Zwei nicht allzu nervige Kinder-Apps

Ich habe mir geschworen, nicht zum Papa-Blogger zu werden. Trotzdem stelle ich hier ab und zu Kinder- und Eltern-kompatible Apps vor. In Eine App, die mein Baby stillt? ging es um Apps für frischgebackene Eltern. In Glacémonster und Katzenomi um Puzzles, die meine Tochter gerne spielt. Und hier sind nun noch einmal zwei Apps angesagt, die ihr inzwischen gefallen.

Fiete Cats AR (kostenlos fürs iPhone) ist gleichzeitig eine lustige Empfehlung für Freunde von Augmented Reality und für Fans von Apples ARkit. Sie blendet im Kamerabild eine kleine Katze ein, mit der man spielen kann. Sie will ab und zu gefüttert werden, braucht eine Dutsche, zerfetzt ein zusammengeknülltes Papier, läuft auf einem Farbkasten herum und hinterlässt dann farbige Fussabdrücke. Und ja, sie muss auch ab und zu ins Katzenkistchen.

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Besser als eine echte Katze, die ein richtiges Kistchen braucht.

Klaaaaar, ich gebe zu, das könnte man auch als dekadenten Auswuchs moderner Informationstechnologie betrachten. Andererseits erspart es einem vielleicht, seiner Tochter einen echte Katze kaufen zu müssen – oder aber, sie will erst recht eine, die Gefahr besteht natürlich auch. Das Gute an diesem Spiel ist, dass die Interaktionsmöglichkeiten mit der Katze beschränkt sind. Das führt dazu, dass das Spielen mit dem virtuellen Haustier dem Kind recht schnell verleidet und es, wenn man es richtig macht, danach «etwas Richtiges» spielt.

Die App zeigt auch ein Problem mit AR auf: Die Einblendungen erfolgen immer auf dem Kamerabild: Streckt man die Hand aus, um die virtuelle Katze zu streicheln, dann kommt die immer vor der Hand zu liegen, selbst wenn die Hand aus der Perspektive des Smartphones viel näher ist und das Kätzchen teilweise oder ganz verdecken müsste. Das bedeutet, dass man sein Tierchen nicht streicheln kann, indem man in die Luft greift. Und das ist natürlich ein unverzeihliches Manko.

Highlights Monster Day (kostenlos für Android und iPhone) spielt den Tag eines kleinen Monsters durch. Man weckt es, gibt ihm Frühstück, putzt ihm die Zähne, kleidet es ein, lässt es seine Arbeit im Institut für professionelle Steinzertrümmerung verrichten, geht mit ihm zum Mittagessen, lässt es Experimente durchführen und Ballone aufsteigen, unternimmt Sport und betreibt etwas Whac-A-Mole und hält eine Kissenschlacht ab, um dann zum Znacht, Baden und Schlafen nach Hause zu gehen.

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Kissenschlaaacht!

Süsse Animationen, eine etwas nervige Hintergrundmusik und motorische Ansprüche, die ein Kleinkind fordern, aber nicht überfordern zeichnen dieses Spiel aus. Es gibt mehrere Monster, wobei man zwei Extra freischalten kann, wenn man seine Mailadresse angibt. Ich empfehle, Gebrauch von dieser Möglichkeit zu machen.

Und auch dieses Spiel ist nicht darauf ausgelegt, dass man es nonstop spielen möchte. Man bringt das Kind dazu, nach einem oder maximal zwei Durchläufen auch wieder etwas anderes zu machen.

Autor: Matthias

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