das hält, was sie verspricht und auch alle relevanten Verbindungen vorschlägt, kann ich leider hier nicht abschliessend beurteilen: Dafür müsste ich Moovit erst einmal unter Realbedingungen in ein, zwei Dutzend Metropolen dieser Erde ausprobieren und mit den offiziellen öV-Apps vergleichen. Doch das würde den Rahmen eines Blogposts und mein Spesenkonto leider sprengen. Aber es lohnt sich auf alle Fälle, sie auf dem Smartphone bereitzuhalten. Ein Problem bleibt allerdings: Man braucht am Zielort Internetzugang. Es gibt keine Möglichkeit, Daten offline bereitzuhalten oder Fahrten längere Zeit vorauszuplanen und bereitzuhalten.

Abschliessend erinnere ich gerne noch einmal an die schöne Reiseplaner-App der SBB (iPhone und Android), die auch Velos, Mietautos und andere Reisemöglichkeiten berücksichtigt, allerdings wiederum nur in der Schweiz.

Hauptbild: «Wann fährt das nächste Schiff?» In Portugal, 2011.

Autor: Matthias

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