Ein alter Groll auf Google


Besser googeln.

Auch nach fünf Jahren nehme ich es Google noch übel, dass die Instant Preview-Funktion sang- und klanglos beseitigt wurde, angeblich wegen geringer Nutzung. Ich halte die schnelle Prüfung der Suchresultate für eine der wichtigsten Aufgaben bei der Webrecherche – und den Teil, den man als Nutzer nur bedingt beeinflussen kann. Klar, ob Google die eigentliche Suchanfrage richtig versteht, hat man auch nur bedingt in der Hand, zumal sich die Algorithmen manchmal ziemlich begriffsstutzig anstellen. Aber man kann doch – und auch das wird im Video erklärt – seine Eingabe möglichst präzise gestalten.

Muss so eine Funtkion breit genutzt werden, damit die eine Daseinsberechtigung hat? Das ist eine interessante Frage. Es gibt natürlich Argumente, die dafür sprechen. Radikales Ausmisten beugt Bloatware vor. sprechen: Eine Software bleibt übersichtlicher und einfacher zu benutzen, wenn man nur Funktionen einbaut, die auch auf breiter Front genutzt werden. Zweitens dürfte die Erzeugung der Vorschauen einiges an Last auf Googles Servern verusacht haben. Wenn dieser Aufwand in den allermeisten Fällen für die Katze ist, lässt man es besser bleiben.

Es gibt auch Gegenargumente: Nicht alle nutzen eine Software gleich. Die typische Verteidugung von Herstellern von Bloatware (zum Beispiel Office) lautet, dass es tatsächlich so sei, dass die meisten Nutzer nur einen kleinen Prozentanteil der Funktionen nutzen würden. Doch es sei eben von Anwender zu Anwender verschieden, welcher Anteil das sei. Das gleiche Phänomen sieht man übrigens im modernen Supermarkt. Die sind im Schnitt super-unübersichtlich, weil sie ein riesiges Angebot bereithalten. Wenn der Supermarkt nur das Zeugs hätte, was ich brauche, dann wären sie platzsparend und benutzerfreundlich. Aber eben, ich bin nicht der einzige Kunde.

Intant Preview war eine Funktion, die sich an den so genannten Power User richtet: Leute, die Google intensiv nutzen und sich nicht mit dem erstbesten Suchtreffer zufrieden geben. (Wenn es danach ginge, könnte den «Auf gut Glück!»-Knopf entfernen. Den habe ich noch nie genutzt und ich gedenke auch nicht, jemals darauf zu klicken.) Ich bin überzeugt, dass viele weniger geübte Google-Nutzer gar nicht wussten, dass es die Funktion überhaupt gibt. Sonst hätten sie sich mit der Zeit wahrscheinlich angewöhnt, sie zu nutzen – es braucht schliesslich immer auch Zeit, bis man die Nutzung einer neuen Möglichkeit auch verinnerlicht hat.

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Die Anführungszeichen helfen, damit Google weniger verwirrt ist.

Jedenfalls braucht, wer tiefer gräbt, gute Instrumente, um die einzelnen Resultate möglichst schnell prüfen zu können. Und da ist eine Voransicht direkt auf der Suchseite eben tatsächlich hilfreich. Im Sinn eines guten Kompromisses hätte man Instant Preview als Option zur Verfügung stellen können. Wer sie nutzen möchte, schaltet sie in den Einstellungen ein.

Im Video gibt es Alternativen dazu – und gerade der Trick mit der Seitenleiste ist sehr hilfreich, wie ich finde. Die zweite Möglichkeit – Suchparameter über die Autokorrektur zu ergänzen, ist (in meinem Suchalltag) ebenfalls extrem nützlich. Und in Kombination mit OR kann man Google sogar dazu bringen, eine Handvoll Lieblings-Websites abzusuchen. Und das hilft bei der Qualität der Resultate schon mal enorm.

Ein Kommentator hat übrigens ergänzt, dass man die Suchresultate im Hintergrund auch über die mittlere Maustaste im Hintergrund öffnen kann. Das stimmt natürlich – und es zeigt, wie sehr man von seinen Gewohnheiten geprägt ist. Ich nutze die mittlere Maustaste zwar, aber vor allem zum Schliessen der Tabs. Ich nehme an, es hat damit zu tun, dass es sehr von der Maus abhängt, ob die Taste wirklich brauchbar ist oder ob man auf sie verzichtet.

Autor: Matthias

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Ein Gedanke zu „Ein alter Groll auf Google“

  1. Noch früher konnte man in den Ergebnissen weitersuchen. Da hatte man wenigstens eine Chance das Gesuchte zu finden. Auch sind die Google-Algorithmen oft sehr suboptimal.

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